5. Impuls zur Fastenzeit 2019

Lebenssinn

Menschen suchen nach Sinn und Bedeutung für ihr Leben. Manche finden ihn in der Familie, andere in der Arbeit, wieder andere in einem Hobby oder einem ehrenamtlichen Engagement.

Sie haben das Gefühl: „Dafür lohnt es sich, zu leben. Das verdient meinen ganzen/ einen hohen Einsatz.“

Es geschieht jedoch, dass durch irgendein Ereignis dieser Lebenssinn in Frage gestellt wird. Manchmal sogar komplett zerstört wird. Das kann eine Krankheit sein oder ein Unfall; das kann eine Enttäuschung sein oder ein Verlust; das kann dadurch sein, dass bisherige Strategien nicht mehr funktionieren. Das wirft manchmal viele Werte durcheinander. Bisher Unwichtiges wird wichtig und umgekehrt. Schwerpunkte müssen neu gesetzt werden, Vertrautes muss aufgegeben werden, das Neue liegt erstmal nur als weißer Fleck in der Lebenslandkarte vor. Ein mühevoller Prozess kommt in Gang.

In der Bibel entdecke ich immer wieder ähnliche Lebensphasen von Lebenskrisen, von Veränderungen, von Neuausrichtungen. Mir fallen Moses ein und die Propheten, mir fällt das Volk Israel in der Verbannung ein, ich denke an die Jünger von Jesus. Gerade die letzte Personengruppe (Frauen und Männer) hatten sich wohl sehr daran gewöhnt, hinter und mit Jesus zu herzugehen. Nach dem Gründonnerstag müssen sie (wieder) einen eignen Weg finden. Der führt zunächst in die Vereinzelung und in den Rückzug. Wir erfahren nichts, was die Freunde Jesu von Gründonnerstag bis zum Ostertag gemacht haben und wo sie sich aufgehalten haben. Erst vom Ostertag erfahren wir, dass sie zusammen waren, eingeschlossen in einem Raum. Dieser Zusammenschluss ist dann auch der erste Schritt heraus aus der karfreitäglichen Sinnkrise. Es dauert aber immer noch, bis sie einen positiven Lebenssinn entdecken. Das geschieht erst an Pfingsten.

Darin spiegelt sich m.E. wider, was auch Menschen heutiger Tage erleben: die Isolation, aus der ein vertrauter Kontakt heraushilft und dass es dauert, bis eine neue Lebensperspektive gefunden ist. Wir dürfen also Geduld haben und Vertrauen, dass auch wir aus einer Lebenskirse wieder ins Leben mit Sinn und Bedeutung finden.

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