Kleine Gottesdienste

Gottesdienst zum 3. Fastensonntag am 8. März 2026

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen

Lied: GL 272 Zeige uns, Herr

Einleitende Gedanken:

Jede*r von uns versucht, das Leben so gut wie möglich zu bestehen. Dabei gibt es Rückschläge, Missgeschicke, auch Versagen. Sollten wir deshalb alles Bemühen einstellen? Aus lauter Angst vor weiteren Erfahrungen von Ungenügen und Schuld?

Gott vergibt die Schuld, Gott ermöglicht uns immer wieder einen Neuanfang, Umkehr.

Kyrie:

Herr Jesus Christus, du weißt um unsere begrenzten Möglichkeiten. Herr, erbarme dich unser!

In deinem Erbarmen ermöglichst du immer wieder einen Neustart. Christus, erbarme dich unser!

Auch wenn du fern scheinst, bist du uns doch in deiner Güte nahe. Herr, erbarme dich unser!

Tagesgebet: (Katholisches Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz Nr. 403, gekürzt)

Gott des Lebens, wie sehr du uns Menschen liebst, zeigst du in deinem Sohn Jesus. Du hast ihn gesandt, die Verlorenen zurückzuholen. In ihm erfahren wir, dass du in Liebe auf uns zukommst und uns befähigst, umzukehren zu dir. Dein Geist führe uns zum Leben in Fülle, das du uns schenkst in Jesus, deinem Sohn, unserem Bruder und Herrn. 

Einleitung zur 1. Lesung: Ex 17, 3–7

Führt Gott ins Verderben? So erleben es die Israeliten auf ihrer Wüstenwanderung. Auch Mose selbst fürchtet um Leib und Leben. Wieder einmal weist ihn Gott darauf hin, dass er nicht alleine ist, dass er die Verantwortung für sein Volk nicht allein zu tragen hat, dass er sich Unterstützung holen darf und soll. Daraufhin wird eine Lösung, wird Rettung sichtbar.

In jenen Tagen dürstete das Volk nach Wasser und murrte gegen Mose. Sie sagten: Wozu hast du uns überhaupt aus Ägypten heraufgeführt, um mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben zu lassen? Mose schrie zum Herrn: Was soll ich mit diesem Volk anfangen? Es fehlt nur wenig und sie steinigen mich. Der Herr antwortete Mose: Geh am Volk vorbei und nimm einige von den Ältesten Israels mit; nimm auch den Stab in die Hand, mit dem du auf den Nil geschlagen hast, und geh! Siehe, dort drüben auf dem Felsen am Horeb werde ich vor dir stehen. Dann schlag an den Felsen! Es wird Wasser herauskommen und das Volk kann trinken. Das tat Mose vor den Augen der Ältesten Israels. Den Ort nannte er Massa und Meríba, Probe und Streit, weil die Israeliten gehadert und den Herrn auf die Probe gestellt hatten, indem sie sagten: Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?

Einleitung zur 2. Lesung: Röm 5, 1–2.5–8

Der Römerbrief zählt zu den ältesten Schriften des Neuen Testaments. In ihm entfaltet Paulus seine Theologie. Gerechtigkeit, Glaube, Liebe und Hoffnung sind dabei Zentralworte.

Im Gegensatz zu einigen heutigen Bestrebungen, die Bibel machtpolitisch zu missbrauchen, betont Paulus, dass Gott die Schwachen und die Sünder im Blick hat – die wir alle sind.

Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir auch im Glauben den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Die Hoffnung aber lässt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Denn Christus ist, als wir noch schwach waren, für die zu dieser Zeit noch Gottlosen gestorben. Dabei wird nur schwerlich jemand für einen Gerechten sterben; vielleicht wird er jedoch für einen guten Menschen sein Leben wagen. Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Einleitung zum Evangelium: Joh 4, 5–15.19b–26.39a.40–42

Für das heutige Evangelium habe ich aus Platzgründen die (ziemlich zerstückelte) Kurzfassung gewählt. Es lohnt sich jedoch, die ganze Begegnung zwischen der Samariterin und Jesus zu lesen.

In jener Zeit kam Jesus zu einer Stadt in Samárien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine Frau aus Samárien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die Samaríterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samaríterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samarítern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen! Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht. Aus jener Stadt kamen viele Samaríter zum Glauben an Jesus. Als die Samaríter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.

Gedanken:

Dieses Stück Evangelium hat mich lange Zeit ziemlich aufgebracht. Mich ärgert die Art, wie Jesus der Frau begegnet: von oben herab, als Mann gegenüber der Frau, als Jude gegenüber der Samariterin. Er benimmt sich wie ein Mann, der meint, der fremden Frau sagen zu können, was sie zu tun und zu sagen hat. Darin erinnert er mich sehr an eine Art von Männlichkeit, die es auch heute wieder verstärkt gibt – und die sich als den Frauen überlegen wähnt.

Aber er trifft auf eine selbstbewusste Frau, die in ihrem Leben viel erlebt hat und wohl auch durchleiden musste. Die sich eben nicht einschüchtern lässt, die Jesus auf Augenhöhe begegnet, die bei ihrem eigenen Thema bleibt.

So ist es kein Wunder, dass dieses Gespräch gründlich daneben geht. Beide sprechen auf unterschiedlichen Ebenen: die Frau spricht konkret vom Wasser, Jesus spricht auf einer spirituellen Ebene vom Wasser ins ewige Leben.

Erst als Jesus lernt und begreift (und das ist ein sehr sympathischer Zug an ihm), dass er sich auf die Lebenswirklichkeit der Frau einstellen muss, bekommt das Gespräch eine Wendung und Tiefe (allerdings ist dieser Teil des Gesprächs leider in der Kurzfassung weggefallen).

  • So weit – so gut. Wir, die in der Nachfolge Jesu stehen wollen, können daraus lernen, dass eine Verkündigung bei der Lebenswelt der Menschen ansetzen muss, wenn sie „Erfolg“ haben soll. Und dass wir den Menschen auf Augenhöhe begegnen sollen.

In der Kurzfassung ist jedoch eine zweite Passage ausgelassen. Und diese Passage hat mich in der Vorbereitung auf diesen Gottesdienst sehr gefreut:

Die Frau geht in ihre Stadt zurück und erzählt von diesem Gespräch. Sicher (wie immer in der Bibel) viel ausführlicher als es hier beschrieben wird.

Und durch sie – die Frau! – kommen viele zu Jesus. Es ist eben nicht Jesus, der Mann, sondern diese Frau. Was für ein Selbstbewusstsein, welche Ausstrahlung muss diese Frau gehabt haben! Sie, die in der Mittagshitze alleine zum Brunnen geht (wenn sonst niemand dort hingeht!), geht jetzt auf die Menschen zu und erzählt.

Wenn man sich einem Menschen anvertrauen kann mit seiner Lebensgeschichte und dieser Mensch erstmal von sich selber absieht und stattdessen mit offenem Ohr und offenem Herzen zuhört: dann geschieht eine allmähliche Wandlung. Dann zeigt sich Erlösung, zeigt sich Gott.

Fürbitten:

Guter Gott, du kannst Menschen verwandeln und ihnen die Kraft zur Veränderung geben. Wir bitten dich:

  • Gib den Politikern, die heute in die Verantwortung für andere gewählt werden, einen offenen Blick und ein verstehendes Herz für die Sorgen und Nöte der Menschen.
  • Wirke Frieden überall auf der Welt – sei es im Großen von Ländern oder auch im Kleinen von Beziehungen.
  • Gib allen Menschen, deren Leben von hohen Belastungen geprägt ist, viel Hilfe und Unterstützung von denen, die dazu in der Lage sind.
  • Mach allen Mut, die unter dem Gefühl von Versagen und Ungenügen leiden und gib ihnen die Kraft, es von Neuem zu wagen.
  • Hilf den Männern mit einem übersteigerten Männerbild, die Frauen als gleichwertig und auf Augenhöhe wahrzunehmen.
  • Sei den Menschen nahe, die am Ende ihre Lebens angelangt sind und führe sie in deine Barmherzigkeit.

Gott, du bist die Güte und die Barmherzigkeit. Aus dir heraus wollen wir unser Leben in der kommenden Woche wagen – mit dir an unserer Seite. Darauf vertrauen wir in Jesus Christus, unserem lieben Freund und Bruder. Amen

Andacht: (Katholisches Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz Nr. 407, gekürzt)

Treuer Gott, unsere Welt wird vom Recht des Stärkeren beherrscht. Wir leiden darunter, wenn Stärkere und Mächtiger uns für ihre Ziele missbrauchen. Sind wir selber überlegen, dann nehmen wir unseren Vorteil wahr. Du aber setzt andere Maßstäbe: wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein. Darum bitten wir:

Lass uns einander begegnen in zuvorkommender Liebe.

Du sorgst dich um alle, besonders um die Kleinen und Schwachen. Dem kleinen Volk Israel bleibst du treu, auch wenn es nicht auf deine Stimme hört und eigene Wege geht.

Du hältst zu ihm, führst es aus der Knechtschaft und lässt es in der Wüste nicht im Stich. Darum bitten wir:

Führe auch uns deine Wege.

Treuer Gott, Jesus Christus hat niemand zurückgewiesen, der auf ihn zukam. Gib uns den Mut, dass wir uns einsetzen für eine gerechte und solidarische Welt, in der alle einander achten und lieben als deine Söhne und Töchter.

Hilf uns, füreinander da zu sein, wie dein Sohn Jesus für uns da ist.

Vaterunser

Gebet:

Gott, ermutige uns zu Begegnungen, die die anderen Menschen sieht in ihrer Würde, die alle in gleicher Weise von dir haben. So können wir einander zum Segen werden in Jesus Christus, unserem Bruder und Herrn. Amen

Segen:

Der Segen Gottes erfülle alle Menschen mit seinem Heil. Er gebe uns allen die Kraft, unser Leben immer wieder neu auszurichten, sodass Gottes Güte und Menschenfreundlichkeit immer größer werden. So segne uns der gute Gott – der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Quellen:

Gotteslob: Katholisches Gebet- und Gesangbuch; Ausgabe für die Erzdiözese München und Freising; Herausgegeben von den (Erz-)Bischöfen Deutschlands und Österreichs und dem Bischof von Bozen-Brixen.

Katholisches Gesangbuch, Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz, Herausgegeben im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz, Zug 1998

Biblische Texte zitiert nach: https://schott.erzabtei-beuron.de

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Gottesdienst zum 2. Fastensonntag am 1. März 2026

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen

Lied: GL 140 Kommt herbei

Einleitende Gedanken:

Heute werden uns Wege vor Augen geführt in den Lesungen dieses Sonntags. Abram – Paulus – Jesus und drei seiner Jünger.

Welche Wege sind Sie in der vergangenen Woche gegangen?

  • Wege mit einem bestimmten Ziel. Wege hin zu bestimmten Aufgaben.
  • Oder auch Schlenderwege ohne Ziel und Bestimmung.
  • Wege hin zu Menschen, hin zu Begegnungen – im Guten wie im Schwierigen.
  • Wege auch zu Ihnen selbst. Wege der Begegnung mit Ihrem eigenen Ich.

Ihr letzter Weg hat Sie zu diesem Gottesdienst geführt.

In die – erhoffte, ersehnte, benötigte – Begegnung mit Gott.

Kyrie:

Herr Jesus Christus, du warst dein ganzes Leben unterwegs. Herr, erbarme dich!

Deine Wege als Erwachsener haben dich immer wieder zu den Menschen geführt. Christus, erbarme dich!

Deine Wege haben dich auch immer wieder in die Begegnung mit Gott geführt. Herr, erbarme dich!

Tagesgebet

Guter Gott, Du bist ein Gott der Wege. Du hast Abraham begleitet, du hast dein Volk Israel aus Ägypten heraus begleitet und in der Gefangenschaft von Babylon. In Jesus begleitest du die Menschen in ihrer Sehnsucht nach Heilung und Heil. Sei nun auch unser Lebenswegbegleiter, vor allem, wenn wir der wohlwollenden Begegnung mit anderen Menschen bedürfen. Darum bitten wir dich heute und alle Tageunseres Lebens. Amen

Einleitung zur 1. Lesung: Gen 12, 1–4a

Wir sind ganz am Anfang der Geschichte mit Abram. Damals hieß er noch nicht Abraham. Das erste Wort, das Gott ihm sagt, heißt: Geh fort! Damit fängt alles an.

Geh fort aus deiner Familie, aus deiner Herkunft. Löse dich von bisherigen Bindungen und Prägungen. Werde selbständig. Finde deinen eigenen Weg. Unter meinem Segen.

In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram: Geh fort aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich werde segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den werde ich verfluchen. Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen. Da ging Abram, wie der Herr ihm gesagt hatte.

Einleitung zur 2. Lesung: 2 Tim 1, 8b–10

Paulus schreibt diesen Brief aus dem Gefängnis in Rom. Das ist sein letzter Ort am Ende seines Lebens. Dieses Leben war auch von vielen äußeren und ebenso auch inneren Wegen gekennzeichnet. Paulus empfindet jedoch keine Bitterkeit, sondern im Gegenteil erlebt er sich als ein Gerufener, als ein Geretteter.

Leide mit mir für das Evangelium! Gott gibt dazu die Kraft: Er hat uns gerettet; mit einem heiligen Ruf hat er uns gerufen, nicht aufgrund unserer Taten, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade, die uns schon vor ewigen Zeiten in Christus Jesus geschenkt wurde; jetzt aber wurde sie durch das Erscheinen unseres Retters Christus Jesus offenbart. Er hat den Tod vernichtet und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium.

Einleitung zum Evangelium: Mt 17, 1–9

Im Abschnitt vor unserem heutigen Evangelium geht es um die Nachfolge Jesu. Er sagt zu seinen Jüngern: „Wenn einer hinter mir her gehen will…“ (Mt 16,24).

Jetzt führt er drei seiner Jünger auf einen hohen Berg. Das ist in der Bibel immer ein Ort der Begegnung mit Gott. Auch die Wolke und der Schatten sind Kennzeichen Gottes.

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elíja und redeten mit Jesus. Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elíja. Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht! Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist!

Gedanken:

Wie reagieren die verschiedenen Menschen auf die Begegnung mit dem Göttlichen? Es sind ja keine alltäglichen Erfahrungen. Sie erleben sie also erstmal als etwas Neues, Unbekanntes.

  • Abram hört eine Stimme. Sie gehört einem Gott, den er nicht kennt. Abram ist ein Senior von 75 Jahren und in Mesopotamien in einer ganz anderen religiösen Tradition großgeworden. Abram hört eine Stimme – und geht los. Als Senior mit 75 Jahren.
  • Paulus hat eine Erscheinung (Apg 9). Er stürzt vom Pferd und erblindet. Er erfährt (trotz dessen verständlichem Widerstand gegenüber dem Verfolger) Aufnahme bei Hananias und Heilung. Danach war sein Leben wie verwandelt und er musste in der noch kleinen und jungen Gemeinde der Jesusnachfolger um Vertrauen kämpfen.
  • Die drei Jünger sind zunächst verwirrt. Petrus als Handwerker denkt in seiner gewohnten Kategorie und will drei Hütten bauen. Er hält sich an dem fest, was er kennt und was er kann. Dann aber kommen der Schrecken und die Furcht.

[Kleine Zwischenbemerkung: Der Satz: „Dieser ist mein geliebter Sohn“ entspricht Mt 3, 1 (Taufe), dort wird aber keine Reaktion der Umstehenden berichtet.]

Jetzt ist die Bibel kein Tatsachenbericht und schon gar kein Augenzeugenbericht. Alles wurde Jahrzehnte (bei Abram sogar Jahrhunderte) später aufgeschrieben. In diesen Beschreibungen wird jedoch sichtbar, dass eine göttliche Erscheinung etwas Ungewöhnliches ist, das die Menschen buchstäblich umhaut und in die Gänge bringt. Gottes Anrede verändert menschliches Leben.

In unserem Alltag werden die wenigsten so etwas Großartiges erfahren haben.

Und doch taucht Gott auch in unserm normalen Alltag auf. Bloß viel schwerer zu erkennen, viel schwerer zu identifizieren.

Vielleicht ist da das Wort „Segen“ ein Wegweiser. Abram, Paulus, die drei Jünger wurden für andere zum Segen.

Bestimmt gibt es das auch heute, dass ein Mensch das Wort an Abram in seinem Leben umsetzt: „Du wirst ein Segen sein!“ (so kann man statt „du sollst“ auch richtig übersetzen)

Bestimmt gibt es das auch heute, dass ein Mensch dem anderen zum Segen wird. Durch Kleinigkeiten wie ein Lächeln, ein nettes, kurzes Gespräch an der Kasse, ein aufmunternder Blick …. Oder auch durch etwas Größeres: eine Hilfe, ein offenes Ohr, das gemeinsame Aushalten einer schweren Lebensphase, das Teilen des Lebensweges … In all dem – und noch viel mehr – wird Gott sichtbar, spürbar, erlebbar. Ein Segen.

Bestimmt sind auch Sie für den ein oder die andere ein Segen.

Gebet: (Katholisches Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz Nr. 666, 2)

Du bist nicht der erste meiner Gedanken, Gott, denn die Gedanken sind dort, wo mein Herz schlägt: ich spüre ein Herz, das für mich schlägt; ich blicke in Augen, die mich suchen; ich höre eine Stimme, die mich wärmt; ich genieße die Hände, die mir Halt geben.

Du bist nicht der erste meiner Gedanken, Gott, denn die Gedanken sind dort, wo mein Herz schlägt. Doch mitten drin in der Zärtlichkeit dieser Hände, im Klang dieser Stimme, im Blick dieser Augen, im Schlag dieses Herzens, da spür ich deine Liebe, mein Gott.

Lied: GL 458 Selig seid ihr

Fürbitten:

Jesus Christus, Wegbegleiter von uns Menschen, wir bitten dich:

  • Begleite die Frauen und Männer, die heute als Pfarrgemeinderäte gewählt werden, auf ihrem Weg zu den Menschen, gerade zu denen außerhalb der Kirchenmauern.
  • Eröffne den Kindern, die sich in dieser Zeit auf die Erstkommunion vorbereiten, einen Weg zu einem lebendigen und tragfähigen Glauben.
  • Ermutige und stärke alle, die vor schweren Lebensentscheidungen stehen und lass sie eine lebensförderliche Perspektive entdecken.
  • Sei denen nahe, die vor lauter Verzweiflung nicht mehr aus noch ein wissen und für die schon der nächste Schritt undenkbar schwer ist.
  • Gib den Suchtkranken und ihren Angehörigen hilfreiche Wegweiser und Begleiter zur Hand auf ihrem Weg zu einem erfüllten Leben in der Abstinenz.
  • Halte die Hand derer, die am Ende ihres Lebensweges angekommen sind und zu dir in deine liebevolle Barmherzigkeit gelangen wollen.

Jesus Christus, wir bitten dich auch für unsere ganz persönlichen Anliegen. Bei dir wissen wir sie gut aufgehoben. Wir vertrauen Dir und Deiner Herzensgüte – heute und alle Tage unseres Lebens. Amen

Vaterunser

Gebet: (Katholisches Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz Nr. 726, 3)

Gott, mein Gott, wie kurz bemessen war die Zeitspanne von meiner Kindheit bis zum Altwerden! Wie nahe zusammengerückt sind die Jahre meines Lebens in meiner Erinnerung! Mir ist, als hätte ich alles durchmessen, was Menschendasein ausmacht: Freud und Leid, Hoffnung und Verzweiflung, Geborgenheit und Verlassensein, Sinnerhelltes und Unbegreifliches, Angst und Vertrauen.

Was bleibt, wenn ich alles überschaue, ist die Dankbarkeit für alles Schöne, für alles, was gelang, aber auch für Ungeheiltes, für Bestürzung über manches Versagen.

Mit dir gehe ich Hand in Hand in die Dämmerung, die nun herabsinkt, dem Licht entgegen, dem keine Dunkelheit mehr sich nahen kann.

Doch wie die Abendsonne alles in ihr mildes Licht taucht, so legt sich über das Gewesene der tröstende Glanz des Friedens.

Lied: GL 453 Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott

Segen:

Guter Gott, du begleitest unsere Menschenwege mit deinem göttlichen Segen; du lässt uns selber zum Segen werden, wenn wir in deiner Spur unser Leben versuchen. Auch dann, wenn uns etwas misslingt, bleibst du doch gegenwärtig mit deinem Segen.

So bitte ich dich: segne mich und alle Menschen dieser Welt und schenke uns allen dein Heil – du, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Quellen:

Gotteslob: Katholisches Gebet- und Gesangbuch; Ausgabe für die Erzdiözese München und Freising; Herausgegeben von den (Erz-)Bischöfen Deutschlands und Österreichs und dem Bischof von Bozen-Brixen.

Katholisches Gesangbuch, Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz, Herausgegeben im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz, Zug 1998

Biblische Texte zitiert nach: https://schott.erzabtei-beuron.de

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