Impulse zur Fastenzeit 2018/ 5

Für die diesjährigen Impulse zur Fastenzeit nehme ich einen Text zur Grundlage, der beim Propheten Jesaja im Kapitel 58, 6-8 steht:

Ist nicht das ein Fasten, wie ich es mir wünsche: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, Unterdrückte freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen? Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen; obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen; wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen? Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Heilung wird schnell gedeihen.

Dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen: Manchmal sind familiäre Verhältnisse belastet. Manchmal hat es Verletzungen gegeben – teils unbeabsichtigt, teils auch mit Notwendigkeit, wenn das Bisherige die Lebensmöglichkeiten einschränkt. Dann wird diese Forderung zur Herausforderung.

Herausfordernd ist auch, wenn ein Familienmitglied auf die Hilfe anderer angewiesen ist – etwa durch eine massive und dauerhafte Erkrankung. Ich denke da z. B. an eine Pflege oder an eine Demenzerkrankung. Viele Angehörige erfüllen da die Forderung des Jesaja bis über die Grenzen der eigenen Kraft. Sie verzichten dabei auf eigenes Leben, auf eigene Lebensqualität, auf eigene Bedürfnisse und Wünsche. Das ist dann ein echtes Fasten, ein tiefgreifendes Fasten, das nichts mehr mit dem Wunsch nach Gewichtsreduktion zu tun hat oder nach spiritueller Neuausrichtung auf das Wesentliche im Leben. Das ist Lebenseinschränkung zu Gunsten eines anderen, der darauf angewiesen ist. Nichts mit „sich der Verwandtschaft entziehen“ hat zu tun, wenn man sich in dieser Situation Hilfe holt, sei es durch andere Familienmitglieder, sei es durch einen Pflegedienst etc. (Hinweise gibts auf meiner Seite „Hilfenetzwerk“). Im Gegenteil: die Unterstützung durch andere trägt dazu bei, selbst länger und auch gelassener und kräftiger die eigene Hilfe leisten zu können.

Also: an dieser Stelle mal meine große Hochachtung für alle, die diese Pflege leisten und auch für die, die es schaffen, sich dabei unterstützen zu lassen.

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