Monthly Archives: Oktober 2019

Neue Vorstellungen vom Leben im Alter

Gestern Abend gab es auf 3sat einen Themenabend über Alter, Krankheit und Tod. Aufhänger war ein Bericht über den Wunsch bzw. das Bestreben mancher Senioren, das Leben so lang es geht zu verlängern. Dazu zählt dann eine gesunde Ernährung, Sport, vielfältige Interessen etc. Problematischer – weil noch ohne ausreichende Erfahrungen – ist es, die eigenen Stammzellen schon in jungen Jahren einzufrieren und dann im Alter eine Verjüngungskur zu machen. Hier bekommt für mich der Wunsch nach „Unsterblichkeit“ eine bedenkliche Note.

Sehr interessant war dann die Gesprächsrunde im Anschluss. Betont wurde dabei, dass wir alle bestimmte Vorstellungen vom Leben im Alter haben. Viele sind vom Defizit geprägt: Krankheiten oder Einschränkungen in medizinischer, sozialer, finanzieller Hinsicht… Andererseits können wir auf die Fähigkeiten und Potenziale schauen, die Lebenserfahrungen, das Zeitkontingent, welches zur Verfügung steht, bei vielen auch die finanzielle Kraft oder auch auf den Wunsch von Senioren, Neues zu lernen. Es gibt wohl Untersuchungen, nach denen Menschen mit einer lebensbejahenderen Einstellung im Durchschnitt bis zu sieben Jahre länger und vor allem auch gesünder lebten. Die Entwicklung in den industrialisierten Ländern führt zu einem immer höheren Lebensalter. Das verlangt von den Senioren, nicht mehr nur die nächsten 5 – 10 Jahre zu gestalten, sondern 20 – 30 Jahre und mehr. Hier gehe es um eine experimentellere Lebensführung mit größerer Flexibilität im Sinne der Selbstverwirklichung, betonte ein Diskussionsteilnehmer. Die Zeit der Muße – unabhängig von einer Berufstätigkeit – könne und müsse kultiviert werden. Das könne geschehen in einem lebenslangen Lernen, in einem Ausprobieren von neuen Rollen (etwa als Urgroßeltern), in einem ehrenamtlichen Engagement, im Entwickeln neuer Hobbies, im Schließen neuer Bekanntschaften und Freundschaften etc.

Wer diese Sendung unter dem Titel: „scobel: Abschaffung des Todes – Kampf gegen das Alter“ nachsehen möchte, findet sie in der Mediathek von 3sat unter folgendem Link: https://www.3sat.de/wissen/scobel

Übrigens: bei unseren Besuchsdiensten stoßen wir immer wieder auf die Motivation, dem eigenen Leben eine bislang unbekannte Erfahrung hinzufügen zu wollen: nicht mehr am Schreibtisch, nicht mehr mit Zahlen und Bilanzen, sondern mit Menschen und Gefühlen zu tun haben zu wollen.

 

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Die Ernte der Lebensschätze

Gestern vormittag habe ich einen besinnlichen Vormittag in Niederbergkirchen angeboten unter dem Titel „Die Ernte der Lebensschätze“. Dagmar Thienel vom „Haus der Familie“ hatte uns wieder eine wunderbare Mitte gestaltet mit verschiedenen Früchten, Zapfen und sogar einem Vogelnest. Schon das allein hatte uns zum Nachdenken und zum Erinnern angeregt.

Ich selber hatte dann eine Schatzkiste dabei – zunächst verschlossen. Die Frauen und Männer vermuteten, dass etwas Wertvolles und Kostbares darin sei. Eine hatte dann auch den Mut, hineinzuschauen. Dabei die Überraschung und wohl auch ein bisschen Enttäuschung: die Schatzkiste war leer. Wir haben das verglichen mit dem Anfang des Lebens, wie es der Prophet Ezechiel im 16. Kapitel beschreibt: ein kleines Baby, nackt, bloß, hingeworfen und ausgesetzt in der Wüste. Nichts zu sehen und zu spüren von einem „Lebensschatz“.

Auf diesem Hintergrund wurde uns bewusst, was wir als Schatz mitbekommen haben: ein Willkommen, ein Gewünschtsein, ein Versorgtwerden mit Essen, Trinken, Sauberkeit. Später kamen dann Kindergarten (oder auch der Aufenthalt im Luftschutzkeller als negatives Beispiel) dazu – und die Schule. Darin verwirklichte sich für unser jetziges Leben, was im Buch Ezechiel Gott zu diesem kleinen Mädchen sagt: „Bleib am Leben!“ Gott versorgt dann dieses kleine Kind und kümmert sich darum, dass es groß wird und „strahlend schön“. zu

Es gibt im Leben aber auch die Erfahrung, dass man Schweres wie ein Stein aufgeladen bekommt: eine Krankheit, ein Unfall, ein Konflikt. Für andere Erfahrungen war eine Scherbe das passende Symbol: ein Verlust, eine Krise mit dem Zerbrechen von Lebensvorstellungen, das Zerbrechen von Beziehungen …

Einer der Teilnehmer hat uns darauf hingewiesen, dass es bestimmt auch Kostbares, Wertvolles, Schätze im Leben gibt, die wir noch gar nicht wahrgenommen haben. So haben wir unseren Blick auf die Kostbarkeiten des je eigenen Lebens gerichtet und dadurch den Horizont der anderen erweitert.

Wir haben dabei in die immer noch leere Schatzkiste die Schätze des eigenen Lebens hineingelegt: Herzen für gelungene Beziehungen (etwa in der Familie), eine Kerze für manchen Lichtblick in schwerer Stunde, auch Scherben und Steine. Das waren zwar schwere Erfahrungen, aber doch auch hilfreich zur neuen Ausrichtung, zum Überdenken von Werten, für die Erfahrung von Solidarität und Unterstützung. Auch der Glaube ist für die Teilnehmenden ein Schatz gewesen: der Glaube an einen liebenden Gott, der die Menschen begleitet mit seinem Segen. Und so ein Segen stand dann auch am Ende dieses intensiven und teilweise sehr persönlichen Vormittags.

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Mit Gott im Park (eine Geschichte)

Neulich habe ich die Geschichte eines unbekannten Autors bekommen, die den Blick öffnen kann für das unerwartet Göttliche im Leben, das sich in ungewohnter Form ereignen kann:

Es war einmal ein kleiner Junge, der Gott besuchen wollte. In seinen Rucksack packte er ein paar Schokoriegel und Cola-Dosen für unterwegs. Dann ging er die Straße hinunter und kam in einen kleinen Park.

Dort sah er eine alte Frau, die auf einer Parkbank saß und den Tauben zusah. Der Junge setzte sich neben sie und öffnete seinen Rucksack. Er wollte bloß eine Cola trinken, als er bemerkte, dass die Frau neben ihm hungrig aussah. Also bot er ihr einen Schokoriegel an. Die Frau nahm dankbar an und schenkte dem Jungen ein Lächeln. Dieses Lächeln war so überwältigend schön, dass der Junge es gerne noch einmal sehen wollte. Also bot er der Frau eine Cola an. Wieder nahm sie an und lächelte. Der Junge war glücklich.

So verbrachten sie den ganzen Nachmittag. Sie aßen, tranken, lächelten, sprachen aber kein Wort miteinander. Als die Dämmerung hereinbrach, spürte der Junge, dass er müde geworden war. Er umarmte die Frau zum Abschied und ging nach Hause.

„Was hat Dich heute so glücklich gemacht?“, fragte seine Mutter. „Du strahlst ja über das ganze Gesicht!“ „Ich habe mit Gott im Park Cola getrunken“, sagte der Junge. „Und weißt du was? Sie hat das schönste Lächeln, das ich je gesehen habe!“

Zur selben Zeit war auch die alte Frau nach Hause gekommen. Ihr Sohn bemerkte ihren glücklichen Gesichtsausdruck und fragte: „Was hast Du denn heute gemacht, dass Du so fröhlich bist?“ Sie sagte: „Ich habe im Park mit Gott Schokoriegel gegessen. Er ist viel jünger, als ich erwartet hätte.“

 

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Grandparents for future

Die bagso hat in einer Pressemitteilung darüber informiert und dazu aufgerufen, dass sich auch die ältere Generation für den Klimaschutz einsetzt. Die bagso schreibt dazu unter dem Titel: „Internationaler Tag der älteren Menschen“:

Immer mehr ältere Menschen beteiligen sich an Aktionen zur Verhinderung der Klimaerwärmung und setzen sich dafür ein, dass auch die nachfolgenden Generationen gute Lebensbedingungen haben werden. Sie nehmen an Demonstrationen der Fridays-for-future-Bewegung teil und gründen eigene Initiativen wie die „Grandparents for Future“. Andere beteiligen sich an Projekten wie Repair-Cafés oder geben mit ihrem ressourcensparenden Lebensstil ein Beispiel für Wege zu mehr Nachhaltigkeit. Die BAGSO unterstützt die neue soziale Bewegung und bestärkt die älteren Generationen in ihrem Engagement für eine lebenswerte Zukunft. „Die Welt steht an einem wichtigen Scheidepunkt“, sagt der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen. „Wir Menschen haben einen großen Einfluss darauf, was mit dem Planeten geschieht.“
Als Interessenvertretung der älteren Generationen setzt sich die BAGSO für die Umsetzung der 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung ein, die 2015 von den Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030 verabschiedet wurden. Neben dem Schutz der Ökosysteme sind nachhaltiger Konsum und die Bekämpfung von Hunger und Armut zentrale Bestandteile der globalen Nachhaltigkeitsziele, die in den nächsten elf Jahren erreicht werden sollen. Die BAGSO arbeitet international an einer Umsetzung der Agenda 2030 mit und setzt sich dafür ein, dass die Interessen und Bedürfnisse älterer Menschen dabei berücksichtigt werden.

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