Impuls zur Fastenzeit 2026

Karwoche

Karwoche
Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir uns der göttlichen Gegenwart in unserem Leben mehr bewusst werden wollen. Dazu wollen meine Impulse in diesem Jahr wieder hilfreich sein.

Gott erkennen

Gott zu erkennen und zu erspüren. Dabei haben wir alle wohl schöne, angenehme Momente im Blick, Augenblicke voller Glück, voller Ergriffenheit, voller Geborgenheit.
Das ist sicher auch richtig so – dass wir solche Begebenheiten mit unserer Vorstellung von Gott zusammenbringen und deuten.
Die jetzige Karwoche in all ihrer Spannbreite zeigt uns jedoch in der Person Jesu ein sehr viel umfänglicheres Bild von Gott. Sie zeigt uns Ereignisse voller Freude (der Einzug Jesu in Jerusalem), voller Intimität (die Fußwaschung am Gründonnerstag), mit der Innigkeit eines gemeinsamen Mahles mit den Freunden (und wohl auch Freudinnen). Aber dann gibt es auch die Krise des Garten Gethsemani, dann gibt es Verrat, dann gibt es Folter und Tod. Auch dort, am Kreuz, war Jesus nie allein. Frauen waren dabei: Maria von Magdala – Veronika, die andere Maria. Sie schauen auf den Gekreuzigten – und der Gekreuzigte schaut auf sie, schaut sie an.
Im Gekreuzigten haben die Vertrauten Jesu das Gesicht Gottes erkannt – wenn auch nicht sofort, sondern erst im Licht der Auferstehung.
Wie ist das bei uns heute? Können wir in Menschen das Göttliche erkennen, wenn sie leiden, wenn sie Schmerzen haben, wenn sie dement sind, wenn sie suchtkrank sind, wenn sie verbittert sind, wenn sie von ihrem Leben gezeichnet sind?
Dieser Gedanke ist wohl eine Herausforderung.

In Krisen, in der Verlassenheit, in der Ausweglosigkeit des Lebens haben Menschen auch die Erfahrung des Göttlichen gemacht. Sie haben erfahren, dass es Trost gab, Ermutigung, Hilfe. Es gab Menschen, die in der Situation da waren („Ich bin da!“). Es gab Menschen, die das Schwere mitausgehalten haben (selbst wenn sie nichts verändern konnten).
In diesen begleitenden Menschen das Wesen Gottes zu erkennen, ist das eine, einfachere. Aber im Leidenden selber? Das ist schwerer.

Pilatus sagt über den gefolterten und gedemütigten Jesus zu den Menschen: „Ecce homo!“ – „Seht, da ist der Mensch!“ (Joh 19, 5).
Das genau ist vielleicht die Aufgabe. In dem, der vor mir steht, nicht auf die Wunden zu blicken, sondern darin den Menschen zu sehen. Die Person nicht zu reduzieren auf Verletzungen, Behinderungen, Einschränkungen (oder auch umgekehrt auf Überhöhungen, Status, Macht, Bedeutung etc.) – sondern den Menschen zu sehen. Und zwar in jedem Menschen. Auch in den Menschen meiner unmittelbaren Umgebung, meiner Familie, der Partnerin, dem Partner. (Bei denen scheint es mir besonders schwer zu sein, weil es ja eine wechselseitige Geschichte gibt, auch von Verletzungen und Enttäuschungen. Das trübt den Blick natürlich sehr ein.)
Gehen Sie doch einmal in einen Tag und suchen Sie in den Menschen, die Ihnen begegnen, den Menschen zu erkennen. Vielleicht sogar das Göttliche in ihnen. Es werden spannende Begegnungen werden. Vermutlich anders als bisher gewohnt.

Ich hatte außerdem noch folgenden Gedanken, den ich Ihnen zur Anregung weitergeben möchte: wenn ich wüsste, dass mir im anderen Gott begegnet: wie würde ich ihn anschauen?

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Impuls zu Fastenzeit 2026

5. Fastenwoche

Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir uns der göttlichen Gegenwart in unserem Leben mehr bewusst werden wollen. Dazu wollen meine Impulse in diesem Jahr wieder hilfreich sein.

Gott einen Ort sichern
Das ist ein Zitat von Madeleine Delbrel (zitiert nach: Madeleine Delbrel: Gott einen Ort sichern, Kevelaer, 2018, S. 128). Eingeleitet wird der zitierte Satz mit: „Inseln göttlicher Anwesenheit sein.“
Inseln tun ja eigentlich nichts. Sie sind bloß da im Meer oder im See. Sie bieten „nur“ Lebensraum für Pflanzen, Tiere, Menschen. So sichern sie ihnen die Möglichkeit zum Leben.

Foto: Michael Tress

Inseln sind manchmal ganz flach und manchmal mit vielen Bergen. Vielleicht sogar mit Höhlen. Auf Inseln gibt es verschiedene Lebensräume: Bäume, Gras, Strand, Steine, manchmal auch Eis oder nur Wüste. Es gibt Tiere tief in der Erde und hoch in den Lüften. Es gibt Blühendes und es gibt vom Sturm Zerzaustes, Zerstörtes. Es gibt Bedrohtes und Verwundetes und auch eine intakte Natur. Das alles kann ein Bild werden für das je eigene Leben. Vielleicht mögen Sie mal eine Skizze, ein Bild Ihrer eigenen Insel versuchen?!

Wir als Inseln göttlicher Anwesenheit müssen nichts tun. Es genügt, einen Raum zur Verfügung stellen, uns selbst als Raum zur Verfügung zu stellen für die göttliche Anwesenheit.
Wie kann das geschehen?
Madeleine Delbrel nennt es „Anbetung“. Wir begeben uns in einen Raum, eine Zeit, einen Zustand, vor Gott da zu sein. „Ich bin da vor dir, Gott, so wie ich bin.“ Mehr ist nicht nötig. So sichere ich Gott einen Ort für seine Anwesenheit, seine Gegenwart.
Diesmal jedoch nicht mit dem Blick auf mich selbst. Jetzt geht der Blick in Richtung des Göttlichen, in Richtung Gottes. Gott ist auf meiner Insel. Ich gebe ihm Raum. Es ist der einzige Ort, den ich aktiv sichern kann für seine Gegenwart. Mehr Raum kann ich mit meinen begrenzten Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht sichern.
Nehmen Sie sich mal eine kleine Zeit, sich auf die Anwesenheit Gottes auszurichten. Sei es in diesem Moment, sei es auch in der Erinnerung an Begebenheiten und Begegnungen, in denen Göttliches, in denen Gott zu erkennen und zu erspüren war. Vielleicht braucht es eine Expedition, eine Entdeckertour, weil Gott nicht so schnell zu finden, zu identfizieren ist. Lassen Sie sich nicht zu schnell enttäuschen!

Welche Situationen fallen Ihnen ein? Welche Gefühle verbinden Sie damit?

Wie ist für Sie die Vorstellung, dass Gott auf Ihrer Insel heimisch ist?

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Impuls zur Fastenzeit 2026

4. Fastenwoche

Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir uns der göttlichen Gegenwart in unserem Leben mehr bewusst werden wollen. Dazu wollen meine Impulse in diesem Jahr wieder hilfreich sein. 

„Hier bin ich, Gott, vor dir, so wie ich bin“

Bei diesem Satz muss ich gar nichts tun. Ich muss nicht handeln, ich muss nicht aktiv sein, ich muss nichts sagen. Ich muss noch nicht einmal beten.

Da sein ist das einzige.

 Und doch so schwer.

Da sein hier im Raum. Nicht woanders sein – mit den Gedanken, mit den Gefühlen.

Schauen Sie sich mal um in dem Raum in dem Sie sich im Moment befinden. Was sehen Sie? Was riechen Sie? Was hören Sie?

Sie sitzen jetzt und schauen auf Ihren Bildschirm. Sie lesen das gerade.

Was ist, wenn Sie Ihr Handy mal für eine kurze Zeit weglegen? Oder den PC zuklappen?

Bild: Michael Tress

Einfach da sein. Nur da sein. Ausschließlich da sein.

Mit all den Gedanken und Gefühlen, die so an die Oberfläche des Bewusstseins kommen.

Einfach da sein. Ich bin da.

Ich bin da. So heißt der Gott der Bibel. Gott ist da. Gott ist der „Ich bin da“.

Gott ist da – und ich bin da. Wir zwei.

Niemand sonst. Niemand, der stört. Niemand, der Ansprüche stellt. Niemand, der was will.

Ich bin da – und darf einfach nur für ein paar Momente da sein.

Ich darf mir diese paar Momente gönnen.

Ich darf mir mich selber gönnen.

Ich darf mir Gott gönnen.

Ich darf mich Gott gönnen.

Für ein paar Momente.

Bevor es weitergeht mit dem normalen Alltag.

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Bingo-Nachmittag der Caritas

Die Caritas Mühldorf lädt morgen zu einem Bingo-Nachmittag ein. Alle Senior*innen, Nachbarn und Bingo-Begeisterte treffen sich ab 14 Uhr zum gemeinsamen Spielen, Ratschen und Kaffeetrinken. Treffpunkt ist das Café Ratatouille in der Münchener Str. 52.

Flyer der Caritas

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In Weisheit das Alter annehmen und gestalten

Der Seniorenkreis der Pfarrei St. Pius in Mühldorf lädt unter dem Titel „In Weisheit das Alter annehmen und gestalten“ am kommenden Donnerstag zu einem besinnlichen Vormittag ein. Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner überlegt mit den Senior*innen, wie man diese Lebensphase gut bewältigen kann mit allen Veränderungen, die es im Alter eben gibt.

Der Vormittag beginnt um 9:00 Uhr im Pfarrsaal und endet mit einem Mittagessen. Die Veranstaltung ist auch für andere Interessierte, die nicht Mitglieder des Seniorenkreises sind, offen.

Die Leiterin des Seniorenkreises Resi Hechtfellner bittet um ein Anmeldung unter der Telefonnummer 08631/ 18 87 92.

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Impuls zur Fastenzeit 2026

3. Fastenwoche

Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir uns der göttlichen Gegenwart in unserem Leben mehr bewusst werden wollen. Dazu wollen meine Impulse in diesem Jahr wieder hilfreich sein.

Gott
Was löst dieses Wort bei Ihnen aus?
An Hoffnungen oder auch Ängsten. An Sehnsucht oder auch Resignation. Verzweiflung vielleicht sogar. Zorn und Wut. Oder auch eine Geborgenheit, oder Halt und Sicherheit?

Welche Vorstellungen von Gott haben Sie?
Der alte Mann auf der Wolke ist wohl schon lange Geschichte. Das Auge, das alles sieht, vielleicht auch. Der zornige, strafende Gott war fester Bestandteil der Erziehung früherer Generationen. Der liebe Gott der naiven Kindertage ist wohl auch in den Krisen des Lebens zerbröckelt.
Welche Vorstellungen von Gott haben Sie?
Ein mächtiger Weltenherrscher, wie ihn autoritäre und diktatorische Bewegungen gern für sich reklamieren, um eigene Herrschaftsansprüche zu begründen, gehört den Zeiten der absolutistischen Herrscher mit ihren Machtansprüchen an. Die Vorstellungen fundamentalistischer Christen haben wenig gemeinsam mit dem Gott der Bibel.
Die Basisgemeinden vor allem in Südamerika glauben an einen Gott, der solidarisch ist mit den Armen und Benachteiligten. Sie finden ihre Begründung im Vorbild Jesu.
Die feministischen Theolog*innen weiten den Blick auf die weiblich-mütterlichen Seiten Gottes, die es in der Bibel auch gibt.


Welche Vorstellungen von Gott hatten Sie als Kind?
Wer hat diese Ihre Vorstellung geprägt?
Was hat diese Ihre Vorstellung geprägt?

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit für diese Fragen. Es sind schwere Fragen.
Sie werden sicher einen ruhigen Zeitraum brauchen. Ungestört sein wollen.
Vielleicht machen Sie sich ein paar Notizen. Vielleicht nehmen Sie eine Sprachnachricht an sich selber auf, die niemand anderer hört. Vielleicht ist auch das Malen eine Hilfe. Oder Musik zu machen, die Ihre Empfindungen ausdrückt.

Bild: Michael Tress

Welche Beziehung zu Gott haben Sie heute?
Möchten Sie an dieser Beziehung etwas ändern?

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Auf einen Ratsch im März 2026

In dieser Woche findet am Freitag wieder das Angebot der Seniorenseelsorge im Landkreis Mühldorf Auf einen Ratsch statt. Das ist ein niederschwelliges Angebot, mit anderen Menschen in einen lockeren Kontakt zu kommen – bei einer kostenlosen Tasse Kaffee. Alle zwei Wochen – und diesmal eben am 6. März – lädt Marianne Kaltner in den Edekamarkt Lechertshuber-Wimmer in der Oderstraße in Müldorf von 10 bis 12 Uhr ein.

Kommen Sie doch einfach vorbei und genießen Sie diese Zeit!

Flyer der Seniorenseelsorge

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Schuldenfrei im Alter

Die bagso (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) hat einen überarbeiteten Ratgeber veröffentlicht, der Hinweise gibt, wie man eine Verschuldung im Alter vermeiden kann.

Die bagso schreibt in ihrer Pressemitteilung:

Schuldenfrei im Alter: Ratgeber in überarbeiteter Neuauflage erschienen

Wenn sich das Einkommen im Alter mit dem Übergang in die Rente oder durch das Ende einer Lebenspartnerschaft deutlich verringert, können schnell finanzielle Schwierigkeiten entstehen. Der Ratgeber „Schuldenfrei im Alter“, den die BAGSO gemeinsam mit der Diakonie Deutschland nun in fünfter, vollständig aktualisierter Auflage herausgegeben hat, will dazu beitragen, dass Überschuldung vermieden und frühzeitig professionelle Unterstützung wie eine Schuldnerberatung in Anspruch genommen werden.

Hier ist der Link, über den Sie die Broschüre finden:

https://www.bagso.de/publikationen/ratgeber/schuldenfrei-im-alter/

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2. Fastenwoche

Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der wir uns der göttlichen Gegenwart in unserem Leben mehr bewusst werden wollen. Dazu wollen meine Impulse in diesem Jahr wieder hilfreich sein.

Beziehungen
Menschen leben in Beziehungen. Da gibt es sehr unterschiedliche Beziehungen: Geschäftsbeziehungen, oberflächliche Kontakte (etwa beim Einkaufen), nachbarschaftliche Beziehungen, beim Teilen eines gemeinsamen Hobbys (im Fitnessstudio, beim Kartenspielen etc.) bis hin zu tiefen, jahrelangen Freundschaften.
In welchen Beziehungen leben Sie?

Bild: Michael Tress

Wenn Sie sich jetzt all Ihre Beziehungen vor Augen führen: welche Gefühle kommen da bei Ihnen hoch? Was empfinden Sie, wenn Sie an diesen oder jenen Menschen denken?
Bei ein paar werden Sie Freude, Glück, Geborgenheit etc. spüren.
Bei anderen eher Zorn und Wut, vielleicht sogar Rachegefühle.
Bei wieder anderen kommen kaum Emotionen hoch.
An den Beziehungen sind wir mehr oder weniger mit all unseren Sinnen beteiligt. Wir sehen, wir hören, wir riechen, wir fühlen. Wir fühlen mit unserem Gespür und erahnen so die Gestimmtheit der anderen. Manchmal dürfen wir auch mit dem Körper fühlen – etwa in einer Umarmung zur Begrüßung oder zum Abschied. Das zeugt schon von einer emotionalen Nähe, von Freundschaft, von Vertrauen.

Die Beziehungen, denen Sie einen gewissen Wert, eine Bedeutung beimessen, werden Sie pflegen durch Kontakte, durch gegenseitige Besuche, durch gemeinsam Erleben.
Diese Kontakte können von Angesicht zu Angesicht sein oder telefonisch oder über die sozialen Medien. Früher hat man noch Karten oder gar Briefe geschrieben.

Was aber, wenn Beziehungen schwierig werden? Wenn es Sprachlosigkeit gibt, wenn man sich nicht mehr versteht? Wenn Beziehungen einseitig werden, wenn einer in der Beziehung oft zu kurz kommt? Manche Beziehungen vertragen eine längere Pause, andere brauchen eine gewisse Regelmäßigkeit. Aber so oder so – wenn der Kontakt zu lange ausbleibt, verkümmert die Beziehung und hört schließlich ganz auf. Das gemeinsame Interesse an dieser Beziehung ist existenziell wichtig. Gibt es dann die Möglichkeit eine Klärung? Gibt es dann die Möglichkeit, Beziehung zu weiten? Sich zu verabschieden von dem Anspruch, dass man/ frau die Bedürfnisse der/s anderen zu erfüllen hat? Sich damit abzufinden, dass wir eben Menschen sind mit begrenzten Fähigkeiten und Möglichkeiten und nicht alles vermögen?

Und dann gibt es ja noch die Beziehungen, die geprägt sind durch den Tod des anderen. Die lebendig sind in der Erinnerung. In der Erinnerung an gemeinsam verbrachte Zeit, an gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen, an gemeinsame Gespräche, an Berührungen von Körper zu Körper, von Herz zu Herz, von Seele zu Seele. Manchmal werden diese Erinnerungen unterstützt durch Bilder, durch Geschriebenes, durch Gegenstände…. Manche Menschen heben die Sterbebilder ihrer Familien und Freunde auf. Weil diese Menschen Teil ihrs Lebens waren, Teil ihres Lebens sind.

Foto: Michael Tress

Vielleicht mögen Sie mal in der kommenden Woche Ihre Beziehungen anschauen.

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Der Satan zitiert die Bibel

Ich habe eine sehr interessante, weil ungewöhnliche Interpretation des morgigen Evangeliums gelesen.

In der morgigen Sendung „Lebenskunst“ des ORF weist Elisabeth Birnbaum, Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerks darauf hin, dass sowohl Jesus als auch der Versucher die Bibel zitieren. Sie tun es allerdings auf höchst gegensätzliche Weise. Der Satan versucht eine Manipulation, während Jesus Gott in den Mittelpunkt rückt. Die Bibel kann also höchst unterschiedlich verwendet werden – auch heute noch.

Darin liegt für mich die Aktualität dieser Interpretation. Ich erinnere mich an einen amerikanischen Präsidenten , der sich mit der Bibel in der Hand vor Reporter stellt (und wohl wenig Ahnung davon hat, was in diesem Buch steht). Andere reißen einzelne Verse heraus und begründen ihre eigene Ideologie damit. Gerade radikale und fundamentalistische Christen oder auch Politiker, die eine fundamentalistische Sicht auf das Christentum vertreten (etwa in der Migrationsfrage), haben wenig Kenntnis von sehr differenzierten Aussagen der Bibel. Sie benutzen die Heilige Schrift manipulativ für eigene Zwecke und Ziele. Hier wäre eine größere Differenzierung und genaueres Lesen notwendig.

Wer diesen sehr lesens- und hörenswerten Beitrag in der Gänze kennenlernen möchte, findet ihn unter folgendem Link:

https://religion.orf.at/radio/stories/3234082/

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