Segenswünsche für das neue Jahr

Zum Jahreswechsel höre ich in diesen Tagen oft den Satz: „Guten Rutsch!“. Unbedarft könnte man fragen, warum ich denn rutschen soll. Bei einer Rutsche gehts ja eigentlich immer abwärts – ist das der (geheime) Wunsch, dass es mit mir abwärts gehen soll? Wenn man etwa auf einer Bananenschale oder bei Glätte ausrutscht, landet man auf der Nase: auch nicht viel besser. Oder soll alles glatt gehen ohne die Beschwernis der Fortbewegung?

Natürlich weiß ich, dass der „gute Rutsch“ eine Verbalhornung des Jiddischen „rosh“ ist – genauer: rosh hashanah, was „Haupt des Jahres“ bedeutet, also: Jahresanfang. Wir wünschen uns also einen guten Jahresanfang.

Es gibt aber auch inhaltsschwerere Wünsche: ein gesegnetes Jahr 2016 etwa. Das umschließt, dass es in diesem Jahr auch mal schwere Zeiten geben wird, sie dennoch und gerade deswegen vom Segen Gottes geprägt sein sollen. Dass sie gut ausgehen sollen im Sinne, dass es am Ende ein Mehr an Leben gibt. So hat es ja auch Hermann Hesse in seinem berühmten „Stufen“-Gedicht ausgedrückt (freilich ohne Gott, aber mit: „Weltgeist“).

Im Buch Genesis heißt es: „Du wirst ein Segen sein.“ Das ist die Zusage Gottes an Abraham. Es ist auch mein Wunsch an Sie, dass Sie im kommenden Jahr vielen Menschen zum Segen werden können. Es ist mein Wunsch an Sie, dass Sie im kommenden Jahr viele Segensmenschen um sich haben und so ein gesegnetes Jahr 2016 erleben werden.

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