Gebet am Sonntag Abend

Gestern Abend waren die Menschen aufgerufen, um 21 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen und für die Menschen zu beten, die von der Coronakrankheit direkt oder indirekt betroffen sind. Die Kirchenglocken sollten auch läuten, aber die habe ich vermisst. Vermutlich lag das daran, dass die Meldung am Wochenende kam, wo die Pfarrbüros geschlossen sind.

Aber vielleicht hat gerade auch die Stille dazu beigetragen, sich gedanklich mit vielen Menschen zu verbinden. Mir selber sind da nicht nur die Corona-Erkrankten durch den Kopf/ das Herz gegangen, sondern auch ihre Angehörigen und diejenigen, die die Kranken pflegen und behandeln.

Dann ist mir aufgefallen, das die Coronaerkrankungen den Blick verstellen für so viele andere Notsituationen, die es bei uns und weltweit gibt. Wie ist das mit den Obdachlosen bei uns? Wie mit denen, die unter häuslicher Gewalt leiden? Was machen Kinder, die es schon in der Schule schwer haben und jetzt zu Hause lernen müssen, manche auch ohne technisches Equipment? Wie geht jetzt die Betreuung und Begleitung derer, die eine Demenzerkrankung haben? Wo finden die, die wenig Kontakte haben, die Möglichkeiten zum Ratschen? Und so weiter und so weiter. Da hat sicher jede*r meiner Leser*innen eigene Personengruppen vor Augen.

Die konkreten Hilfsmöglichkeiten sind sicher sehr eingeschränkt. Gerade darum aber war es für mich wichtig, das zu tun, was wir immer tun können, auch in der größten Rat- und Hilflosigkeit: beten.

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