„Heute noch wirst Du mit mir im Paradies sein“ – Bericht vom Einkehrvormittag

Heute morgen haben wir uns – ausgehend vom Wort Jesu am Kreuz – Gedanken über das Paradies gemacht. Jeder hat eigene Vorstellungen geäußert, viel war dabei dei Rede von anderen Menschen, von Friede, von Glück, von Licht, von der Freiheit etc. Anschließend haben wir erfahren, dass mit dem Wort „Paradies“ ursprünglich im 11. Jhd. vor Christus ein Garten gemeint war, den der assyrische Herrscher anlegen ließ, geschützt und gepflegt. Im Mittelalter kam die Vorstellung auf, dass der Paradiesgarten von einer Flammenwand umgeben und so geschützt sei. Damit wird wohl ein Motiv aus der Bibel aufgegriffen, die sich den Erzengel Michael mit dem Flammenschwert vorstellt.

P1040798Wir haben dann einen solchen Garten nachgebaut und auf uns einwirken lassen. Dabei kam zum einen die Sehnsucht hoch nach solch einem Frieden, andererseits aber auch die Frage, ob wir in dieses Paradies gelangen werden. Hier half uns der Blick auf den Verbrecher am Kreuz, der von Jesus die Zusage erhalten hatte: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein“. Wenn schon der, der wegen seiner Schuld zum Tode verurteilt wurde, zum Paradies Zutritt erhält, dann dürfen auch wir mit unseren vermutlich kleineren Fehlern Hoffnung haben. So wird dann das Paradies zum Ort der Vergebung, der Verzeihung, der Aussöhnung. So wird Gott jedem Menschen gerecht in dem, wie er geworden ist – mit allem Scheitern, mit allem Streben, mit allem Versagen, mit allen Hoffnungen und Wünschen und Sehnsüchten.

Wo aber bleibt die Gerechtigkeit? Wird die Barmherzigkeit Gottes nicht zum Freibrief?

Wenn ich mir meiner Fehler bewusst bin, weiß ich, wie sehr ich der Barmherzigkeit bedarf. Wenn ich spüre, wie sehr Menschen zu leiden haben unter anderen/ unter mir, werde ich vielleicht opferempfindlicher und leidsensibler werden.

 

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