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Erste Hilfe Kurs für Senioren

Das Katholische Kreisbildungswerk Mühldorf veranstaltet zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst einen Kurs in Erster-Hilfe. Er richtet sich speziell an Senioren und stellt Maßnahmen bei altersspezifischen Erkrankungen vor. Das KBW schreibt:

Im Mittelpunkt dieses Kurses steht die Bereitschaft, aktiv Erste Hilfe zu leisten und die Befähigung zur Selbsthilfe. Hierbei werden Schwerpunkte gesetzt bei altersspezifischen Erkrankungen wie Zuckerkrankheit, Osteoporose, Herz- und Atemwegserkrankungen. Das Augenmerk liegt besonders auf einer Anleitung zur gegenseitigen Hilfe auch bei eingeschränkten körperlichen Möglichkeiten.

Der Kurs findet statt am Donnerstag, den 9. Mai 2019 von 13:30 – 17 Uhr.

Ort: Malteser Hilfsdienst, Am Industriepark 25 in 84453 Mühldorf.

Leitung: Anita Baumert vom MHD.

Der Kurs kostet 15,00 €  –  eine Anmeldung ist nötig beim KBW unter 08631/ 3767-0

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Impuls zum Osterfest 2019

Ostern

Das Fest der Auferstehung – Ostern – durchbricht die Vorstellung, dass mit dem Ende dieses jetzigen Lebens alles aus ist. Unsere Lebensperspektive wird geweitet über die Grenzerfahrung des Todes hinaus. Welche Konsequenzen hat das wohl für die Werte, die jetzt Gültigkeit haben?

Ich gehöre nicht zu denen, die glauben, wir müssten oder könnten uns das ewige Leben verdienen durch ein „anständiges“ Leben (wie es neulich jemand formuliert hat) oder durch viele gute Taten. In den vielen guten Taten zeigt sich, welche Werte für uns jetzt wichtig sind. Sie sind bedeutsam für die Gestaltung unserer Gesellschaft und unserer Welt. Darum lohnt es sich, die ganze Kraft und alle Talente einzusetzen für soziale Gerechtigkeit, für Frieden, für Solidarität und Toleranz etc. (das sind jetzt ein paar meiner wichtigen Werte und mögen ersetzt/ ergänzt werden durch Ihre Werte!).

Der Glaube an die Auferstehung und das Leben bei Gott lässt mich jedoch im Bewusstsein leben, dass das Leben meine Kräfte übersteigt; dass das Leben mehr ist als das, was ich vermag; dass das Leben in für mich noch unvorstellbaren Dimensionen möglich ist. Auferstehungsglaube relativiert auf der einen Seite also.

Andererseits weitet er Leben aus: es bringt eine Idealsicht ins Spiel wie Leben sein könnte. Das wiederum setzt Kräfte frei, weil es eine Orientierung ermöglicht, eine Zielvorstellung, eine Art Wegweiser für diese unsere jetzige Welt. Der Blick auf das Leben nach dem Tod schärft den Blick auf die Missstände im Leben vor dem Tod. Aber eben nicht, um die Hände in den Schoß zu legen und zu warten, bis die Erlösung naht. Sondern um aus dem Auferstehungsglauben heraus die Welt (und wenn es „nur“ die eigene, sog. „kleine“ Welt ist) zu gestalten.

Um es mit Jesus zu sagen:

„Ich will, dass sie das Leben haben und dass sie es in der Fülle haben.“

und zwar hier und jetzt und mit unserer ganzen Kraft, die der unterstützenden Kraft Gottes bedarf.

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HALT FINDEN in Mühldorf

Unsere Ausstellung „HALT FINDEN – wenn das Leben einen Riss bekommt“ thematisiert das menschliche Leben mit Krisen und Herausforderungen. Solche Krisen können ausgelöst werden durch einen Schicksalsschlag wie der Verlust eines Menschen oder durch äußere Einflüsse wie Gewalt oder Flucht oder durch Krankheiten wie Demenz oder Psychosen.

Unsere Ausstellung stellt in sieben Interviews allerdings nicht nur diese Lebensrisse vor, sondern auch, was den Menschen, die etwas Derartiges erlebt haben, Halt gegeben hat. Dies wird durch ein Symbolfoto unter den jeweiligen Interviews sichtbar gemacht.

Diese Ausstellung passt auch ganz gut zur kommenden Karwoche, in der wir ja das menschliche Leben Jesu mit dem höchsten Höhepunkt am Palmsonntag bis zum absoluten Tiefpunkt am Karfreitag feierlich begehen, bis es dann in der göttlichen Auferstehung an Ostern endet.

Bis zum 7. Mai 2019 in der Mühldorfer Pfarrkirche St. Nikolaus zu sehen.

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Aktionswoche „Zu Hause Daheim“ – ein Angebot der Fachstelle für Senioren in Mühldorf

Sigrid Auer von der Fachstelle für Seniorenarbeit im Landratsamt Mühldorf hat mich auf folgende Veranstaltung aufmerksam gemacht. Ich glaube, das ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich zu informieren, wie der Alltag daheim etwas leichter zu bewerkstelligen ist. Sie schreibt:

Offene Sprechstunde „Alltagshilfen“ – Aktionswoche „Zu Hause Daheim“

Im Rahmen der vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales initiierten bayernweiten Aktionswoche „Zu Hause Daheim“ geht die Fachstelle für Seniorenarbeit am Landratsamt Mühldorf a. Inn auf Landkreis-Tour. In einer offenen Sprechstunde stellen Sigrid Auer und Matthias Burger praktische Alltagshilfen wie zum Beispiel Klingelverstärker, Smart-Geschirr oder einen digitalen Türspion vor. Diese technischen Unterstützungsmittel sollen ein möglichst langes und gutes Leben in den eigenen vier Wänden fördern.

Interessierte können sich zudem über barrierefreie Umbaumaßnahmen in Haus und Wohnung, Finanzierung- und Zuschussmöglichkeiten sowie zu alternativen Wohnformen und verschiedenen Hilfsdiensten informieren. Ebenso wird die ehrenamtliche Wohnberatung für ältere und pflegebedürftige Menschen im Landkreis Mühldorf a. Inn vorgestellt.

Termine der offenen Sprechstunde:

Freitag,  17.05.2019, 09:00 bis 12:00 Uhr, Landratsamt Mühldorf a. Inn, kleiner Sitzungssaal

Montag, 20.05.2019, 09:00 bis 12:00 Uhr, Bürgerbüro Neumarkt-St. Veit

Dienstag, 21.05.2019, 09:00 bis 12:00 Uhr, Sitzungssaal im Rathaus Haag in OB

Mittwoch, 22.05.2019, 09:00 bis 12:00 Uhr, Bürgerbüro Waldkraiburg

Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Ansprechpartner für weitere Fragen ist Sigrid Auer von der Fachstelle für Seniorenarbeit: Tel.Nr. 08631/ 699 950.

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Impuls zum Palmsonntag 2019

Bedeutung

Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem. Er wird auf dem Weg dorthin als „König“ erkannt und gefeiert. Rein äußerlich betrachtet ist das wohl der Höhepunkt im Leben des Jesus von Nazareth, Zimmerersohn aus einfachsten Verhältnissen. Jesus scheint das auch zu genießen. In Jerusalem geht er dann in den Tempel und schaut sich alles an.

Menschen sehnen sich nach Bedeutung. Das muss nicht unbedingt die ganz große Bedeutung sein wie sie z. B. Politiker oder Stars genießen. Manchmal reicht schon die „kleine“ lokale Bühne und für ganz viele ist es völlig ausreichend, wenn sie im Kreis ihrer Familie und ihrer Freunde wichtig sind. Selbst in den Menschen, die für niemanden wichtig zu sein scheinen (oder die as zumindest von sich meinen), regt sich doch die Sehnsucht danach.

Immer wieder sagen Menschen, dass sie es gern haben, wenn sich jemand an sie erinnert. Noch zu Lebzeiten, aber auch nach ihrem Tod. In Erinnerung bleiben soll vor allem das „Positive“, die Freundlichkeit, die Hilfsbereitschaft, der Humor, die Leistung, die Fürsorge etc. Dann natürlich auch das eigene Wesen, die Persönlichkeit, das ganze Leben. Besonders jedoch die Beziehung, zu der die Menschen zueinander stehen. „Das ist meine Freundin!“ – „Das war mein Vater!“ – „Das haben wir miteinander erlebt!“

Von jemandem zu hören: „Du bist mir wichtig!“ erfüllt jeden mit Freude und Stolz. Ich hoffe sehr, dass jeder Mensch diesen Satz irgendwann einmal hört. Gleichzeitig weiß ich, dass es Menschen gibt, die einen derartigen Satz nie (auch nicht von ihren Eltern) zu hören bekommen haben. Das ist eine unglaublich traurige Last, die ein ganzes Leben lang drückt.

Impuls: Wer hat für Sie Bedeutung? Haben Sie ihr/ ihm das schon mal gesagt? Vielleicht ist es (wieder mal) an der Zeit, das zu sagen?

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Informationsabend für Seniorenbeauftragte

Alfons Wastlhuber von der Freiwilligenagentur Ehrensache e. V. und ich laden wieder ein zu einem nächsten Informationsabend für die Seniorenbeauftragten der Kommunen und der Pfarreien. Dieser Abend findet statt am

Montag, den 20. Mai 2019 von 19:30 – 21:30 Uhr im Pfarrheim in Ampfing.

Wir haben wieder viele Anregungen zusammengetragen, die die Kooperation von pfarreilichen und kommunalen Seniorenbeauftragten erleichtern können und auch neue Ideen für das Engagement für die Senioren vor Ort. Eine schriftliche Einladung mit der Tagesordnung gibt es zeitnah.

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5. Impuls zur Fastenzeit 2019

Lebenssinn

Menschen suchen nach Sinn und Bedeutung für ihr Leben. Manche finden ihn in der Familie, andere in der Arbeit, wieder andere in einem Hobby oder einem ehrenamtlichen Engagement.

Sie haben das Gefühl: „Dafür lohnt es sich, zu leben. Das verdient meinen ganzen/ einen hohen Einsatz.“

Es geschieht jedoch, dass durch irgendein Ereignis dieser Lebenssinn in Frage gestellt wird. Manchmal sogar komplett zerstört wird. Das kann eine Krankheit sein oder ein Unfall; das kann eine Enttäuschung sein oder ein Verlust; das kann dadurch sein, dass bisherige Strategien nicht mehr funktionieren. Das wirft manchmal viele Werte durcheinander. Bisher Unwichtiges wird wichtig und umgekehrt. Schwerpunkte müssen neu gesetzt werden, Vertrautes muss aufgegeben werden, das Neue liegt erstmal nur als weißer Fleck in der Lebenslandkarte vor. Ein mühevoller Prozess kommt in Gang.

In der Bibel entdecke ich immer wieder ähnliche Lebensphasen von Lebenskrisen, von Veränderungen, von Neuausrichtungen. Mir fallen Moses ein und die Propheten, mir fällt das Volk Israel in der Verbannung ein, ich denke an die Jünger von Jesus. Gerade die letzte Personengruppe (Frauen und Männer) hatten sich wohl sehr daran gewöhnt, hinter und mit Jesus zu herzugehen. Nach dem Gründonnerstag müssen sie (wieder) einen eignen Weg finden. Der führt zunächst in die Vereinzelung und in den Rückzug. Wir erfahren nichts, was die Freunde Jesu von Gründonnerstag bis zum Ostertag gemacht haben und wo sie sich aufgehalten haben. Erst vom Ostertag erfahren wir, dass sie zusammen waren, eingeschlossen in einem Raum. Dieser Zusammenschluss ist dann auch der erste Schritt heraus aus der karfreitäglichen Sinnkrise. Es dauert aber immer noch, bis sie einen positiven Lebenssinn entdecken. Das geschieht erst an Pfingsten.

Darin spiegelt sich m.E. wider, was auch Menschen heutiger Tage erleben: die Isolation, aus der ein vertrauter Kontakt heraushilft und dass es dauert, bis eine neue Lebensperspektive gefunden ist. Wir dürfen also Geduld haben und Vertrauen, dass auch wir aus einer Lebenskirse wieder ins Leben mit Sinn und Bedeutung finden.

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Wir geben Gottes Schwung weiter – Bericht von meinen Workshops „Neongrün statt beige“

Am vergangenen Samstag hat der Katholikenrat sein 50-jähriges Bestehen mit einem ganzen Tag voller Workshops gefeiert. Umrahmt wurde das ganze Programm von einer Andacht bzw. einem Gottesdienst mit Kardinal Marx.

 

Ich selber habe auch einen Workshop angeboten unter dem Titel Neongrün statt beige. Ich habe zu Anfang eine differenzierte Sicht auf das Alter erläutert und darauf hingewiesen, dass sich bereits sehr viele Senioren ehrenamtlich betätigen. Außerdem gibt es darüber hinaus eine ganze Menge, die dazu bereit sind. In der Altersgruppe der über 75-Jährigen sind es noch 11,5 %. Wir haben dann überlegt, welche Rahmenbedingungen sie brauchen, damit sie sich auch tatsächlich engagieren – und was sie tun könnten

Sowohl am Vormittag wie auch am Nachmittag kamen viele Ideen zusammen. Etwa können Handwerker sich zu einer „Mobilen Werkstatt“ zusammenschließen für kleinere handwerkliche Hilfestellungen. Jemand berichtete, dass Senioren bei Beerdigungen mitgehen, zu denen keine Angehörigen kommen. Natürlich stehen Besuchsdienste jedweder Art hoch im Kurs oder auch ein schulisches Engagement als Lesepaten oder Schulpaten für schwächere Schüler. Auch Familien freuen sich manchmal über eine „Leihoma“. Besonders schön fand ich die Idee eines „Urlaubs ohne Koffer“: Senioren erleben einen Tag voller Reiseberichte in Bild und Ton, mit Verpflegung und der Möglichkeit zum Ausruhen in einem schön gestalteten Urlaubsambiente! Ich selber habe mein Projekt „offenes Ohr – offenes Herz“ vorgestellt und das Projekt „Zusammen ist man weniger allein“ für Verwitwete.

Die Rahmenbedingungen, die Senioren benötigen, schaffen einen geeigneten Raum für die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrungen der Senioren. Projektbezogene Arbeit mit einem festen Anfang und Ende sind günstiger als ein unbegrenztes Engagement. Untertags sind Senioren eher bereit als spät am Abend. Man muss auch mal „Nein“ sagen können. Senioren schätzen es, wenn sie eine passende Infrastruktur vorfinden: dass sie sich nicht um die Räume kümmern müssen; dass sie sich nicht um die Organisation kümmern müssen; dass man mit ihnen redet und ihnen Vertrauen entgegenbringt.

Spannend fand ich die Frage, wie man die zum Ehrenamt Bereiten findet. Das setzt voraus, dass man die Senioren und ihre Fähigkeiten kennt. Das setzt auch voraus, dass man weiß, wo es Bedarf für diese Fertigkeiten gibt. Hilfreich ist also ein „Vernetzer“, der Angebot und Nachfrage zusammenbringt.

Es war für mich unter dem Strich eine sehr gelungene Veranstaltung. Ich habe total engagierte Frauen und Männer getroffen mit vielen Ideen und noch mehr Erfahrung, mit großer Leidenschaft und Kreativität, die sich nicht durch Hindernisse davon abhalten lassen, etwas Neues auszuprobieren. Dazu möchte ich immer wieder Mut machen.

 

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4. Impuls zur Fastenzeit 2019

Isolation/ Einsamkeit

Das Thema der Einsamkeit ist im Laufe der letzten Jahre stärker in den Blick geraten. Noch vor etwa fünf Jahren war es schwer, diese Problematik anzusprechen. Als ich mal über die Einsamkeit der Seelsorger, vor allem der Priester sinniert habe, bekam ich zu hören: „Die Priester sind doch nicht einsam, die haben doch viele Kontakte.“ Welch ein Irrtum: viele Kontakte gleichzusetzen mit den Herzenskontakten in Gegenseitigkeit, von denen Menschen leben! Man kann auch in der Menge einsam sein oder in einer Ehe oder …

Das ist eben das Phänomen der Einsamkeit: dass sie sich versteckt, dass sie unbemerkt bleibt, dass sie im Verborgenen lebt. Nur manchmal blitzt sie auf – wie etwa bei dem Mann, der jeden Tag drei Tomaten kauft und eigentlich das kleine Gespräch an der Kasse sucht. Das war dann übrigens der Ausgangspunkt für mein Projekt „Offenes Ohr – offenes Herz“ (nachzulesen in einigen Beiträgen dieser Homepage). Seit etwa 1 ½ Jahren habe ich dort im Cafe Gespräche mit Menschen, die Kontakt brauchen zum Ratschen, zum Trauern, zum Nachdenken über ihr Leben oder ihren Glauben.

Menschen, die isoliert leben oder sich isoliert fühlen, schaffen es manchmal nicht, den Schritt auf andere zuzugehen. So sind sie auf die Initiative von anderen angewiesen. Manchmal ist schon ein Lächeln oder ein „Guten Morgen“ ein Türöffner (vor allem wenn es immer wieder kommt). Mir begegnet die Einsamkeit von Verwitweten, die den Rückzug von Nachbarn und sogar Freunden beklagen. Wenn Menschen alt und gebrechlich werden, wenn die Einschränkungen in der Mobilität zunehmen, wenn körperliche Beschwerden zunehmen, dann ist vielleicht das Wartezimmer des Arztes der einzige Ort, wo sie unter Menschen sind.

In unserem Quartier gibt es wenige Möglichkeiten, wo sich Menschen einfach so mal treffen können: eine Parkbank etwa, z. B. im Friedhof (auch so eine Begegnungsstätte für Einsame). Da gäbe es also noch Spielraum nach oben. Und sonst?

Vielleicht ist es mal eine Übung in der Fastenzeit, die Augen, die Ohren und das Herz aufzumachen für die versteckte Einsamkeit in der eigenen Umgebung.

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3. Impuls zur Fastenzeit 2019

Gebrechlichkeit

„Gebrechlichkeit“ ist ein altes, aus der Mode gekommenes Wort. Es ist keines der Worte, die man gerne verwendet – schon gar nicht für sich selbst. Es ist gleichwohl eine Erscheinung, die viele, vor allem ältere, Menschen trifft. Es beschreibt das allmähliche Nachlassen der Kräfte, den fortschreitenden Abbau körperlicher Fähigkeiten, das Zunehmen von Beschwerden und Krankheiten. Also klassisch defizitorientiert. Und völlig inkompatibel mit unserem Lifestyle. Deshalb ist Gebrechlichkeit auch schambesetzt und wird weitgehend tabuisiert. Wie schwer tut man sich also, die eigene Gebrechlichkeit anzunehmen oder gar zu zeigen. Das fängt bei Kleinigkeiten an: dem Hörgerät. Schlimmer ist, wenn man auf einen Hacklstecken oder Rollator angewiesen ist. Schlimmer unter zweierlei Hinsicht: einmal, weil man diese Not hat und zum zweiten, weil man sie öffentlich dokumentieren muss (wenn man sich nicht gänzlich zurückzieht in die Einsamkeit).

Ich will und kann nichts beschönigen. Das Nachlassen der Kräfte und die Zunahme der Hilfsbedürftigkeit sind schlimm und ein massiver Einschnitt ins bisherige selbstbestimmte Leben. Aber wir können wenigstens gesellschaftlich und kirchlich gesehen die zweite Stigmatisierung erleichtern, nämlich dass man sich schämen muss, wenn man nicht mehr so kann. Ich habe mich immer sehr gefreut, wenn ich in meiner früheren Gemeinde erst einen, dann zwei, schließlich drei Rollatoren vor der Kirche gesehen habe. Sie waren ein Zeichen, dass die Besitzer zu uns als Gemeinde dazugehören. Oder wenn Menschen mit einer Einschränkung ehrenamtlich oder auch hauptamtlich tätig sind und ihre Behinderung nicht verstecken. Es braucht solche Zeichen, weil sie eine Ermutigung darstellen für die Menschen mit ähnlichem Schicksal. Wir brauchen diese Zeichen auch für die „Gesunden und Fitten“, denen es vielleicht mal ähnlich gehen wird. Wir brauchen diese Zeichen als Gemeinde, weil dadurch sichtbar wird, dass Leben lebbar ist auch wenn es ein gebrochenes, mit Einschränkungen behaftetes Leben ist.

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