Nachdenken über die demenzfreundliche Gemeinde

In den kommenden Jahren werden die zu pflegenden Menschen in ihrer Zahl rapide ansteigen – ein guter Teil davon mit einer Demenzerkrankung. Die Pflege wird in zunehmendem Maße von Angehörigen zu leisten sein (mit Unterstützung durch ambulante Pflegedienste). Da die Angehörigen aber 1) nur begrenzt zur Verfügung stehen und 2) über kurz oder lang auch an die Grenze der Belastbarkeit gelangen, werden kommunale, pfarreiliche und auch nachbarschaftliche Hilfen unumgänglich sein. Wie können wir jetzt schon damit beginnen, aus unseren Gemeinden demenzfreundliche Gemeinden zu machen?

Darüber will ich in diesem Jahr intensiver nachdenken und mit verschiedenen Akteuren in der Seniorenarbeit ins Gespräch kommen.

Ich denke z. Zt. stark an die Integration von Demenzkranken. Bei der „aktion demenz e. V.“ hat Prof. Klie darauf hingewiesen, wie notwendig es für Demenzkranke ist, dazu zu gehören. Er sagt:

    • „Ich glaube, es ist ganz, ganz wichtig für einen Menschen, dass er für andere Bedeutung hat. Das macht einen psychisch gesund oder zumindest kränkt uns das nicht. Und das, glaube ich, ist ja im übrigen eine der ganz großen Gefahren, dass Menschen Angst haben, nicht mehr dazu zu gehören, für andere nicht mehr bedeutsam zu sein und sich deswegen möglicherweise auch darüber Gedanken zu machen, wie sie ihrem Leben ein Ende bereiten können. Die ganze Patientenverfügungsdiskussion ist ja davon geprägt, dass Menschen keine Zuversicht mehr haben, dazu zu gehören. Das gilt gerade unter der Perspektive der Demenz.“
      • (Prof. Dr. Thomas Klie, Evangelische Hochschule Freiburg)

Ich kann mir vorstellen, dass es immer wieder mal Begegnungsmöglichkeiten mit Demenzkranken gibt. Z. B. mal ein Gottesdienst für die an Demenz Erkrankten und ihre Angehörigen. Das könnte sie aus dem Ghetto der Isolation herausholen und in einer wohl über viele Jahre hinweg vertrauten Umgebung so etwas wie eine alte Heimat spürbar werden lassen.

Ich werde im Lauf der Zeit immer wieder mal meine Ideen und Gedanken auf dieser home-page veröffentlochen. Gerne lade ich Sie ein, mir Ihre Gedanken und Ideen mitzuteilen – sei es als Antwort auf diesen Artikel, sei es mündlich, telefonisch und auch schriftlich. Ich meinerseits möchte in den Gremien, in denen ich bin, meine Überlegungen diskutieren.

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