Kleine Sonntagsgottesdienste

Kleiner Gottesdienst zum 2. Adventssonntag am 6. Dezember 2020

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Foto: Michael Tress

Das Bild zeigt, dass wir heute auch an den Hl. Nikolaus denken. Er war offen und aufmerksam für die Nöte der Menschen seiner Zeit. So hat er ihnen die Liebe und die Menschenfreundlichkeit Gottes nahegebracht. Vor diesem Gott sind wir jetzt mit unserem ganzen Leben: den Nöten, Sorgen und Beschwernissen, aber auch den Tröstungen, den Hoffnungen und Freuden.

Kyrie:

Herr Jesus Christus, du menschgewordene Liebe Gottes: Herr erbarme Dich unser!

Du Licht der Welt, das unsere Dunkelheit des Herzens erhellt: Christus, erbarme Dich unser!

Du Trost der ganzen Welt, die der Ermutigung so dringend bedarf: Herr, erbarme Dich unser!

Ja, der Herr erbarmt sich unser und schenkt uns neue Zuversicht.

Gebet:

Guter Gott, erhelle unseren Blick, dass wir erkennen, wie Du uns begegnen willst. Öffne unser Ohr für Deine frohe Botschaft, die Du uns heute und an jedem Tag der kommenden Woche durch viele Menschen sagst. Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, unseren lieben Freund und Bruder.

Gedanken zur ersten Lesung: Jes 40, 1-5.9-11

Heute hören wir den Beginn des zweiten oder „Deuterojesaja“. Er wirkt zur Zeit des Exils, sieht am Horizont, wie sich die politischen Verhältnisse ändern und macht dem Volk in der Verbannung Mut. Wenn im Text von „Wüste“ und „Steppe“ gesprochen wird, ist damit die syrische Wüste gemeint. Auf dem sehr viel längeren Weg entlang des „fruchtbaren Halbmonds“ um die Wüste herum war schon Abraham von Ur über Haran nach Israel gewandert. Gottes Ankunft wird sehr viel schneller erwartet.

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.

Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des Herrn für all ihre Sünden.

Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott!

Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben.

Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.

Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: Seht, da ist euer Gott.

Seht, Gott der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her. Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, er sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam.

Gedanken zur zweiten Lesung: 2 Petr 3, 8-14

Der 2. Petrusbrief ist um das Jahr 120 n. Chr. entstanden. Verfasser ist sicher nicht der Apostel Petrus, der kein so gutes Griechisch gesprochen hatte. Thematisch geht es darum, dass Christus nicht so bald kommt wie erhofft. Wie sollen sich die Christen da in Staat und Gesellschaft verhalten? Der Verfasser bezieht sich auf Paulus und ermahnt zu Gerechtigkeit und Geduld.

Das eine, liebe Brüder, dürft ihr nicht übersehen: dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind.

Der Herr zögert nicht mit der Erfüllung der Verheißung, wie einige meinen, die von Verzögerung reden; er ist nur geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren.

Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel prasselnd vergehen, die Elemente werden verbrannt und aufgelöst, die Erde und alles, was auf ihr ist, werden nicht mehr gefunden.

Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: wie heilig und fromm müsst ihr dann leben, den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen! An jenem Tag wird sich der Himmel im Feuer auflösen, und die Elemente werden im Brand zerschmelzen.

Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt.

Weil ihr das erwartet, liebe Brüder, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden.

Gedanken zum Evangelium: Mk 1, 1-8

Wir lesen den Anfang des ältesten Evangeliums. Der Autor stellt Jesus in die Tradition des Jesaja – und zwar des Deuterojesaja, der selbst ein Freudenbote war und Befreiung ankündigte. Wir erfahren viele Heilungsgeschichten und Gespräche, die Jesus mit verschiedenen Menschen geführt hat. Höhepunkt ist die Passion, Abschluss die erschreckende Auferstehung in 16,9. Später hat man noch Begegnungen des Auferstandenen (als erste Maria von Magdala!) angefügt.

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes:

Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!

So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.

Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.

Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.

Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.

Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Fürbitten

Guter Gott, unsere Welt braucht dein offenes Ohr. Wir bitten Dich:

  • Steh den Kranken bei und schenke ihnen dein Heil.
  • Hilf den Verzweifelten mit einem ermutigenden Menschen an der Seite.
  • Wirke Versöhnung bei denen, die im Streit und Konflikt leben.
  • Lass die Armen die Solidarität der Reichen erfahren.
  • Begleite die Sterbenden in Deine Liebe und Güte hinein.

Guter und liebender Gott, sei auch uns selber nahe in allem, was wir zum Leben in deiner Fülle brauchen. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren lieben Freund und Bruder. Amen

Andacht: (nach GL 675)

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leichten die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Du Gott der Schöpfung – erbarme dich unser.

Du Gott der Verheißung – erbarme dich unser.

Du Gott, der Welt und Menschen liebt – erbarme dich unser.

Du Gott, der seinen Sohn als Retter sendet – erbarme dich unser.

Komm, du Heiland, heile uns.

Heile unsre Ängste, dass sie werden licht

Heile unsre Herzen, dass sie werden weit.

Heile unsre Sinne, dass sie werden klar.

Heile unsre Worte, dass sie werden wahr.

Komm, du Heiland, heile, komm, die Zeit ist reif.

Heile du mit Liebe, heile du mit Macht.

Heile mit deinem Geiste, der das Neue schafft. Amen.

Vaterunser

Gebet: (Wort-Gottes-Feier, Trier 2004. S. 169)

Gott, Urgrund unseres Seins!

Wir danken dir für Jesus, deinen Sohn, unseren Herrn und Bruder.

Er sei unsere Stärke, wenn wir dich, den Verborgenen, suchen.

Er sei unsere Kraft, wenn wir auf seinen Spuren durchs Leben gehen.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.

Segen

Gott, segne uns und alle Menschen dieser Erde – du, der Vater, der Sohn und der heilige Geist. Amen

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