Kleiner Sonntagsgottesdienst

zum 14. Sonntag im Jahreskreis

(5. Juli 2020)

Einleitender Gedanke:

Die heutigen Lesungen stellen die Maßstäbe, die in unserer Welt (damals wie heute) gelten, in Frage. Sie wenden sich denen zu, die davon belastet sind und zeigen auf, welche Werte wirklich wichtig sein könnten.

Welche Werte waren oder sind für Sie wichtig? Woran orientieren Sie Ihr Leben?  Was bräuchten Sie, um innere Ruhe zu finden?

Kyrie

Herr Jesus Christus, Du siehst unser Mühen und unsere Beschwernisse. Herr, erbarme Dich unser!

Du bietest uns Ruhe und Erholung an bei Dir. Christus, erbarme Dich unser!

Du lässt uns in Deiner Güte und in Deiner Huld ausrasten. Herr, erbarme Dich unser!

Ja, der Herr erbarmt sich unser. In seiner Liebe dürfen wir leben. Dafür danken wir jetzt und an jedem Tag unseres Lebens bis zur Ewigkeit. Amen

Gebet:

Guter und lebendiger Gott. Du hast den Menschen immer wieder eine Perspektive eröffnet aus einem Leben heraus, das diesen Namen nicht verdient hat. Besonders Jesus hat die Menschen wieder aufgerichtet, wenn sie krank, isoliert oder schuldig waren.

Richte auch uns heute auf – in welchen Verhältnissen auch immer wir leben und wie auch immer die Belastungen aussehen. Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, unseren lieben Freund und Bruder. Amen

Gedanken zur 1. Lesung Sach 9, 9-10:

Heute begegnen wir dem Propheten Sacharja. Er wirkt etwa um das Jahr 520 v. Chr. Das ist die Zeit, in der das Volk Israel nach der Babylonischen Gefangenschaft wieder mit dem Aufbau der Stadt und der Gesellschaft beschäftigt ist. Dabei gibt es Unrecht, Egoismus und Machtstreben.

Dem setzt Sacharja seine Vision eines friedvollen Hirtenkönigs entgegen, der mit seiner Fürsorge und seiner Solidarität mit den Armen die Herrschaft der Oberschicht beendet.

Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.
Ich vernichte die Streitwagen aus Efraim und die Rosse aus Jerusalem, vernichtet wird der Kriegsbogen.
Er verkündet für die Völker den Frieden; seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Eufrat bis an die Enden der Erde.

Gedanken zur 2. Lesung Röm 8, 9.11-13:

Wieder begegnet uns ein Gegensatzpaar: Geist und Fleisch. Mit „Fleisch“ bezeichnet Paulus das Leben, das sich an Werten wie Macht, Besitz, gesellschaftlicher Stellung oder „Lifestyle“ orientiert. „Geist“ steht für die Werte, die Jesus vertritt: Solidarität, Hilfe, Gerechtigkeit, Erbarmen, Lebensförderung für alle. Und wieder geht es Paulus um unsere Grundsatzentscheidung.

Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm.
Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.
Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder, so dass wir nach dem Fleisch leben müssten. Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müsst ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die (sündigen) Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben.

Gedanken zum Evangelium Mt 11, 25-30:

Im heutigen Evangelium wird sichtbar, auf wessen Seite Jesus steht. Es sind die „Unmündigen“ (heute würden wir vielleicht von „bildungsfern“ sprechen), es sind die Belasteten, es sind die, die sich in ihrem Leben abmühen müssen. Dabei können wir an wirtschaftliche Probleme denken, an seelische Belastungen oder auch an Menschen, deren schwierige Startbedingungen sich bis ins hohe Alter fortsetzen. Bei Jesus muss man sich nicht an irgendwelchen (gesellschaftlichen) Maßstäben orientieren. Es reicht, so zu sein, wie man ist.

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht.

Fürbitten:

Guter, lebensfreundlicher Gott, Dein Herz schlägt für die Bedrückten und Beladenen. Deshalb bitten wir Dich:

  • Gib all denen Lebenskraft und Lebensmut, die keine Freude mehr in ihrem Leben spüren können.
  • Stärke die Widerstandskraft all derer, die sich nicht mit gesellschaftlicher Ungerechtigkeit und Diskriminierung abfinden können.
  • Hilf den Opfern von Gewalt, Krieg und Verfolgung.
  • Heile die Kranken und gib ihnen freundliche und kompetente Pflegende zur Seite.
  • Gib den Sterbenden die Zuversicht, dass ihr Leben in Deiner Liebe weitergeht.

Gott, du bist wie ein liebevoller Vater und eine fürsorgliche Mutter. So hat Dich dein Sohn Jesus verkündet, unser lieber Freund und Bruder. Daraus schöpfen wir Trost und Zuversicht – heute und an jedem Tag unseres Lebens. Amen

Anbetung: (GL 675, 3 gekürzt)

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich, denn durch dein Kreuz hast du die Welt erlöst.

Sieh auf die Ängste und die Verwirrung vieler: Du weißt, was Angst ist.

Sieh auf die Zwänge und Fesseln, die das Leben einengen: Du weißt, was es bedeutet, unfrei zu sein.

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich, denn durch dein Kreuz hast du die Welt erlöst.

Schau auf die Lasten und Kreuze, die Menschen tragen: Du weißt, wie drückend ein Kreuz sein kann.

Schau auf die Leidenden, die an Leib und Seele ausbluten: Du weißt, wie Schmerz und Kummer quälen.

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich, denn durch dein Kreuz hast du die Welt erlöst.

Hör auf die Schreie der Geschundenen und Geschlagenen: Du weißt, was es heißt, Opfer der Menschen zu sein.

Hör auf das Flehen der Kranken und Sterbenden: Du weißt, was Einsamkeit und Verlassenheit ist.

Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich, denn durch dein Kreuz hast du die Welt erlöst.

Vater unser

Segen:

Und berührt uns ein Hauch der Liebe, dann ahnen wir die Herrlichkeit, die verborgen in allem atmet und lebt.

So segne uns und alle Menschen dieser Welt der gute und barmherzige Gott!  + Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen

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