Der Armutsbericht 2018

Gestern wurde der Armutsbericht 2018 des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes veröffentlicht. Da bin ich ziemlich erschrocken (obwohl ich mich als einigermaßen informiert betrachte). Darum zunächst mal die Zahlen, wie sie der Paritätische Wohlfahrtsverband veröffentlicht hat:

13, 7 Millionen müssen aktuell zu den Armen gezählt werden. Darin sind allerdings nur diejenigen Personen gezählt, die über einen eigenen Haushalt verfügen (und das hatte ich bisher nicht gewusst)

Dazu kommen noch 800.000 – 1 Million Obdachlose.

Etwa die Hälfte der 800.000 Bewohner in Pflegeheimen ist auf Sozialhilfe angewiesen und auch die etwa 200.000 Menschen mit Behinderungen in Wohnheimen beziehen in aller Regel Sozialhilfe.

Bei den Bevölkerungsgruppen sind es vor allem Arbeitslose (63%) und Alleinerziehende (40%), aber auch 30% der kinderreichen Familien, ebenfalls 30% der Menschen mit geringem Bildungsabschluss und 28 % der Migranten/ Migrantinnen

Wenn wir die Gruppe der Armen anschauen, sind es überwiegend in Deutschland Geborene (nämlich 3/4) und Menschen mit zumeist mittlerem oder höherem Qualifikationsniveau. Fast 3/4 sind erwerbsfähig, in Ausbildung oder in Rente. Von den Erwerbstätigen sind 27% Minijobber, 69% sind mehr als geringfügig beschäftigt, 41% sogar voll erwerbstätig.

Wie wirkt sich das auf das konkrete Leben der Menschen aus? Natürlich gibt es echte materialle und soziale Entbehrungen. Es fehlt Geld für Reparaturen, es fehlt Geld für die gesellschaftliche Teilhabe. Das Leben gestaltet sich deutlich sorgenvoller, sei es bzgl. der aktuellen materiellen Grundlagen, sei es bzgl. der Altersvorsorge oder der Gesundheit. Auch ein Zusammenhang mit Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit wird beschrieben.

Meine Meinung dazu:

Natürlich müssen wir gesamtgesellschaftlich und strukturell die Rahmenbedingungen verbessern. Da geht die Schere zwischen arm und reich doch sehr und immer mehr auseinander. Aber das überfordert den Einzelnen wahrscheinlich. Im Kleinen könnte es vielleicht gelingen, die Augen mehr aufzumachen und Möglichkeiten für die Teilhabe an gesellschaftlichem Leben schaffen. So könnten z.B. auch die Obdachlosen zu den Seniorenehrungen eingeladen werden, auch wenn sie keine Postadresse für eine Einladung haben. Oder man könnte Fahrmöglichkeiten anbieten für die, die sonst mangels Auto/ Bus nicht kommen können. Oder auf Hilfsangebote hinweisen, etwa den Verein „Lichtblick für Menschen in Not“ oder den Verein „Lichtblick Seniorenhilfe“ (siehe meine Hilfenetzwerkliste). Oder ….

Noch ein adventlicher Gedanke: das Lukasevangelium beschreibt Jesus als Gottessohn, der in armen Verhältnissen zur Welt kommt und sich mit den Außenseitern solidarisiert. Wir können also auch an Weihnachten für die Armen beten – in Wort und Tat.

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Bericht vom besinnlichen Vormittag „Zwischen Herbergssuche und Flucht“

Am vergangenen Freitag haben sich ca. 15 Frauen und Männer zu einem besinnlichen Vormittag im Kloster Zangberg getroffen. „Zwischen Herbergssuche und Flucht: die Geburt Jesu“ war unser Thema.

Zunächst haben wir uns die räumlichen Distanzen angeschaut: ca. 170 km von Nazareth nach Bethlehem, mindestens 200 km von Bethlehem nach Ägypten, ca. 300 km von Ägypten nach Nazareth (wenn man den östlichsten Punkt nimmt). Das alles zu Fuß mit einem ungeborenen/ dann neugeborenen Kind – bergauf, bergab, auf Feldwegen, z. T. allein, z. T. in Gesellschaft. Auch die Gefühle bei diesen Reisen waren sehr unterschiedlich: von Freude und Hoffnung bis Angst und Unsicherheit.

Natürlich geht es bei den Erzählungen im Lukasevangelium und im Matthäusevangelium nicht um historische Berichte. Es war ja keiner dabei. Es geht in den Hl. Schriften nie um geschichtliche Fakten, sondern um die Theologie, um die Frage: wer war dieser Jesus eigentlich. So betont Matthäus den königlichen Aspekt, der sich mit David und Bethlehem verbindet und beginnt sein Evangelium mit dem Stammbaum Jesu. Darin spielt Josef die wichtigere Rolle als Nachkomme des David. Er bekommt von Gott durch den Engel die Handlungsanweisungen, Maria zu sich zu nehmen bzw. zu fliehen. Lukas betont, dass sich Jesus den Unbedeutenden, Schwachen, Kleinen zugehörig fühlt und siedelt die Geschichte in Nazareth an, einem unbedeutenden Dorf mit grade mal 200 Einwohnern. Hier ist Maria wichtiger.

Die äußeren Wege von Josef und Maria waren uns Anlass, die  Wege unseres eigenen Lebens anzuschauen. Manche waren nur wenige Kilometer von daheim weggezogen, andere oft und weit. Innerlich jedoch waren bei jeder/m die Wege groß von der Kindheit über die Jugend mit den Lebensträumen, manche Krisen und Schwierigkeiten im Erwachsenenalter bis hin zu Neuaufbrüchen im Alter. Da mussten wir oft Pfad-sucher und Pfad-finder sein mit aller Unsicherheit, mit Ängsten und Zweifeln und auch dem Vertrauen, dass es einen Weg gibt.

Schließlich haben wir noch darüber nachgedacht, wie diese vielen Bewegungen rund um die Geburt das Leben Jesu geprägt haben könnten. Er war ja viel unterwegs (äußerlich), aber auch innerlich, in seinen Botchaften, gab es Wege. Die Reise nach Bethlehem hat ihn in Kontakt gebracht mit seiner Herkunft aus einer königlichen Familie, mit seiner königlichen Prägung. Die Flucht nach Ägypten hat ihn an die Wurzeln seines Volkes und seines Glaubens geführt, zum Rettergott, zum Befreiergott aus dem Sklavenhaus.

Was sind denn unsere je eigenen Wurzeln – familiär, als Volk, im Glauben? Diese Fragen haben wir mit nach Hause genommen zum Nachdenken über die Herkunft und als Wegweiser und Bestärkung für die Zukunft.

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Gedanken zum 3. Advent 2018

Für die diesjährige Adventszeit orientiere ich mich an den alttestamentlichen Lesungen im Lesejahr C der katholischen Kirche und mache mir Gedanken zu einem Themawort dieser Schriftstellen.

Am 3. Adventssonntag hören wir die Lesung aus dem Buch Zefanja. Dieses sehr kleine Buch ist über mehrere Jahrhunderte hinweg entstanden und enthält einen komprimierten Rückblick auf die Geschichte Israels. In das Zentrum meiner heutigen Betrachtung will ich eine Formulierung stellen, die in der Lesung zweimal vorkommt und so betont wird:

Gott ist in deiner Mitte

Dies ist einem Volk gesagt, das die geschichtlichen Katastrophen als Strafe Gottes deutet für die vielfältigen Verfehlungen, sei es politischer, sei es sozialer Art. „Gott ist in deiner Mitte“ geht nur deshalb, weil Gott „das Urteil gegen Israel aufgehoben hat“ und trotz aller Fehler sich nicht abwendet, sondern da bleibt.

Ich will hier nicht die Fehler der Menschen – schon gar nicht die schweren, unter denen andere für lange Zeit/ lebenslang zu leiden haben – verharmlosen. Sie sind und bleiben Unrecht, das aufgedeckt und angeprangert gehört. Nur so kann den Opfern wenigstens teilweise Gerechtigkeit (siehe 1. Adventssonntag) widerfahren.

Gleichzeitig ist aber vielen bewusst, dass das Unrecht vielfältige Gesichter hat und jeder auf die ein oder andere Weise Fehler begangen hat. Da ist es dann eine tröstliche Zusage, dass „Gott in deiner Mitte“ ist. Das kann dann der innere Motor werden, dass „Umkehr“ geschieht, dass „Rettung“ kommt und „Freude“ (das sind drei weitere Themawörter in der Lesung).

Persönlicher Impuls: Nehmen Sie sich doch mal eine Minute Zeit (abends z. B.), um diesen Satz Gott ist in deiner Mitte zu meditieren.

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Im Alter INFORM der bagso

In ihrem neuesten Newsletter weist die bagso (die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) auf ihre Angebote hin. Folgende könnten vielleicht für die Seniorenbeauftragten wertvoll sein:
Das Thema Förderung des Wohlbefindens und der Lebensqualität älterer Menschen steht in der Seniorenarbeit ganz oben auf der Tagesordnung.
Wie kann es gelingen, älteren Menschen, die oftmals körperlich oder mental eingeschränkt sind und Einsamkeit erleben, durch abgestimmte Versorgungs- und Betreuungsstrukturen sinnvolle Angebote zu ermöglichen?
Die BAGSO unterstützt im Rahmen des Projektes Im Alter INFORM – ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung und aktive Teilhabe Verantwortliche in der Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft bei der Verbesserung von Angeboten für ältere Menschen mit:

der Unterstützung von Verantwortlichen in der kommunalen Seniorenarbeit durch kostenlose Beratung, Information und Qualifizierung

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Zwischen Herbergsuche und Flucht: die Geburt Jesu

Rund um die Geburt Jesu gibt es unglaublich viel Bewegung: Maria wandert zu Elisabeth und zurück – kurz darauf nach Bethlehem (nach Matthäus). Von Bethlehem geht es nach Ägypten und einige Jahre später wieder zurück nach Nazareth. So erzählt es Lukas.

Was hat das zu bedeuten? Welche Bedeutung haben die Orte für Jesus, für Israel? (Wie) prägen diese Reisen Jesus?

Solche und andere Fragen werden uns anregen, die Weihnachtsgeschichten anders zu hören – auf dem Hintergrund eigener Erfahrungen, auf dem Hintergrund heutiger Erfahrungen. So lade ich ein zu einem besinnlichen Vormittag

am Freitag, den 7. Dezember 2018 von 9 – 11 Uhr im Kloster Zangberg.

Eine Anmeldung zu diesem kostenfreien Vormittag ist nicht nötig.

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Zusammen ist man weniger allein – achter Nachmittag in Neumarkt-St. Veit

Bereits zum achten Mal kommen Verwitwete des Pfarrverbands Neumarkt-St. Veit und darüber hinaus zusammen, um miteinander einen schönen Nachmittag zu verbringen. Wie bereits vor einem Jahr gestalten wir miteinander diesen Nachmittag adventlich. Die einen steuern Kuchen bei, andere Lieder und Musik, wieder andere eine Geschichte oder ein Gedicht. Nicht zu vergessen natürlich der selbstgebundene Adventskranz! Aber auch wer „nur“ teilnehmen möchte, ist herzlichwillkommen, denn schließlich brauchen die Geschichten einen Zuhörer – die Kuchen jemanden, der sie ißt – die Lieder klingen mit vielen Sängerinnen und Sängern schöner. Wir begrüßen immer wieder auch gerne neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Der Nachmittag findet statt am Mittwoch, den 5. Dezember 2018 von 14.30 – 16.30 Uhr im Erkerzimmer des Stifts St. Veit.

Ich bitte zur besseren Planung um eine Anmeldung bis zum Montag, den 3. Dezember 2018. Meine Telefonnummer ist 0170 220 78 05, genauso gut geht es über E-Mail: mtress@eomuc.de

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Gedanken zum 2. Advent 2018

Für die diesjährige Adventszeit orientiere ich mich an den alttestamentlichen Lesungen im Lesejahr C der katholischen Kirche und mache mir Gedanken zu einem Themawort dieser Schriftstellen.

Am 2. Adventssonntag ist der Prophet Baruch dran. Im Kapitel 5 heißt es im Vers 1: Lag ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht.

Das Kleid der Trauer und des Elends: Da denke ich an so einige Menschen, die wirklich im Elend leben. Ich kenne niemanden persönlich, der im wirtschaftlichen Elend leben würde (aber ich weiß natürlich, dass es das gibt – bei uns und auch weltweit). Ich kenne aber sehr wohl Menschen, die in einem psychischen Elend leben. Das tun sie oft schon jahre- und jahrzehntelang. Es prägt ihr Leben, jeden Tag. Die Ausstellung HALT FINDEN erzählt davon. „Elend“ ist dabei etwas anderes als „Armut“ oder „Belastung“. Elend heißt, dass es diesem Menschen existenziell schlecht geht, dass sein Leben an die Substanz geht, dass das Leben als Ganzes auf dem Spiel steht. Auch „Trauer“ bezeichnet ja ein sehr grundlegendes Gefühl (zur missbräuchlichen Verwendung der „Trauer“ siehe einen meiner früheren Artikel aus dem Herbst 2018). Bei einer tieftiefen  Trauer kommt das Leben ebenfalls nahezu zum Stillstand, gerät an die Grenze des Lebens.

Baruch sagt in der Lesung dem trauernden und elenden (im ursprünglichen Sinn von: in der Fremde lebend) Volk Israel und der Stadt Jerusalem das Ende dieses grenzwertigen Zustandes zu. Der Verfasser dieser Schrift schaut schon darauf zurück, dass das Elend und die Trauer der Babylonischen Gefangenschaft vorbei ist, er sieht Jerusalem schon im „Schmuck der Herrlichkeit“. Aus dieser Erfahrung schöpft der Verfasser Mut und Hoffnung für kommende schwere Zeiten.

Schmuck der Herrlichkeit: Das wird wohl keine hochpreisige Markenkleidung irgendwelcher angesagter Modedesigner sein oder Schmuck aus den teuersten Boutiquen. Ich verstehe das als den inneren Schmuck eines jeden Menschen. Ich verstehe darunter seine Persönlichkeit, seine Würde, seine Integrität – theologisch: seine Gottesebenbildlichkeit. Das ist etwas, das uns niemals genommen werden kann – weder durch Elend oder Gewalt oder Schicksalsschlag. Freilich wird in unserer Welt viel getan, damit Menschen den Glauben an diese innere Größe verlieren (etwa durch Demütigung, Drangsalierung, Verachtung etc.) Auch die Ungerechtigkeit unserer Gesellschaft wirkt dabei im höchsten Maße unselig. Das dürfen wir Christen in der Tradition der Propheten (z. B. Baruchs) und in der Tradition Jesu niemals zulassen.

Persönlicher Impuls: Welche Seiten „der Trauer und des Elends“ kennen Sie aus Ihrem Leben? Und worin besteht Ihr persönlicher „Schmuck der Herrlichkeit“?

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Gedanken zum 1. Advent 2018

Für die diesjährige Adventszeit orientiere ich mich an den alttestamentlichen Lesungen im Lesejahr C der katholischen Kirche und mache mir Gedanken zu einem Themawort dieser Schriftstellen.

Am 1. Advent ist Jeremia 33, 14-16 vorgesehen. Das Stichwort darin heißt: GERECHTIGKEIT

Gerechtigkeit hat im Ersten Testament eine andere Bedeutung als bei uns. Wir sind in unseren Vorstellungen von Gerechtigkeit stark beeinflusst vom römischen Rechtssystem und fassen den Begriff juristisch auf. Gerecht ist danach, wenn man für seine Taten eine gerechte Strafe bekommt.

Gottes Gerechtigkeit dagegen schaut auf das, was ein Mensch braucht, was einem Menschen entspricht. Gott wird uns Menschen gerecht, indem er auf unser Wesen blickt, indem er unsere Biografie im Blick hat, indem er unsere Nöte und Bedürftigkeiten beachtet. So ist es Gott mehr um einen gerechten Ausgleich zu tun, etwa zwischen Armen und Reichen oder zwischen Führungsgestalten und Volk. Die Gerechtigkeit Gottes sorgt sich darum, dass es den Menschen (aus dem Blickwinkel Israels: dem Volk Israel) gut geht und es in Frieden und Freiheit leben kann. Wir denken da heute universaler (obwohl das gerade auch wieder durch Nationalismen gefährdet ist). Gutes Leben für alle – Frieden für alle – Freiheit für alle – Wohlergehen für alle: das entspricht der alttestamentlichen Vorstellung von der Gerechtigkeit Gottes. Auf individueller Ebene könnte „Gerechtigkeit“ bedeuten, dass jemand, der heftige Schmerzen hat, er diese gelindert bekommt. Oder dass jemand, der eines guten Wortes bedarf, er dieses zu hören bekommt. Oder dass jemand, der stark belastet ist (etwa durch zu viel Arbeit), Entlastung erfährt.

Mein Impuls für diese erste Adventwoche: Mal zu überlegen, was ich benötige, was mein Bedarf ist, was ich entbehre: wo Gott mir gerecht werden könnte.

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Die Kraft meines Lebens

Heute vormittag haben wir uns bei einem nachdenklichen Vormittag in Heldenstein Gedanken gemacht zum Thema: „Die Kraft meines Lebens“. In einer ersten Annäherung über Bilder von jungen und alten Menschen, Frauen und Männer, Models und Politikern, im Fitnessstudio oder auf einer Party oder mit Rollator etc. haben wir einen Zusammenhang entdeckt zwischen Lebenskraft und Lebensfreude. Lebenskraft hängt nicht zusammen mit politischer Macht, mit Geisteskraft oder mit Schönheit. Fast immer wählten wir Bilder von Menschen, die in Beziehung standen zu anderen.

Bei  unseren Bekannten oder auch den biblischen Gestalten waren es vor allem die bewältigten Krisen, die harten Lebenswege, die Herausforderungen, die sie auf sich genommen und irgendwie gemeistert hatten. Als Kraftquellen haben wir beim Propheten Elija den Schlaf, Essen und Trinken, die Berührung und die bevorstehende Aufgabe identifiziert. Sie haben ihm in einer tiefen Lebenskrise mit dem Wunsch zu sterben geholfen und in ihm den Lebenswillen geweckt.

Auch im eigenen Leben von uns Teilnehmern gab es schon Lebenskrisen, Krankheiten, schwierigste Herausforderungen. (Davon erzählt übrigens auch die Ausstellung „HALT FINDEN“, die grade in der Sparkasse in Mühldorf am Katharinenplatz zu sehen ist. Siehe auch meine Berichte auf dieser Homepage.) Unsere Krisen konnten wir oft mit Hilfe von anderen Menschen bewältigen oder mit einer Veränderung unserer Lebensverhältnisse. Sie haben uns auch mit der Frage konfrontiert, worin unsere Lebenskraft besteht. Natürlich im Glauben und Gottes Begleitung. Aber auch in der menschlichen Berührung, in vielen vertraulichen Gesprächen, im Aushalten der unerträglichen Situation, im Kampf gegen …. Krankheit, Verzweiflung, Depression etc. Am Ende stand ein Segensgebet:

Gott, ich komme zu Dir, dass Deine Berührung mich segne, ehe ich meinen Tag beginne.

Lass Deine Augen eine Weile ruhen auf meinen Augen.

Lass mich das Wissen um Deine Freundschaft mitnehmen in meinen Alltag.

Fülle meine Seele mit Deiner Musik, mit deinem Frieden, mit Deiner Freude.

Lass den Sonnenschein Deiner Liebe die Gipfel meiner Gedanken küssen.

Lass im Tal meiner Mühen meine Ernte reifen.

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Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen veröffentlicht das Bundesfamilienministerium eine Pressemitteilung, aus der ich auszugsweise zitiere. Ich tue das auf meiner Seniorenseite, um allen Lesern Mut zu machen, Hilfe in Anspruch zu nehmen und auch andere (z. B. jüngere Familienmitglieder) darin zu bestärken.

Im Jahr 2017 wurden durch ihre Partner oder Ex-Partner insgesamt 138.893 Personen Opfer versuchter und vollendeter Taten. Zu den Delikten gehören Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung, Stalking und Nötigung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. Insgesamt waren 113.965 Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen. Die Auswertung des BKA zeigt: Es sind zu über 82 Prozent Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind. Fast die Hälfte (49,1 Prozent) von ihnen lebte in einem Haushalt mit dem Tatverdächtigen.

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey: „„Du bist doch selber schuld“. „Dir glaubt doch eh’ keiner“. „Die Familie wird dich verstoßen“. Es sind Sätze wie diese, mit denen gewaltbetroffene Frauen eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden sollen – in Deutschland, Tag für Tag, quer durch alle Gesellschaftsschichten. Doch die Frauen in der Kampagne lassen sich nicht mundtot machen. „Aber jetzt rede ich“ lautet ihre Antwort. Diese Frauen setzen der Gewalt etwas entgegen, indem sie nicht länger schweigen. Reden ist für viele Frauen der erste Schritt aus der Gewaltspirale. Mit der neuen Kampagne „Aber jetzt rede ich“ wollen wir noch mehr Betroffenen Mut machen, sich Hilfe zu holen und Unterstützungsangebote wahrzunehmen.“

Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) angesiedelt. Helga Roesgen, Präsidentin des BAFzA: „Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist ein enorm wichtiger Baustein im Beratungs- und Unterstützungssystem für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. … In den fünf Jahren seit seiner Gründung verzeichnet das bundesweite Beratungsangebot kontinuierlich steigende Beratungszahlen. 143.020-Mal wurden Ratsuchende per Telefon, Chat oder E-Mail zwischen März 2013 und Dezember 2017 beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ beraten.

Ob Gewalt in der Partnerschaft, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Vergewaltigung oder Menschenhandel – das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ steht betroffenen Frauen rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, zu allen Formen von Gewalt zur Seite. Unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de  können sich Betroffene, aber auch Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte beraten lassen – anonym, kostenlos, barrierefrei und in 18 Sprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort.

Auch Männer, die sich beim Hilfetelefon melden, werden im übrigen nicht abgewiesen.

Weitere Informationen zum Beratungsangebot erhalten Sie auf: www.hilfetelefon.de.

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