„Jetzt red i“: zur Pflegereform

Die Sendung „Jetzt red i“ des Bayerischen Rundfunks gastiert am kommenden Mittwoch in Mühldorf. Dabei wird über die Pflegereform diskutiert unter dem Titel „Durchbruch oder Stückwerk – was bringt die neue Pflegereform?“

Bisher gab es drei Pflegestufen, die ab dem kommenden Jahr durch fünf Pflegegrade ersetzt werden. Damit werden erstmals auch an Demenz Erkrankte erfasst und können finanzielle Hilfe erwarten. Das soll vor allem die häusliche Pflege entlasten, die etwa 2/3 aller Pflegefälle ausmacht. Die Sendung geht u.a. der Frage nach, ob die Reform auch Verbesserungen in der professionellen Pflege (ambulant und stationär) bringt, ob es ausreichend Pflegepersonal gibt, wie deren Bezahlung aussieht etc.

Übertragen wird die Sendung live von 20.15 bis 21.00 Uhr im Bayerischen Fernsehen aus der Staatlichen Berufsschule Mühldorf.

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Erschienen ist die Güte und die Menschenfreundlichkeit Gottes

Heute vormittag haben wir zwei besinnliche Stunden zum Wort aus dem Titusbrief im Neuen Testament verbracht: „Erschienen ist die Güte und die Menschenfreundlichkeit Gottes“.

Das Wort „erscheinen“ in seiner hebräischen Bedeutung: „achtsam werden, aufmerken, durch Wahrnehmung oder Reflexion erkennen“ hat unsere Sinne geschärft für die 2. Bedeutung (jetzt aus dem Griechischen): „Gott zeigt sich in einer seiner Eigenschaften.“

Mit „Güte und Menschenfreundlichkeit“ haben wir dann zwischenmenschliche Qualitäten verbunden: Begegnung, Zärtlichkeit, Nachsicht, Wohlwollen, Geborgenheit …p1080125

Wir haben nachgedacht, wie sich Gottes Güte in der Bibel zeigt – angefangen von der guten Schöpfung, über das wegweisende Wort an Abraham, Mose, die Propheten, die Befreiung aus Ägypten und Babylon bis hin zu Jesus. Auch wenn in unserer Kinderzeit mehr vom strafenden, richtenden, verurteilenden Gott die Rede war, haben wir doch alle zu einem „gütigen und menschenfreundlichen“ Gott gefunden – oft durch bestimmte Personen, manchmal auch die eigenen Kinder.

Die Begegnung mit Jesus hat die Menschen seiner Zeit verändert: sie geheilt, sie in die Gemeinschaft zurückgeholt, sie zur Veränderung ihres Lebens motiviert. Immer traf seine Güte auf eine Bedürftigkeit, eine dunkle Seite, einen Schwachpunkt. Das war dann die letzte Überlegung dieses Vormittags: wo bin ich bedürftig der Güte und der Menschenfreundlichkeit Gottes?

Diese Frage möchte ich allen Lesern als Impuls für den Advent weitergeben.

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Zum 7. Altenbericht

Die Bundesregierung hat jetzt den 7. Altenbericht veröffentlicht. Er trägt den Titel: „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune“ und beschäftigt sich vor allem mit den örtlichen Voraussetzungen für ein zufriedenes und mitgestaltetes Alter.

Die Bundesreigerung betont in ihrer Stellungnahme dazu, dass „starke, handlungsfähige Kommunen von zentraler Bedeutung sind, um im demografischen Wandel die Politik für ältere und mit älteren Menschen vor Ort wirkungsvoll weiterzuentwickeln“. Die Bundesregierung stellt weiter fest, dass es auf strukturelle, inhaltliche und finanzielle Rahmenbedingen ankommt. Und darauf, die „sehr unterschiedlichen Entwicklungen in den Kommunen in Deutschland“ zu beachten. Betroffen sind alle wichtigen Lebensbereiche und die Lebensqualität des Miteinanders aller Generationen vor Ort – Wohnen, Wohnumfeld und Daseinsvorsorge, medizinische, pflegerische und betreuende Versorgung, Selbstbestimmung, Bildung und Information, Mobilität und soziale Kontakte.

Der 7. Altenbericht lässt sich herunterladen über die Seite der bagso (www.bagso.de)

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Zum Beten 2

Heute ist mir im Pfarrbrief von Garching-Engelsberg ein Wort von unserem früheren Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter begegnet, das ich gerne weitergeben möchte:

Beim Beten kommt es nicht auf viele Worte an, sondern darauf, dass wir vor Gott hintreten. Beten ist Dasein vor Gott.

Mir gefällt daran, dass das Wort die innere Haltung kennzeichnet: aufrecht stehen – von Angesicht zu Angesicht – einfach vor Gott sein. Dazu könnte im Advent immer wieder Gelegenheit sein: vor Gott stehen und nichts anderes tun als da zu sein vor Gott – da sein, grade so, wie ich jetzt bin.

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Krippenspiel: Die Herbergssuche

Ich habe folgende Geschichte bekommen, die das weihnachtliche Krippenspiel in einer ungewöhnlichen Inszenierung beschreibt:

Die Rollen für das Krippenspiel in der Kinderchristmette waren schnell vergeben: Lena und Tobias spielen Maria und Josef und der kleine Thomas den Wirt.

Das Spiel geht los: Lena und Tobias müssen als Maria und Josef noch zwei Stufen erklimmen, dann sind sie in „Bethlehem“. Jetzt stehen sie unmittelbar vor der Tür der Herberge. Josef klopft – einmal – ein zweites Mal – die Tür geht auf …

Der kleine Thomas – der Wirt – steht im Türrahmen. Sein pausbäckiges Gesicht ist gerötet. Er gibt sich Mühe, die Stirn in ernste Falten zu legen, was aber nicht so recht gelingen will, denn er ist ein fröhlicher und lustiger Kerl. Während er das Paar von Kopf bis Fuß mustert, fragt er mit verstellt tiefer Stimme: „Was wollt ihr hier?“ Josef bittet um Einlass. Der Herbergswirt schweigt. Josef weist auf den Zustand seiner Frau. Mit eindringlichen Gebärden unterstreicht er seine Bitte. Die Falten auf der Stirn des Wirtes glätten sich. Aber er schweigt immer noch. Von der vordersten Bank her vernimmt man die Stimme des soufflierenden Spielleiters: „Kein Platz …!“ Der Wirt schweigt weiter. Josef und Maria finden, sie wären nun lange genug gestanden. Die Antwort dürfte jetzt kommen. Der Souffleur ruft schon ganz laut. Aber da findet Thomas die Sprache wieder. Sein Gesicht leuchtet auf wie die Sonne, und laut ruft er dem Paar entgegen: „Kommt nur rein, ihr lieben Leute!“ Dazu streckt er die Arme weit aus, als ob er sie beide umfassen wollte.

Bei den Gottesdienstbesuchern setzt ein Gemurmel ein. Hinter dem Spieltisch guckt der Organist hervor und prüft, wie er da helfen könnte. Beim Souffleur ist der Schweiß ausgebrochen. Er eilt zu den Spielern, um die Lage zu retten. Aber sie ist bereits gerettet: Josef und Maria wechseln einen kurzen Blick. Dann nehmen sie die Einladung an. Und der Wirt schließt hinter ihnen die Türe zu.

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Broschüren zur Bewegung im Alter

Die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ (BZgA) der Bundesregierung hat in ihrem Angebot zwei Broschüren, die Anregungen bieten, wie Menschen mit Bewegungseinschränkungen auch im Alter fit bleiben können.

Die eine Broschüre heißt:“Alltag in Bewegung“. Sie gibt sehr einfache Tipps und Hinweise zu mehr Bewegung im ganz normalen Tagesablauf, der gar keinen (großen) Mehraufwand bedeutet. Selbst „Anfänger“ finden darin einige Anregunggen, die sich ohne weiteres umsetzen lassen und so dazu beitragen, länger gesund zu bleiben.

Das andere Heft ist betitelt mit „Aktiv im Alltag, aktiv im Leben“. Es ist mehr auf Menschen ausgerichtet mit Einschränkungen in der Mobilität, etwa wenn sie auf den Rollator oder den Rollstuhl angewiesen sind oder auch viel im Bett liegen müssen.

Beide Hefte sind kostenlos zu erhalten bei der:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Maarweg 149-161

50825 Köln

Tel: 0221 8992-0

www.bzga.de

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Vom Leiden zu reden

Ich lese grade das Buch „Weil es sagbar ist“ von Carolin Emcke. Da geht es darum, vom Leiden derer zu reden, die selber nicht davon sprechen können (mal ganz verkürzt gesagt). Ich hänge an folgender Passage auf Seite 183:

Das Schreckliche erscheint uns, die wir verschont geblieben sind, allzuoft unwahrscheinlich, wohingegen es für diejenigen, die Leid erfahren, leider allzu wahrscheinlich ist.

Es braucht nur eine solche Berührung, etwas, das einen nicht wieder loslässt. Das kann etwas Verstörendes sein, etwas, das nicht recht ist, etwas, das niemanden interessiert, aber interessieren müsste.

Das kann etwas Bewegendes sein, etwas, das überraschend schön oder beglückend ist, von dem niemand weiß, von dem aber alle wissen sollten.

Ich selber denke da an Menschen, die Flucht oder Vertreibung erfahren haben: manche schon vor 70 Jahren, andere heute. Ich denke an Menschen, die einen Verlust erlitten haben: von Beziehungen, von Lebensentwürfen, von Gesundheit, von materieller Sicherheit. Ich denke an Menschen, die durchgekommen sind: durch ein Leiden, eine Verletzung, eine Enttäuschung, eine Krise. Ich denke an Menschen, die das Glück einer neuen Beheimatung, einer neuen Sicherheit, einer lebbaren Gegenwart gefunden haben.

Wo sind deren Geschichten erzählt und gesagt? Kann das Erzählen dieser Geschichten eine verbindende Kraft entfalten quer durch die Generationen, quer durch die Kulturen, quer durch die Bevölkerungsschichten, quer durch die Religionen?

Vielleicht muss dieses Erzählen ja gar nicht im öffentlichen und veröffentlichenden Raum geschehen. Vielleicht genügen kleinere Begegnungen des Leiderzählens, um Verbindung und Verbundenheit zu schaffen. Vielleicht braucht das Erzählen auch den Schutz der Verschwiegenheit oder der anonymisierten Offenheit, um Kraft, Ermutigung und Perspektive zu entfalten.

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Mit Gott reden: Impulse zum Advent 1

Als Impulse für die Adventszeit möchte ich immer wieder Worte über das Reden mit Gott veröffentlichen. Hier ein erstes (auch wenn es zum Advent noch ein Stück hin ist):

Wer mit den Menschen reden will, ohne mit Gott zu reden, dessen Wort vollendet sich nicht.

Aber wer mit Gott reden will, ohne mit den Menschen zu reden, dessen Wort geht in die Irre.

Die wahre Anrede Gottes weist den Menschen in den Raum der gelebten Sprache.

Martin Buber

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Was ist für mich heilig?

Gestern haben wir im Seniorenkreis über die Frage nachgedacht: „Was ist für mich heilig?“

Zunächst kamen Antworten wie: die Familie, die Gesundheit, das Leben, Frieden, gute Freunde, dann auch: Glauben, Kirche. (Interessanterweise wurde nicht genannt: Gott.) In jedem Fall haben wir herausgefunden, dass das, was für uns heilig ist, besonders und wichtig ist.

In einem zweiten Schritt erkannten wir, dass das hebräische Wort für heilig die Trennung, die ordnende Unterscheidung meint, wie sie in der ersten Schöpfungsgeschichte erscheint. Gott trennt z.B. das Licht von der Finsternis, er heiligt sozusagen die ganze Schöpfung.was-ist-fuer-mich-heilig

Anhand von Heiligenbilder und dem Heiligenschein sahen wir in den heiliggesprochenen Menschen das Licht Gottes, der liebevoll, tröstend, ein Begleiter, barmherzig, gnädig, gütig, verzeihend etc. ist.

Solche Eigenschaften erleben wir aber auch bei Menschen um uns herum, die uns liebhaben, die verzeihen, die trösten … Sie zeigen darin also etwas vom Wesen Gottes und sind in diesem Sinne „heilig“. Paulus nennt ja seine lebenden Zeitgenossen „die Heiligen Gottes“, weil sie schon etwas vom Wesen Gottes in ihrem Leben ausdrücken und vom Wesen des einen Heiligen – Gott – umfasst sind. Und so haben wir den Begriff der Heiligen, der durch die Kirchengeschichte auf die Heiliggesprochenen verengt worden ist, wieder zum biblischen Verständnis geweitet.

Allerdings bleibt es eine Herausforderung, bei anderen und noch mehr bei sich selbst die Heiligkeit zu sehen. Denn wir spüren ja immer auch das Versagen, das Fehlerhafte, das Scheitern. Aber auch darin sind wir den großen Heiligen (Augustinus, Ignatius, Mutter Teresa etc.) sehr ähnlich.

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Zum 7. Altenbericht der Bundesregierung

Zur Beratung und dann Veröffentlichung des 7. Altenberichts der Bundesregierung, den eine hochrangige Kommission erstellt und letztes Jahr an Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig übergeben hatte, gibt es jetzt eine Pressemitteilung. Ich zitiere daraus:

Der Siebte Altenbericht befasst sich vor allem mit den Themen der kommunalen Verantwortung für die Daseinsvorsorge, der lokalen Hilfestrukturen, der Gesundheitsversorgung und der Pflege sowie dem Wohnen im Alter. Im Fokus stehen aber auch wichtige Fragestellungen wie Ungleichheiten in der alternden Gesellschaft und regionale Unterschiede der Lebenssituationen älterer Menschen.
Die interdisziplinär zusammengesetzte Siebte Altenberichtskommission unter der Leitung von Professor Andreas Kruse hatte den Auftrag, Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Seniorenpolitik in den Kommunen zu erarbeiten. Untersucht wurde von den Sachverständigen, welche Beiträge die kommunale Politik und örtliche Gemeinschaften leisten können, um die soziale, politische und kulturelle Teilhabe sowie eine möglichst lange selbständige Lebensführung älter werdender Menschen sowie ein aktives Altern in Selbst- und Mitverantwortung sicherzustellen.
Bundesseniorenministerin Manuela Schwesig betont: „Ältere Menschen werden unsere Gesellschaft mehr und mehr prägen. Deshalb muss unsere Politik für ältere Menschen stärker darauf ausgerichtet sein, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben im Alter zu unterstützen. Es muss aber auch darum gehen, Ungleichheiten zu überwinden sowie soziale Teilhabe zu ermöglichen und zu fördern. Vor allem die Kommunen haben es in der Hand, wie und wie gut ältere Menschen vor Ort leben können“, so Manuela Schwesig weiter.

Der Altenbericht wird wohl in der nächsten Zeit veröffentlicht werden und ist dann auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums und der Seite des Deutschen Zentrums für Altersfragen www.dza.de zu lesen.

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