Eine besondere Weihnachtsgeschichte

Von einer Freundin bekam ich dieser Tage eine etwas ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte. Ich gebe sie als Anregung weiter und wünsche damit allen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest und ein von Gott gesegnetes Jahr 2014!

Der „krippale“ Infekt – (Sich von Weihnachten anstecken lassen)

 Bald wünscht man sich wieder „Frohe oder Gesegnete Weihnachten“. Ich habe mir in diesem Jahr etwas anderes ausgedacht: Ich wünsche Ihnen einen heftigen „krippalen“ Infekt – dass Sie sich an der Krippe infizieren; dass Sie sich vom Kind in der Krippe anstecken lassen; dass der Mann, dessen Geburtstag wir feiern, Sie mit seiner Botschaft infiziert.

Auch diesen krippalen Infekt bekommen Sie bei Kälte – wenn Sie die Kälte in vielen menschlichen Be- ziehungen spüren; wenn Ihnen die Kälte des Egoismus, der Ellenbogenmentalität bewusst wird; wenn Sie unter der Kälte der Freudlosigkeit Ihrer Mitmenschen leiden.

Das Ansteckungsrisiko ist aber auch groß, wenn Ihr Immunsystem nicht intakt ist – wenn Sie nicht immun sind gegen Fragen wie: „Wozu bin ich auf der Welt? Was macht mein Leben wertvoll und gut?“; wenn Sie nicht so abgehärtet sind, dass Ihnen alles gleichgültig ist.

Schnell anstecken können Sie sich auch durch den Kontakt mit schon Infizierten – wenn Sie Menschen begegnen, die begeistert sind von der Sache Jesu; denen man ansieht, dass Sie als erlöste und befreite Menschen leben.

„Habe ich mich vielleicht schon angesteckt?“ – könnten Sie jetzt fragen. Wenn Sie eines der drei folgenden Symptome an sich entdecken, sind Sie bereits durch das Kind in der Krippe infiziert:

Schwäche: wenn Sie eine Schwäche haben für Ihre Mitmenschen; wenn Sie sich dafür interessieren, wie es ihnen geht, worunter sie leiden, was sie brauchen; wenn Sie bereit sind zu helfen, zu teilen und aufzumuntern.

Fieber: wenn Sie fiebern und sehnsüchtig warten auf Gerechtigkeit und Frieden; wenn Sie sich sehnen nach Heilung und Hilfe, nach Begleitung und Zuwendung; wenn Sie brennend interessiert sind an einem gelingenden, sinnvollen Leben; wenn Sie immer mehr wissen wollen über Jesus und seine Vision vom Reich Gottes.

Schluckbeschwerden:  wenn Sie nicht mehr alles schlucken können, was an Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit in Ihrer Umgebung geschieht; wenn Sie Verletzungen und Spott nicht mehr einfach wegstecken und in sich hineindrücken wollen; wenn Sie sich weigern, alles hinzunehmen, was man Ihnen an Ober- flächlichem und Belanglosem vorsetzt.

„Und was kann ich tun, was soll ich tun, wenn das passiert ist?“ – könnten Sie jetzt noch fragen. Alles, was den grippalen Infekt mit „g“ verhindert oder bekämpft, hilft Ihnen, den mit „k“ zu hegen und zu pfle – gen:

Zunächst einmal inhalieren:  den Geist Jesu immer mehr in sich aufnehmen; sich weiterhin erfüllen las- sen von seinen Worten und Gedanken, von seinem Gottvertrauen und von seiner Menschenliebe; einen Hauch seiner Gelassenheit und Unbekümmertheit einatmen und wieder verströmen.

Dann eine gesunde Mischung finden zwischen Ruhe und Bewegung. Sich zum einen Ruhe gönnen: Momente der Stille einbauen in den Tages – und Wochenrhythmus; sich Zeit lassen fürs Gebet; durch das Mitfeiern der Gottesdienste bewusst den Alltagstrott und die Geschäftigkeit unterbrechen.

Sich zum anderen, aber auch sich in Bewegung bringen: Aufstehen und Festgefahrenes, Erstarrtes hinter sich lassen; auf andere zugehen und ihnen mit der Offenheit und Weite Jesu begegnen; sie etwas spüren lassen von der Freude, die mit dem Kind in der Krippe in die Welt gekommen ist.

Wir können nur hoffen, dass Sie jetzt sagen: Ja, diesen „krippalen“ Infekt wünsche ich mir auch. So möchte ich mit dem Kind in der Krippe in Berührung kommen und mich immer tiefer in seine Gedan – kenwelt und Lebensgeschichte hineinziehen lassen. Durch die Begegnung mit ihm möchte ich nicht grip- pe-krank, sondern krippen-gesund werden und andere mit dieser Gesundheit anstecken.

Pfarrer Wolfgang Raible

 

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