Gedanken zu Allerheiligen und Allerseelen

Der Totenmonat November hat eine ganze Reihe großer Heiliger im Namenstagskalender. Er beginnt aber mit zwei Festen für die vielen kleinen und unbekannten Heiligen – den Heiligen des Alltags. Diese Heiligen des Alltags machen deutlich, dass auch die „armen Seelen“ auf die Erlösung durch die Barmherzigkeit Gottes hoffen dürfen. Und wer von uns wäre – streng betrachtet – nicht eine „arme Seele“ und somit bedürftig der vergebenden Güte Gottes? So machen die beiden Feste am Eingang des Monats Mut, in unserem Leben heiter und gelassen unser Bestes zu geben, gnädig zu sein mit dem eigenen Scheitern und Versagen und voll Vertrauen auf Gott hin zu leben.

Woran aber orientieren sich Menschen in der Gestaltung dieses Lebens? Was verleiht diesem Leben Sinn und Bedeutung? Wozu lohnt es sich, zu leben? In meinen Gesprächen über diese Themen (die oft in der Fachklinik Annabrunn stattfinden) tauchen als Antwort immer wieder Beziehungen auf: familiäre, freundschaftliche, kollegiale… Oder Aufgaben: mich um andere zu kümmern, Verantwortung zu übernehmen für mich und andere… Oder Werte: Zuverlässigkeit, Treue, Hilfsberereitschaft, Ehrlichkeit …

Ich denke, wenn wir diese Antworten an das Leben der großen Heiligen anlegen, werden wir Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen entdecken. Sicher kommt bei ihnen noch ein ausgesprochener Gottesbezug dazu, sodass wir in ihrem Leben etwas von der Art Gottes zu entdecken vermögen. Das wird bei den „Heiligen des Alltags“ verborgener sein – und dennoch vorhanden (selbst wenn sie das in Bescheidenheit nicht so hoch hängen und anders formulieren würden). Vielleicht ist es mal reizvoll, sich auf Entdeckertour zu begeben nach dem Heiligen bei meinem Partner, meinen Kindern, in meiner Nachbarschaft, in unserer Gesellschaft? Der November wird uns wohl die ein oder andere große oder kleine Gelegenheit dazu bieten.

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