Bevölkerungsentwicklung – Eine Erhebung des Bayerischen Landesamts für Statistik

Heute berichtet der „Mühldorfer Anzeiger“ von einer Erhebung des Bayerischen Landesamtes für Statistik über das Durchschnittsalter der Landkreise. Bayernweit liegt er jetzt bei 42,5 Jahren. Diese Zahl sagt für sich allein genommen noch nicht viel aus. Bedenkt man aber, dass die Anzahl der älteren Menschen stark zunimmt, erkennt man die Dramatik, die sich darin verbirgt. Noch dazu, wenn ich lese, dass sich seit 1987 das Durchschnittsalter um 4 Jahre erhöht hat.

Konkret bedeutet das: Es gibt deutlich weniger junge Menschen. Konsequenz ist, dass allein auf Grund der Zahlen die möglichen Pflegenden zurückgehen werden. Noch nicht berücksichtigt ist dabei, dass sich die Lebensumstände stark verändert haben und verändern werden. Potenzielle Pflegende (Kinder, Schwiegerkinder) leben an ganz anderen Orten als die Pflegebedürftigen. Sie sind oft berufstätig und können die Pflege aus zeitlichen Gründen nicht leisten. Wer nicht berufstätig ist, kann (auch durch die Pflege) in finanzielle Engpässe geraten. Dazu kommt, dass die Generation der 40- bis 60-jährigen oft auch in der Doppelbelastung von Kindererziehung und Seniorenpflege stehen. Dabei spreche ich jetzt nur von der Pflege der alten Menschen und noch nicht von der Sorge um Pflegebedürftige in jüngeren Generationen (etwa körperlich Beeinträchtigte, Menschen mit geistiger Behinderung, Schlaganfallpatienten etc.).

Für die Zukunft bedeutet das keine Verbesserung – im Gegenteil. Der Trend ist kaum und wenn, dan nur schwer umkehrbar, schon gar nicht kurzfristig. Wenn ich lese, dass im Vergleich zu 1987 in Bayern 50 000 Kinder weniger leben, die sechs Jahre und jünger sind, kann ich mir vorstellen, wie es sich in dreißig oder fünfzig Jahren auswirken wird.

Was also können wir tun? Sicher ist, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Die können wir aber nicht nur dem Staat überlassen, wiewohl der eine zentrale Rolle spielt, etwa in der Ausbilundung, Anerkennung und auch in den finanziellen und arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen. Wir werden nicht umhin können, selber aktiv zu werden:

1) Wir müssen HEUTE anfangen.
2) Wir müssen mehr auf ehrenamtliche und nachbarschaftliche Unterstützung setzen.
3) Es muss eine Mischung von Ehrenamt und professionellen Helfern geben.
4) Die Ehrenamtlichen müssen wohl auch geschult und begleitet werden.
5) Wir müssen vor allem die Pflegebedürftigkeit in das Bewusstsein der Öffentlichkeit holen und so Menschen ermutigen, Hilfe zu suchen und anzunehmen.
 

Ich werde weiter das Gespräch mit verschiedenen Akteuren in der Altenhilfe suchen und Ideen sammeln. Wenn Sie eine Idee oder auch Ihre Meinung dazu beitragen möchten: Bitte kontaktieren Sie mich!!!

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