Seniorenbeauftragte sprechen über die Unterstützung pflegender Angehöriger

Am 30.April 2013 haben sich die Seniorenbeauftragten bereits zum fünften Mal zu einem Informationsabend getroffen. Diesmal ging es – in Fortführung der letzten beiden Treffen – um die belastete Situation der pflegenden Angehörigen.

Auf dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung wurde deutlich, dass es in Zukunft in noch größerem Ausmaß notwendig ist, die pflegenden Angehörigen zu unterstützen. Jetzt schon werden etwa 2/3 aller Pflegebedürftigen zu Haue betreut, in Zukunft wird die Last der Pflege durch die Angehörigen sicher noch zunehmen. Dies ist aber nur leistbar, wenn örtliche Unterstützungssysteme aufgebaut werden.

So machte bei unserem Treffen ein Angehöriger die Belastungen spürbar. Da sprach er zum einen vom schnell einsetzenden Vertrauensverlust, den der Angehörige gegenüber dem Demenzkranken erleidet. Der Angehörige wird oft als „der Böse“ empfunden, weil man ihm alles an Einschränkung und Kontrolle anlastet – selbst wenn es zum Wohl und Schutz des Demenzkranken geschieht. Andererseits macht sich im weiteren Verlauf der Krankheit immer mehr bemerkbar, wie sehr der Kranke auf die sichernde Anwesenheit des Angehörigen angewiesen ist. Von da bis zur kräfteraubenden Rund-um-Betreuung ist es nicht mehr weit, denn der Eindruck wird stark: „Ich muss immer präsent sein.“ Als weitere immense Belastung wurde benannt, dass „die Krankheit die Familie spaltet“. Oft sind die Betreuenden auch in den Augen von Geschwistern und Verwandten ungerecht, entscheiden falsch, bevormunden den Kranken, dramatisieren alles, was doch gar nicht so schlimm scheint. Es macht halt doch einen Unterschied, ob ich direkt „an der Front“ stehe und die ständigen Belastungen tragen muss oder ob ich nur mal zu Besuch komme.

Herr Matthias Burger, der Seniorenbeauftragte im Landratsamt, hat dann verschiedene Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt. Wichtig ist, mit ihm Kontakt aufzunehmen, wenn man bei sich oder anderen einen Unterstützungsbedarf sieht. Herr Burger kommt dann ins Haus und bespricht vor Ort konkret die möglichen und nötigen Hilfestellungen.

Als nächstes haben Frau Hahn, die Demenzbegleiterin der Caritas, und Frau Polzer ihr gemeinsames Projekt einer Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige in Mettenheim vorgestellt. Es wird ein monatliches Treffen geben, zu dem alle Angehörgen herzlich wilkommen sind.  Der nächste Termin ist am Donnerstag, den 16. Mai um 18.00 Uhr im Pfarrhof in Mettenheim. Schon bei unserem Informationsabend haben wir alle gespürt, wie wichtig dieser Austausch ist.

Als weitere Frucht des letzten Treffen gab es meinen Informationsabend in Oberneukirchen. Da habe ich ja schon einen Bericht geschrieben. Es ist angedacht, auch in Taufkirchen einen solchen Abend anzubieten mit meinem Kollegen Josef Scherr, dem Seniorenbeauftragten für das Dekanat Waldkraiburg.

Schließlich berichtete noch Alfons Wastlhuber von verschiedenen Möglichkeiten der Förderung (auch finanzieller Art) und Unterstützung seitens der Freiwilligenagentur Ehrensache e.V.

Im Herbst soll es dann das nächste Treffen geben, bis dahin werden die Seniorenbeauftragten in ihren Gremien das Thema der Unterstüzung pflegender Angehörigen ansprechen.

 

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