Monthly Archives: Januar 2021

Die verstärkte Einsamkeit

Die Einsamkeit der Menschen ist immer schon ein Thema gewesen. Verstärkt wurde sie durch die Corona-Pandemie. Darüber gab es auch schon Untersuchungen – siehe mein Beitrag vom 9. Juni 2020.

Seitdem ist es nicht besser geworden. In meiner Arbeit erfahre ich immer wieder, wie groß das Redebedürfnis von Menschen ist. Erst heute habe ich mit jemand gesprochen, der als Pflegebedürftiger alleine zu Hause lebt, nur mit einer osteuropäischen Pflegerin. Das Verhältnis ist so gut, wie es eben sein kann. Die Verständigung ist sprachlich in Ordnung, solange es um Alltagsdinge und die Pflege geht. Aber für die Herzensdinge, den Glauben, das eigene Leben und die Biografie reicht es nicht. Ganz zu schweigen von den emotionalen Bedürfnissen, das Zusammenklingen, die Resonanz. Nicht zu vergessen der freundschaftliche Körperkontakt jenseits aller Pflege. Die Kinder leben entfernt, Freunde – auch aus der Kirchengemeinde und dem Gebetskreis – trauen sich schon lange wegen einer möglichen Ansteckungsgefährdung nicht mehr ins Haus. Die Kontakte werden weiter und weiter, unverbindlicher, oberflächlicher. Gut, dass wenigstens der Ortspfarrer immer wieder kommt!

Einsamkeit bezeichnet ja – im Gegensatz zum Alleinseins – einen Mangel an Beziehungen in der gewünschten Form und Intensität. Die einen suchen dabei das Gespräch über bestimmte Themen, andere den persönlichen Austausch, wieder andere das gemeinsame Tun in der Pflege eines Hobbys. Der Mangel wird beklagt, weil er einhergeht mit dem Gefühl der Isolation, des Ausgeschlossenseins, der Bedeutungslosigkeit. Manche sprechen auch vom „sozialen Tod“, den jemand „stirbt“ lange vor dem physischen Tod.

Bei solchen Geschichten wie der obigen wird mir immer wieder deutlich, wie wichtig, ja lebensnotwendig alle Initiativen sind, die darauf abzielen, in Verbindung zu bleiben. Selbst die kleinste Geste, ein Anruf, ein Lächeln über den Gartenzaun, eine kleine Aufmerksamkeit vor der Haustür hat eminente Bedeutung. Zeigt sie doch: „Du bist nicht allein!“„Du bist nicht vergessen!“„Ich denke an Dich!“

Darum ein herzliches Dankeschön an die vielen Tausend, die so ihre Solidarität zeigen mit denen, die nicht im Vordergrund unseres gesellschaftlichen Bewusstseins stehen, die leicht zu übersehen sind (weil sie eher leise und unauffällig sind), die vielleicht von sich selbst meinen, sie seien es nicht wert und hätten es nicht verdient.

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Goldener Internetpreis 2021

Das Bundesinnenministerium veranstaltet einen Wettbewerb, mit dem ältere Menschen besser mit dem digitalen Leben zurechtkommen sollen. In der Pressemitteilung heißt es:

Goldener Internetpreis 2021: Jetzt bewerben! Wettbewerb prämiert digitales Engagement für ältere Menschen – Fokus auf Unterstützung in Corona-Pandemie Berlin/Bonn, 15. Januar 2021 –

Zum Auftakt ins neue Jahr startet der Goldene Internetpreis heute in eine neue Runde: Initiativen, Vereine und Kommunen sind aufgerufen, ihre Angebote und Projekte einzureichen, die sich besonders für die digitale Befähigung und Selbstbestimmung älterer Menschen stark machen. Ausgelobt wird der Goldene Internetpreis 2021 mit einem Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro durch ein Bündnis aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat. Wie wichtig Unterstützung und Aufklärungsarbeit für ältere Menschen in der digitalen Welt sind, haben eindrücklich die vergangenen Monate der Corona-Pandemie gezeigt. Zahlreiche Menschen und Organisationen haben sich engagiert, um die Digitalisierung insbesondere auch für ältere Menschen verständlich und zugänglich zu machen. Der Goldene Internetpreis möchte dieses Engagement nachhaltig würdigen und unterstützen.

Ausgezeichnet werden Projekte in drei Kategorien: „Digitale Teilhabe – Menschen in Zeiten von Corona unterstützen”, „Internet für alle – die Vielfalt der Zielgruppen” sowie „E-Government – die Vielfalt kommunaler Beteiligung über digitale Wege“. Darüber hinaus wird der Sonderpreis der Deutschen Telekom „Respektvoll – aktiv für einen fairen Umgang im Netz!“ vergeben. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 15. Mai 2021 möglich. Eine unabhängige Jury ermittelt die Gewinner, die auf dem 13. Deutschen Seniorentag am 24. November 2021 in Hannover ausgezeichnet werden. Alle Informationen zum Wettbewerb sowie das Anmeldeformular finden Interessierte auf http://www.goldener-internetpreis.de.

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Corona-Impfungen weltweit

Bei uns in Deutschland sind mittlerweile die Impfungen gegen Corona angelaufen. Auch wenn es bisher nur wenige Menschen sind (in Bayern noch nicht mal 1%), haben wir doch die Perspektive, dass in diesem jahr jeder, der das möchte, auch die Möglichkeit dazu hat. Anders schaut es in anderen Ländern und Kontinenten aus. Hier gibt es kaum oder gar keine Impfmöglichkeiten. Gerade in Brasilien etwa, wo „unser“ Impfstoff massenweise getestet wurde, fehlen flächendeckende Impfungen (auch wenn das andere, politische Gründe hat). Ähnlich trübe sieht es in vielen anderen, vor allem ärmeren Ländern aus, da aus wirtschaftlichen Gründen. Es ist unsere Illusion – zu glauben, dass wir auf der sicheren Seite sind, wenn es nicht weltweit Impfmöglichkeiten gibt. Vielmehr befürchte ich, dass durch die Globalisierung der Wirtschaft auch diese globale Pandemie wieder zu uns zurückkehrt (auch wenn wir meinen, wir hätten sie „besiegt“).

Die Malteser haben jetzt auf diesen Misstand hingewiesen und auch auf den Zusammenhang mit dem Hunger. Zugleich erwähnen sie eine international tätige Organisation, die genau die internationale Verteilung des Impfstoffes zu Preisen, die auch die ärmeren Staaten im Blick haben, gewährleisten will. Die Malteser schreiben in ihrer Pressemitteilung:

Während in Ländern wie Deutschland, Großbritannien und den USA bereits seit Ende Dezember mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen wurde, ist die Mehrheit der Bevölkerung im globalen Süden von einem Impfstart weit entfernt. Es fehlen vor allem die finanziellen Mittel für arme Länder. Die Zahl der Hungernden nimmt aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie weltweit stark zu.

Gemeinsam mit internationalen Hilfsorganisationen, Regierungen und Pharmaunternehmen hat die WHO mit der Organisation COVAX zwar die Grundlage dafür gelegt, Impfstoffe weltweit gerecht zu verteilen. „Das Problem ist aber, dass dieses Programm unterfinanziert ist. Die Bundesregierung und die EU haben zwar bereits Geld zur Verfügung gestellt, doch es reicht bei weitem noch nicht aus, um die Menschen in Ländern wie im Südsudan und der DR Kongo an den Impfstoffen teilhaben zu lassen. Gleichzeitig sind aber gerade diese Menschen besonders hart von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Dies liegt vor allem an den Einschränkungen und den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie“, sagt Annette Wächter-Schneider, Programmdirektorin von Malteser International.

Wer das selbst nachlesen möchte, findet das (und vieles mehr) unter folgendem Link: https://www.malteser.de/newsdetails/news/millionen-menschen-hungern-wegen-covid-19.html

Das ist in meinen Augen ja das Besondere am Corona-Virus:

  • dass es uns geradezu zwingt, nicht mehr nur an uns selber zu denken, sondern über den eigenen Gartenzaun hinweg. Das gilt sowohl innerhalb unserer Gesellschaft wie auch weltweit.
  • Dass es uns nichts nützt, wenn wir uns selbst „retten“ und nicht auch die anderen.
  • Dass wir auf die Schwächeren und Schwächsten schauen müssen, die Vulnerablen nud Verletzlichen.
  • Dass wir auf die Zusammenhänge schauen müssen und die Verflechtungen und dass wir sehen lernen, wie verbunden wir alle miteinander sind – sei es in der Nähe oder in der Ferne. So wird auch der Ferne (alttestamentlich: der Fremdling) zum Nächsten, dem unsere „Liebe“ sprich: soziale Verantwortung zu gelten hat..

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Corona-Impfungen für Senior*innen, die zu Hause leben

Gut, dass es jetzt die Impfungen gegen Corona gibt und dass die Senior*innen und die Pflegenden in den Pflegeeinrichtungen bei der Impfung an erster Stelle stehen. Damit werden besonders gefährdete Personengruppen geschützt und schwere Verläufe minimiert. Das führt auch zu einer Entlastung in den Krankenhäusern, die sich somit auch um jüngere Menschen kümmern können.

Die Deutsche Alzheimergesellschaft e. V. lenkt den Blick auf die Senior*innen (vor allem die mit einer Demenzerkrankung), die zu Hause leben und betreut werden. Das sind etwa eine Million Menschen in Deutschland. Sie sind auf die Kontakte zu den Angehörigen angewiesen und auch auf das ambulante Pflegepersonal. Damit sind sie einem erhöhten Risiko der Infektion ausgesetzt sowie einem schwereren Verlauf. In der Pressemitteilung schreibt die Alzheimergesellschaft:

Berlin, 11. Januar 2021. 75 Prozent aller Pflegebedürftigen leben zu Hause und werden dort versorgt. Dies trifft auch auf rund zwei Drittel aller Demenzerkrankten zu. Für diese Menschen, die zumeist hochaltrig sind und eigentlich zu den Ersten gehören, die sich impfen lassen können, stellt allerdings die Anmeldung für einen Termin und der Besuch eines Impfzentrums oft eine unüberwindliche Hürde dar. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz (DAlzG) fordert deshalb, dass schnellstmöglich auch eine mobile Impfung zu Hause oder durch Hausärzte möglich gemacht wird. 

Mobile Impfteams sind derzeit in den Pflegeheimen unterwegs, um dort die Impfung vor Ort zu ermöglichen. So wird der kleinere Teil pflegebedürftiger Menschen in Deutschland erreicht. Der weitaus größere Teil lebt aber in der eigenen Wohnung, bei Angehörigen, im Betreuten Wohnen oder in Demenz- und Pflege-WGs. Für diese Menschen ist der weite Weg in ein Impfzentrum und das Warten in der Schlange davor oftmals nicht zu bewältigen. Auch die Anmeldung per Internet oder über eine schwer erreichbare Hotline ist ohne Hilfe von Dritten eine große Herausforderung. Dies dürfte in vielen Fällen dazu führen, dass gerade diese Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, auf die Impfung verzichten. 

„Ältere Menschen müssen besser bei der Impfung unterstützt werden“, betont Monika Kaus, 1. Vorsitzende der DAlzG. „Wenn wir die vulnerablen Gruppen besser schützen wollen, dürfen wir keine Hürden aufbauen, sondern müssen ihnen die nötige Unterstützung zur Verfügung stellen, wenn sie sich impfen lassen möchten.“ Eine sinnvolle Lösung wäre es, wenn dieser Personengruppe möglichst rasch ein Impfangebot in Arztpraxen gemacht wird und mobile Teams Impfungen vor Ort anbieten. Ganz besonders wichtig ist dies in ländlichen Regionen, wo der Anteil der älteren Bevölkerung häufig besonders hoch ist. Mit dem neu zugelassenen Impfstoff der Firma Moderna, der nicht so große Ansprüche an die Kühlung stellt, sollte dies auch praktisch bald besser möglich sein. Gleichzeitig sollten die pflegenden Angehörigen, die oftmals selbst schon älter sind, die Möglichkeit zur Impfung erhalten – selbst wenn sie aufgrund ihres Alters noch nicht in die jeweilige Impfgruppe zählen. Denn sie sind für die Versorgung von Menschen mit Demenz unentbehrlich. Wenn sie durch eine Erkrankung an COVID-19 ausfallen, bedeutet das eine zusätzliche Herausforderung für das bereits jetzt weitgehend überlastete Pflegesystem in Deutschland.

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Computerproblem

Wegen eines Problems mit meinem PC gibt es aktuell keine neuen Beiträge. Leider kann ich auch den „kleinen Sonntagsgottesdienst“ nicht aktualisieren. Ich bitte dafür um Entschuldigung.

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