Category Archives: Allgemein

Info der Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“

Die Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“ hat auf eine neuaufgelegte Broschüre hingewiesen und schreibt dazu:

Neuauflage 2020 der Broschüre „Fördermöglichkeiten von Maßnahmen im Rahmen seniorenpolitischer Handlungsfelder in Bayern“

Wir haben unsere „Förderbroschüre“ aus dem Jahr 2017 überarbeitet und neu aufgelegt. Dabei wurden alle aufgeführten Programme aktualisiert und neu hinzugekommene ergänzt. Bei der Umsetzung einzelner Maßnahmenvorschläge von Seniorenpolitischen Gesamtkonzepten stellt sich immer auch die Frage nach Fördermöglichkeiten. Während einige Kommunen in Bayern hier bereits auf Erfahrungen zurückgreifen können, ist es insbesondere für kleinere Gemeinden schwierig, sich einen Überblick über die verschiedenen Fördermöglichkeiten zu verschaffen. Dabei kann es nie gelingen, alle bestehenden Programmen aufzuführen, wir denken aber dass wir einen guten Überblick über eine Vielzahl relevanter Programmen geben.

Derzeit ist ein Druck der Broschüre nicht geplant, da in den kommenden Monaten noch inhaltliche Veränderungen zu erwarten sind. Die Broschüre steht jedoch zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Wir hoffen, dass sich die Neuauflage einer ebenso großen Beliebtheit erfreut, wie die Vorläuferausgabe. Die neue Broschüre finden sie hier: www.wohnen-alter-bayern.de

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Gottesdienst an Fronleichnam

Am Fronleichnamstag gibt es wie so oft in der letzten Zeit einen Online-Gottesdienst aus unserer Region. Zelebrant ist wieder der Waldkraiburger Dekan Ulrich Bednara. Die Dekanatsratsvorsitzenden Christine Schmid (Mühldorf) und Klaus Schex (Waldkraiburg) haben zusammen mit Hubert Lentfellner und Elisabeth Schuster auch eine kleine „Prozession“ mit vier Stationen ausgearbeitet. Hubert Lentfellner ist Krankenpfleger und berichtet von der Situation im Krankenhaus, Elisabeth Schuster ist Lehrerin und berichtet von der Sicht der Kinder. Christine Schmid ist ja auch Seniorenclubleiterin in Altmühldorf und widmet ihre Station den Senior*innen. So bildet dieser Gottesdienst das ganze Leben ab und bringt es vor Gott. So kann sich wohl auch jede/r in diesem Gottesdienst wiederfinden mit ihrem/ seinem eigenen Leben.

Der Gottesdienst ist unter folgendem Link abrufbar: https://youtu.be/qeBKp-eWvLo

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Studie zur Einsamkeit in Corona-Zeiten

Heute hat das Cybersicherheitsunternehmen Kaspersky eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Thema „Einsamkeit in der Coronapandemie“ befasst hat. Es ging dem Unternehmen auch darum, herauszufinden, inwieweit die Internetnutzung das „social distancing“ mildern kann. Europaweit wurden in zwölf Ländern etwa 10.000 Menschen online befragt, in Deutschland waren es 1.000 Personen.

In Deutschland fühlten sich während der heißen Phase des Lockdown 48 %, zumindest gelegentlich einsam, in Italien 59%, im europäischen Durchschnitt 52%. Am meisten hat mich überrascht, dass die größte Quote der Menschen mit Einsamkeitsgefühlen bei den Jüngeren liegt: 62% bei der Generation Z (ab 1994 geboren) und 60% bei den „Millenials“, d.h. der zwischen 1980 und 1993 Geborenen. Am wenigsten litten der Studie zufolge die Menschen unter Einsamkeit, die vor 1946 geboren worden waren (36%). Stadtbewohner waren mehr von Einsamkeit betroffen als Menschen auf dem Land (51% gegenüber 41%). Keine Rolle spielt wohl die Geschlechterzugehörigkeit.

Die realen Kontakte sind den Menschen immer noch wichtiger als die virtuellen. WhatsApp, Skype, Zoom etc. können die Begegnung von Angesicht zu Angesicht nicht ersetzen. Das sagen in Deutschland 73% und in Europa sogar 77%. Darin liegt jetzt meiner Meinung nach auch die Chance, mit einer erhöhten Aufmerksamkeit für den eigenen Sozialraum die Einsamkeit von Menschen zu erkennen und ihr mit persönlichem Kontakt zu begegnen. Und da haben vielleicht auch die Senior*innen wieder mehr Potenzial und die größere Erfahrung.

Wer sich genauer informieren will, kann dies unter folgendem Link tun: https://www.pressebox.de/inaktiv/kaspersky-labs-gmbh/COVID-19-Peak-Knapp-die-Haelfte-der-Deutschen-fuehlte-sich-einsam/boxid/1009607

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Senioren in der Corona-Pandemie

In vielen Podcasts und Blogs wird betont, wie sehr das Leben im Zuge der Corona-Pandemie eingeschränkt wurde und wird. Meist hat man dabei den Beitrag der Jüngeren vor Augen: Home-office, home-schooling, Ausgangsbeschränkungen, Versammlungseinschränkungen, Abstand halten. Das alles (sowie Nasen-Mund-Bedeckung, Handhygiene und Abstand halten) ist hilfreich und nützlich, um eine weitere Ausbreitung zu erschweren. Es wird wohl auch noch eine Weile notwendig sein.

Oft vergessen wird dabei der Beitrag der Senior*innen. Er ist auch weniger sichtbar. Ganz wichtig war und ist dabei nämlich, dass sie so weit wie möglich Zuhause geblieben sind. Es geschah zum eigenen Schutz, hat aber dazu beigetragen, dass es weniger Infektionen gab. Oft war dieses Zuhausebleiben verbunden mit erheblichen persönlichen Einschränkungen an Kontakt zu den Kindern, Enkelkindern, zu Freunden und Bekannten. Manche hatten Angst vor Einsamkeit mit allen Folgen an Depression, Pessimismus, Niedergeschlagenheit… Und dennoch haben sich viele Senior*innen daran gehalten!

Ein anderer Dienst war sicher auch die emotionale Unterstützung, die die Großeltern etwa den Kindern und Enkeln telefonisch zukommen ließen. es bedeutet Entlastung, wenn wenigstens für ein paar Minuten die Enkel nicht betreut werden müssen, wenn Eltern ihre Klagen loswerden können, wenn Belastungen mit-geteilt werden können.

Ein drittes ist mir in vielen Telefonaten klar geworden: Senioren sind manchmal lockerer und gelassener im Umgang mit Corona. Sie schauen auf ihr Leben zurück, in dem es schon einige Schwierigkeiten gab: Krieg, Not, Krankheiten, Krisen … Eine Frau hat zu mir gesagt: „Das hab ich überlebt, da werde ich das auch schaffen.“ Eine solche Haltung kann (vielleicht) abfärben und den Jüngeren vermitteln, dass sie nicht nur hilflos ausgeliefert sind oder dass sie nicht panisch nach zu frühen Lockerungen rufen müssen.

Und schließlich erlebe ich Senior*innen durchaus aktiv und kreativ, wenn es darum geht, Kontakt zu halten. Telefonate, Briefe, Gespräche über den Zaun, Kuchen vor der Türe, etc. Selbst das skypen haben noch etliche gelernt. Das zeugt von einem wachen und weltoffenen Geist, vom Potenzial, das in den Senior*innen steckt.

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Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Die Bundesregierung fördert schon seit einigen Jahren den Aufbau von lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz. Solche Allianzen richten sich immer an den Gegebenheiten vor Ort aus. Sicher gibt es in jeder Gemeinde Demenzerkrankte, die zu Hause leben und dort von Angehörigen versorgt werden. Manche (etwa ein Drittel) nehmen dazu die Hilfe von mobilen Pflegediensten in Anspruch. Nicht jede Gemeinde hat ein Pflegeheim, welches in eine solche Allianz einzubeziehen wäre.

Bei einer derartigen Allianz kann man natürlich auch an die kommunalen und auch die kirchlichen Seniorenbeauftragten denken. Für mich persönlich besonders wichtig sind nachbarschaftliche Unterstützer, sei es organisiert (wie etwa in einer als Verein organisierten Nachbarschaftshilfe) oder auch einfach so als ehrenamtliches Engagement. Gerade in diesem Bereich zeigt sich für mich, wie sehr eine Gemeinde auch die im Blick behält, die sich – krankheitsbedingt (selbst erkrant oder „co-dement“, wie ich es einmal genannt habe) – aus dem öffentlichen Leben zurückziehen (müssen), weil die ganze Zeit und Sorge sich zunehmend um den Demenzerkrankten konzentriert.

Das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ wird ab diesem Jahr neu aufgelegt. Es richtet sich an Akteure in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen bisher noch keine Lokalen Allianzen gefördert worden sind. Ziel ist es, den Aufbau und die Verbreitung lokaler Netzwerkstrukturen zum Thema Demenz zu unterstützen.

Um die Nachhaltigkeit der geförderten Projekte zu unterstützen, bietet die Netzwerkstelle der BAGSO ab sofort fachliche Unterstützung bei der Bewerbung und steht später den Projektträgern in der Umsetzung ihrer Projekte beratend zur Seite. Dabei arbeitet sie eng mit den Landesfachstellen für Demenz zusammen.

Von 2012 bis 2018 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bundesweit bereits 500 Lokale Allianzen gefördert. Kommunen, Vereine, Einrichtungen, Organisationen oder Anbieter haben sich in unterschiedlicher Weise zusammen getan, um Angebote zu entwickeln und zu vernetzen. Mit Information, Beratung und Betreuung verbessern sie Teilhabe und Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen und tragen zur Sensibilisierung bei. Die Netzwerkstelle der BAGSO unterstützt die Lokalen Allianzen und andere lokale Demenznetzwerke seit 2018 mit fachlichen Impulsen und Erfahrungsaustausch. Sie wird durch das BMFSFJ gefördert.

Die Bewerbungsfrist für die erste Förderwelle des neuen Programms, das am 1. Oktober 2020 startet, läuft bis 30. Juni 2020. Bis 2024 sind vier weitere Förderwellen geplant. Nähere Informationen zur Ausschreibung des BMFSFJ gibt es unter:

zur Ausschreibung

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Corona-Pfingsten 2020

Vor etwa einem Jahr habe ich über den „Geist“ in unserer Welt nachgedacht. Für 2020 gilt eigentlich Ähnliches. Auch wenn wir in ganz anderen Zeiten leben. Gerade im sozialen Bereich haben sich unglaublich viele Menschen engagiert – und so das erlebbar gemacht, was wir Christen mit dem Heiligen Geist bezeichnen. Diese Menschen, seien sie nun Christen oder nicht, zeigen mir eine der wesentlichsten Seiten Gottes, nämlich seine Menschenfreundlichkeit.

Wir haben im Kleinen, im Persönlichen viel Engagement und soziale Verantwortung erlebt. Generationsübergreifend haben die Jüngeren den Alten geholfen in sehr praktischen Dingen wie Einkauf, Fahrdienste etc. Ältere haben vielleicht auch (obwohl das nicht so an die Öffentlichkeit gedrungen ist) Jüngeren mit ihrer Lebenserfahrung, mit ihrer Gelassenheit und auch mit dem freiwilligen Daheimbleiben geholfen. Sicher auch – zumindest familiär – mit Telefonaten, die bestimmt auch manchmal Entlastung bedeutet haben.

Pfingsten 2020 könnte aber auch einen Umbruch markieren. Einen Systemwechsel. Da wage ich jetzt mal eine Vision, obwohl (oder grade weil) im Moment überhaupt nichts dafür spricht. Auf politischer Ebene gab es lange Zeit großen Konsens bzgl. der notwendigen Schutzmaßnahmen. Und dann hat man staatlicherseits unglaublich viel Geld in die Hand genommen. Mir scheint grade im Moment das Finanzielle in der gesellschaftlichen Diskussion die Priorität zu haben.

Meine Vision wäre jedoch, einen gesellschaftlichen Diskurs zu führen über die Werte, die sich in dieser Coronazeit als tragfähig erwiesen haben. Dazu gehören für mich eben die Solidarität, die Hilfsbereitschaft, die Verbundenheit quer durch alle Bevölkerungsgruppen. Anfangs gab es z. B. keine Diskussion mehr über Asylbewerber oder Ausländer. Auch die haben nach ihren Möglichkeiten angepackt. Die jetzt auf einmal als „systemrelevant“ entdeckten Berufe (interessant, wen man in dieser Liste nicht entdeckt, sich aber bisher als systemrelevant empfunden hat!) müssten ihren Wert auch materiell und in ihren Arbeitsbedingungen merken können. Zeigt sich die „Würde des Menschen“ / theologisch gesprochen: „die Ebenbildlichkeit Gottes“ nicht auch in seiner Unterbringung? Schauen wir solidarisch auf die Kinder in bildungsfernen Familien und geben in erster Linie ihnen die notwendige Unterstützung (oder fühlen wir uns benachteiligt, weil unsere „intelligenteren“ Kinder das nicht bekommen)? Die Liste der sozialen Brennpunkte ließe sich beliebig fortsetzen. Corona öffnet und schärft unseren Blick auf die Misstände unserer profitorientierten Gesellschaft.

Hier läge die Chance, hier wäre der Ort der Vision. Ich vermisse ein Wort der Kirchen. Ich vermisse das gerade zu Pfingsten, wenn wir uns an das Wirken der göttlichen Geistkraft erinnern. „Raus aus den beengten Räumen!“ – hieß es damals für die Jünger (und wohl auch Jüngerinnen). „Raus aus den beengten und beengenden Systemen!“ könnte es heute heißen (und damit meine ich nicht die Lockerungen im wirtschaftlichen Leben). Rein ins Leben der einfachen Leute! Rein ins Leben, dorthin, wo es weh tut! Rein ins Leben derer, die wir bisher nicht im Blick hatten!

Dann könnten wir sicher den lebendigen Geist Gottes erfahren im Jahr 2020.

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Bagsostellungnahme zu Besuchen in Pflegeeinrichtungen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen bagso e. V. beklagt in einer Pressemitteilung die ungleiche Vorgehensweise der Bundesländer bzgl. der Senioreneinrichtungen. Sie fordert sowohl einheitliche Vorschriften wie auch die Ausweitung des Besuchsrechts für Angehörige, vor allem von Demenzerkrankten. Hier die Pressemitteilung und der Link zur Stellungnahme:


Besuche in Pflegeheimen: Einrichtungen brauchen klare Vorgaben und mehr Unterstützung   Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen hat die Landesregierungen dazu aufgerufen, mit klaren Vorgaben Besuche von Angehörigen in allen Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen. Rückmeldungen von Betroffenen zeigen, dass sich trotz der von Bund und Ländern angekündigten Lockerungen die Situation für die Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen nicht entscheidend verbessert hat. Vielfach sind Besuche nur einmal in der Woche und für eine Dauer von 30 bis 60 Minuten möglich, Angehörige und Bewohner bleiben durch eine Plexiglasscheibe getrennt.   „Es ist auch nicht zu akzeptieren, dass mobile Bewohnerinnen und Bewohnern daran gehindert werden, sich frei zu bewegen und die Einrichtungen auch mal zu verlassen“, so BAGSO-Vorsitzender Franz Müntefering. „Die Entscheidung über solche gravierenden Freiheitseinschränkungen kann nicht von den Einrichtungen getroffen werden.“   Die BAGSO fordert, dass für Angehörige, die bei pflegerischen Aufgaben unterstützen, tägliche Besuche mit ausreichender Zeitdauer möglich gemacht werden. Die vom Bundesgesundheitsminister angekündigten präventiven Tests in Pflegeheimen müssen kurzfristig durchgeführt werden. Die Einrichtungen benötigen zudem finanzielle und personelle Unterstützung, um ihren Aufgaben in der Corona-Pandemie gerecht werden zu können. 
  zur Stellungnahme „Besuche in Pflegeheimen: Einrichtungen brauchen klare Vorgaben und mehr Unterstützung“

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Gedanken zum 7. Sonntag der Osterzeit

Im heutigen Evangelium (Joh 17, 1-11a) heißt es: „In ihnen bin ich verherrlicht.“

Dieses Wort sagt Jesus laut Johannesevangelium innerhalb seiner „Abschiedsreden“. Er sagt es als Fazit seiner „Arbeit“, seiner „Mission“, seines Auftrags. Er sagt es zu Menschen, von denen er ahnt oder weiß, dass einer ihn ausliefern, ein zweiter ihn verraten, der Rest sich von ihm distanzieren wird. (Die Frauen, besonders Maria von Magdala, die unverbrüchlich zu ihm stehen, erwähnen die Verfasser des Joh übrigens nicht beim Abendmahl). Jesus sagt über diese Verräter und Flüchter: „In ihnen bin ich verherrlicht.“

Die Verfasser des Johannesevangeliums legen Jesus dieses Wort am Ende des ersten Jahrhunderts in den Mund. Sie schreiben es wohl in einer Situation der Verfolgung, in der die Gemeinden sich von Gott und Jesus verlassen fühlen. Es wird in diesen Gemeinden nicht wenige gegeben haben, die mindestens Glaubenszweifel hatten oder gar alles für sinnlos gehalten haben. Die Aufforderung Jesu, „in ihm zu bleiben“, kann man gut verstehen als Aufruf, die Gemeinschaft mit Gott und Jesus trotz aller Not und Bedrängnis nicht aufzukündigen. Angesichts der Zweifler und der Flüchter klingt der Satz „In ihnen bin ich verherrlicht.“ jedoch einerseits wie eine Ermutigung, andererseits wie eine Provokation.

Heute hören wir diesen Satz: „In ihnen bin ich verherrlicht.“ Als Satz in der Gegenwartsform (also JETZT) und nicht in der Zukunft. Als Satz, der auf uns Heutige zutrifft, die wir nicht besser sind als die Apostel damals. In den Fehlerhaften, Faktenverdehern, Wirklichkeitsflüchtern „bin ich verherrlicht“. Das ist eine Provokation für das Verständnis einer vollkommenen, „heiligen“ Kirche/ Gesellschaft.

Lieber eine Kirche mit Beulen und Schrammen als eine, die sich von der Welt abwendet. So hat sinngemäß Papst Franziskus gesagt. Genau zu einer solchen Kirche gehöre ich dazu mit meinen Beulen und Schrammen, meinen Fluchttendenzen und meinem Verrat an meinen Werten. Und hoffe, dass sich Gott und Jesus in mir „verherrlicht“.

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Die Hilfsbedürftigkeit der Senior*innen

Als vor etwa zwei Monaten die Corona-Pandemie bei uns so richtig zugeschlagen hat, haben sich spontan unglaublich viele bereit erklärt, älteren und kranken Menschen zu helfen. Es entstanden zahlreiche Hilfenetzwerke, sei es durch Landjugenden, Pfarreien, Vereine und in der Nachbarschaft. Auch viele Kommunen sind da tätig geworden. Das alles war und ist für mich ein sehr ermutigendes Zeichen, dass es in unserer Gesellschaft Solidarität und Verbundenheit gibt.

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die Hilfsangebote gar nicht in dem Maße in Anspruch genommen werden wie erwartet. Ich hoffe, dass die Helfer dadurch nicht frustriert sind – denn ihre Bereitschaft war und ist ja ein kraftvolles Statement! In meinen Telefonaten haben mir etliche Senior*innen erzählt, dass sie gut versorgt seien. Einige haben Verwandte (Partner/ Kinder) im Haushalt, die die Einkäufe erledigen. Andere können sich an ihre Nachbarn wenden, auch da gibt es manche Zusammenschlüsse und Hilfeverbünde.

Dass die Hilfe relativ wenig in Anspruch genommen wurde, zeigt für mich allerdings auch noch eine andere, grundsätzlichere Facette: die Senioren sind nicht in dem Maße hilfebedürftig, wie es gesamtgesellschaftlich vielleicht wahrgenommen wird. Senioren sind ja auch aktiv, Senioren finden eigene Wege, Senioren unterstützen selbst andere unter der Einschätzung ihrer eigenen Gefährdung und die der anderen.

Das hatte jedoch auch zur Folge, dass manches zunächst mal nicht mehr funktionierte. Die Tafeln etwa werden in hohem Maße von Senior*innen getragen – und mussten dieses Engagement wegen der möglichen Fremd- und Selbstgefährdung stoppen. Gott sei Dank sind da Jüngere eingesprungen! In diesem Prozess wurde eben auch sichtbar, dass unsere Gesellschaft auf das ehrenamtliche Engagement der Senior*innen angewiesen ist. Es ist „systemrelevant“ (um mal ein von mir ungeliebtes Modewort zu benutzen)!

Noch etwas anderes ist mir immer wieder begegnet: neben all der Sorge um die eigene Gesundheit und die von nahestenden Menschen gab es auch immer wieder eine Stimmung von Gelassenheit und Optimismus. „Ich habe schon so viel erlebt, den Krieg z. B., da werden wir das auch überstehen.“ hat etwa eine etwa 90-jährige Frau gesagt. Aus dieser Haltung geht sehr viel Ermutigung aus, gerade für die, die sich Sorgen machen um andere und Ängste haben. Auf diese Weise geben die Senior*innen den jüngeren etwas zurück für all die Hilfe, die die jüngeren angeboten und geleistet haben.

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Gedanken zu Christi Himmelfahrt

Am Donnerstag feiern wir das Fest „Christi Himmelfahrt“.

Bei dem Wort „Himmel“ schauen wir immer nach oben. Wir sehen Blau, wir sehen Wolken. Das ist der Himmel. Im naturwissenschaftlichen Sinn.

Himmel hat jedoch auch einen theologischen Sinn. Der beruht noch auf dem alten ptolemäischen Weltbild einer Region für die Menschen („Erde/ Welt“) und einer Region für die Götter/ Gott („Himmel“). Die Region der Götter ist oberhalb der Erde angesiedelt.

Auch in der Bibel finden wir immer wieder derartige Hinweise: Gott erscheint in der Gestalt einer Wolke; Moses, Elija und andere steigen auf einen Berg, um Gott nahe zu sein; Jesus sieht bei seiner Taufe den Himmel offen und hört von dort her die göttliche Stimme. Nach seiner Auferstehung wird er jetzt in den Himmel aufgenommen, d.h. er ist jetzt wieder im Bereich Gottes, zu dem die Menschen (noch) keinen Zugang haben.

Was bedeutet es nun, wenn wir das feiern?

Zum einen: Jesus ist weg, unserer direkten sinnlichen Wahrnehmung entzogen. Niemand mehr kann ihn so sehen und erleben, wie ihn die Frauen und Männer zu Lebzeiten erfahren haben.

Zum zweiten: Jesus ist so erfahrbar, wie wir Gott selber erfahren können. Denn es gibt eine untrennbare Verbindung und Einheit.

Drittens: Jesu Himmelfahrt eröffnet eine Perspektive für uns im Glauben, dass auch wir in der Gegenwart Gottes sein werden: untrennbar, eins mit Gott.

Und das ist ja nun eine wirklich gute Perspektive, eine voller Hoffnung, die uns Mut machen kann, die Probleme dieser Welt entschlossen anzugehen.

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