ARD-Themenwoche: Hinweis für Freitag

Am Freitag zeigt das hr-fernsehen um 9.30 – 10.00 Uhr in der Reihe „Gott und die Welt“ den Film: „Der letzte Akt“. Hier Infos von der ARD:

Ein Koffer und zwei blaue Müllsäcke sind von Ingrid T. geblieben. Matthias Weichold hat sie neben einen kleinen Gartentisch gestellt. Der Berufsbetreuer sortiert jene Dinge, die aus mehr als achtzig Jahren Menschenleben übrig geblieben sind: Noch brauchbare Kleidungsstücke gibt er für bedürftige Bewohner zurück ins Heim, Seifenschale und Kulturbeutel wandern in den Müll. Ingrid T. hatte keine Angehörigen mehr, sie war am Lebensende einsam wie die meisten Menschen, die Weichold betreut.

Die Dokumentation zeigt, wie der Betreuer mit seinen Klienten die letzten Dinge regelt: die eigene Beerdigung, eine Patientenverfügung oder das Erbe, das mal eine Stiftung wird.

 

Ebenfalls am Freitag zeigt das Bayerische Fernsehen von 17.00 – 17.30 Uhr die Dokumentation: Das letzte Geleit. Die ARD schreibt dazu:

Wie steht es in Bayern um die Zeremonien des „letzten Geleits“? Und wie war es früher? Die Rituale des Todes haben den Hinterbliebenen zu allen Zeiten Trost und Halt gegeben. Doch die Sterbebräuche haben sich verändert, wurden aufgeweicht oder sind heute ganz verschwunden. In alter Zeit war der Tod im Alltagsbild präsent – wenn ein Familienmitglied starb, gehörte das zur Normalität, so wie Geburt oder Hochzeit. Da hat man den Großvater aufgebahrt, später begleitete die Dorfgemeinschaft den Verstorbenen zur letzten Ruhestätte. Heute ist der Gedanke an die eigene Vergänglichkeit das größte Tabuthema unserer Zeit.

So zeigt der Film, wie man früher Abschied genommen hat und wie es sich heute verhält. Lebendiges Sterbebrauchtum finden wir in der Kunstschmiede der Brüder Bergmeister und Larasser, die Grabkreuze herstellen. Rudi Wolfbeisser kleidet Särge aus, zwei Bestattungsmeisterinnen zeigen ihren „Verabschiedungsraum“, der heute die heimische Stube ersetzt, in der man die Toten früher aufbahrte. Deren Vater hat zudem ein Grabkammersystem für „sauberes Verwesen“ erfunden.

Auch das Thema „letzte Ruhestätte“ bietet vom Gestern bis ins Heute eine große Bandbreite: vom schaurigen Gebeinhaus in Greding bis zur Naturbestattungen im „Friedwald“. Eine Skurrilität in Sachen katholische Gedächtniskultur sind bizarre Betrachtungssärglein aus dem 17. Jahrhundert mit verwesenden Skeletten als „Meditationsobjekte“. Musiker Christoph Well (ehemals „Biermösl Blosn“) spielt auf Beerdigungen im heimischen Dorf, wo der Abschied nach einem Jahrhunderte altem Ritual stattfindet. Die Auffassung von Endlichkeit und die Zeremonien des Todes verändern sich. Ein Film über Tradition und Wandel im Umgang mit dem Sterben.

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