Offenheit und Synodalität in der Kirche

Mich hat heute folgende Nachricht positiv überrascht:

Papst Franziskus hat vor einem zu großen Kontrollbedürfnis beim Thema Synodalität, also gemeinsamer Beratungsstrukturen innerhalb der Kirche, gewarnt. Für einen gemeinsamen Weg sei es immer wichtig, ein unvollständiges Denken beizubehalten, so das Kirchenoberhaupt in einer Videobotschaft an die Lateinamerika-Kommission am Donnerstag im Vatikan. Er sei allergisch gegen Gedanken, die bereits vollständig und abgeschlossen seien, erklärte Franziskus den Teilnehmern der Vollversammlung. Es gebe nichts Gefährlicheres für die Synodalität als zu glauben, schon alles zu verstehen.

Mit totaler Kontrolle ließe sich zwar oberflächliche Relevanz erzeugen, dynamische Prozesse hingegen seien nur mit Offenheit möglich, so Franziskus weiter.

Zitiert nach: https://www.katholisch.de/artikel/39442-papst-synodalitaet-funktioniert-nur-mit-unvollstaendigem-denken

Gerade dieses Offenhalten von Prozessen ist, was vielen Menschen (nicht nur in der Kirche) schwerfällt. Es ist mit viel Unsicherheit verbunden. Aber ich spüre (vor allem in der Kirche) auch den Wunsch nach Dynamik und Veränderung. Es gibt auch viele Themenfelder dafür. Wir erleben sie bei den Gesprächen und Veranstaltungen beim Katholikentag und besonders beim „Synodalen Weg“ in Deutschland. Auch dem weltweiten Synodalen Weg ist diese Offenheit zu wünschen.

Wir Ältere erinnern uns noch an das 2. Vatikanische Konzil und die damalige Aufbruchsstimmung. Auch damals gab es die Furcht vor den ungewissen Veränderungen – und auch das Empfinden der Dringlichkeit. Der damalige Prozess war not-wendig und hat viel Gutes gebracht. Etwa den Blick auf das gesamte Kirchenvolk mit seinen Begabungen, den „Geistesgaben“. So wäre z. B. ich ohne Konzil nie Pastoralreferent geworden.

Der pfingstliche Geist Gottes löst ja alles in Angst Erstarrende und bringt die Jünger*innen Jesu in Bewegung. Und das vielleicht auch heute.

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