Coronaclown

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Man kann doch eine Corona-Maske nicht mit einer Clownsnase verbinden! Ist das eine Verhöhnung der Corona-Opfer? Nimmt man (nehme ich) da diese schwere Krankheit nicht auf die leichte Schulter? Oder ist es hilfreich, der Schwere etwas Leichtigkeit hinzuzufügen?

Immer wieder haben Menschen versucht, Krankheiten und schweren Schicksalsschlägen mit Humor zu begegnen. Manchmal hilft ein Wechsel der Perspektive. Ich erinnere nur an die Krankenhausclowns. Die heilen zwar nicht, schaffen aber eine kleine Distanz zum bedrückenden Alltag, u. U. mit einem Perspektivewechsel. Ich erinnere mich an Karl Valentin: „Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ Ich erinnere mich an die Schäffler, die am Ende der Pest getanzt haben und so wieder ein wenig Heiterkeit ins Leben gebracht haben.

Auch ein Clown ist nicht immer lustig, bei den guten Clowns spürt man auch den Abgrund, das Wissen um das Scheitern, das Wissen um die Zerbrechlichkeit des Lebens. Und dennoch…!

Was kann uns heute zum Lachen oder wenigstens zum Schmunzeln bringen? Vielleicht gibt es eine schöne Erinnerung in Ihrem Leben? Erinnern Sie sich doch mal an eine Tolpatschigkeit, die Ihnen widerfahren ist! Da war sicher zunächst Ärger. Und dann?

Auch in Coronazeiten gibt es solche Momente. Und es gibt das freundliche Wort, der verstehende Blick, die geteilte Sorge, die hilfreiche Hand. Momente des Glücks. Augenblicke des Lachens. Trotz aller Schwere – in aller Schwere. Vielleicht haben Sie eine gute Freundin, mit der Sie eine wunderbare Stunde verbracht haben? Zusammen geratscht, zusammen gelacht, vielleicht auch sich zusammen geängstigt, geweint? Und doch verbunden im Gefühl! Wie aufbauend!

Schließlich erinnere ich mich an eine Geschichte, die Eckart von Hirschhausen mal erzählt hat: Ein Kollege von ihm wurde zur Operation gefahren. Er wollte das aber nicht liegend tun, also hat er sich, als die Krankenschwester ihn im Bett durch die Gänge schob, hingesetzt. (Welch schöner Wechsel der Perspektive!) Außerdem hatte er sich eine Krone aufgesetzt und eine rote Clownsnase. So hat er die Menschen, an denen er vorüber kam, hoheitsvoll gegrüßt. Und ein heiteres Lachen geerntet. Mit diesem Lächeln ist er dann in die OP gegangen.

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