Category Archives: Seniorenbeauftragte

Pflege daheim

In manchen Gesprächen der letzten beiden Wochen habe ich gehört, wie die Corona-Pandemie die Situation der Pflegebedürftigen zu Hause und ihrer Angehörigen verändert. Die meisten Demenzkranken werden ja zu Hause gepflegt, manche mit Unterstützung einer häuslichen Pflegekraft, andere mit Hilfe eines Pflegedienstes. In dieser Zeit haben nun manche dieser Pflegekräfte die Schwierigkeit, dass ihre Arbeit vom Coronavirus beeinträchtig wird. Sei es, dass sie selbst infiziert sind und nicht mehr arbeiten können, sei es, dass sie aus osteuropäischen Ländern kommen und nicht mehr einreisen dürfen. Oder umgekehrt: diejenigen, die da sind, können nicht in ihre Heimat reisen, weil ihre Ablöse dort festsitzt. Wie auch immer stellt das die Angehörigen der Pflegebedürftigen vor große Probleme.

Manchmal kommen solche Schwierigkeiten gar nicht an die Öffentlichkeit. Pflegebedürftigkeit und vor allem Demenz ist immer noch mit Scham besetzt und versteckt sich gerne. Die Angehörigen sind oft so mit der Pflege beschäftigt, dass kaum Zeit bleit für den Weg nach draußen. Schon gar nicht für ein längeres Gespräch über ihre Situation.

Es ist also ein besonders wachsames Auge gefordert und auch die Kenntnis der Lebenslage dieser Familien. Vielleicht gelingt es im Ort, das zu erkennen und – wenigstens begrenzt (und auch das ist schon viel) – Unterstützung zu geben. Das reicht dann vom aufmunternden Wort bis hin zu einer tätigen Hilfe, etwa beim Einkauf.

Ich bitte also alle, mal in der Nachbarschaft zu schauen bzw. zu überlegen, wer da vielleicht Hilfe brauchen könnte.

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Grundsicherung im Alter

Angestoßen durch einen Bericht im Fernsehen gestern sowie durch ein paar konkrete Menschen in meiner Umgebung habe ich mich mal erkundigt, was es mit der Grundsicherung im Alter auf sich hat.

  1. Grundsicherung ist ein Recht, das jeder hat, der seinen Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder eigenem Vermögen bestreiten kann.
  2. Grundsicherung im Alter kann jede*r erhalten, der das Renteneintrittsalter erreicht hat.
  3. Es gibt einen sogenannten Regelbedarf. Der liegt im Moment bei 432 € pro alleinlebender Person, bei 389 € pro Person in einer Paarbeziehung und bei 345 € pro Person, wenn diese in einer Einrichtung lebt. Das Landratsamt Mühldorf gibt hier etwwas niedrigere Beträge an als das Bndesministerium.
  4. Dazu kommen Zahlungen für Unterkunft und Heizung, ggf. für einen Mehrbedarf etwa bei einer Behinderung und die Kosten für Kranken- bzw. Pflegeversicherung.
  5. Beim Einkommen werden alle Arbeitseinkomen (auch geringfügige und Renten [allerindgs ohne die Grundrente]) eingerechnet.
  6. Vermögen bis 5000 € bleibt unberücksichtigt, ebenso selbstgenutztes Wohneigentum.
  7. Kinder oder Eltern werden nicht zur Kasse gebeten, außer deren Einkommen liegt über 100 000€.
  8. Man muss einen Antrag stellen, der gilt dann für 12 Monate. Diesen Antrag stellt man bei seiner Gemeinde.

Infos finden sich unter folgendem Link: https://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Sozialhilfe/grundsicherung-im-alter-und-bei-erwerbsminderung.html;jsessionid=62B8BE3A98F61F515F1F7D13B27BF0E1#a1 

oder im Landratsamt Mühldorf unter: https://www.lra-mue.de/buergerservice/themenfelder/soziales-und-senioren/hilfelebensunt-grundsicherungaltererwerbsminderung.html

Ich bitte Sie, lieber Leser, eindringlich, Menschen auf dieses ihr Recht hinzuweisen. Damit helfen Sie den Hilfebedürftigen zu einem menschenwürdigeren Leben!

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Gesellschaftliche Teilhabe in ländlichen Räumen

Das Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit des Deutschen Vereins hat ein Heft zum Thema „Gesellschaftliche Teilhabe in ländlichen Räumen“ herausgegeben. Darin geht es unter anderem um die Entwicklung altersfreundlicher ländlicher Gemeinden am Beispiel Mobilität, außerdem wird das Ostallgäuer Konzept „Einfach dazugehören“ vorgestellt.

Abwanderung, fehlende Infrastruktur, unzureichende Versorgung und rechte Akteure prägen das Bild ländlicher Räume. Aber diese Probleme sind keineswegs „naturwüchsig“, und nicht überall auf dem Land nehmen die Menschen sich als „abgehängt“ wahr. Dieses Themenheft widmet sich der Frage, was die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse unter ländlichen Bedingungen bedeutet. Modellprojekte und Praxiskonzepte zeigen, wie Soziale Arbeit vor Ort gesellschaftliche Teilhabe sicherstellen kann.

Die einzelnen Artikel können Sie digital zum Preis von 3,81 EUR über www.genios.de beziehen oder in gedruckter Form zum Preis von 14,50 € bestellen bei: https://www.deutscher-verein.de/de/der-buchshop-des-dv-archiv-1564.html?PAGE=artikel_detail&artikel_id=242

 

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Informationsabend der Seniorenbeauftragten am 21. X. 2019

Beim letzten Informationsabend der Seniorenbeauftragten der Pfarreien und der Kommunen im Landkreis Mühldorf hat zunächst Verena Büchner vom Landratsamt Mühldorf das Projekt „Gesundheitsregionplus“ vorgestellt. Durch eine Vernetzung der verschiedenen Akteure sollen die Gesundheitsangebote besser koordiniert werden und neue Impulse, etwa zum Pflegenachwuchs gesetzt werden. Das Gesundheitsamt hat dazu beispielsweise die Aktion „lebensrettende Minuten“ ins Leben gerufen, um eine schnellere Hilfe bei Herzinfarkten zu ermöglichen.

Anschließend hat Claudia Schweiger den Hausnotruf und den Rauchmelder des Malteser Hilfsdienstes vorgestellt. Die Seniorenbeauftragten berichteten von einigen allein lebenden Menschen, die gestürzt waren und nur durch Zufall Hilfe erhalten hätten. Erst nach einem solchen Vorfall seien sie auf die Idee gekommen, einen Hausnotruf zu bestellen.  Die Kosten – so Claudia Schweiger – seien erschwinglich und könnten bei einem Pflegegrad auch durch die Pflegekassen weitgehend übernommen werden. Wichtig sei immer die Sicherheit, die durch einen Hausnotruf massiv erhöht werde. Niemand brauche Angst zu haben vor einem Fehlalarm. Claudia Schweiger betonte: „Bei uns ist immer ein Mensch dran.“

Im zweiten Teil des Abends berichteten dann einzelne Seniorenbeauftragte von gelungenen Projekten und auch von der einen oder anderen Schwierigkeit. Im Austausch konnten auf dem Hintergrund der reichen Erfahrung manche Idee ausgetauscht werden – etwa zur Kooperation mit dem örtlichen Seniorenheim oder dass bei einer Veranstaltung die Handhabung eines Defibrillators erklärt wurde.

Im kommenden Jahr wird es durch die Kommunalwahl zu Veränderungen bei den Seniorenbeauftragten kommen. Die steigende Anzahl der älteren Bürger erfordert es, dass sie „Ohr und Stimme“ für ihre Anliegen bekommen. Darüber waren sich alle einig, dass dies eine der wichtigen Aufgaben der Seniorenbeauftragten ist.

 

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Nächster Informationsabend für Seniorenbeauftragte

Ich möchte schon mal auf den Termin des nächsten Informationsabends für die Seniorenbeauftragten im Landkreis Mühldorf hinweisen:

Montag, der 21. Oktober 2019 von 19.30 – 21.30 Uhr im Pfarrheim in Ampfing.

Es wird wieder viele interessante Informationen geben und auch die Möglichkeit zum Austausch. Eine persönliche Einladung kommt rechtzeitig.

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Pflege im Spagat von Liebe, Trauer, Wut und Ohnmacht

Die Pflege von Demenzerkrankten wird zum weitaus überwiegenden Teil von Angehörigen übernommen. Sie tun es meist aus Liebe oder Pflichtbewusstsein. In jedem Fall nehmen sie viel auf sich an Aufgabe und Verantwortung, an Einschränkungen des eigenen Lebens, an Konflikten, die es zwangsläufig gibt. Dabei stellen sich ganz häufig sehr widerstreitende Gefühle ein: neben der Liebe und dem Pflichtgefühl auch Angst, Trauer, Ohnmacht etc. Diese Gefühle sind unangenehm und werden gerne verdrängt – auch, weil man dann besser „funktionieren“ kann. Dennoch sind diese Emotionen da.

Im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche vom 15. – 22. September 2019 biete ich einen Gesprächskreis für die pflegenden Angehörigen an. Es sollen und können genau diese Gefühle und die zu Grunde liegenden Erfahrungen zur Sprache kommen. Meiner Erfahrung nach führt ein solcher Austausch zu einem Gefühl von Verbundenheit – es geht nämlich vielen so. Es führt so auch zu einem Gefühl von Solidarität – denn andere haben auch damit zu kämpfen. Und es gibt ein Gefühl von Erleichterung – denn andere haben auch ihre Strategien entwickelt.

Dieser Gesprächskreis findet am Montag, den 16. September von 15:00 – 16:30 Uhr im Ökonomiestadel in Mühldorf statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig, Kosten entstehen keine. Die Demenzkranken können in dieser Zeit im Caritasheim betreut werden. Dafür bitte ich jedoch um eine Anmeldung im Caritasheim direkt. (Tel: 08631859-0)

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Broschüren der Seniorenliga

Die Deutsch Seniorenliga hat eine ganze Reihe lesenswerter Broschüren.

Zu finden sind sie unter folgendem Link:https://www.deutsche-seniorenliga.de/infomaterial.html

Da finden sich z. B. Informationen über Gesundheitsthemen wie die schwächelnde Blase oder Verdauungsstörungen; dann auch über Pflegethemen wie der Umgang mit Keimen in der häuslichen Pflege; schließlich auch bei Alltagsthemen. Hier möchte ich die Broschüre über „Ältere Fußgänger“ hervorheben. Sie öffnet auch mir als jüngerem Autofahrer den Blick für die Einschränkungen älterer Verkehrsteilnehmer. Für die Senioren gibt es eine ganze Reihe Tipps, wie sie sich sicherer im Straßenverkehr beteiligen können.

Die Broschüren sind kostenlos als pdf-Datei herunterzuladen.

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Bayerische Demenzwoche 2019

Die bayerische Staatsregierung veranstaltet in der Woche vom 15. – 22. September 2019 die erste „Bayerische Demenzwoche“. Dazu wird es zahlreiche Veranstaltungen geben. „Mein Ziel ist es, die Demenz stärker in die Öffentlichkeit zu rücken und den Bewusstseinswandel im Umgang mit dieser Krankheit voranzubringen. Mit der Demenzwoche wollen wir auf die vielfältigen Angebote für Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen hinweisen.“ sagt Staatsministerin Melanie Huml. Weitere Informationen zur Demenz und zur Demenzwoche finden Sie unter folgendem Link: https://www.stmgp.bayern.de/pflege/demenzwoche/

Im Landkreis Mühldorf haben das Katholische Kreisbildungswerk, die Caritas Mühldorf und die Seniorenseelsorger einige Veranstaltungen geplant. Wir beginnen mit einem Gottesdienst am Sonntag, den 15. September um 10.00 Uhr in St. Laurentius in Mühldorf.

Am Montag, den 16. September biete ich von 15.00 – 16.30 Uhr im Ökonomiestadel einen Gesprächskreis an zum Thema: „Pflege im Spagat von Liebe, Trauer, Wut und Ohnmacht.“

An selber Stelle veranstaltet Marianne Kaltner einen Tag später um 15.30 Uhr einen Nachmittag mit Liedern und Gedichten zur Herbstzeit.

Das Kino in Waldkraiburg zeigt am Donnerstag, den 19. 9. um 20.15 Uhr den Film Still Alice“ mit anschließendem Gesprächsangebot.

Außerdem bieten verschiedene Buchhandlungen und die Stadtbüchereien in Mühldorf und Waldkraiburg einen Büchertisch an.

Hier unser Flyer (bitte draufklicken):Bayerische Demenzwoche

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Fachtag „Älterwerden im Quartier“

Über den Newsletter der Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“ habe ich die Ausschreibung für eine – wie ich meine – interessante Fachtagung gefunden. Ich gebe die Informationen gerne weiter und hoffe, dass der ein oder andere teilnehmen kann:

Fachtag „Älterwerden im Quartier – Babyboomer gehen in Rente“ am 9. Oktober 2019 in München – Save the Date

Das Bayerische Sozialministerium organisiert am 9. Oktober 2019 einen Fachtag „Älterwerden im Quartier – Babyboomer gehen in Rente“. Nach einer Begrüßung durch Staatsministerin Kerstin Schreyer werden am Vormittag in mehreren Impulsreferaten und einer Podiumsdiskussion die Chancen und Stärken, die die Quartiersarbeit bietet, herausgearbeitet. Der Nachmittag dient dem praktischen Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Stationengesprächen zu verschiedenen Fragestellungen. Nähere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit finden Sie in Kürze auf dem Internetseite des Bayerischen Sozialministeriums: www.stmas.bayern.de/wohnen-im-alter

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Bayern fördert Bürgerbus

Die bayerische Staatsregierung fördert den ÖPNV mit einem Programm, das den Einsatz von Kleinbussen mit bis zu neun Personen vor allem in den ländlichen Regionen ermöglichen soll. In einer Pressemitteilung schreibt Verkehrsminister Reichhart:

Gemeinden und Vereine, die ehrenamtliche Busfahrer für Kleinbusse einsetzen, werden ab sofort vom Verkehrsministerium unterstützt. „Der Freistaat fördert die Anschaffung eines Kleinbusses mit 50 Prozent, das sind bis zu 20.000 Euro pro Bürgerbus. Wer sich barrierefreie Fahrzeuge anschafft, erhält sogar bis zu 30.000 Euro von uns“, so Reichhart. „Unser Ziel ist es, den Kommunen einen Werkzeugkasten an die Hand zu geben, aus dem sie sich für ihre jeweilige Region bedienen können. Die Bürgerbusse sind ein wichtiges Instrument für den ländlichen Raum.“Bürgerbusse sollen ÖPNV-Lücken auf dem Land schließen.

Zuschüsse gibt es auch für Organisationsausgaben, wie zum Beispiel Fahrerlaubnisse zur Fahrgastbeförderung und alle notwendigen Unterlagen sowie ärztliche Untersuchungen. Zudem ist eine Pauschale von 2.000 Euro pro Jahr zur Unterstützung einer professionellen Organisation des Vereins und ausreichender Entwicklungsmöglichkeiten erhältlich.

Bürgerbusse sind regelmäßig verkehrende Kleinbusse (PKW) mit bis zu neun Sitzplätzen, inklusive Fahrerin/Fahrer. Sie dienen der lokalen Verkehrserschließung und ergänzen den ÖPNV vor Ort. Die Projekte können dort, wo bisher kein attraktives Angebot im ÖPNV vorhanden ist, die Versorgung verbessern und Bedienungslücken schließen. Der Schwerpunkt liegt auf den Fahrten für den täglichen Bedarf.

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