Kleine Sonntagsgottesdienste

Gottesdienst zum 2. Sonntag der Osterzeit am 11. April 2021

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Was sehen Sie hier:

Nichts? – Nur Weiß? Das Kästchen lässt Raum, es zu füllen: mit Wörtern, mit Zeichen, mit Zeichnungen, mit Erinnerungen, mit Gefühlen ….

Der heutige Sonntag heißt: der „Weiße Sonntag“. Vielleicht steckt darin auch der Auftrag, die Welt mit Farbe zu füllen? Jedenfalls erinnert man sich an das weiße Gewand, welches die Christen bei ihrer Taufe bekommen haben. Die Farbe „weiß“ symbolisiert dabei die Reinheit und die Unschuld.

Unser Leben ist jedoch nicht frei von Schuld, Versagen und Misslingen.

So grüßen wir den, der unser Leben in das helle und strahlende Licht des göttlichen Erbarmens stellt:

Kyrie:

Herr Jesus Christus, du hast den Sündern vergeben und ihnen die Barmherzigkeit Gottes zugesagt. Herr, erbarme dich unser!

In deiner Auferstehung hast du uns eindrücklich gezeigt, wie sehr Gott dich und alle Menschen liebt. Christus, erbarme dich unser!

Seither lockst du die Menschen, deinem Weg der Barmherzigkeit zu folgen.

Herr, erbarme dich unser!

Ja, der Herr erbarmt sich unser. So können wir jeden Tag neu zu leben anfangen. Amen

Gebet:

Barmherziger Gott, durch die jährliche Osterfeier erneuerst du unseren Glauben. Lass uns immer tiefer erkennen, wie heilig das Bad der Taufe ist, das uns gereinigt hat, darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Gedanken zur 1. Lesung: Apg 4, 32–35

Die Apostelgeschichte zeichnet in der heutigen Lesung das Idealbild einer christlichen Gemeinde. Dass nicht alles so ideal war, wird schon zwei Verse weiter deutlich. Dennoch zeigt sich, wie wichtig Solidarität und die Hingabe an andere Menschen als Markenzeichen für Christ*innen sind.

Die Menge derer, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.

Zwei Gedanken zur 2. Lesung: 1 Joh 5, 1–6

Im Altorientalischen Raum bedeutete „lieben“, einen Vasallenvertrag einzuhalten mit allen Geboten und Verboten (so David Carr, Einführung in das Alte Testament, S. 170). Dafür war der Schutz des Herrschers sicher.

Das hebräische Wort für „Gebot“ meint oft einfach nur „Wort“. Im Neuen Testament wird das griechische Wort für „Anordnung, Befehl“ gewählt. Es kommt vor allem im johanneischen Schriftgut und bei Paulus vor.

Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott gezeugt und jeder, der den Vater liebt, liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist. Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben: wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen. Denn darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt. Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube. Wer sonst besiegt die Welt, außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist? Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist: Jesus Christus. Er ist nicht nur im Wasser gekommen, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt; denn der Geist ist die Wahrheit.

Gedanken zum Evangelium: Joh 20, 19–31

Bemerkenswert, dass der Evangelist, dem es am meisten um Erkenntnis geht, den „Zweifler“ Thomas so prominent erwähnt. Er sucht handfeste Beweise und das Sehen gegenüber einem blinden und fühllosen Glauben. Gerade darin ist er vielen von uns so nah! Jesus nimmt ihn ernst und lässt ihn nicht nur ahnen, sondern in der Begegnung lässt er ihn auch sehen und spüren.

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. Thomas, der Dídymus – Zwilling – genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Andacht (Katholische Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz, Nr. 467, gekürzt)

Gott, du Freund des Lebens, du kennst unsere Ängste und unsern Lebenshunger. Wir haben Angst vor der Zerstörung unsrer Lebensgrundlagen, Angst vor Unfall und unheilbarer Krankheit, Angst, am Ende unsres Lebens erkennen zu müssen, dass wir nicht wirklich gelebt haben. Je mehr diese Angst über uns kommt, desto mehr hungern wir nach Leben. Du allein kannst unsern Lebenshunger stillen.

Wir vertrauen dem Wort deines Sohnes: wer glaubt, hat das ewige Leben.

Dein Sohn ist gekommen, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben. Er wollte nicht, dass alles beim Alten bleibt. Mit Ausnahme von ein paar Getreuen waren die Menschen, denen er begegnete, nicht bereit, das Wagnis des neuen Lebens einzugehen.

Wer ihm vertraut, der hat das ewige Leben.

Es ist ein Leben, das kraft der Auferstehung Jesu von der Herrschaft des Todes befreit und im Glauben an Jesus Christus schon jetzt wirksam ist.

Gott des Lebens, dein Sohn hat uns ein Leben in Fülle verheißen. Lass uns auf dem Weg, den er gegangen ist, unser Ziel erreichen. Gib uns den Mut, gegen alle todbringenden Mächte dieser Welt anzugehen und dem Leben zu dienen. Wir bitten dich darum durch Christus, Jesus, den auferstandenen Herrn und unseren Bruder. Amen

Fürbitten

Lebendiger Christus, wir vertrauen Dir die Nöte unserer Welt an und bitten Dich:

  • Setze dich dafür ein, dass die Kinder eine gute Bildung bekommen und so die Chance auf ein menschenwürdiges Leben erhalten.
  • Verhilf den Menschen, die unter einer ungerechten Wirtschafts-ordnung zu leiden haben, zu einem Leben in Gerechtigkeit.
  • Lass die Obdachlosen einen Ort finden, an dem sie sich geborgen, sicher und zu Hause fühlen können.
  • Verhilf den Opfern von Diskriminierung, Verfolgung und Gewalt zu einer Stimme, die gehört und bezeugt wird.
  • Steh den Kranken bei, die um ihr Leben ringen und deren Lebenskraft sich dem Ende neigt.

Jesus Christus, wir wissen schon, dass du unserer Hilfe und Mitwirkung bedarfst. Aber ohne dich vermögen wir wenig. So stellen wir uns unter dein Wort und dein Gebot der Menschenliebe. Begleite uns darin heute, morgen und an jedem Tag unseres Lebens. Amen.

Vater unser

Segen

Wer segnet, verteilt Wohlwollen und Sympathie, erweist Respekt; betet selbstlos.                                              (Adalbert Ludwig Balling, Segnen bringt Segen, 1986, S. 10)

So segne uns, Gott, und verteile dein Wohlwollen und deine Sympathie auf uns alle – Du, der gute Gott, der Vater, der Sohn und der heilige Geist. Amen

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