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Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Die Bundesregierung fördert schon seit einigen Jahren den Aufbau von lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz. Solche Allianzen richten sich immer an den Gegebenheiten vor Ort aus. Sicher gibt es in jeder Gemeinde Demenzerkrankte, die zu Hause leben und dort von Angehörigen versorgt werden. Manche (etwa ein Drittel) nehmen dazu die Hilfe von mobilen Pflegediensten in Anspruch. Nicht jede Gemeinde hat ein Pflegeheim, welches in eine solche Allianz einzubeziehen wäre.

Bei einer derartigen Allianz kann man natürlich auch an die kommunalen und auch die kirchlichen Seniorenbeauftragten denken. Für mich persönlich besonders wichtig sind nachbarschaftliche Unterstützer, sei es organisiert (wie etwa in einer als Verein organisierten Nachbarschaftshilfe) oder auch einfach so als ehrenamtliches Engagement. Gerade in diesem Bereich zeigt sich für mich, wie sehr eine Gemeinde auch die im Blick behält, die sich – krankheitsbedingt (selbst erkrant oder „co-dement“, wie ich es einmal genannt habe) – aus dem öffentlichen Leben zurückziehen (müssen), weil die ganze Zeit und Sorge sich zunehmend um den Demenzerkrankten konzentriert.

Das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ wird ab diesem Jahr neu aufgelegt. Es richtet sich an Akteure in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen bisher noch keine Lokalen Allianzen gefördert worden sind. Ziel ist es, den Aufbau und die Verbreitung lokaler Netzwerkstrukturen zum Thema Demenz zu unterstützen.

Um die Nachhaltigkeit der geförderten Projekte zu unterstützen, bietet die Netzwerkstelle der BAGSO ab sofort fachliche Unterstützung bei der Bewerbung und steht später den Projektträgern in der Umsetzung ihrer Projekte beratend zur Seite. Dabei arbeitet sie eng mit den Landesfachstellen für Demenz zusammen.

Von 2012 bis 2018 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bundesweit bereits 500 Lokale Allianzen gefördert. Kommunen, Vereine, Einrichtungen, Organisationen oder Anbieter haben sich in unterschiedlicher Weise zusammen getan, um Angebote zu entwickeln und zu vernetzen. Mit Information, Beratung und Betreuung verbessern sie Teilhabe und Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen und tragen zur Sensibilisierung bei. Die Netzwerkstelle der BAGSO unterstützt die Lokalen Allianzen und andere lokale Demenznetzwerke seit 2018 mit fachlichen Impulsen und Erfahrungsaustausch. Sie wird durch das BMFSFJ gefördert.

Die Bewerbungsfrist für die erste Förderwelle des neuen Programms, das am 1. Oktober 2020 startet, läuft bis 30. Juni 2020. Bis 2024 sind vier weitere Förderwellen geplant. Nähere Informationen zur Ausschreibung des BMFSFJ gibt es unter:

zur Ausschreibung

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Corona-Pfingsten 2020

Vor etwa einem Jahr habe ich über den „Geist“ in unserer Welt nachgedacht. Für 2020 gilt eigentlich Ähnliches. Auch wenn wir in ganz anderen Zeiten leben. Gerade im sozialen Bereich haben sich unglaublich viele Menschen engagiert – und so das erlebbar gemacht, was wir Christen mit dem Heiligen Geist bezeichnen. Diese Menschen, seien sie nun Christen oder nicht, zeigen mir eine der wesentlichsten Seiten Gottes, nämlich seine Menschenfreundlichkeit.

Wir haben im Kleinen, im Persönlichen viel Engagement und soziale Verantwortung erlebt. Generationsübergreifend haben die Jüngeren den Alten geholfen in sehr praktischen Dingen wie Einkauf, Fahrdienste etc. Ältere haben vielleicht auch (obwohl das nicht so an die Öffentlichkeit gedrungen ist) Jüngeren mit ihrer Lebenserfahrung, mit ihrer Gelassenheit und auch mit dem freiwilligen Daheimbleiben geholfen. Sicher auch – zumindest familiär – mit Telefonaten, die bestimmt auch manchmal Entlastung bedeutet haben.

Pfingsten 2020 könnte aber auch einen Umbruch markieren. Einen Systemwechsel. Da wage ich jetzt mal eine Vision, obwohl (oder grade weil) im Moment überhaupt nichts dafür spricht. Auf politischer Ebene gab es lange Zeit großen Konsens bzgl. der notwendigen Schutzmaßnahmen. Und dann hat man staatlicherseits unglaublich viel Geld in die Hand genommen. Mir scheint grade im Moment das Finanzielle in der gesellschaftlichen Diskussion die Priorität zu haben.

Meine Vision wäre jedoch, einen gesellschaftlichen Diskurs zu führen über die Werte, die sich in dieser Coronazeit als tragfähig erwiesen haben. Dazu gehören für mich eben die Solidarität, die Hilfsbereitschaft, die Verbundenheit quer durch alle Bevölkerungsgruppen. Anfangs gab es z. B. keine Diskussion mehr über Asylbewerber oder Ausländer. Auch die haben nach ihren Möglichkeiten angepackt. Die jetzt auf einmal als „systemrelevant“ entdeckten Berufe (interessant, wen man in dieser Liste nicht entdeckt, sich aber bisher als systemrelevant empfunden hat!) müssten ihren Wert auch materiell und in ihren Arbeitsbedingungen merken können. Zeigt sich die „Würde des Menschen“ / theologisch gesprochen: „die Ebenbildlichkeit Gottes“ nicht auch in seiner Unterbringung? Schauen wir solidarisch auf die Kinder in bildungsfernen Familien und geben in erster Linie ihnen die notwendige Unterstützung (oder fühlen wir uns benachteiligt, weil unsere „intelligenteren“ Kinder das nicht bekommen)? Die Liste der sozialen Brennpunkte ließe sich beliebig fortsetzen. Corona öffnet und schärft unseren Blick auf die Misstände unserer profitorientierten Gesellschaft.

Hier läge die Chance, hier wäre der Ort der Vision. Ich vermisse ein Wort der Kirchen. Ich vermisse das gerade zu Pfingsten, wenn wir uns an das Wirken der göttlichen Geistkraft erinnern. „Raus aus den beengten Räumen!“ – hieß es damals für die Jünger (und wohl auch Jüngerinnen). „Raus aus den beengten und beengenden Systemen!“ könnte es heute heißen (und damit meine ich nicht die Lockerungen im wirtschaftlichen Leben). Rein ins Leben der einfachen Leute! Rein ins Leben, dorthin, wo es weh tut! Rein ins Leben derer, die wir bisher nicht im Blick hatten!

Dann könnten wir sicher den lebendigen Geist Gottes erfahren im Jahr 2020.

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Bagsostellungnahme zu Besuchen in Pflegeeinrichtungen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen bagso e. V. beklagt in einer Pressemitteilung die ungleiche Vorgehensweise der Bundesländer bzgl. der Senioreneinrichtungen. Sie fordert sowohl einheitliche Vorschriften wie auch die Ausweitung des Besuchsrechts für Angehörige, vor allem von Demenzerkrankten. Hier die Pressemitteilung und der Link zur Stellungnahme:


Besuche in Pflegeheimen: Einrichtungen brauchen klare Vorgaben und mehr Unterstützung   Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen hat die Landesregierungen dazu aufgerufen, mit klaren Vorgaben Besuche von Angehörigen in allen Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen. Rückmeldungen von Betroffenen zeigen, dass sich trotz der von Bund und Ländern angekündigten Lockerungen die Situation für die Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen nicht entscheidend verbessert hat. Vielfach sind Besuche nur einmal in der Woche und für eine Dauer von 30 bis 60 Minuten möglich, Angehörige und Bewohner bleiben durch eine Plexiglasscheibe getrennt.   „Es ist auch nicht zu akzeptieren, dass mobile Bewohnerinnen und Bewohnern daran gehindert werden, sich frei zu bewegen und die Einrichtungen auch mal zu verlassen“, so BAGSO-Vorsitzender Franz Müntefering. „Die Entscheidung über solche gravierenden Freiheitseinschränkungen kann nicht von den Einrichtungen getroffen werden.“   Die BAGSO fordert, dass für Angehörige, die bei pflegerischen Aufgaben unterstützen, tägliche Besuche mit ausreichender Zeitdauer möglich gemacht werden. Die vom Bundesgesundheitsminister angekündigten präventiven Tests in Pflegeheimen müssen kurzfristig durchgeführt werden. Die Einrichtungen benötigen zudem finanzielle und personelle Unterstützung, um ihren Aufgaben in der Corona-Pandemie gerecht werden zu können. 
  zur Stellungnahme „Besuche in Pflegeheimen: Einrichtungen brauchen klare Vorgaben und mehr Unterstützung“

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Gedanken zum 7. Sonntag der Osterzeit

Im heutigen Evangelium (Joh 17, 1-11a) heißt es: „In ihnen bin ich verherrlicht.“

Dieses Wort sagt Jesus laut Johannesevangelium innerhalb seiner „Abschiedsreden“. Er sagt es als Fazit seiner „Arbeit“, seiner „Mission“, seines Auftrags. Er sagt es zu Menschen, von denen er ahnt oder weiß, dass einer ihn ausliefern, ein zweiter ihn verraten, der Rest sich von ihm distanzieren wird. (Die Frauen, besonders Maria von Magdala, die unverbrüchlich zu ihm stehen, erwähnen die Verfasser des Joh übrigens nicht beim Abendmahl). Jesus sagt über diese Verräter und Flüchter: „In ihnen bin ich verherrlicht.“

Die Verfasser des Johannesevangeliums legen Jesus dieses Wort am Ende des ersten Jahrhunderts in den Mund. Sie schreiben es wohl in einer Situation der Verfolgung, in der die Gemeinden sich von Gott und Jesus verlassen fühlen. Es wird in diesen Gemeinden nicht wenige gegeben haben, die mindestens Glaubenszweifel hatten oder gar alles für sinnlos gehalten haben. Die Aufforderung Jesu, „in ihm zu bleiben“, kann man gut verstehen als Aufruf, die Gemeinschaft mit Gott und Jesus trotz aller Not und Bedrängnis nicht aufzukündigen. Angesichts der Zweifler und der Flüchter klingt der Satz „In ihnen bin ich verherrlicht.“ jedoch einerseits wie eine Ermutigung, andererseits wie eine Provokation.

Heute hören wir diesen Satz: „In ihnen bin ich verherrlicht.“ Als Satz in der Gegenwartsform (also JETZT) und nicht in der Zukunft. Als Satz, der auf uns Heutige zutrifft, die wir nicht besser sind als die Apostel damals. In den Fehlerhaften, Faktenverdehern, Wirklichkeitsflüchtern „bin ich verherrlicht“. Das ist eine Provokation für das Verständnis einer vollkommenen, „heiligen“ Kirche/ Gesellschaft.

Lieber eine Kirche mit Beulen und Schrammen als eine, die sich von der Welt abwendet. So hat sinngemäß Papst Franziskus gesagt. Genau zu einer solchen Kirche gehöre ich dazu mit meinen Beulen und Schrammen, meinen Fluchttendenzen und meinem Verrat an meinen Werten. Und hoffe, dass sich Gott und Jesus in mir „verherrlicht“.

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Die Hilfsbedürftigkeit der Senior*innen

Als vor etwa zwei Monaten die Corona-Pandemie bei uns so richtig zugeschlagen hat, haben sich spontan unglaublich viele bereit erklärt, älteren und kranken Menschen zu helfen. Es entstanden zahlreiche Hilfenetzwerke, sei es durch Landjugenden, Pfarreien, Vereine und in der Nachbarschaft. Auch viele Kommunen sind da tätig geworden. Das alles war und ist für mich ein sehr ermutigendes Zeichen, dass es in unserer Gesellschaft Solidarität und Verbundenheit gibt.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Hilfsangebote gar nicht in dem Maße in Anspruch genommen werden wie erwartet. Ich hoffe, dass die Helfer dadurch nicht frustriert sind – denn ihre Bereitschaft war und ist ja ein kraftvolles Statement! In meinen Telefonaten haben mir etliche Senior*innen erzählt, dass sie gut versorgt seien. Einige haben Verwandte (Partner/ Kinder) im Haushalt, die die Einkäufe erledigen. Andere können sich an ihre Nachbarn wenden, auch da gibt es manche Zusammenschlüsse und Hilfeverbünde.

Dass die Hilfe relativ wenig in Anspruch genommen wurde, zeigt für mich allerdings auch noch eine andere, grundsätzlichere Facette: die Senioren sind nicht in dem Maße hilfebedürftig, wie es gesamtgesellschaftlich vielleicht wahrgenommen wird. Senioren sind ja auch aktiv, Senioren finden eigene Wege, Senioren unterstützen selbst andere unter der Einschätzung ihrer eigenen Gefährdung und die der anderen.

Das hatte jedoch auch zur Folge, dass manches zunächst mal nicht mehr funktionierte. Die Tafeln etwa werden in hohem Maße von Senior*innen getragen – und mussten dieses Engagement wegen der möglichen Fremd- und Selbstgefährdung stoppen. Gott sei Dank sind da Jüngere eingesprungen! In diesem Prozess wurde eben auch sichtbar, dass unsere Gesellschaft auf das ehrenamtliche Engagement der Senior*innen angewiesen ist. Es ist „systemrelevant“ (um mal ein von mir ungeliebtes Modewort zu benutzen)!

Noch etwas anderes ist mir immer wieder begegnet: neben all der Sorge um die eigene Gesundheit und die von nahestenden Menschen gab es auch immer wieder eine Stimmung von Gelassenheit und Optimismus. „Ich habe schon so viel erlebt, den Krieg z. B., da werden wir das auch überstehen.“ hat etwa eine etwa 90-jährige Frau gesagt. Aus dieser Haltung geht sehr viel Ermutigung aus, gerade für die, die sich Sorgen machen um andere und Ängste haben. Auf diese Weise geben die Senior*innen den jüngeren etwas zurück für all die Hilfe, die die jüngeren angeboten und geleistet haben.

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Gedanken zu Christi Himmelfahrt

Am Donnerstag feiern wir das Fest „Christi Himmelfahrt“.

Bei dem Wort „Himmel“ schauen wir immer nach oben. Wir sehen Blau, wir sehen Wolken. Das ist der Himmel. Im naturwissenschaftlichen Sinn.

Himmel hat jedoch auch einen theologischen Sinn. Der beruht noch auf dem alten ptolemäischen Weltbild einer Region für die Menschen („Erde/ Welt“) und einer Region für die Götter/ Gott („Himmel“). Die Region der Götter ist oberhalb der Erde angesiedelt.

Auch in der Bibel finden wir immer wieder derartige Hinweise: Gott erscheint in der Gestalt einer Wolke; Moses, Elija und andere steigen auf einen Berg, um Gott nahe zu sein; Jesus sieht bei seiner Taufe den Himmel offen und hört von dort her die göttliche Stimme. Nach seiner Auferstehung wird er jetzt in den Himmel aufgenommen, d.h. er ist jetzt wieder im Bereich Gottes, zu dem die Menschen (noch) keinen Zugang haben.

Was bedeutet es nun, wenn wir das feiern?

Zum einen: Jesus ist weg, unserer direkten sinnlichen Wahrnehmung entzogen. Niemand mehr kann ihn so sehen und erleben, wie ihn die Frauen und Männer zu Lebzeiten erfahren haben.

Zum zweiten: Jesus ist so erfahrbar, wie wir Gott selber erfahren können. Denn es gibt eine untrennbare Verbindung und Einheit.

Drittens: Jesu Himmelfahrt eröffnet eine Perspektive für uns im Glauben, dass auch wir in der Gegenwart Gottes sein werden: untrennbar, eins mit Gott.

Und das ist ja nun eine wirklich gute Perspektive, eine voller Hoffnung, die uns Mut machen kann, die Probleme dieser Welt entschlossen anzugehen.

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Botschaft von Antonio Guterres zu Corona

Die bagso hat eine Übersetzung der Videobotschaft von UN-Generalsekretär Antonio Guterres veröffentlicht, die er am 1. Mai 2020 gesendet hatte:

„Die COVID-19-Pandemie verursacht unsägliche Angst und Leid für ältere Menschen auf der ganzen Welt. Die Sterblichkeitsrate bei älteren Menschen ist insgesamt höher, und bei den über 80-Jährigen ist sie fünfmal so hoch wie der weltweite Durchschnitt. Abgesehen von ihren unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit setzt die Pandemie ältere Menschen einem größeren Risiko von Armut, Diskriminierung und Isolation aus. Sie wird wahrscheinlich besonders verheerende Auswirkungen auf ältere Menschen in Entwicklungsländern haben. Da ich selbst eine ältere Person bin und Verantwortung für eine noch ältere Mutter trage, bin ich auf persönlicher Ebene zutiefst besorgt über die Pandemie und ihre Auswirkungen auf unsere Gemeinschaften und Gesellschaften. Heute legen wir ein Kurzdossier vor, das Analysen und Empfehlungen zur Bewältigung dieser Herausforderungen enthält. Unsere Antwort auf COVID-19 muss die Rechte und die Würde älterer Menschen respektieren.

Es gibt vier Hauptbotschaften.

Erstens: Kein Mensch, ob jung oder alt, ist entbehrlich. Ältere Menschen haben die gleichen Rechte auf Leben und Gesundheit wie alle anderen. Schwierige Entscheidungen über lebensrettende medizinische Versorgung müssen die Menschenrechte und die Würde aller respektieren.

Zweitens ist zwar physische Distanzierung entscheidend, aber vergessen wir nicht, dass wir eine Gemeinschaft sind und dass wir alle zueinander gehören. Wir brauchen bessere soziale Unterstützung und intelligentere Anstrengungen, um ältere Menschen mit Hilfe der Digitaltechnik zu erreichen. Das ist lebenswichtig für ältere Menschen, die unter Einschließung und anderen Einschränkungen großes Leid und Isolation erfahren können.

Drittens müssen alle sozialen, wirtschaftlichen und humanitären Maßnahmen die Bedürfnisse älterer Menschen voll und ganz berücksichtigen, von der universellen Gesundheitsversorgung über den Sozialschutz bis hin zu menschenwürdiger Arbeit und Renten. Die Mehrheit der älteren Menschen sind Frauen, die in dieser Phase ihres Lebens eher in Armut und ohne Zugang zur Gesundheitsversorgung leben. Die Politik muss auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse ausgerichtet sein.

Und viertens sollten wir ältere Menschen nicht als unsichtbar oder machtlos behandeln. Viele ältere Menschen sind auf ein Einkommen angewiesen und engagieren sich voll und ganz in der Arbeit, im Familienleben, im Lehren und Lernen und in der Betreuung anderer. Ihre Stimmen und ihre Führungsqualitäten zählen. Um diese Pandemie gemeinsam zu überstehen, brauchen wir einen Schub an globaler und nationaler Solidarität und die Beiträge aller Mitglieder der Gesellschaft, einschließlich der älteren Menschen. Wenn wir uns besser erholen wollen, brauchen wir Ehrgeiz und Visionen, um integrativere, nachhaltigere, altersfreundliche Gesellschaften zu schaffen, die zukunftsfähig sind.“

Quelle: https://www.un.org/en/coronavirus/our-response-covid-19-must-respect-rights-and-dignity-older-people übersetzt durch Ina Voelcker, BAGSO e.V.

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Gedanken zum 6. Sonntag nach Ostern

Im Evangelium des 6. Ostersonntags ist davon die Rede, dass die Jünger die „Gebote“ Jesu halten werden, wenn sie ihn lieben.

Was mir als erstes auffällt, ist, dass das keine Anweisung ist, kein Auftrag, kein „Gebot“. Nicht: „Ihr müsst meine Gebote halten!“, sondern ihr werdet meine Gebote halten. Das entspricht auch dem Anfang des Zehnwortes: „Ich bin der Herr, dein Gott, der Dich aus Ägypten befreit hat. Du wirst keine anderen Götter neben mir haben.“ (Deuteronomium 5,5) Das ist die richtigere Übersetzung statt der von uns gewohnten „du sollst…“ Es ist also kein Auftrag, kein Befehl, sondern vielmehr eine Konsequenz einer vorher empfangenen Handlung Gottes.

Dann stolpere ich aber doch über das Wort „Gebot“. Im Griechischen meint es „Anweisung, Auftrag, Befehl“. Das Hebräische kennt verschiedene Wörter mit unterschiedlichem Inhalt. Mal sind es religiöse Vorschriften, mal sind es soziale Handlungsanweisungen, mal sind es moralische Verpflichtungen. Oft steht auch nur das Wort „dabar“ da – und das heißt: das gesprochene Wort. Das ist sehr viel offener als ein „Gebot“.

DAS WORT. „Am Anfang war das Wort – und das Wort war bei Gott – und Gott war das Wort.“ So beginnt das Johannesevangelium, dem auch die Sonntage der Osterzeit folgen. Wenn wir also von Jesus als dem Weg ins Leben überzeugt sind, dann werden wir uns an ihn halten. Seinem Weg folgen. Aus der Menschenfreundlichkeit Gottes heraus leben und handeln. Befreit von einer strengen Gesetzerfüllungsmoral, befreit zu einem offenen Herzen für die Begegnungen gemäß Lukas 10, 27: mit Gott – den Nächsten – dir selbst.

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Bessere Unterstützung für pflegende Angehörige

Schon zu „normalen“ Zeiten leisten die Angehörigen enorm viel in der Pflege daheim. Rund 2/3 aller Pflegebedürftigen werden daheim versorgt, meist ohne einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch zu nehmen. In dieser Zeit der Corona-Pandemie ist die Belastung nochmals angestiegen.

Jetzt hat der Bundestag im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie Verbesserungen für die pflegenden Angehörigen beschlossen. Die Bundesministerin Dr. Franziska Giffey sagt dazu (ich zitiere die Pressemitteilung):

„Mit dem heute verabschiedeten Gesetz verbessern wir die Unterstützung in akuten Pflegesituationen: Wer coronabedingt Angehörige pflegt oder die Pflege neu organisieren muss, kann bis zu 20 Arbeitstage der Arbeit fernbleiben. Das Pflegeunterstützungsgeld kann ebenfalls bis zu 20 Arbeitstage in Anspruch genommen werden, wenn die Pflege aufgrund von coronabedingten Versorgungsengpässen zu Hause erfolgt. Außerdem gestalten wir Pflegezeit und Familienpflegezeit flexibler. Pflegende Angehörige sollen leichter eine Freistellung von 6 Monaten (Pflegezeit) beziehungsweise 24 Monaten (Familienpflegezeit) in Anspruch nehmen oder nach einer Unterbrechung wieder aufnehmen können, sei es vollständig oder wenn sie in Teilzeit arbeiten. Mit diesen Regelungen reichen wir pflegenden Angehörigen die Hand und helfen ihnen dabei, durch diese schwere Zeit zu kommen.“

Wer sich genauer informieren will, findet die einzelnen Regelungen unter folgendem Link: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/akuthilfe-fuer-pflegende-angehoerige-beschlossen/155550

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Namenstag der Hl. Corona

Heute, am 14. Mai ist der Namenstag der Hl. Corona. Sie war eine junge Frau von etwa 16/ 17 Jahren und wurde wohl in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts hingerichtet. Ihr „Vergehen“ war, dass sie einen jungen christlichen Soldaten (manche sagen: ein Freund, ander meinen, es sei hr Verlobter gewesen) während dessen Folter getröstet und ermutigt hatte. Zur Strafe wurde sie selbst gefoltert und am Ende an Armen und Beinen zwischen zwei heruntergebogene Palmen gebunden und dann beim Hinaufschnellen der Bäume zerrissen.

Die Hl. Corona wurde zur Patronin der Schatzgräber und des Geldes. Später kamen dann noch die Metzger hinzu. Und in jüngster Zeit hat man sie im Zuge der Pandemie wieder entdeckt – obwohl die Heilige und die Krankheit nichts miteinander zu tun haben außer der Namensgleichheit. So erfreuen sich die wenigen Coronakirchen, die es gibt (in unserer Gegend sind es zwei) wieder eines regen Zulaufs.

Dass die Metzger eine heilige Corona als Schutzpatronin haben, ist gerade jetzt, wo so viele Beschäftigte in Großschlachtereien mit dem Virus infiziert sind (auf Grund der unwürdigen Unterbringung in abbruchreifen Häusern [so gestern in den Nachrichten]) vielleicht ein Fingerzeig, dass wir uns als Gesellschaft/ Kirche mehr dafür einsetzen, solche Missstände ans Tageslicht zu bringen.

Dass die Finanzwirtschaft eine Heilige als Patronin hat, erscheint mir dagegen mehr als anachronistisch. Das Geld, die Wirtschaft und die Sucht nach „immer mehr“ hat zu einer größeren Ungerechtigkeit und Ungleichheit geführt, welche die Ausbreitung des Virus vor allem bei benachteiligten Gruppen und Völkern begünstigt.

Aber vielleicht führt „Corona“ ja auch in diesem Segment zu einem Umdenken?!

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