Das ist ein Fasten, wie ich es liebe

Heute vormittag haben wir beim Einkehrtag über die Fastenzeit nachgedacht. Die Ursprünge des Fastens liegen schon in grauer Vorzeit. Die Motive waren aber höchst unterschiedlich: zur Besänftigung der Gottheit; als Klage- oder Trauerfasten beim Tod eines Angehörigen oder Herrschers; auch, um Segen für eine Reise zu erbitten. Auch aus Solidarität mit anderen oder als Protest gegen Unterdrückung wurde gefastet – ähnlich wie heute der Hungerstreik. Jesus hat z. B. gefastet, um sich auf Gott auszurichten und sich auf sein öffentliches Wirken vorzubereiten.

Im Christentum  fastete man zur Vorbereitung auf bestimmte Festtage (Weihnachten/ Ostern) oder freitags im Gedenken an den Tod Jesu oder auch aus Solidarität mit den Armen.

Jesaja (genauer: der sog. dritte Jesja, der die Kapitel 56 – 66 verfasst hat) hat ein anderes Verständnis von Fasten. Ihm geht es nicht um die Gewichtsreduktion oder das Ablegen falscher, lebenshemmender Gewohnheiten. Ihm geht es um die Gerechtigkeit Gottes. Wenn das Fasten nicht einhergeht mit einer gerechten Lebenshaltung, brauchen sich die Menschen nicht zu wundern, wenn Gott keine Antwort gibt. Gott macht dann eine Reihe sehr konkreter Vorschläge: die Kleidung zu teilen (wir benutzen dafür die Kleidersammlung, etwa für Rumänien) – das Joch des Lebens leichter zu machen (etwa wenn man sich der Sorgen anderer öffnet) – Obdachlose zu beherbergen (bei uns sind das die Flüchtlinge aus Afrika oder dem Nahen Osten oder aus dem Balkan)P1060090. Das bezeichnet Gott als ein „Fasten, wie ich es liebe“. Wenn wir so handeln, blüht unser Leben auf, unser Licht leuchtet wie die Morgenröte und – ganz besonders: „schnell vernarben deine Wunden“, dh. diese Art des Fastens heilt auch uns selber.

Wer das alles selber nachlesen will, findet den Text im Kapitel 58 des Buches Jesaja. Vielleicht ist es eine Anregung für Sie, jeden Tag der kommenden Woche mit diesem Text zu beginnen.

 

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