Pflegenotstand in Pflegeheimen und bei der häuslichen Pflege

Heute habe ich auf der Internetseite der „Süddeutschen Zeitung“ ein Interview  gesehen. Der Autor (ich konnte leider nicht mehr herausbekomen, wer das war) bemängelt darin, dass durch die zunehmende Ökonomisierung des Pflegebetriebes (d. h. man schaut immer mehr auf die Gelder) das Personal und dann auch die Patienten zu leiden haben. Er spricht vier Bereiche an: Trinken – Essen – Inkontinenz – Mobilität. Alle vier Bereiche erfordern bei erhöhtem Pflegebedarf auch mehr Personal bzw. vom vorhandenen Personal mehr Zeit. Beides kostet Geld. Um zu sparen, würden Infusionen (Trinken), Magensonden (Essen), Katheter (Inkontinenz) oder Mobilitätssperren (etwa Bettgitter beim nächtlichen Wandern) eingesetzt – und das nicht aus medizinischen, sondern aus finanziellen Gründen.  

Gestern wurde in der ZDF-Sendung „frontal“ berichtet, dass bei der häuslichen Pflege die Krankenkassen mittlerweile dazu übergehen, von außerfamiliären Helfern, die da sind, wenn Familienangehörige nicht zur Verfügung stehen oder mal eine Stunde „frei“ haben wollen, eine detaillierte Auflistung aller Zeiten und Tätigkeiten zu verlangen einschließlich Quittungen. Eigentlich stehen den Angehörigen der Pflegebedürftigen ja 1550 € aus der Pflegeversicherung zu. Aber auch hier wird versucht, zu sparen und wieder Mal zu Lasten der Betroffenen. Die Alternative ist dann für viele das Seniorenheim (aber das wird ja nicht von der Krankenkasse bezahlt). Die Betroffenen und ihre Angehörigen werden also von einem Finanztopf in den nächsten geschoben – und sind so zusätzlich belastet.

Ich möchte gerne alle, die davon in irgendeiner Weise berührt sind (sei es direkt oder dass Sie davon erfahren) eine wichtige Unterstützeradresse ans Herz legen, zumindest wenn Sie im Landkreis Mühldorf wohnen: Herr Matthias Burger im Landratsamt Mühldorf, der Sie in Ihrer persönlichen Lage passgenau berät.

Ich füge noch einen Hinweis an, der mich dieser Tage aus dem Bistum Eichstätt erreicht hat:

Online-Petition für bessere Pflege

Das Sozialpolitischen Forums der Stadt Würzburg, zu dem sich Vertreter verschiedener Wohlfahrtsverbände zusammengeschlossen haben, hat eine Unterschriftenaktion für „Mehr Respekt, Anerkennung und Würde für Pflegebedürftige und Pflegekräfte“ gestartet. Die Online-Petition richtet sich an das Bundesgesundheitsministerium. Sie kann online unterschrieben werden oder zum Sammeln von Unterschriften ausgedruckt werden:

https://www.openpetition.de/petition/online/mehr-respekt-anerkennung-und-wuerde-fuerpflegebeduerftige-und-pflegekraefte

Weitere Informationen auf der Homepage der Altenheimseelsorge Bistum Würzburg: http://altenheimseelsorge.dioezese-wuerzburg.de/bwo/dcms/sites/bistum/seelsorge/von_a_-_z/altenheimseelsorge/aktuelles.html?f_action=show&f_newsitem_id=63229

 

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