„Fürchtet euch nicht!“

Dieses Wort „Fürchtet euch nicht!“ steht in der Bibel über 100 Mal. Damit ist es zu einem der großen Zentralworte geworden. Es ist häufig in Situationen von möglicher Bedrängnis und Bedrohung gesagt. Vor allem Jesus ruft seine Freundinnen und Freunde immer wieder zur Furchtlosigkeit auf. Fürchtet euch nicht vor den Menschen, fürchtet euch nicht vor ihren Reaktionen, fürchtet euch nicht vor Schwierigkeiten, fürchtet euch nicht vor einem Scheitern!

Fürchtet euch nicht! – das ist ein Wort auch für unsere (Corona-) Zeit. Es bedeutet nicht, sorglos zu sein. Es bedeutet nicht, alle Vorsichtsmaßnahmen zu vernachlässigen. Es bedeutet nicht, so zu tun als wenn nichts wäre.

Fürchtet euch nicht! Das meint: schaut euch die Situation genau an. Furcht ist ja ein eher gerichtetes Gefühl, man fürchtet sich vor etwas Bestimmtem (im Gegensatz zur ungerichteten Angst). Wir sollen also die mögliche Bedrohung in den Blick nehmen, analysieren. Daraus können dann Handlungsoptionen entstehen. Man kann eigene Ressourcen entdecken. Man kann sich Unterstützer suchen. Man kann Alternativen überlegen.

Fürchtet euch nicht! Auf welcher Grundlage könte das geschehen? Viele Senior*innen erzählen von ihrem Leben und was sie schon alles über-lebt haben. Sie strahlen eine gewisse Gelassenheit und Furchtlosigkeit aus. Auch wenn sie natürlich so weit wie möglich daheim bleiben. Aber das ist ja kein Widerspruch. Es ist ihnen ein Vertrauen zugewachsen, dass alles irgendwie gut ausgehen wird. Andere berichten von ihrem Glauben, der sie zuversichtlicher macht. Bei Gott ist alles – auch das Schwere und die Krise – gut aufgehoben. Wieder andere verweisen auf menschliche Unterstützer, auf die sie sich verlassen konnten und können: die Familie, Freunde, Nachbarn …

Das biblisch-jesuanisch-christliche „Fürchtet euch nicht!“ gerät so auch zum trotzenden Widerspruch gegen die Gegengeister in dieser Welt, die Ängste schüren und Sorglosigkeit verbreiten um des eigenen Vorteils willen.

Fürchtet Euch nicht! Nicht nur eine Aufforderung, sondern auch ein Hinweis, dass wir vertrauen können, dass wir Mut haben dürfen, dass wir Zuversicht haben dürfen. Und das kann natürlich auch ausstrahlen in unsere Welt.

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