Gottesdienst zum 16. Sonntag im Jahreskreis am 19. Juli 2026
+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Lied: GL 424 Wer nur den lieben Gott lässt walten
Einleitung:
Wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken, sehen Sie sicher, was Ihnen gelungen ist; was Sie geschafft haben; was Sie alles bewältigt haben; wo Sie zum Segen für andere geworden sind.
Sie werden bestimmt aber auch das andere sehen: was Ihnen nicht gelungen ist; wo Sie Fehler gemacht haben; wo Sie anderen und auch sich selbst das Leben eingeschränkt haben.
In den Lesungen erfahren wir von Gott, der bis ganz zum Schluss wartet und dann Milde und Nachsicht zeigt mit unserer Schwachheit.
So rufen wir zu ihm durch seinen Sohn Jesus Christus:
Kyrie
Herr Jesus Christus, du bist ein Freund der Schwachen und der Unvollkommenen. Herr, erbarme Dich unser.
Du zeigst den Sündern die Milde und die Güte Gottes und gibst ihnen die nächste Chance. Christus, erbarme Dich unser.
Du gehst auch den Verlorenen entgegen. Herr, erbarme dich unser.
Ja, der Herr erbarmt sich unser. Aus seiner Liebe und Barmherzigkeit heraus dürfen wir leben. Amen
Gebet:
Guter und milder Gott, die ganze Menschheitsgeschichte ist durchzogen von Taten und Zeichen deiner Menschenfreundlichkeit. Auch in den schwierigen Zeiten lässt du uns nicht allein. Du sagst uns ein wegweisendes Wort, du sagst uns ein ermutigendes Wort, du sagst uns ein lebenspendendes Wort. Öffne unsere Ohren und unsere Herzen für deine Nähe, darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren lieben Freund und Bruder. Amen
Einleitung zur 1. Lesung Weish, 12, 13.16-19:
Die Weisheitsliteratur im Ersten (Alten) Testament verbindet jüdische Traditionen mit der Weisheit anderer Völker. Neben Sprichwörtern und Erziehungsregeln finden sich darin auch theologische Reflexionen.
Im Hintergrund der heutigen Lesung stehen wohl schlechte Erfahrungen mit menschlichen Herrschern. Gott aber ist gerecht, er richtet in Milde und Nachsicht. Aus der Perspektive eines Sünders ist das eine erfreuliche und hoffnungsvolle Aussicht!
Wer darf sagen: Was hast du getan? Wer vermag sich deinem Urteilsspruch zu widersetzen? Wer könnte dich anklagen wegen des Untergangs von Völkern, die du selbst geschaffen hast? Wer wollte gegen dich auftreten als Anwalt schuldiger Menschen? Denn es gibt keinen Gott außer dir, der für alles Sorge trägt; daher brauchst du nicht zu beweisen, dass du gerecht geurteilt hast. Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit und deine Herrschaft über alles lässt dich gegen alles Nachsicht üben. Stärke beweist du, wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt, und bei denen, die sie kennen, strafst du die trotzige Auflehnung. Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde und behandelst uns mit großer Nachsicht; denn die Macht steht dir zur Verfügung, wann immer du willst. Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss, und hast deinen Söhnen die Hoffnung geschenkt, dass du den Sündern die Umkehr gewährst.
Einleitung zur 2. Lesung Röm 8, 23-27:
Bei Gott dürfen wir schwach sein. Endlich mal nicht die Starke sein müssen! Endlich mal nicht der Beste sein müssen! Endlich mal nicht für alles verantwortlich sein müssen!
So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können. Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.
Einleitung zum Evangelium Mt 13, 24-33: (Kurzfassung)
Wieder hören wir Gleichnisse. Beim ersten Gleichnis wird aber die Bearbeitung durch den Evangelisten sehr deutlich (in rot). Lesen Sie vielleicht mal nur das blau Geschriebene. Dann werden die Gelassenheit und die Zuversicht Jesu in das Wachsen des Himmelreiches so sichtbar wie in den beiden folgenden Gleichnissen.
Der rote Teil lenkt den Blick auf das Unkraut und „den Feind“. Er ist damit viel mehr von Angst geprägt – und von dem Wunsch, das vermeintlich Böse auszurotten. Das aber sollen wir dann doch lieber Gott überlassen, und zwar am Tag der Ernte. Erst dann kann man in der Natur, wie im menschlichen Leben das eine vom anderen unterscheiden.
Jesus erzählte seinen Jüngern noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan.
Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte.
Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.
Er erzählte ihnen ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es grösser als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.
Gedanken dazu:
Wenn Sie auf Ihr Leben zurückschauen (mag es nun kurz sein oder lang): Gibt es dort „Weizen“ oder „Unkraut“?
Vermutlich gibt es beides. Kein Leben ist zur Gänze gut, erfolgreich, fruchtbringend. Und keines ist gänzlich unnütz, schädigend, umsonst. In jedem Leben findet sich beides.
Jesus/ Gott geht da sehr gelassen damit um. Er lässt beides wachsen. Beides hat seine Lebensberechtigung. Beides darf sein. Beides hat auch seinen Nutzen. Der Weizen dient der Nahrung, das Unkraut dient zum Feuermachen – und damit zum Kochen der Nahrung, zur Wärme, zum Schutz vor wilden Tieren, zur nächtlichen Begegnung am Lagerfeuer.
Was wofür taugt, das kommt erst am Ende auf.
So ist es auch mit unserem Leben. Manches Widrige und Lebenshinderliche kann eine Entwicklung in Gang setzen, die zum Lebensförderlichen wird. Manche Menschen mit einer schwierigen Kindheit setzen sich für Kinder ein, um sie vor ähnlichen Erlebnissen zu schützen. Manche Frauen mit der Erfahrung von Gewalt durch Männer setzen sich für den Schutz bedrohter Frauen ein oder mahnen besseren Schutz durch Gesetze und Ämter an. Manche Menschen, die Not am eigenen Leib erfahren haben, sind sensibler für die Nöte anderer.
Natürlich gibt es auch das andere: dass „Unkrauterfahrungen“ die Herzen verhärten, Rachegelüste hervorrufen, weiteres „Unkraut“ hervorbringen.
Dann gibt es aber in jedem Leben auch den „Weizen“. Gott sei Dank!
Und „Gott sei Dank!“ leben wir nicht alleine, sondern können uns gegenseitig zum Lebensförderlichen hin befruchten. Wie eine Gründüngung das Weizenfeld.
Fürbitten:
Menschenfreundlicher Gott, unsere Welt und viele Menschen leben in großen Belastungen:
- Lass deine Milde und Güte auch in den Herzen der Menschen groß werden.
- Richte diejenigen wieder auf, die unter der Last einer Schuld zusammenbrechen.
- Gib den Opfern von Gewalt und Unterdrückung wieder das Gefühl von Freiheit und Sicherheit.
- Wirke Frieden überall dort, wo die Menschen dazu nicht in der Lage sind.
- Stärke die, die sich für soziale Gerechtigkeit und menschenwürdige Lebensbedingungen einsetzen.
- Gib allen, die Angst haben vor einer Verurteilung durch dich, viel Hoffnung und Zuversicht auf deine göttliche Barmherzigkeit.
- Steh den Sterbenden bei und hilf ihnen, sich mit ihrem Leben auszusöhnen.
Gott, stärke unseren Glauben, wenn er angesichts der Verhältnisse in dieser Welt ins Wanken gerät. Ermutige uns in allen Zweifeln und gib uns freundliche Begleiter. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren lieben Freund und Bruder. Amen
Anbetung: GL 677, 4 (gekürzt)
Solange wir leben, hoffen wir. Leben ohne Hoffnung ist finster und dumpf. Ohne Aussicht und Zuversicht verwelken wir. Es genügt nicht, sich selber Hoffnung zu machen. Hoffnung braucht einen Grund.
Du Gott und Ursprung unseres Lebens: Wir hoffen auf dich.
Du Gott und Atem unseres Lebens: Wir hoffen auf dich.
Du Gott und Ziel unsers Lebens: Wir hoffen auf dich.
Du Gott und Zukunft unseres Lebens: Wir hoffen auf dich.
Zwischen Angst und Hoffnung leben wir und möchten doch so gern glücklich sein und Sinn erfahren. Wenn Zweifel und Enttäuschung uns bedrängen: schenke uns Zukunft und Hoffnung.
Zwischen Angst und Hoffnung treiben wir und möchten doch so gern vorwärts gehen und Ziele sehen. Wenn Dunkelheit und Finsternis über uns kommen: Rette uns ins Licht und in die Freiheit.
Zwischen Angst und Hoffnung träumen wir und möchten eine neue Welt und einen neuen Menschen. Wenn Armut und Gewalt die Völker entzweien: Hilf uns zu Gerechtigkeit und Frieden.
Gott, du bist ein Freund des Lebens und willst, dass wir das Leben in Fülle haben. Mach uns zu Zeugen dieser Botschaft, dass wir Vertrauen säen, wo Ängste sind; dass wir Mut machen, wo Verzagtheit ist; dass wir Kraft schenken, wo Schwachheit lähmt.
Vater unser
Gebet: (Gl 16,5)
Gott, ich schaue zurück auf meinen Lebensweg. Viele Schritte haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich geworden bin. Du hast mich begleitet. Du hast mir Mut gemacht, auch wenn mein Pfad ins Dunkel ging.
Ich schaue nach vorne, auf das, was kommen wird – sorgenvoll und zuversichtlich; ängstlich und gelassen; mutlos und voller Neugier. Sei du meine Hoffnung. Bleibe bei mir, wenn es Abend wird.
Und ich schaue auf den heutigen Tag und sehe den göttlichen Glanz, der auf ihm liegt. Jede Stunde und jede Begegnung sind kostbare Geschenke von Dir. Du bist das Licht über meinem Weg. Du machst mein Leben hell und froh.
Segen:
Guter Gott, segne all unsere Taten – die gelungenen, aber auch die misslungenen. Segne unsere Begegnungen – die freudevollen, aber auch die belasteten. Segne unser Leben mit allem Schweren, was darin ist. So segne uns Du der Vater, der Sohn und der Heilige Geist Amen

Gottesdienst zum 15. Sonntag im Jahreskreis am 12. Juli 2026
+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Lied: GL 409 Singt dem Herrn
Einleitung:
In den heutigen Lesungen geht es um das Wachsen von Saat und um Ernte.
Von wem haben Sie etwas bekommen, das wie ein Samenkorn gewirkt hat?
Was ist in Ihrem Leben groß geworden und hat Frucht getragen?
Worin besteht Ihre bisherige Lebensernte?
Kyrie
Herr Jesus Christus, du bist das Wort, das Gott zur Welt gesandt hat. Herr, erbarme dich unser!
Du wirkst in der Welt, auch wenn es manchmal sehr unscheinbar ist. Christus, erbarme dich unser!
Lass deine frohe Botschaft in den Herzen der Menschen wachsen und groß werden. Herr, erbarme dich unser!
Ja, der Herr erbarmt sich unser mit seinem guten Wort. Wir sagen dafür „DANKE!“
Gebet: (Katholisches Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz Nr. 567)
Herr, gib uns Mut zum Hören auf das, was du uns sagst. Wir danken dir, dass du es mit uns wagst.
Herr, gib uns Mut zum Leben, auch wenn es sinnlos scheint. Wir danken dir, denn du bist unser Freund.
Herr, gib uns Mut zur Stille, zum Schweigen und zum Ruhn. Wir danken dir, du willst uns Gutes tun.
Herr, gib uns Mut zum Glauben an dich, den einen Herrn. Wir danken dir, denn du bist uns nicht fern.
Gedanken zur 1. Lesung Jes 55, 10-11:
Heute lesen wir den Abschluss des sog. „Zweiten Jesaja“. Dieser Prophet lebt während des Babylonischen Exils und führt die Botschaft des 1. Jesaja weiter. Er sieht die politischen Veränderungen, die mit dem Perser Kyrus kommen. Ihn, den heidnischen König, bezeichnet Deuterojesaja als „Gesalbten Gottes“ (45,1), der die Gefangenschaft beendet. So kann der Prophet neue Hoffnung verbreiten.
Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.
Gedanken zur 2. Lesung Röm 8, 18-23:
Der Römerbrief ist um das Jahr 58 entstanden. In Rom herrscht Kaiser Nero. Es ist für die junge Christengemeinde wohl eine schwere Zeit zwischen Kaiserkult und Gottesglauben.
Paulus eröffnet in der heutigen Lesung eine Perspektive, die das Leiden als etwas Vorläufiges und Vorübergehendes deutet. Das könnte (vielleicht) auch für uns in einer ganz anderen Situation (persönlich und gesellschaftlich) gelten.
Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.
Gedanken zum Evangelium Mt 13, 1-9:(Kurzfassung)
Wir sind es gewohnt, das Gleichnis zu hören mit der Deutung des Evangelisten im Ohr. Aber vielleicht zeigt uns der Sämann auch, dass genügend Samen vorhanden ist, um Vögel zu nähren; dass genügend Samen vorhanden ist, um Verluste verschmerzen zu können; dass genügend Samen vorhanden ist für eine reiche Ernte.
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen.
Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreissigfach. Wer Ohren hat, der höre!
Gedanken:
Wir Ältere sind es gewohnt, dafür Sorge tragen zu müssen, dass der Boden unserer Seele, unseres Lebens ein guter, fruchtbarer, lebensförderlicher Boden wird und bleibt.
Das war zumindest der Anspruch, der mit Hilfe dieses Gleichnisses erhoben wurde.
Die Realität unseres Lebens schaut freilich anders aus: es gab und gibt Prägungen, die eine freie Entfaltung unseres Samens unmöglich gemacht haben; es gab und gibt Zeiten der Dürre und der Trockenheit; es gab und gibt die widerspenstige Seite unserer Persönlichkeit; es gab Erfahrungen, die den lebensförderlichen Humus abgetragen haben bis auf den harten, felsigen Untergrund….
Das alles ist auch an uns und mit uns geschehen – und war der eigenen Wirkmächtigkeit entzogen.
Freilich gab und gibt es auch eigenes Versagen, Schuld, Verbohrtheiten, Irrungen etc.
Wo ein gutes Wort auf unsere tauben Ohren und unsere blinde Seele getroffen ist.
Für mich ist es da tröstlich, dass es eben auch den Teil der Saat gab und gibt, der auf guten Boden fiel und eine riesige Menge Frucht gebracht hat.
Frucht des Samens und des guten Bodens: mein offenes Ohr für den Hilfebedarf anderer; mein offenes Herz für die Ungerechtigkeiten dieser Welt im Großen und im Kleinen; meine helfende Hand, die zusammen mit meinem Wissen und meiner Kompetenz das Leben anderer erleichtern kann.
Fürbitten:
Menschenfreundlicher Gott, öffne die Herzen der Menschen für die Nöte der Welt:
- Gib all denen Orientierung, die dich verzweifelt suchen.
- Zeige dich denen, die sich schwer tun, deine Präsenz zu entdecken.
- Stärke die Kranken durch ein mitfühlendes Wort, das ihnen die Pflegeperson sagt.
- Gib Gerechtigkeit all denen, die unter Verfolgung und Unterdrückung leiden.
- Lass alle Menschen ihre Verantwortung für die Erhaltung der Natur erkennen und auch leben.
Gott, du hast die Welt geschaffen als einen Ort des Lebens, des Friedens und der Gemeinschaft. Dafür danken wir dir durch Jesus Christus, unseren lieben Freund und Bruder. Amen
Anbetung: (Sonnengesang des Hl. Franziskus GL 19, 2 gekürzt)
Höchster, allmächtiger, guter Herr, dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen. Dir allein, Höchster, gebühren sie. Kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.
- Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen, besonders dem Herrn Bruder Sonne, der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest. Schön ist er und strahlend mit großem Glanz: von dir, Höchster, ein Sinnbild.
- Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne. Am Himmel hast du sie geformt, klar und kostbar und schön.
- Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Wind, für Luft und Wolken und heiteres und jegliches Wetter, durch das du deine Geschöpfe am Leben erhältst.
- Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser. Sehr nützlich ist sie und demütig und kostbar und rein.
- Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt mit bunten Blumen und Kräutern.
- Gelobt seist du, mein Herr, für jene, die verzeihen um deiner Liebe willen und Krankheit ertragen und Not. Selig, die ausharren in Frieden.
Lobt und preiset meinen Herrn und dankt und dient ihm mit großer Demut.
Vater unser
Gebet: (Katholisches Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz Nr.587,1)
Herr, die Erde ist nur ein kleiner Stern im Weltall. Und doch hast du ihr das Geheimnis des Lebens geschenkt. Alles ist deine Schöpfung. Uns aber hast du die Sorge für die Erde übertragen: Pflanzen und Tiere hast du uns anvertraut, die Luft, das Wasser und den Boden. Gib uns Mut und Voraussicht, damit wir jetzt planen und tun, was der Erde das Leben erhält. Segne uns, damit auch unsere Kinder und Kindeskinder das Leben finden mit allen Geschöpfen der Erde. Amen
Segen:
So segne uns und alle Menschen dieser Welt der gute und barmherzige Gott! Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist + Amen
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