Seniorenbeauftragte

Fortbildungsprogramm des Landesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement in Bayern e.V. für 2017

Das Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement in Bayern e.V. hat sein Programm für das 1. Halbjahr 2017 veröffentlicht. Es enthält Fortbildungsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themenstellungen rund um das bürgerschaftliche Engagement, darunter Veranstaltungen zur Arbeit mit Ehrenamtlichen, zur Veranstaltungsorganisation, zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und zu rechtlichen Fragen in der Flüchtlingshilfe. Auf der Homepage des LBE finden Sie neben den eigenen Fortbildungsangeboten auch Links zu den Seminaren andere Anbieter: www.lbe.bayern.de.

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Hilfsmöglichkeiten bekannt machen

Am Mittwoch wurde in der Sendung „Jetzt red i“ im Bayerischen Fernsehen u.a. beklagt, dass die Angehörigen keine Informationen bekämen, wenn sie Hilfe brauchen. Diese Informationen sind jedoch sehr wohl verfügbar: zum einen über die Pflegeberatung der Krankenkassen (z.B. der AOK), zum anderen auch über die Seniorenbeauftragten (deswegen schreibe ich diesen Artikel grade). Beides scheint aber nicht sehr bekannt zu sein.

So möchte ich zum einen die Seniorenbeauftragten ermutigen, in ihrem gemeindlichen Mitteilungsblatt bzw. den kirchlichen Pfarrnachrichten sich selbst und das Angebot, Informationen  (etwa an Hand meiner Hilfenetzwerkliste) weiterzugeben, zu veröffentlichen. Das scheint not-wendend und hilfreich zu sein.

Zum zweiten jedoch möchte ich alle Hilfsbedürftigen, die Angehörigen und auch das Umfeld ermutigen, diese Hilfe anzufragen beim jeweiligen Seniorenbeauftragten. (Wissen Sie eigentlich, wer das bei Ihnen ist?)

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Auf dieser Seite wird es immer wieder Beiträge geben, die über die Arbeit der Seniorenbeauftragten informiert. Heute schreibe ich mal über die Aufgaben der Seniorenbeauftragten.

Es gibt – so weit ich weiß – in fast jeder Kommune und Pfarrei unseres Landkreises eine/n Seniorenbeauftragte/n. (Ich verwende in Zukunft die weibliche Schreibweise [da es mehr Frauen als Männer gibt], aber die Männer werden das für sich übersetzen.) Die Aufgaben der Seniorenbeauftragten sind nicht eindeutig und klar umrissen. Dadurch haben sie zum einen Freiheiten, zum anderen aber auch die Notwendigkeit, ihre Aufgaben zu definieren. Für die Gemeindemitglieder bedeutet dies, dass die eine Seniorenbeauftragte diesen Schwerpunkt setzt und eine andere einen anderen.

Als wichtigste gemeinsame Aufgabe haben wir beschrieben, dass sie Hörrohr und Sprachrohr sein sollen. Das bedeutet: die Seniorenbeauftragte nimmt wahr, wie die Senioren vor Ort leben, welche Probleme es gibt, aber auch welches Potenzial in den Senioren vorhanden ist. Beides bringt sie in ihrem Gremium zur Sprache und wirkt so mit, dass das Bewusstsein der (Pfarr-)Gemeinderatsmitglieder sich verändert.

Gegenüber den Senioren kann die Seniorenbeauftragte Hilfe vermitteln (etwa mit dem Hinweis auf meine Hilfenetzwerkliste). Sie muss diese Hilfe nicht selbst leisten, sondern bildet eine Schnittstelle zwischen Bedürftigkeit und Angebot. Die Seniorenbeauftragte erhält ihre Informationen durch das Treffen der Seniorenbeauftragten zweimal im Jahr und durch Veröffentlichungen (etwa der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen).

Manche Seniorenbeauftragten organisieren bestimmte Veranstaltungen, etwa in Mühldorf, Waldkraiburg und Neumarkt-St. Veit die Ü-60-Messe. Oder Vorträge zu bestimmten Themen (etwa das neue Pflegestärkungsgesetz). Andere engagieren sich in den örtlichen Seniorenheimen beim Besuchsdienst, wieder andere vermitteln die Beratung bei Wohnraumgestaltung. Auch der Blick auf die örtlichen Gegebenheiten (etwa ob es ein Friedhofsbankerl zum Ausruhen oder zum Ratschen gibt) bietet Handlungsoptionen für die Seniorenbeauftragte. So helfen sie, dass unsere Gemeinden möglichst lange für die Senioren lebenswerten Orte bleiben, in denen sie aktiv und selbstbestimmt am Leben teilnehmen können oder im Pflegefall gut versorgt daheim bleiben können. Dazu zählt übrigens auch die Unterstützung der pflegenden Angehörigen, die immer dringend Entlastung brauchen.

Versuchen Sie doch mal herauszufinden, wer in Ihrer Pfarrei oder Kommune die Seniorenbeauftragte ist und nehmen Sie mit ihr Kontakt auf. Das freut zum einen die Seniorenbeauftragte und bedeutet zugleich eine wichtige Unterstützung (die die Seniorenbeauftragten ebenfalls benötigen).