Der demografische Wandel und die Notwendigkeit der Zuwanderung

Vor einigen Tagen hat das Statistische Bundesamt die neuesten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland vorgestellt. Danach sinkt die Zahl der Bevölkerung bis zum Jahr 2060 von jetzt ungefähr 80 Millionen auf dann etwa 70 Millionen Menschen. Dramatisch wird es, wenn wir uns vor Augen führen, dass unsere Gesellschaft immer älter wird und der Anteil der Jüngeren damit im Vergleich abnimmt.

„Das Altern der heute stark besetzten mittleren Jahrgänge führt zu gravierenden Verschiebungen in der Altersstruktur. Im Ausgangsjahr 2013 bestand die Bevölkerung zu 18 % aus Kindern und jungen Menschen unter 20 Jahren, zu 61 % aus 20- bis unter 65-Jährigen und zu 21 % aus 65-Jährigen und Älteren. Im Jahr 2060 wird der Anteil der unter 20-Jährigen auf 16 % und der Anteil der 20- bis 65-Jährigen auf 51 bis 52 % sinken. Bereits jeder Dritte (32 bis 33 %) wird mindestens 65 Lebensjahre durchlebt haben und es werden fast doppelt so viele 70-Jährige leben, wie Kinder geboren werden.
Die Alterung schlägt sich insbesondere in den Zahlen der Hochbetagten nieder. Im Jahr 2013 lebten 4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland, dies entsprach 5,4 % der Bevölkerung. Ihre Zahl wird kontinuierlich steigen und mit fast 10 Millionen im Jahr 2050 den bis dahin höchsten Wert erreichen. Zwischen 2050 und 2060 sinkt dann die Zahl der Hochbetagten auf rund 9 Millionen. Es ist also damit zu rechnen, dass in 50 Jahren etwa 13 % der Bevölkerung – das ist etwa jeder Achte – 80 Jahre und älter sein wird.“ (Quelle: „Bevölkerung Deutschlands bis 2060 – 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung“ des Statistischen Bundesamtes)

Schon jetzt verweisen die Sozialwissenschaftler auf die Probleme, die dann in der Alterssicherung auftreten werden. Immer weniger Junge haben immer mehr Alte zu versorgen. Dies ist keine Entwicklung in ferner Zukunft, die deutlichste Steigerung des Altenqoutienten werden wir schon in den 2030er Jahren erleben. Dies führt zum einen zu höheren Sozialabgaben, zum anderen zu einem geringeren Rentenniveau. Auch wenn das Renteneintrittsalter (auch auf Grund unserer besseren Konstitution und Leistungsfähigkeit)  angehoben wird, lässt sich die Grundproblematik damit nicht lösen.

Eine mögliche Lösung bestünde in einer größeren Zahl von Zuwanderern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wird sich deren Zahl bei zurückhaltender Prognose auf etwa 100 000 Personen einpendeln, bei günstiger Prognose bei 200 000. Dabei ist vor allem an außereuropäische Zuwanderung zu denken, denn die innereuropäischen Wanderungsbewegungen sind eher gering. Menschen aus diesen Ländern werden bei Erholung der Konjunktur in ihren Heimatländern auch eher wieder dorthin zurückkehren. Allerdings gibt es derzeit noch kein Einwanderungsgesetz, dass es fremden Menschen ermöglicht, in Deutschland sesshaft zu werden. Ich meine, dass es außer einer geregelten Einwanderung auch dringend angezeigt wäre, die fachlichen, sozialen und kulturellen Kompetenzen der Asylbewerber für unsere Gesellschaft nutzbar zu machen (unabhängig von einem finanziellen Nutzen für unsere Rentensicherung).

Unter dem Strich scheint mir, als könnte Deutschland von den Zuwanderern nur profitieren. Allerdings müssten wir dazu in der Gesellschaft, in ihrem Denken, Reden und Handeln eindeutige Zeichen einer „Willkommenskultur (um dieses vielstrapazierte Wort zu gebrauchen) setzen.

Wer die Prognose selber lesen will, findet sie unter folgendem Link: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2015/bevoelkerung/Pressebroschuere_Bevoelk2060.pdf?__blob=publicationFile

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