Umgang mit Demenz – ein Onlinevortrag des KBW

Das Katholische Kreisbildungswerk Mühldorf bietet am kommenden Montagabend einen Online-Vortrag an. Frau Dr. Maria Kotulek, verantwortlich für den Bereich „Demenz“ in der Abteilung Seniorenpastoral im Erzbischöflichen Ordinariat in München, informiert über die verschiedenen Krankheitsbilder einer Demenz. Sie zeigt, woran man eine Demenz erkennen kann und welche Hilfen möglich sind.

Nachdem es eine Online-Veranstaltung ist, braucht es auf Teilnehmerseite einen Laptop mit Bildschirm und Mikrofon, eine Mailadresse und eine Anmeldung.

Ich möchte diesen Vortrag sehr empfehlen. Frau Dr. Kotulek ist sehr kompetent und erfahren und bringt dieses schwierige Thema lebensnah und praxisbezogen rüber.

Onlinevortrag
Montag, 19.04.2021, 19.30–21.00 Uhr
Informationen zum Krankheitsbild, zu verschiedenen Formen
der Demenz und zum Erkennen von ersten Anzeichen.
Möglichkeiten für Angehörige im Umgang mit demenziellen
Beeinträchtigungen.
Leitung: Dr. Maria Kotulek
Anmeldung:

Kath. Kreisbildungswerk Mühldorf e.V.,
Telefon 08631/3767-0,
info@kreisbildungswerk-mdf.de,
www.kreisbildungswerk-mdf.de
Kosten: 5,00 EUR
Veranstalter: Kath. Kreisbildungswerk Mühldorf e.V., und das Caritas-Zentrum Mühldorf
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Das Alter in anderen Religionen

Im österreichischen Rundfunk kommt auf Ö1 jeden Sonntag um 7: 00 Uhr die Sendung „Lebenskunst“. Darin gibt es immer einen Bibelessay zum Sonntagsevangelium sowie Berichte aus dem religiösen Leben. Konfessionelle und religiöse Grenzen werden dabei überschritten und so erfährt man vieles aus anderen Kulturen.

Am kommenden Sonntag ist das Thema „Alter“ der Schwerpunkt. Es werden Sichtweisen aus dem Islam und der Aleviten vorgestellt, die eine ganz eigenen Zugang zum Alter haben. So gehen sie auch mit dieser Lebensphase anders um. Evtl. steckt darin eine Anregung für uns?!

Hier der Link dazu: https://oe1.orf.at/programm/20210411/634983/Muslimische-und-alevitische-Zugaenge-zum-Alter-Topsy-Kueppers-Elmar-Simma

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Gedanken zu Ostern 2021

In der heutigen Osternacht ist mir aus der Exoduslesung ein Vers nachgegangen.

Die Israeliten leben in der Sklaverei unter harten Bedingungen. Mose beschwert sich bei Gott. Da sagt Gott: “ Was schreist du zu mir? Sag den Israeliten, sie sollen wegziehen aus dem Land Ägypten!“

Mein Gedanke dazu: Ja, wir leben manchmal in schwer zu ertragenden Verhältnissen. Und da ist die erste Reaktion ein Klagen über die unerträgliche Situation. Manchmal dauert die Klage jahrelang. Ich habe da z. B. Angehörige von Suchtkranken vor Augen, die vieles auf sich nehmen in der (vergeblichen) Hoffnung, dass sich etwas ändert.

In der Lesung aus dem Ersten Testament sagt Gott aber: Klage nicht, sondern geh raus aus den lebenseinengenden Verhältnissen!

Das ist sicher nicht leicht, das macht man nicht leichten Herzens, das ist ein schwerer Schritt. Er braucht viel Mut und wohl auch ein großes Maß an Verzweiflung.

Aber Gott macht Mut. Auch mit der Zusage seiner Begleitung, die im weiteren Verlauf der Geschichte konkretisiert wird.

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Demografieentwicklung in Deutschland

Das Bundesministerium des Inneren hat ein Demografieportal veröffnetlicht, in welchem es die Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland darstellt. Die kurze Zusammenfassung:

Fünf wichtige demografische Entwicklungen

  1. Seit den 1990er Jahren hat sich die demografische Lage wesentlich anders entwickelt als nach früheren Vorausberechnungen zu erwarten war. Insbesondere hat sich die Schrumpfung der Bevölkerung nicht in der erwarteten Form eingestellt. Der Rückgang der Bevölkerungszahl, der sich aus dem Altersaufbau mit vielen älteren Menschen ergibt, wird nun erst später und vor allem in abgeschwächter Form ablaufen als lange Zeit prognostiziert.
  2. Die Zahl der Senioren ist in den letzten Jahren größer geworden und wird durch den Eintritt der Babyboomer in das Rentenalter weiterwachsen. Neuere Erkenntnisse zu den gesamtgesellschaftlichen Folgen der demografischen Alterung sowie zum Umgang damit legen jedoch nahe, dass die Bewältigung des Alterungsprozesses eine vielschichtige, aber in vielen Bereichen gut gestaltbare Aufgabe ist.
  3. Die Geburtenziffer hat sich im Lauf des letzten Jahrzehnts in Deutschland leicht erhöht. Dennoch bewegt sich die Fertilität der in Deutschland lebenden Frauen weiterhin auf niedrigem Niveau. Bemerkenswert ist der anhaltende Trend, dass Frauen immer später Mütter werden.
  4. Die Zuwanderung nach Deutschland hat im letzten Jahrzehnt eine so nicht erwartete Dynamik entfaltet und wesentlich dazu beigetragen, dass die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen zugenommen hat. Durch die Corona-Pandemie ist die Zuwanderung zunächst stark zurückgegangen.
  5. Viele demografische Entwicklungen verlaufen unterhalb der nationalen Ebene sehr heterogen. Zahlreiche Regionen entwickeln sich entgegen dem nationalen Trend: Einige profitieren vom demografischen Wandel, andere sind mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert.

Das ist für mich zumindest doch teilweise überraschend. Wer sich itensiver damit beschäftigen will, findet das unter folgendem Link:

https://www.demografie-portal.de/DE/Service/Blog/210331-demografie-resume-bundesinnenministerium-demografiepolitik-fakten.html

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Initiative Demenz Partner

Die Deutsche Alzheimergesellschaft e. V. hat eine Initiative gestartet, die es zum Ziel hat, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen qualifiziert zu begleiten. Dazu bietet die Alzheimergesellschaft Online-Kurse an und auch eine Vernetzung. Auf der Homepage schreibt sie:

Die Initiative Demenz Partner hat das Ziel über Demenzerkrankungen aufzuklären und für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu sensibilisieren.

Die Initiative wurde 2016 von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt  steht die Aufklärung über Demenz mittels  90-minütiger Kompaktkurse, die vor Ort oder online angeboten werden. Durchgeführt werden diese von mehreren hundert kompetenten Organisationen bundesweit.

Die DAlzG  ist eine Selbsthilfeorganisation, die sich bundesweit dafür einsetzt, die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Familien zu verbessern. In den 1980er-Jahren schlossen sich an einzelnen Orten in Deutschland Angehörige von Menschen mit Demenz, begleitet von fachlichen Helfern, zu Selbsthilfegruppen und Alzheimer-Gesellschaften zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen und die Situation für die Betroffenen zu verbessern. Am 2. Dezember 1989 wurde die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. als Dachverband von engagierten Vertretern der ersten Angehörigengruppen gegründet. Heute gehören 135 auf Landes- und regionaler Ebene organisierte Alzheimer-Gesellschaften zur DAlzG.

Eine Großspende von Susanne Klatten im Rahmen der SKala-Initiative ermöglichte die Umsetzung der Initiative in den ersten fünf Jahren. Von Beginn an wurde sie vom Bundesministerium für Gesundheit sowie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt.

Die Initiative Demenz Partner ist Teil der Maßnahmen, die die Bundesregierung, gemeinsam mit Vertretern aus den Ländern und NGOs im Rahmen der nationalen Demenzstrategie festgelegt hat.

Wer sind Demenz Partner?

Demenz Partnerinnen und Partner haben einen Kurs zum Thema Demenz besucht. Das Angebot steht allen offen – egal ob jung oder alt, berufstätig oder im Ruhestand, egal ob Menschen mit Demenz im persönlichen Umfeld oder nicht.

Demenz Partnerinnen und Partner

  • möchten etwas über Demenzerkrankungen erfahren,
  • wissen um die Einschränkungen, die mit der Erkrankung einhergehen und
  • kennen Wege, um Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu unterstützen.

Schon Kleinigkeiten helfen, das Leben von Menschen mit Demenz leichter und schöner zu machen:

  • das kurze Gespräch mit der Nachbarin im Treppenhaus,
  • Hilfe beim Einkaufen,
  • ein gemeinsamer Spaziergang.

Demenz Partnerinnen und Partner sorgen so dafür, dass Menschen mit Demenz möglichst lange zu Hause leben können.

Nähere Informationen finden Sie unter folgendem Link: https://www.demenz-partner.de/

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Weg für eine Weltaltenkonvention freimachen


Von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e. V. (bagso) habe ich eine Stellungnahme erhalten, die auf die bevorstehende Konferenz hinweist, die sich mit Menschenrechten für ältere Personen beschäftigen wird:

Gemeinsam mit hunderten Organisationen der Zivilgesellschaft und nationalen Menschenrechtsinstitutionen fordert die BAGSO eine UN-Konvention über die Rechte älterer Menschen. In einer weltweiten Kampagne ruft sie die Offene Arbeitsgruppe zu Fragen des Alterns der Vereinten Nationen auf, zeitnah einen Textentwurf für eine Weltaltenkonvention vorzulegen.

Wie können die Rechte älterer Menschen weltweit gestärkt werden? Darüber berät vom 29.3. bis zum 1.4.2021 die Offene Arbeitsgruppe zu Fragen des Alterns der Vereinten Nationen in ihrer 11. Sitzung. Die Offene Arbeitsgruppe tagt erstmalig in hybrider Form, nachdem sie 2020 wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste. Ein zentraler Tagesordnungspunkt ist die Diskussion über Textvorschläge für eine Weltaltenrechtskonvention.

Die internationale Zivilgesellschaft und Menschenrechtsorganisationen aus der ganzen Welt haben sich im Vorfeld zusammengeschlossen, um die Regierungen zum Handeln zu drängen. Zusammen mit hunderten Seniorenorganisationen aus der ganzen Welt appelliert die BAGSO an die Offene Arbeitsgruppe, schnellstmöglich einen Textentwurf für eine Weltaltenkonvention vorzulegen, um die Rechte älterer Menschen weltweit zu stärken. Die BAGSO wird diese Forderung in einer Videobotschaft zu Beginn der Sitzung einbringen. Sie wird dabei die wachsende digitale Kluft und die Folgen für die Menschenrechte Älterer besonders hervorheben. Die gemeinsame schriftliche Stellungnahme mit HelpAge Deutschland zeigt die bestehenden Lücken im internationalen Rechtssystem auf und schließt sich der Forderung an, keine weiteren Verzögerungen in Kauf zu nehmen.

Wer sich genauer informieren will, kann das unter folgendem Link tun. Da gibt es auch Informationen über frühere Sitzungen.

https://www.bagso.de/themen/internationale-altenpolitik/rechte-aelterer/menschenrechte-sichern/

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Gewalt – Gedanken zum Karfreitag 2021

Am Karfreitag denken wir an Jesu Martyrium, an seine Folter, an seinen Kreuzestod. Der wird manchmal gedeutet als Erlösungstod – dass wir von allen Sünden erlöst und befreit sind. Die Realität ist leider anders: wir sind von Gewalt und vom Leiden unter Gewalt nicht erlöst. Quer durch die Geschichte – und auch von gläubigen Christen – wurde und wird Gewalt ausgeübt. Darin unterscheiden wir uns nicht von anderen. Quer durch die Geschichte leiden und litten Menschen unter Gewalt.

Schon zu „normalen“ Zeiten ist die Statistik hoch, wie Zahlen aus dem Bundesfamilienministerium (1) belegen:

Demnach wurden 2019 insgesamt 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt (2018: 140.755). Knapp 115.000 Opfer waren weiblich. Die Statistik erfasste folgende versuchte oder vollendete Delikte gegen Frauen im Jahr 2019:

∙Vorsätzliche, einfache Körperverletzung: 69.012 Fälle

∙Gefährliche Körperverletzung: 11.991 Fälle

∙Bedrohung, Stalking, Nötigung: 28.906 Fälle

∙Freiheitsberaubung: 1514 Fälle

∙Mord und Totschlag: 301 Fälle

Gewalt hat in Zeiten von Corona zugenommen. Das zeigen Untersuchungen aus dem vergangenen Sommer. Neuere Zahlen habe ich nicht gefunden. Die Dunkelzahl ist wohl sehr viel höher. Auch, dass die Hilfetelefone weniger in Anspruch genommen wurden, ist ein eher bedenkliches Zeichen.

Im Bild gesprochen:

Nicht nur Jesus wurde gekreuzigt. Am Kreuz der Gewalt hängen heute Kinder, Frauen, auch Männer. Die Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Phänomen.

Es gibt Initiativen dazu: „ni una mas“ in Süd- und Mittelamerika etwa richtet sich gegen den Machismo, das männliche Imponier- und Machtgehabe von Männern, auch gegen strukturelle Gewalt gegen Frauen. In Deutschland gibt es Vereine mit Unterstützungsangeboten (etwa: Frauen helfen Frauen, Marktler Straße 29, 84489 Burghausen – Tel: 08677/7007), auch Frauenhäuser, die Zuflucht bieten bei häuslicher Gewalt. Es gibt ein bundesweites Notfalltelefon unter 08000 116 016.

Gewalt versteckt sich – in Coronazeiten noch mehr. Kontrollmechanismen fallen weg: Schule, Kindergarten, Ärzte … Das erfordert vielleicht einen geschärfteren Blick in der eigenen Umgebung.

Wenn wir also am Karfreitag auf den Gekreuzigten schauen, können wir in seinem Gesicht viele heutige Menschen sehen. Menschen in der Ferne, vielleicht auch Menschen in der Nähe, Menschen, die wir kennen – von denen wir aber nicht vermuten, dass sie dieses Schicksal erleben. Menschen, die Hilfe brauchen.

Quelle (1):

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/frauen-vor-gewalt-schuetzen/haeusliche-gewalt/haeusliche-gewalt-80642

Weitere Links:

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/corona-lockdown-haeusliche-gewalt-gegen-kinder,SNsY0YF

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/lockdown-haeusliche-gewalt-100.html

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Gedanken zur Fastenzeit 2021 – Großartigkeit

Am Palmsonntag ist Jesus (scheinbar) auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Die Massen jubeln ihm zu wie heute einem Popstar oder populistischen Führer. Wer würde sich da nicht mitreißen lassen?

Aber bald schon scheint es mit Jesu Großartigkeit nicht mehr weit her zu sein. Seine Gefolgschaft reduziert sich radikal. Erst auf zwölf, dann auf elf, dann bröselt es radikal. Am Schluss bleibt eine Handvoll Frauen übrig, die vorher gar nicht mitgezählt worden waren.

Wie schnell „Großartigkeit“ zerbröckeln kann, erleben wir auch in unseren Tagen. Wer nicht mehr an der Macht ist, verschwindet auch schnell aus dem Bewusstsein. Wer kein Forum in den „sozialen“ Netzwerken hat, gilt nichts (mehr). Wer kein Aufhebens um sich macht, der wird auch nicht beachtet. Das wirft die Frage auf, wer wirklich „großartig“ ist.

Vor einem Jahr hat man auf einmal die „systemrelevanten Berufe“ entdeckt. Das waren nicht die Politiker und auch nicht die Spitzensportler oder die Stars der Kulturszene. Das waren die Pfleger*innen, die Verkäufer*innen, die Erzieher*innen, die Lehrer*innen… Heute hört man diesen Begriff nicht mehr – und die Berufsgruppen machen auch keine Schlagzeilen mehr mit ihrer tatsächlich großartigen Arbeit. Höchstens noch dadurch, dass manche nicht mehr können und das Handtuch werfen. Dann erinnert „man/ frau/ Organisation“ sich, dass man/ frau/ Organisation ja die Attraktivität steigern wollte, die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen verbessern wollte, die Anerkennung steigern wollte.

Wirkliche Großartigkeit kommt also – so mein Verdacht – eher klein daher und unscheinbar. Das, was so großartig wirkt, ist in Wirklichkeit oft eher ziemlich armselig. Zumindest kritisch hinterfragbar.

In meiner Arbeit komme ich oft mit großartigen Menschen zusammen. Aber ich musste erst lernen, das wahrzunehmen. Diese Lektion habe ich einer besonderen Frau zu verdanken. Seither sehe ich großartige Menschen. Es sind Menschen, die ihr Leben in allen Schwierigkeiten in die Hand nehmen. Die manchmal brutale Lebenserfahrungen verdauen müssen. Die Tag für Tag kämpfen müssen mit den Rahmenbedingungen ihres Lebens. Die Tag für Tag ihre Aufgaben bewältigen.

Die oben erwähnte Frau, meine „Lehrerin“, hat erzählt, wie sie von ihre Suchterkrankung weggekommen ist, nämlich, indem sie ihre Lebensaufgabe gefunden hat. Auf meine Frage, worin diese Lebensaufgabe besteht (und ich habe mir etwas Großartiges erwartet), hat sie gesagt: „Meinen Körper zu pflegen, meine Wäsche sauber zu halten, mein Zimmer zu putzen …“ Das war – weil sie es lange nicht mehr praktiziert hatte – für sie unglaublich viel und auch schwer. Sie übt darin, sich selbst für einen wertvollen Menschen zu achten. Das ist, genau wie ihre Abstinenz, eine beständige Herausforderung.

Eine großartige Frau. Sie lebt unterhalb des gesellschaftlichen Radars. Niemand kennt sie.

Aber viele kennen Frauen (und Männer) wie sie.

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Reform der Pflegeversicherung

Ich habe von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft folgende nachricht bekommen in einer Pressemitteilung:


Reform der Pflegeversicherung: Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft protestiert gegen geplante Kürzungen
Berlin, 18. März 2021. Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet an einem Gesetz zur Reform der Pflegeversicherung. Inzwischen wurde bekannt, dass dort unter anderem Kürzungen bei den Leistungen für die Tagespflege und der Verhinderungspflege vorgesehen sind, obwohl viele Verbände bereits im Vorfeld dagegen protestiert haben. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft lehnt dies aufs Schärfste ab. „Die Tagespflege ist ein Angebot, das es gerade Angehörigen von Menschen mit Demenz oft überhaupt ermöglicht, die Pflege zu Hause sicherzustellen“, erklärt Sabine Jansen, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG). „Wenn nun die Leistungen dafür auf die Hälfte reduziert werden sollen, nur weil ergänzend auch noch der Pflegedienst beispielsweise die morgendliche Körperpflege übernimmt, dann bricht in vielen Familien die Pflegeorganisation zusammen. Nicht zuletzt die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege wird so in vielen Fällen unmöglich gemacht.“ Wer aufgrund von Berufstätigkeit die Versorgung seiner pflegebedürftigen Eltern nur abends und am Wochenende selbst übernehmen kann, hat schon nach der bisherigen Regelung einen nicht unbedeutenden Anteil der Kosten für Tagespflege und den Einsatz des Pflegedienstes an fünf Tagen pro Woche aus eigen Mitteln zu bestreiten. Eine noch höhere finanzielle Belastung können sich die wenigsten leisten.  Gerade in der Corona-Pandemie ist die Bedeutung des Tagespflegeangebots deutlich geworden. Viele Familien sind an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gelangt, weil Tagespflegeeinrichtungen geschlossen wurden und immer noch nur ein eingeschränktes Platzangebot vorhalten können. „Es kann nicht sein, dass eine solche Verschlechterung für die häusliche Versorgung gewollt ist“, betont Sabine Jansen. „Wir werden uns zusammen mit den anderen Organisationen, die die Interessen der Betroffenen vertreten, dagegen zur Wehr setzen.“

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Segen

Gerade ist der Segen wieder heftig in die Diskussion geraten. Anlass ist das Verbot einer Segnung homosexueller Paare durch den Vatikan.

In vielen Beiträgen ist schon kommentiert worden, wie weltfern und unsäglich das ist. Ich finde die Empörung sehr gerechtfertigt, zumal mit Blick auf all das, was die katholische Kirche so alles segnet oder früher gesegnet hat – ohne mit der Wimper zu zucken. Das gilt vor allem für die Segnung für Waffen.

Was mich aber am meisten verblüfft und ärgert, ist, dass hier der Segen auf einmal verstanden wird als eine Art Belohnung für moralisch einwandfreies Verhalten. Das ist er nämlich gerade eben nicht! Schon gar nicht mit dem Blick in die biblische Tradition:

Gott segnet den Menschen (Gen 1, 28), Gott segnet den Abram (Gen 12, 2), sogar der unterdrückende Pharao bittet um einen Segen (Ex 12, 32). Das Alte oder Erste Testament war zumindest in den Teilen, die nach dem Exil entstanden sind, global und universell ausgerichtet. Der Segen Gottes gilt für alle Völker, etwa auch für die Perser unter Kyros (Jes 44, 24-45,8).

Auch Jesus segnet und fragt nicht erst nach dem Lebenswandel. Ganz am Schluss die Jünger, die sich doch von ihm abgewandt hatten. Und er beauftragt die Jünger – in der Nachfolge alle Christen: „Segnet, die euch fluchen!“ (Lk 6, 28)

Segen heißt (gemäß dem Lateinischen bene-dicere = gut sagen): „Ich wünsche dir, dass dein Leben gut wird. Gott soll und wird dich dabei begleiten.“ Das ist die Zusage. So eine Zusage haben wir Menschen bitter nötig, gerade auch die, die es schwer haben im Leben, die unter Krankheiten, Krisen, Gewalt und eben auch Diskriminierung zu leiden haben. Wir als Kirche sollen (wie Abraham) ein Segen sein und nicht weitere Lasten aufladen.

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