Oxfam-Bericht: Das Ungleichheits-Virus

In den Nachrichten auf tagesschau.de (Link: https://www.tagesschau.de/ausland/oxfam-corona-101.html ) bin ich auf den Bericht von Oxfam Deutschland e. V. aufmerksam geworden. Betitelt ist er mit: „Das Ungleichheits-Virus“ und beleuchtet die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Ich zitiere jetzt die Tagesschau:

Steffen Küßner, Sprecher von Oxfam Deutschland , erklärt an einem Beispiel, wie sich die Ungleichheit in Zeiten der Pandemie verschärft hat:

„Die reichsten 1000 Menschen konnten ihre Pandemie-bedingten Verluste in nur neun Monaten wettmachen. Die ärmere Hälfte der Menschheit wird hingegen voraussichtlich über ein Jahrzehnt brauchen, um die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu bewältigen.“

Schon auf der ersten Seite der Kurzfassung des Oxfam-Berichts steht:

„Diese Krise verschärft die vorher schon dramatischen Unterschiede zwischen Arm und Reich, zwischen den Geschlechtern und zwischen Weißen und Black, Ingineous and People of Color (BIPoC). Bereits neun Monate nach Ausbruch der Pandemie hatten die 1000 reichsten Milliardär*innen wieder so viel Vermögen wie in der Zeit vor Covid-19.“

Die zehn reichsten Männer der Welt konnten seit Februar 2019 ihr Vermögen um fast eine halbe Billion US-Dollar steigern – auf über 1,12 Billionen. (Übrigens wird darauf hingewiesen, dass man nur mit diesem Gewinn die Covid-Impfungen für alle Menschen auf der Erde bezahlen könnte.) Gleichzeitig haben hunderte Millionen Menschen ihr Einkommen oder ihre Arbeit verloren.

Problematisch finde ich, wenn beschrieben wird, wieviel die größten Konzerne – auch von Staatshilfe – profitierten, sodass sie ihren Aktionären üppige Dividenden zahlen konnten, während gleichzeitig die Arbeitnehmer dieser Betriebe Kurzarbeitergeld bezogen. (Siehe S. 4) So hätten in Deutschland “ 40% der Erwerbspersonen durch die Pandemie Einkommen verloren“. Noch sehr viel mehr gilt dies weltweit. Verlierer sind zum einen die Frauen, daneben Jugendliche, Kinder und Wanderarbeiter*innen. Und eben die Personen, die unter rassistischer Diskriminierung (eben die oben erwähnten BIPoc) zu leiden haben.

Auch wenn der Oxfam-Bericht den Blick auf die Situation weltweit richtet, finde ich ihn sehr spannend zu lesen und in seinem Lichte auch mal unsere deutsche Situation anzuschauen. Auch hier gibt es wenige Gewinner und viele Verlierer. Auch wir sind geneigt, bestimmte Problemgruppen aus dem Blick zu verlieren: Rentner mit geringem Einkommen bei weggebrochenen Zuverdienstmöglichkeiten; Kinder, deren Aus- und Schulbildung schwer zu bewältigen ist (einschließlich der sozialen Bildung); Obdachlose mit schlechter Gesundheitsversorgung; Menschen in prekären Arbeits- und Wohnsituationen (die vorhin zitierten „Wanderarbeiter*innen“); Frauen im Niedriglohnsektor mit später sehr geringer Rente …..

Ich denke, das ist eine sehr umfangreiche Aufgabe, die – wie die gesamte Corona-Pandemie – ein globales Denken und Handeln erfordert mit Solidarität mit den Schwachen.

Das kann man – muss man aber nicht – auch auf dem christlich-jüdischen Hintergrund sehen, wo Gott immer zu eben dieser Solidarität aufruft.

Hier der Link zu Oxfam Deutschland e. V. und zum Bericht: https://www.oxfam.de/ueber-uns/publikationen/oxfams-bericht-covid-19-auswirkungen-ungleichheitsvirus?utm_source=google-paid&utm_campaign=OX_Brand&utm_wec=11495&gclid=EAIaIQobChMI8_SiqLC37gIVC7h3Ch2YOw0LEAAYASACEgK83PD_BwE

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