Fastenzeit 2023: Erste Woche

Lob

Am Aschermittwoch haben wir der Endlichkeit des Lebens ins Auge geblickt. Vielleicht auch den Impuls bekommen, das Leben neu auszurichten.

Eine der bevorzugten Formen des Gebets ist das Lob Gottes. Meistens orientiert sich das Lob Gottes darauf, dass er uns eine lebenswerte, schöne, wunderbare Welt geschaffen hat – ein Garten, wie es der älteste Schöpfungsbericht in Gen 2 erzählt.

Foto: Michael Tress

In diesem Garten im Osten gibt es noch keinen Unterschied in der Wertigkeit zwischen Mann und Frau. In diesem Garten spaziert Gott herum und redet vertrauensvoll mit den Menschen. Als Gott den Menschen vermisst, ruft er ihn: Adam, wo bist du? („adam“ heißt: Mensch. Es ist noch kein Name und es ist noch nicht ausschließlich der Mann gemeint. Gott ist auf der Suche nach dem Menschen als Gesprächspartner!)

Auch in späteren Zeiten haben die Menschen Gott gelobt für alles Schöne, das es in dieser Welt gibt. „Toll, was du, Gott, da wieder gemacht hast!“ Ich erinnere mich etwa an den ersten Regen nach der langen Trockenzeit im letzten Jahr. Ich erinnere mich an einen doppelten Regenbogen. Ich erinnere mich an die tiefe Stille hoch über einer Schlucht. Ich erinnere mich an das innige Verständnis, das ich in der Begegnung mit jemand anderem erfahren habe.

Sicher: es lässt sich oft auch (natur-)wissenschaftlich erklären. Und doch gibt es dieses Staunen und Sich-freuen. Weil es eben nicht so selbstverständlich ist. Das zeigt uns der Blick in die Welt immer wieder.

Wir schauen in die Welt und sehen das Schreckliche von Kriegen, von Umweltzerstörung und Dürre, von Hungersnöten, Ungerechtigkeiten, Gewalt und Unterdrückung, von Profitgier und Ignoranz.

Und wir sehen auch das Schöne in der Welt: die aufblühende Natur, die Solidarität der Menschen, der Einsatz für Frieden der Völker oder für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die alltägliche Pflege von Beziehungen auch unter schwierigen Bedingungen ….

Dass so etwas möglich ist trotz oder in all dem Furchtbaren, das könnte ein Anlass sein zum Lob Gottes, der uns Menschen solche Fähigkeiten zum Lebensförderlichen gegeben hat und zum Staunen.

Mein Impuls für diese Woche: Haben Sie Anlass zum Lob Gottes? Und wofür?

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