Gedanken zum zweiten Advent

Hoffen

Hoffen, das ist etwas anderes als erwarten. Hoffen heißt:Ich weiß nicht, ob das eintreten wird. Hoffen ist mehr als „wünschen“. Hoffen ist weniger als „zuversichtlich sein“. Hoffen beinhaltet immer auch das Unbestimmte und Ungewisse. Hoffnung erfüllt sich – und ich kann nur wenig dazu beitragen. So hoffen manche auf schönes Wetter, auf die richtigen Lottozahlen, auf einen gnädigen Tod.

Bei der Hoffnung habe ich keinen Anspruch auf das Erhoffte, es kommt gleichsam als Geschenk, unverdient. Tiefere Hoffnung richtet sich auf das, was ich brauche, was mir not-tut. Die tiefste Hoffnung richtet sich auf das Leben: dass es gelingt, dass es gut ausgeht, dass es sinnvoll ist und erfüllt. Die tiefste Hoffnung findet ihren Grund in Gott: er kann mein Leben gelingen lassen in allem Fragment, in aller Bruchstückhaftigkeit, in allem Scheitern.

In Jesus Christus findet unsere Hoffnung ihren Halt. Denn an seinem Leben und Wirken lesen wir ab, wie Gott ist: barmherzig, gütig, menschenfreundlich. Das ist etwas, das ich auch für mich (und nicht nur für mich) erhoffe.

An Weihnachten feiern wir, dass diese Hoffnung Wirklichkeit geworden ist und auch jetzt noch immer wieder Wirklichkeit wird.

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