Monthly Archives: Dezember 2018

Der Armutsbericht 2018

Gestern wurde der Armutsbericht 2018 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes veröffentlicht. Da bin ich ziemlich erschrocken (obwohl ich mich als einigermaßen informiert betrachte). Darum zunächst mal die Zahlen, wie sie der Paritätische Wohlfahrtsverband veröffentlicht hat:

13, 7 Millionen müssen aktuell zu den Armen gezählt werden. Darin sind allerdings nur diejenigen Personen gezählt, die über einen eigenen Haushalt verfügen (und das hatte ich bisher nicht gewusst)

Dazu kommen noch 800.000 – 1 Million Obdachlose.

Etwa die Hälfte der 800.000 Bewohner in Pflegeheimen ist auf Sozialhilfe angewiesen und auch die etwa 200.000 Menschen mit Behinderungen in Wohnheimen beziehen in aller Regel Sozialhilfe.

Bei den Bevölkerungsgruppen sind es vor allem Arbeitslose (63%) und Alleinerziehende (40%), aber auch 30% der kinderreichen Familien, ebenfalls 30% der Menschen mit geringem Bildungsabschluss und 28 % der Migranten/ Migrantinnen

Wenn wir die Gruppe der Armen anschauen, sind es überwiegend in Deutschland Geborene (nämlich 3/4) und Menschen mit zumeist mittlerem oder höherem Qualifikationsniveau. Fast 3/4 sind erwerbsfähig, in Ausbildung oder in Rente. Von den Erwerbstätigen sind 27% Minijobber, 69% sind mehr als geringfügig beschäftigt, 41% sogar voll erwerbstätig.

Wie wirkt sich das auf das konkrete Leben der Menschen aus? Natürlich gibt es echte materialle und soziale Entbehrungen. Es fehlt Geld für Reparaturen, es fehlt Geld für die gesellschaftliche Teilhabe. Das Leben gestaltet sich deutlich sorgenvoller, sei es bzgl. der aktuellen materiellen Grundlagen, sei es bzgl. der Altersvorsorge oder der Gesundheit. Auch ein Zusammenhang mit Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit wird beschrieben.

Meine Meinung dazu:

Natürlich müssen wir gesamtgesellschaftlich und strukturell die Rahmenbedingungen verbessern. Da geht die Schere zwischen arm und reich doch sehr und immer mehr auseinander. Aber das überfordert den Einzelnen wahrscheinlich. Im Kleinen könnte es vielleicht gelingen, die Augen mehr aufzumachen und Möglichkeiten für die Teilhabe an gesellschaftlichem Leben schaffen. So könnten z.B. auch die Obdachlosen zu den Seniorenehrungen eingeladen werden, auch wenn sie keine Postadresse für eine Einladung haben. Oder man könnte Fahrmöglichkeiten anbieten für die, die sonst mangels Auto/ Bus nicht kommen können. Oder auf Hilfsangebote hinweisen, etwa den Verein „Lichtblick für Menschen in Not“ oder den Verein „Lichtblick Seniorenhilfe“ (siehe meine Hilfenetzwerkliste). Oder ….

Noch ein adventlicher Gedanke: das Lukasevangelium beschreibt Jesus als Gottessohn, der in armen Verhältnissen zur Welt kommt und sich mit den Außenseitern solidarisiert. Wir können also auch an Weihnachten für die Armen beten – in Wort und Tat.

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Bericht vom besinnlichen Vormittag „Zwischen Herbergssuche und Flucht“

Am vergangenen Freitag haben sich ca. 15 Frauen und Männer zu einem besinnlichen Vormittag im Kloster Zangberg getroffen. „Zwischen Herbergssuche und Flucht: die Geburt Jesu“ war unser Thema.

Zunächst haben wir uns die räumlichen Distanzen angeschaut: ca. 170 km von Nazareth nach Bethlehem, mindestens 200 km von Bethlehem nach Ägypten, ca. 300 km von Ägypten nach Nazareth (wenn man den östlichsten Punkt nimmt). Das alles zu Fuß mit einem ungeborenen/ dann neugeborenen Kind – bergauf, bergab, auf Feldwegen, z. T. allein, z. T. in Gesellschaft. Auch die Gefühle bei diesen Reisen waren sehr unterschiedlich: von Freude und Hoffnung bis Angst und Unsicherheit.

Natürlich geht es bei den Erzählungen im Lukasevangelium und im Matthäusevangelium nicht um historische Berichte. Es war ja keiner dabei. Es geht in den Hl. Schriften nie um geschichtliche Fakten, sondern um die Theologie, um die Frage: wer war dieser Jesus eigentlich. So betont Matthäus den königlichen Aspekt, der sich mit David und Bethlehem verbindet und beginnt sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu. Darin spielt Josef die wichtigere Rolle als Nachkomme des David. Er bekommt von Gott durch den Engel die Handlungsanweisungen, Maria zu sich zu nehmen bzw. zu fliehen. Lukas betont, dass sich Jesus den Unbedeutenden, Schwachen, Kleinen zugehörig fühlt und siedelt die Geschichte in Nazareth an, einem unbedeutenden Dorf mit grade mal 200 Einwohnern. Hier ist Maria wichtiger.

Die äußeren Wege von Josef und Maria waren uns Anlass, die  Wege unseres eigenen Lebens anzuschauen. Manche waren nur wenige Kilometer von daheim weggezogen, andere oft und weit. Innerlich jedoch waren bei jeder/m die Wege groß von der Kindheit über die Jugend mit den Lebensträumen, manche Krisen und Schwierigkeiten im Erwachsenenalter bis hin zu Neuaufbrüchen im Alter. Da mussten wir oft Pfad-sucher und Pfad-finder sein mit aller Unsicherheit, mit Ängsten und Zweifeln und auch dem Vertrauen, dass es einen Weg gibt.

Schließlich haben wir noch darüber nachgedacht, wie diese vielen Bewegungen rund um die Geburt das Leben Jesu geprägt haben könnten. Er war ja viel unterwegs (äußerlich), aber auch innerlich, in seinen Botchaften, gab es Wege. Die Reise nach Bethlehem hat ihn in Kontakt gebracht mit seiner Herkunft aus einer königlichen Familie, mit seiner königlichen Prägung. Die Flucht nach Ägypten hat ihn an die Wurzeln seines Volkes und seines Glaubens geführt, zum Rettergott, zum Befreiergott aus dem Sklavenhaus.

Was sind denn unsere je eigenen Wurzeln – familiär, als Volk, im Glauben? Diese Fragen haben wir mit nach Hause genommen zum Nachdenken über die Herkunft und als Wegweiser und Bestärkung für die Zukunft.

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Gedanken zum 3. Advent 2018

Für die diesjährige Adventszeit orientiere ich mich an den alttestamentlichen Lesungen im Lesejahr C der katholischen Kirche und mache mir Gedanken zu einem Themawort dieser Schriftstellen.

Am 3. Adventssonntag hören wir die Lesung aus dem Buch Zefanja. Dieses sehr kleine Buch ist über mehrere Jahrhunderte hinweg entstanden und enthält einen komprimierten Rückblick auf die Geschichte Israels. In das Zentrum meiner heutigen Betrachtung will ich eine Formulierung stellen, die in der Lesung zweimal vorkommt und so betont wird:

Gott ist in deiner Mitte

Dies ist einem Volk gesagt, das die geschichtlichen Katastrophen als Strafe Gottes deutet für die vielfältigen Verfehlungen, sei es politischer, sei es sozialer Art. „Gott ist in deiner Mitte“ geht nur deshalb, weil Gott „das Urteil gegen Israel aufgehoben hat“ und trotz aller Fehler sich nicht abwendet, sondern da bleibt.

Ich will hier nicht die Fehler der Menschen – schon gar nicht die schweren, unter denen andere für lange Zeit/ lebenslang zu leiden haben – verharmlosen. Sie sind und bleiben Unrecht, das aufgedeckt und angeprangert gehört. Nur so kann den Opfern wenigstens teilweise Gerechtigkeit (siehe 1. Adventssonntag) widerfahren.

Gleichzeitig ist aber vielen bewusst, dass das Unrecht vielfältige Gesichter hat und jeder auf die ein oder andere Weise Fehler begangen hat. Da ist es dann eine tröstliche Zusage, dass „Gott in deiner Mitte“ ist. Das kann dann der innere Motor werden, dass „Umkehr“ geschieht, dass „Rettung“ kommt und „Freude“ (das sind drei weitere Themawörter in der Lesung).

Persönlicher Impuls: Nehmen Sie sich doch mal eine Minute Zeit (abends z. B.), um diesen Satz Gott ist in deiner Mitte zu meditieren.

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Im Alter INFORM der bagso

In ihrem neuesten Newsletter weist die bagso (die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) auf ihre Angebote hin. Folgende könnten vielleicht für die Seniorenbeauftragten wertvoll sein:
Das Thema Förderung des Wohlbefindens und der Lebensqualität älterer Menschen steht in der Seniorenarbeit ganz oben auf der Tagesordnung.
Wie kann es gelingen, älteren Menschen, die oftmals körperlich oder mental eingeschränkt sind und Einsamkeit erleben, durch abgestimmte Versorgungs- und Betreuungsstrukturen sinnvolle Angebote zu ermöglichen?
Die BAGSO unterstützt im Rahmen des Projektes Im Alter INFORM – ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung und aktive Teilhabe Verantwortliche in der Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft bei der Verbesserung von Angeboten für ältere Menschen mit:

der Unterstützung von Verantwortlichen in der kommunalen Seniorenarbeit durch kostenlose Beratung, Information und Qualifizierung

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Zwischen Herbergsuche und Flucht: die Geburt Jesu

Rund um die Geburt Jesu gibt es unglaublich viel Bewegung: Maria wandert zu Elisabeth und zurück – kurz darauf nach Bethlehem (nach Matthäus). Von Bethlehem geht es nach Ägypten und einige Jahre später wieder zurück nach Nazareth. So erzählt es Lukas.

Was hat das zu bedeuten? Welche Bedeutung haben die Orte für Jesus, für Israel? (Wie) prägen diese Reisen Jesus?

Solche und andere Fragen werden uns anregen, die Weihnachtsgeschichten anders zu hören – auf dem Hintergrund eigener Erfahrungen, auf dem Hintergrund heutiger Erfahrungen. So lade ich ein zu einem besinnlichen Vormittag

am Freitag, den 7. Dezember 2018 von 9 – 11 Uhr im Kloster Zangberg.

Eine Anmeldung zu diesem kostenfreien Vormittag ist nicht nötig.

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