Gestern gab es in WDR 5 in der Reihe „Das philosophische Radio“ eine sehr interessante Sendung unter dem Titel „Erinnerungsvermögen“. Der Theologe und Coach Dieter Haite spricht mit Moderator Jürgen Wiebicke über Gegenstände, die an Menschen und ihr Leben erinnern. Auch Erinnerungen an das eigene Leben sind dabei im Blick.
Es geht dabei nicht nur um den Nachlass im Falle eines Todes (das natürlich auch). Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem eigenen gelebten Leben, an das verschiedene Gegenstände erinnern: ein Stein, eine Kugel, ein Buch, ein Geschenk ….
Dieter Haite hat in seiner Wohnung ein „Regal der Heiligtümer“, in dem er solche Dinge aufbewahrt, die ihn an besondere Momente seines Lebens und manchmal auch an die Menschen, mit denen er verbunden ist und war, erinnert.
Er stellt sich und uns dabei folgende Fragen, die ich auch als Anregung zu einem Gespräch (etwa in einem Seniorenkreis) verstehe:
- Was ist sehenswert in meinem Leben?
- Was ist erzählenswert in meinem Leben?
- Was ist wissenswert in meinem Leben?
- Was ist liebenswert in meinem Leben?
Es ist bestimmt in einem Seniorenkreis hilfreich, den ein oder anderen Gegenstand mitzubringen. Eventuell bringt auch eine Teilnehmerin etwas Sehenswertes und Erzählenswertes mit (man muss ja beim Erzählen nicht in die allerpersönlichste Tiefe gehen). Vielleicht ist es etwas aus der jüngsten Vergangenheit – vielleicht auch etwas aus einem früheren Lebensabschnitt – vielleicht aber auch etwas aus der Familiengeschichte, die schon eine ode zwei Generationen zurückliegt.
Und: meine Erfahrung zeigt, dass die Erzählung der ersten die Erinnerungen dr anderen hervorruft und die dann ihrerseits zu erzählen beginnen.
Wer die Sendung nachhören will, findet sie unter folgendem Link:
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/philosophisches-radio/dieter-haite-102.html



