Reden wir über die Altersarmut als wachsende Realität!

Mittlerweile macht sich die Erkenntnis breit, dass es in Zukunft sehr viel mehr Renter geben wird, die an der Schwelle zur Armut leben und auf einen Zuverdienst und/ oder staatliche Hilfe angewiesen sind. Ich selber habe schon mehrfach auf dieser Seite und auch beim Seniorenpolitischen Gesamtkonzept unseres Landkreises auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Heute wird in der Presse veröffentlicht, dass ein Rentner, der 35 Jahre lang 2.500 € Brutto verdient hat, ab 2030 eine Rente von 688, 16 € bekommt (zitiert nach dem Mühldorfer Anzeiger vom heutigen Tag). 

Allerdings gilt dieser Betrag nur für Menschen, die auf eine so lange rentenversicherungspflichtige Arbeit kommen. Was ist mit den vielen, die durch Kindererziehung, Ausbildung, Arbeitslosigkeit u. ä. Lücken in ihrer Berufsbiografie haben? Oder die in Minijobs arbeiten müssen und so gar nicht auf einen Verdienst von 2.500 € kommen? Was ist mit all denen, die in Umschulungsmaßnahmen stecken oder Praktika (oft auch ohne Lohn) ableisten? Viele können sich eine private Altersvorsorge, wie von der Politik gefordert, nicht leisten. „Arbeit muss sich (wieder) lohnen“ – was ist, wenn Menschen keine Arbeit finden, von der sie leben können (um von „menschenwürdig leben“ noch gar nicht zu sprechen)?

Warum wird über die ganze Dimension des Problems, das ja wohl nicht nur einem kleinen Theologen wie mir klar wird, nicht offen geredet? Warum gibt es das alles nur scheibchenweise? Warum stellt man diese über alle Generationen hinweg wichtige und alle Generationen betreffende Frage nicht und diskutiert offen darüber? Die Lasten haben wir ja alle zu tragen – die Jungen, die das Rentensystem finanzieren; die Alten, die darauf angewiesen sind und es bisher finanziert haben; die Gemeinden, die sich um die betroffenen Menschen kümmern wollen/müssen; die große Politik,die die Rahmenbedingungen festlegt? Ich setze mich jedenfalls für ein breites Gespräch auf allen Ebenen ein!“

 

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