Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre? Zu einem Vorschlag der Bundesbank

Vor ein paar Tagen hat eine Meldung Aufsehen erregt. Die Bundesbank hatte empfohlen, das Rentenalter auf 70 Jahre anzuheben. Seither wird das heftig und kontrovers debattiert.

Als Begründung führt die Bundesbank den demografischen Wandel und die steigende Lebenserwartung an. Beides sind unstrittige Fakten. Die Senioren werden immer mehr (und umgekehrt nimmt die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ab). Das führt dazu, dass imemr weniger menschen für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Das führt zu einer enormen Belastung dieser Generation.

Gleichzeitig sehen wir, dass die Senioren im Schnitt durchaus fitter sind als frühere Generationen, dass sie also ihren „Ruhestand“ viel ausgiebiger gestalten und genießen können. Sicher gibt es Berufe, deren körperliche Anstrengung so groß ist, dass man nicht länger arbeiten kann und den Tag der Rente herbeisehnt. Andererseits gibt es Menschen und Berufe, die eine noch längere Arbeitszeit verkraften können. Manche wollen das ja auch – und umgekehrt sind Betriebe auch darauf aus, die Erfahrung und die Kompetenzen des älteren Mitarbeiters weiterhin nutzen zu wollen.

So wird uns gesamtgesellschaftlich gar nichts anderes übrig bleiben, als das Renteneintrittsalter heraufzusetzen. Bedenkenswert finde ich dabei den Vorschlag der Bundesbank, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Waren es früher noch etwa 14 Jahre, die jemand nach dem Renteneintritt lebte (und damit Rente bezog), sind es mittlerweile gut 19 Jahre.

Allerdings wäre es vielleicht auch möglich, die konkreten Arbeitsbedingungen seniorentauglicher auszurichten: Mehr Pausen, evtl. vermehrt Homeworking, Teilzeitarbeit etc.

Ich glaube, da wäre noch mehr Kreativität erforderlich, um uns aus den bisherigen und sehr starren Strukturen zu lösen.

Den Bericht der Bundesbank finden Sie unter folgendem Link: https://www.bundesbank.de/resource/blob/811952/3683f523452442381e2121a78aa3cec6/mL/2019-10-rentenversicherung-data.pdf

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