Zur Überschuldung älterer Menschen in Deutschland

Die „Creditreform“ hat ihren Schuldneratlas 2015 veröffentlicht. Danach sind 6,7 Mio. Bundesbürger verschuldet, das entspricht 9,92%. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 44.000 Menschen mehr. Die Anzahl der Menschen mit hoher Schuldenlast hat um 57.000 zugenommen, die mit geringen Schulden um 13.000 abgenommen. 3,95 Mio haben dauerhafte Schulden.

Bayern weist zwar den geringsten Anteil von Verschuldeten auf (mit 7,1 %), verzeichnet jedoch mit 18.000 Neuverschuldeten den höchsten Zuwachs unter den Bundesländern.

Bei den älteren Menschen ist die Verschuldung relativ gering: 5,3 % der 60-69-Jährigen. Die Creditreform schreibt unter der Überschrift: „Überschuldung im Alter führt zur Armut“: „Die Schuldnerzahl und Schuldnerquote in der ältesten Schuldnergruppe ist in diesem Jahr weiter angestiegen. Die Schuldnerquote beträgt hier rund 1,16 Prozent, wobei der Anstieg stärker auf eine Zunahme der Fälle mit geringer Überschuldungsintensität („nachhaltige Zahlungsstörungen“) zurückzuführen ist. Derzeit müssen rund 150.000 Menschen in Deutschland ab 70 Jahren als überschuldet eingestuft werden (+ 16.000 Fälle). Wie rapide aber die Überschuldung im Alter zunimmt, zeigt der Zuwachs alleine in den letzten beiden Jahren. Bei den über 70-Jährigen beträgt er 35,4 Prozent, bei den 60- bis 69-Jährigen 12,4 Prozent.“

Mit dieser Entwicklung lässt sich absehen, dass sich die Altersarmut weiter ausbreitet. Risikogruppen sind dabei vor allem die Frauen und die Alleinerziehenden mit ihrem geringeren Einkommen und den daraus resultierenden geringeren Renten. So wird gesellschaftliche Teilhabe und die Erfahrung der Dazugehörigkeit immer schwieriger.

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