Aktuelle Diskussion über den Pflegebedarf

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat viele Menschen aufgeschreckt mit seiner Aussage, dass sehr viel mehr Menschen als vorhergesehen pflegebedürftig sein werden. Als Grund gibt er an, dass die sog. Babyboomer in ein Alter kommen, in dem eine Pflege wahrscheinlich wird. Das kommt zusätzlich zu den bereits bestehenden Pflegebedürftigen hinzu.

Richtig scheint mir an dieser Beschreibung die Prognose der Zukunft. Falsch hingegen, dass es überraschend kommt. Schon vor vielen Jahren war ein erhöhter Bedarf an Pflegekräften prognostiziert worden. Jetzt hat man auch den Menschen einen Pflegebedarf zuerkannt, die kognitive Einschränkungen haben, etwa durch eine Demenz. Der Personenkreis, der berechtigt ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist also (Gott sei Dank!) ausgeweitet worden.

Freilich tauchen in den Statistiken nur die Menschen auf, die auch tatsächlich Unterstützung haben. Nicht eingerechnet werden Personen, die zwar berechtigt wären, die Hilfen aber nicht beantragt haben.

Richtig und wichtig ist in jedem Fall, dass jetzt schon (und eigentlich schon seit vielen Jahren) ein dringender Handlungsbedarf besteht. Und zwar nicht zu Lasten der Jüngeren und auch nicht (nur) der Frauen, die den größten Teil der Pflege leisten.

Wer sich genauer informieren möchte, findet eine sehr gute Quelle unter folgendem Link:

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/lauterbach-pflege-pflegebeduerftige-gesundheit-entwicklung-100.html#xtor=CS5-282

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Erinnerungen als Lebensschatz

Neulich hatte ich eine Begegnung mit jemandem, den ich seit sehr vielen Jahren nicht mehr gesehen hatte. Sofort kam wieder Erinnerungen hoch.

Erinnerungen bestimmen unser Leben. Je länger es dauert, desto mehr Erinnerungen häufen sich an. Erinnerungen an Menschen mit ihren Namen, ihren Gesichtern, ihren Geschichten. Erinnerungen an Erlebnisse – schöne wie weniger schöne. Prägende, die Spuren hinterlassen haben. Manchmal leiden Menschen ihr ganzes Leben lang unter traumatischen Erinnerungen.

Ich merke aber auch, dass Erinnerungen verblassen: der Name fehlt zum Gesicht. Die Geschichte, der Tonfall ist in meinem Gedächtnis, aber wer war das?

Das teile ich mit vielen anderen. Vieles, was keine Bedeutung mehr hat, ist weg. Anderes ist sehr lebendig und braucht nur einen Anknüpfungspunkt.

Mit Blick auf das alles schaue ich auf mein Leben zurück. Sehe mich selber im Spiegel meiner Erinnerung. Merke, dass mein Leben an dieser oder jener Stelle anders hätte verlaufen können. Anders – nicht unbedingt besser.

Ich erinnere mich an Gefühle. Enttäuschungen, Verletzungen, Vertrauen, Liebe.

Bild: Michael Tress

Kann man Gefühle vergessen? Bei den Enttäuschungen und Verletzungen wäre ich froh. Aber da hilft wohl nur die Auseinandersetzung damit, das Verarbeiten. Eine andere Frage ist: kann man etwa die Liebe vergessen. Die erste große Liebe und die letzte große Liebe? Kann man Berührungen vergessen? Kann man Zärtlichkeit vergessen? Die will ich in Erinnerung behalten als kostbaren Schatz. Drum bewahre ich Erinnerungsstücke auf für die Zeit, wo mein Gedächtnis streikt. Meine ganz persönliche Erinnerungskultur.

Beruhigend ist es für mich zu wissen, dass man die Liebe nicht vergisst. Auch nicht in der Demenz. Ihr Aufbewahrungsort ist nicht das Gehirn, sondern das Herz.

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Der Heilige Geist

Am kommenden Sonntag feiern wir Pfingsten. Am 50. Tag nach Ostern (griechisch: Pentekoste, daher der Name Pfingsten) kommt der Heilige Geist.

Aber wer oder was ist der „heilige Geist“?

Wenn man sich im Internet Bilder anschaut, findet man vor allem zwei: eine Taube und Feuerflammen. Das sind aber nur zwei der vielen biblischen Bilder. Sie beziehen sich auf die Taufe Jesu (Taube) und eben auf Pfingsten mit den Flammenzungen. Biblisch gesehen ist der Befund viel reicher.

Das hebräische Wort heißt: ruach. Es bedeutet: Wind, Atem, Leben. Vor allem aber ist es weiblich. Es ist die „Geistkraft Gottes“, die Leben schafft aus dem Chaos (Gen 1, 1). Sie ist der kühlende Wind in der heißen Wüste. Sie ist das „sanfte Säuseln“ des leichten Windes, in dem Elija die Nähe Gottes erfährt. Sie ist auch der starke Sturm, der zum Handeln zwingt – zum gemeinsamen Handeln.

Gottes Geist zeigt im Ersten Testament ganz oft „weibliche“ Handlungsweisen: sie „brütet“ über den Wassern der Urflut, sie tröstet, sie ermutigt, sie heilt.

Daneben hat der Heilige Geist auch kämpferische („männliche“) Seiten. Führt in Auseinandersetzungen, vermittelt Standhaftigkeit, hilft beim Verkünden vor allem unbequemer Wahrheiten.

Heiliger Geist (übrigens erst im Lateinischen und Deutschen mit männlichem Genus) ist die Kreativität Gottes, die gute Ideen hervorbringt. Die Lösungen sucht, Gemeinschaft ermöglicht. Aber Heiliger Geist ist eben auch nicht leicht zu fassen. Man braucht ein feines Gespür und ein hellhöriges Ohr.

Am Sonntag feiern wir das Fest des heiligen Geistes und der Geistkraft Gottes. In heutiger Zeit und in dieser Welt wieder dringend benötigt.

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Tag der Pflegenden

Am heutigen „Tag der Pflegenden“ rücken wie jedes Jahr am 12. Mai, dem Geburtstag von Florence Nightingale, die Menschen wieder einmal in den Blickpunkt, die sich um die Pflege kümmern.

Dabei ist in diesem Jahr besonders der sich verschärfende Pflegenotstand zu bedenken. Schon seit vielen Jahren (ich überblicke etwa 20! Jahre) zeichnet sich ab, dass die Zahl der Pflegenden abnimmt bei gleichzeitiger Zunahme der zu Pflegenden. Dazu zählen Krankenhäuser, Seniorenheimen, ambulante Pflege, Einrichtungen für Menschen mit Einschränkungen etc. Hinzukommt, dass es durch den demografischen Wandel weniger Menschen gibt, die sich überhaupt für den Pflegeberuf interessieren. Ausländische Pflegekräfte sind dringend nötig, ohne sie bräche die Pflege jetzt schon in vielen Einrichtungen deutlich ein.

In der Coronazeit hat man den Pflegenden viel Beifall gespendet. Die notwendigen strukturellen Veränderungen kommen jedoch nur langsam voran. Davon wird heute in den Nachrichten viel zu hören sein.

Was ist die Folge? Viele Menschen werden daheim gepflegt werden müssen – noch mehr als jetzt eh schon. (Etwa 2/3 der Pflege findet daheim statt, meist durch Frauen.) Die daheim Pflegenden sind nicht im Arbeitsmarkt, zahlen keine Steuern, bekommen später weniger Rente etc. Schon allein durch diese Faktoren wird deutlich, dass sich heutige (Nicht-)Veränderungen noch Jahre und Jahrzehnte auswirken werden – zu Wohl oder Wehe unserer Gesellschaft.

Was ist zu tun? Ich habe natürlich kein Patentrezept. Dafür bin ich kein Fachmann. Aber an der gesamtgesellschaftlichen Diskussion ärgert mich immer, wenn man die notwendige Zuwanderung in Frage stellt oder gar umdrehen möchte. Wir müssten viel mehr lösungsorientiert und zukunftsorientiert diskutieren. Perspektiven entwickeln für junge Menschen. Flexible Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Nicht nur im „entweder – oder“ denken. Viele unterschiedliche Lösungen wären denkbar. Sich auf ein paar wenige Aspekte zu beschränken, wäre wohl sehr beschränkt.

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Schutz für Senioren bei Hitze

Wir sind noch am Anfang des Mai, wissen aber jetzt schon, dass der Sommer durch den Klimawandel heiß werden wird.

Foto: Michael Tress

Die Hitze ist eine große Belastung für alle Menschen, besonders jedoch für Kinder und Senioren. Deshalb ist es wichtig und hilfreich zu wissen, wie man möglichen Schäden vorbeugen kann.

Dazu hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bzga einen Ratgeber veröffentlicht. Auf der Internetseite findet man ein leicht verständliches Erklärvideo sowie mehrere Broschüren mit Tipps und Hilfestellungen. Die Broschüren lassen sich kostenlos herunterladen.

Hier der Link: https://www.klima-mensch-gesundheit.de/

Ich denke, das könnte auch Mal ein guter Input bei Seniorenclubs sein.

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Erinnerung an den Kurs Gedächtnistraining

Da am 15. Mai 2024 Anmeldeschluss ist, möchte ich noch einmal den Kurs Gedächtnistraining in Erinnerung rufen, den ich neulich schon beworben habe. Dieser Kurs ist wirklich ausgezeichnet und mit den Förderungen des KBW Mühldorf auch leichter finanzierbar. Vielleicht haben Sie ja Zeit, Talent und Lust für diese Aufgabe.

Alle Informationen finden Sie in meinem früheren Beitrag unter dem Titel „Kurs Gedächtnistraining“ rechts in der Spalte.

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Es war einmal….

Unter dem Titel Es war einmal …. So beginnen Märchen bietet das Kreisbildungswerk Mühldorf einen Begegnungstag für Frauen an.

Bettina Raischl von der Frauenseelsorge gestaltet einen ganzen Tag und lässt dabei Elfen und Zwerge, Riesen und Tiere, Heldentaten und Scheitern lebendig werden. Und es geht – wie immer im Märchen – gut aus. So können Märchen Hoffnung und Zuversicht vermitteln im Blick auf das je eigene Leben.

Der Termin ist am Dienstag, den 7. Mai von 9:00 bis 16:30 Uhr im Kloster Zangberg.

Es gibt ein Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen.

Der Unkostenbeitrag beträgt 42 €. Eine Anmeldung wird erbeten.

Nähere Infos unten auf dem Flyer des KBW.

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Senioren und Märchen

Gestern war im „Mühldorfer Anzeiger“ ein Bericht über das Projekt Märchenland, das im AWO Seniorenheim in Waldkraiburg durchgeführt wurde. Dabei hat die professionelle Märchenerzählerin Julia von Maydell den Bewohner*innen das Märchen vom Froschkönig (und andere) erzählt.

Der Zeitungsbericht erwähnt auch die Studie „Es war einmal … Märchen und Demenz“. Diese zehn Jahre alte Studie ist sehr interessant und lesenswert. Die Märchen weckten bei den Senior*innen viele Erinnerungen, es gab ein Wiedererkennen von alten und vertrauten Geschichten. Ein textsicherer Umgang der Erzählerin, gepaart mit einigen Requisiten wie etwa Speisen (z.B. Honig), etwas zum Tasten (z.B. ein Fell), etwas zum Anschauen (z.B. Bilder oder ein Mantel) oder auch Musik ermöglichten es den Zuhörern, leichter in das Märchen einzutauchen. Es wurden verschiedene Sinne stimuliert und das führte dazu, dass die Teilnehmer sehr viel Freude empfanden, die auch noch lange anhielt.

Mich hat dieser Bericht und die Studie dazu angeregt, zu überlegen, ob Märchen nicht auch einen guten Platz in einem Seniorenclub haben könnten. Und ich bin davon fest überzeugt!

Foto: M. Tress

Man braucht vielleicht/ bestimmt keine professionelle Erzählerin, wohl aber eine gute Vorbereitung. Welches Märchen könnte attraktiv sein? Ein sehr bekanntes mit Wiedererkennungseffekt oder ein eher unbekanntes mit einem Spannungspotenzial? Welche Materialien können eingesetzt werden (evtl. auch durch andere – etwa einen oder mehrere Musiker, wie es die Zangberger schon mal gemacht haben)? Wieviel Zeit darf es in Anspruch nehmen (es reicht wohl eine eher kurze Spanne und muss nicht ein ganzer Nachmittag sein!).

Ich kann mir auch vorstellen, dass die Seniorinnen selbst ins Erzählen kommen. Etwa ihr Lieblingsmärchen vorstellen (wenn es das gibt) oder eines, das in ihrer Kindheit immer wieder erzählt wurde. Dann wird es mit ziemlicher Sicherheit auch einen Austausch geben zwischen den Teilnehmerinnen des Seniorenkreises. Und der wird wohl auch lebhaft sein, mit viel Freude, mit einigen Aha-Erlebnissen, mit Langzeitwirkung.

Märchen gehen ja immer gut aus, auch wenn es zwischendurch Krisen und Kämpfe zu bestehen gilt. Damit können Märchen dann auch helfen, das eigene Leben zu verstehen wie ein „Märchen“. Dass die Krisen des Lebens gut ausgehen werden. Das Hoffnungspotenzial entdecken. Aber das ist ein Aspekt, den man gar nicht anzielen braucht. Das wäre schon fast ein zu hoher Anspruch. Im Vordergrund steht vielmehr die Freude, das gemeinsame Erinnern, der Ratsch darüber, eine frohe Stunde. Dazu möchte ich gerne Mut machen und Neugier wecken und zum Ausprobieren anregen.

Wer die Studie lesen will, findet sie unter folgendem Link: https://maerchenunddemenz.de/forschung/maerchen-demenz-studie/

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Kurs: Gedächtnistraining

Die Erwachsenenbildung des Erzbischöflichen Ordinariats München bietet einen Kurs an zum Thema Gedächtnistraining.

Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, ihr Gedächtnis immer wieder zu fördern, zu fordern und zu trainieren. Wenn man dazu einen geschulten Begleiter hat, ist es umso wertvoller!

Solche Begleiter zu finden und zu schulen ist das Angebot des Ordinariats. Es ist ein umfangreicher Kurs, d.h. er ist gründlich und beleuchtet viele wichtige Aspekte. So bekommen Sie Informationen zum Gedächtnis, zu Impulsen für das Training und zur Vermittlung dieser Impulse etwa über die Kombination mit Bewegung.

Der Kurs kostet natürlich auch eine Teilnehmergebühr. Und es gibt eine Unterstützung: das Kreisbildungswerk Mühldorf bietet an, die Hälfte der Gebühr zu übernehmen, wenn die Anmeldung über das KBW erfolgt. Falls man dann selber einen Kurs zum Gedächtnistraining anbietet, gibt es weitere Unterstützung.

Die Anmeldung zu diesem Qualifizierungskurs muss bis zum 15. Mai 2024 erfolgen. Alle detaillierten Infos entnehmen Sie bitte dem Flyer des Ordinariats unten:

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Mehr Senioren bei der Tafel

Mich hat eine Meldung des BR (wieder Mal) erschreckt. Mittlerweile sind ein Viertel aller Kunden der Tafeln Senior*innen. Der Grund für diese Zunahme liegt in den gestiegenen Lebenshaltungskosten wie etwa Nahrung, Miete, wohl auch für Pflege- und Arzneimittel.

Foto: Michael Tress

Neben dieser offensichtlichen Bedürftigkeit gibt es ohne Zweifel auch die versteckte. Da trauen sich gerade ältere Menschen nicht, die Tafel in Anspruch zu nehmen. Zu groß ist die Scham. Ein weiterer Bericht des BR zeigt, dass man solche Senioren teils über Bringdienste, teils über Seniorentüten mit Waren versorgt.

Das alles löst nicht das strukturelle Problem der Altersarmut. Aber ohne diesen „Tropfen auf den heißen Stein“ wäre sie noch sehr viel schlimmer. Da bewirkt das bürgerschaftliche Engagement viel Erleichterung.

Wer den Bericht selber lesen will, findet ihn unter folgendem Link:

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/immer-mehr-rentner-holen-lebensmittel-bei-den-tafeln-ab,U9nJVWE

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