Gottesdienst zum Dreifaltigkeitssonntag am 31. Mai 2026
Lied: Großer Gott, wir loben dich (GL 380)
+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Einleitung:
Der heutige Sonntag ist der Dreifaltigkeitssonntag. Wir haben den Gottesdienst gerade mit dem Kreuzzeichen begonnen und dem Bekenntnis zum einen Gott in drei Personen.
Das Wort „Vater“ bezeichnet Gott als den Ursprung des Lebens.
In Jesus ist dieser Gott als Mensch erfahrbar geworden.
Im „Geist“ wird das Lebensförderliche und Menschenfreundliche Gottes sichtbar.
Gott signalisiert in seinem Wesen „Beziehungsbereitschaft, Beziehungslust sogar“, wie Kurt Marti schreibt. (Von der Weltleidenschaft Gottes, S.23)
Öffnen wir uns nun dieser „Beziehungslust“ Gottes.
Meditation (die Sie öfter wiederholen können mit bewusstem Atmen):
Guter Gott, ich bin jetzt vor dir so, wie ich bin.
Ich öffne mich deiner Gegenwart.
Dein Atem, der mich leben lässt,
lässt Ruhe einkehren in mir.
Du bist bei mir.
Gebet:
Gott, du hast dein Wort und deinen Geist in unsere Welt gesandt. Öffne unser Ohr für deine Botschaft, öffne unser Herz für deine liebevolle Menschenfreundlichkeit. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, der in der Einheit mit dem Heiligen Geist lebt und wirkt in Zeit und Ewigkeit. Amen
Einleitung zur 1. Lesung Ex 34, 4b.5-6.8-9:
Die heutige Lesung erhält ihre eigentliche Wucht erst aus dem Kontext. Das Volk Israel hatte sich ein goldenes Kalb gemacht und sich damit von Jahwe abgewandt. Gott aber bleibt im Kontakt und redet mit Mose „von Angesicht zu Angesicht, wie einer mit seinem Freund spricht.“ (Ex 33, 11) So erfährt in unserer Lesung zunächst Mose, dann das ganze Volk, dass Gott barmherzig, langmütig und reich an Huld und Treue ist.
In jenen Tagen stand Mose früh am Morgen auf und ging auf den Sínai hinauf, wie es ihm der Herraufgetragen hatte. Der Herr aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben ihn hin. Er rief den Namen des Herrn aus. Der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr ist der Herr, ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Huld und Treue: Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden. Er sagte: Wenn ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch, mein Herr, in unserer Mitte! Weil es ein hartnäckiges Volk ist, musst du uns unsere Schuld und Sünde vergeben und uns dein Eigentum sein lassen!
Einleitung zur 2. Lesung 2 Kor 13, 11-13:
Die Gemeinde von Korinth konnte innere Spannungen und Auseinandersetzungen lösen. So ermahnt sie Paulus zur Versöhnung und zum Frieden.
Schwestern und Brüder, freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßt einander mit dem heiligen Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade des Herrn Jesus Christusund die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!
Einleitung zum Evangelium Joh 3, 16-18:
Das heutige Evangelium ist dem Nachtgespräch mit Nikodemus entnommen.
Welcher Satz gefällt Ihnen am besten?
Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.
Gedanken:
Das Wort, das hier mit „richten“ übersetzt wird, meint ursprünglich „trennen, scheiden, unterscheiden“. Es geht also um eine Unterscheidung von denen, die an Jesus glauben und jenen, die das nicht tun.
Wer an Jesus glaubt, der erfährt „Beglückung“. Das ist die erste Bedeutung des Wortes, das wir mit „Rettung“ übersetzen.
Was bedeutet für Sie Glück?
Wann haben Sie in Ihrem Leben „Beglückung“ erfahren?
Vielleicht wollen Sie auf ein Blatt Papier mal ein paar Stichpunkte aufschreiben oder eine kleine Skizze machen:
Fürbitten:
Menschenfreundlicher und zugewandter Gott, du willst unser Glück. Wir bitten dich:
- Zeige dich all denen, die unglücklich und unzufrieden sind mit ihrem Leben.
- Unterstütze die Ehepartner, die es schwer haben miteinander und die in andauernder Auseinandersetzung leben.
- Lass diejenigen, die auf der Schattenseite unserer Gesellschaft sind, deine Solidarität erfahren.
- Eröffne denen eine Alternative, die ihr Glück in Reichtum und Macht suchen.
- Hilf den Schwerkranken, sich mit ihrem Schicksal abzufinden.
- Schau auf die Menschen, die in Krieg und Gewalt und Bedrohung leben.
- In einer kleinen Stille bringen wir vor Gott auch unsere eigenen Bitten…
Guter Gott, in deinem lebensförderlichen und lebenspendenden Geist bist du uns zugeneigt. Das haben die Menschen damals in Jesus erfahren und uns bezeugt. Auf ihr Zeugnis vertrauen wir heute und alle Tage unseres Lebens bis zur Ewigkeit. Amen.
Vater unser
Anbetung des dreifaltigen Gottes (GL 7,6) von Klemens Tilmann:
O Gott, ich bete dich an:
Du Weisheit, die mich erdacht,
du Wille, der mich gewollt,
du Macht, die mich geschaffen,
du Gnade, die mich erhoben,
du Stimme, die mich ruft,
du Wort, das zu mir spricht,
du Güte, die mich beschenkt,
du Vorsehung, die mich leitet,
du Barmherzigkeit, die mir vergibt,
du Liebe, die mich umfängt,
du Geist, der mich belebt,
du Ruhe, die mich erfüllt,
du Heiligkeit, die mich wandelt,
dass ich nimmer ruhe, bis ich dich schaue:
O Gott, ich bete dich an.
Gebet:
Guter Gott, in vielfältiger Weise begegnest du uns – immer neu zu entdecken. Öffne unsere Sinne und unser Herz, damit wir Deine Gegenwart in unserem Leben spüren. Dann können wir immer wieder mutig und froh unser Leben gestalten. Darum bitten wir dich heute und alle Tage unseres Lebens. Amen
Segen:
Gott segne und behüte dich. Er lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Er wende dir sein Angesicht zu und schenke dir Frieden und Heil. So segne und behüte uns und alle Menschen dieser Welt der gute und barmherzige Gott – der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Gottesdienst zum Pfingstsonntag am 24. Mai 2026
GL 342 Komm, Heilger Geist
Einleitende Gedanken:
Der Heilige Geist: Wir haben oft das Bild der Taube vor Augen. Es erinnert an die Schöpfungsgeschichte: „Gottes Geist schwebte (eigentlich: brütete) über dem Wasser.“
Oder das Bild der Feuerzungen aus dem Pfingstereignis. Oder den Sturm, der kräftig bläst und alles in Bewegung bringt. „Geist Gottes“ ist jedenfalls die lebenspendende Kraft, das Lebensprinzip Gottes, das er uns Menschen gegeben hat, damit wir zu einem „lebendigen Wesen“ (Gen 2, 7) werden.
Kyrie:
Herr Jesus Christus, der Geist des Vaters hat dich bei deiner Taufe als den geliebten Sohn geoffenbart. Herr, erbarme dich unser!
Der Geist Gottes hat dich durch das Leben und zu den Menschen hin geführt. Christus, erbarme dich unser!
Du hast deinen Geist an die Frauen und Männer weitergegeben als Kraft, dir nachzufolgen. Herr, erbarme dich unser!
Gebet:
Gott. Du hast uns verschiedene Gaben geschenkt. Keinem gabst du alles – und keinem nichts. Jedem gibst du einen Teil. Hilf uns, dass wir uns nicht zerstreiten, sondern einander dienen mit dem, was du einem jeden zum Nutzen aller gibst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Einleitung zur ersten Lesung: Apg 2, 1–11
Wir sind es gewohnt, die heutige Lesung als einen Tatsachenbericht zu lesen. Es ist jedoch ein theologischer Text mit einer reichen Bildsprache. Sturm, Brausen, Zungen, Feuer … Beeindruckend ist jedenfalls die von Angst befreiende und Völker und Religionen verbindende Kraft des Geistes Gottes. Das hat den Menschen in der 2. Hälfte des 1. Jahrhunderts sicher Mut und Zuversicht gegeben.
Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamíter, Bewohner von Mesopotámien, Judäa und Kappadókien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrýgien und Pamphýlien, von Ägypten und dem Gebiet Líbyens nach Kyréne hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselýten, Kreter und Áraber – wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.
Einleitung zur zweiten Lesung: 1 Kor 12, 3b–7.12–13
Etwas früher als die Apostelgeschichte schreibt Paulus seine Briefe. Auch hier sehen wir eine große Weltoffenheit und Toleranz, mehr noch: ein Bewusstsein dafür, dass wir alle zusammengehören. Das könnte uns in unseren heutigen Tagen ein wichtiger Wegweiser sein, die vielen großen globalen Probleme anzupacken.
Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet. Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Denn wie der Leib einer ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
Einleitung zum Evangelium: Joh 20, 19–23
Wieder ist von Furcht die Rede. Aus der Sicht der Jünger ist es die Furcht vor dem eigenen Volk. Aus der Sicht der Verfasser des Johannesevangeliums, (die als Gruppe oder Schule wohl um das Jahr 100 gewirkt haben und sich schon vom Judentum gelöst hatten), sind es die anderen, die „Fremden“, die als bedrohlich wahrgenommen werden.
Vor wem oder was wollen wir/Sie die Türen verschließen aus Furcht vor…?
Und was bedeutet es, wenn dann der Auferstandene in den Raum der Furcht eintritt?
Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.
Gedanken:
Unmittelbar nach seiner Auferstehung gibt Jesus seinen Jüngern (und das sind nicht nur die Apostel und sicher auch nicht nur Männer) eine große Vollmacht: Sünden zu vergeben.
Damit ist zur Zeit Jesu und zur Zeit der Abfassung des Johannesevangeliums sicher noch nicht die Beichte in ihrer Sakramentalität gemeint. Es ist ein alltäglicher Lebensvollzug.
Heute stehen wir in der Tradition dieser Jünger. Wir haben es in der Hand, ob der Fehler, das Versäumnis, das Missgeschick, auch die (vielleicht böse) Ansicht des anderen unser Leben und unsere Beziehung prägt – oder nicht.
Wenn wir dem anderen nicht vergeben, bleibt das im Raum zwischen uns. Wenn wir die Kraft zur Vergebung finden, ist eine Beziehung weiterhin möglich.
Natürlich sicher unter dem Eindruck dessen, was geschehen ist. Manches ist so schlimm, so verletzend, so prägend, dass Vergebung oder Verzeihung (was ist für Sie der Unterschied?) nicht möglich ist. Dann ist wohl eine Trennung die einzig mögliche Alternative.
Manchmal aber gelingt ein Verzeihen. Manchmal gelingt eine Beseitigung des Vorgefallenen. Manchmal gelingt ein Überwinden der Verletzung, ein Heilen vielleicht sogar.
Das ist dann etwas Göttliches. Die Erfahrung des heilenden, des Heiligen Geistes Gottes.
Andacht: (aus: Katholisches Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz, Nr. 234, gekürzt)
Gott, Heiliger Geist, du bist gegenwärtig in unserer Mitte. Alles, was lebt, empfängt seine Kraft von dir. Du wirkst verborgen im Herzen der Schöpfung. Du schaffst unsere Herzen neu. – Komm, Schöpfer Geist.
Du bist die Quelle des Lebens. Ohne dich können wir nicht bestehen. Du bist die Liebe, die das Leben verwandelt und uns mit Gott verbindet. – Komm, Leben spendender Geist.
Du machst lebendig und befreist. Ohne dich sind wir kraftlos und gefangen in uns selbst. Wohin du kommst, bringst du die Vergebung der Sünden und die Verheißung des Neubeginns. – Komm, Heiliger Geist.
Du bist der Lebensatem unserer Gebete. Wenn wir nicht wissen, wie wir beten sollen, trittst du für uns ein. Du machst uns zu Söhnen und Töchtern Gottes. Mit dir dürfen wir rufen: Abba, lieber Vater. Du bist Gottes Gabe an uns. – Heiliger Geist, bete du in uns.
Alle Sprachen verkünden dich. Wer bereit ist zu hören, versteht dich in seiner eigenen Sprache, in seinem eigenen Leben. Er entdeckt überall die Spuren deines Wirkens. – Heiliger Geist, mach uns hellhörig.
Du bist die Glut, die in uns brennt, wenn Gottes Wort uns trifft. Du bist die Liebe, die uns drängt, die Frohe Botschaft zu allen Menschen zu tragen. – Gottes Geist, sammle und sende uns.
Du bist der Helfer, der uns das Geheimnis Jesu Christi verstehen lässt. Du vertreibst unsere Zweifel und ermutigst uns zum Bekenntnis: Jesus Christus ist der Herr. – Heiliger Geist, offenbare uns Jesus und ermutige uns.
Gottes Geist in unserer Mitte, Helfer, Tröster und Beistand, den Jesus verheißen hat: wo wir am Ende sind, hilf du uns auf. Wo wir verzagen, gib uns Mut, dass wir Gottes Liebe vor allen Menschen bezeugen. Gewähre deine überreichen Gaben auch der Welt von heute. Dann wirst du im Dunkel zum hellen Tag, in der Kälte zur wärmenden Glut und mitten in Hass und Feindschaft zur Kraft, die versöhnt und vereint. Amen.
Fürbitten:
Guter Gott, mit deinem guten und lebendigen Geist hast du die ganze Welt und alle Menschen geschaffen. Wir bringen diese Welt und alle Menschen vor dich:
- Die zerstrittenen Menschen, die in Konflikt und Auseinandersetzung leben.
- Die kranken Menschen, denen die Lebenskraft fehlt.
- Die verzweifelten Menschen, die keine lebenswerte Perspektive mehr sehen.
- Die obdachlosen Menschen, die ihr sicheres Zuhause verloren haben.
- Die armen Menschen, die unter der Ungerechtigkeit und der mangelnden Chancengleichheit leiden.
- Die Welt, die unter der Umweltbelastung leidet.
- Die Welt, die unter dem menschengemachten Klimawandel leidet.
- Die Welt, die unter den Kriegen leidet.
Guter Gott, du siehst, wie dringend nötig dein Heiliger Geist ist. Schicke ihn auf unsere Welt, damit das Angesicht der Erde und die Herzen der Menschen erneuert werden. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn. Amen.
Vater unser
Segen: Es segne uns und alle Menschen dieser Welt der heilige und liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist.