Flüchtlingskinder – gestern und heute

Ich möchte auf eine Veranstaltung des Katholischen Kreisbildungswerkes hinweisen, die heute Abend um 19.30 Uhr im Haus der Kultur in Waldkraiburg stattfindet:

Hans Hopf liest aus seinem Buch Flüchtlingskinder – gestern und heute und kommt darüber mit den Besuchern ins Gespräch. Das KBW bietet damit ein Forum, vergangene und auch heutige Erfahrungen zur Sprache zu bringen, die lieber vergessen und unerwähnt bleiben.

Ich selber mache immer wieder die Erfahrung, dass Menschen darüber sprechen wollen – interessanterweise mehr die Frauen als die Männer. Aber sie sprechen darüber nur, wenn es einen entsprechenden Rahmen gibt: das vertrauliche Gespräch, das bekannte Gegenüber, die Sicherheit der Verschwiegenheit. Gleichzeitig suchen sie jedoch jemanden, der ihre Erfahrungen hört und dafür zum Zeugen wird. Carolin Ehmke, Journalistin und Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels betont in  ihrem Buch: „Weil es sagbar ist“, wie wichtig es ist, das Unsagbare von Leid und Gewalt jemandem mitzuteilen und so in der Erinnerung zu sichern.

So kann der heutige Abend sicher für alle Besucher eine wertvolle Bereicherung werden, sei es in der Erinnerung an eigenes Erleben, sei es als Zuhörer von fremder Erfahrung.

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„Zusammen ist man weniger allein“

Im Rahmen des Projektes „NEONGRÜN STATT BEIGE“ der Seniorenseelsorge im Erzbistum München und Freising lade ich nun zum zweiten Mal die Verwitweten im Pfarrverband Neumarkt-St. Veit zu einem gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen in das Stift St. Veit ein. Im Mittelpunkt steht dabei das Gespräch miteinander und vor allem die Suche nach gemeinsamen Aktivitäten.

Beim ersten Treffen vor einem Vierteljahr hat eine Teilnehmerin gesagt: „Ich brauche dringend jemand zum Reden, ich bin so oft allein!“ Dann wurden auch Wünsche geäußert nach einem gemeinsamen Spaziergang, nach einem gemeinsamen Besuch zum Mittagessen und auch, einmal zusammen zum Mittagessen zum Wirt zu gehen.

In all dem zeigte sich der Wunsch, nach einer Zeit der Trauer auch wieder ins früher gewohnte Leben zurückzufinden bzw. das jetzige Leben in den geänderten Bedingungen neu zu gestalten. Als Symbol diente uns damals der gasgefüllte Luftballon, der (wieder) zum Himmel strebt und neue (Lebens-)Landschaften entdecken will und kann .

Der kommende Nachmittag findet statt am Donnerstag, den 19. Oktober 17 von 14.30 bis 16.30 Uhr im Erkerzimmer des Stifts Neumarkt-St. Veit. Eine Anmeldung ist erforderlich bei mir unter der Telefonnummer 0170 220 78 05.

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Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Ich habe auf der Seite der bagso (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) folgende Ausschreibung gefunden. Da ich glaube, dass dies ein zukunftsweisendes Programm ist, möchte ich es bekannt machen:

Die Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ bietet ab 2018 fachliche Begleitung und überregionalen Erfahrungsaustausch für lokale Hilfenetzwerke, die die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen verbessern helfen. Als Anlaufstelle befördert sie die Bildung neuer lokaler Hilfestrukturen und treibt die Sensibilisierung in der Gesellschaft für das Thema weiter voran. Damit ergänzt sie die in den Bundesländern vorhandenen oder im Aufbau befindlichen Netzwerkstrukturen.

Zur Entwicklung des Leistungsprofils ermittelt die Netzwerkstelle in 2017 den konkreten Unterstützungsbedarf. Hierzu finden bundesweit Gespräche mit relevanten Akteuren auf Landes- und Bundesebene und Fokustreffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Lokalen Allianzen statt.


Unterstützung für Hilfenetzwerke vor Ort

Fast 1,6 Millionen Menschen leben in Deutschland mit Demenz. Bis zum Jahr 2050 könnte sich ihre Zahl auf rund drei Millionen erhöhen. Vielerorts verbessern lokale Hilfenetzwerke die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen direkt und wirkungsvoll in ihrem Wohn- und Lebensumfeld.

In dem Bundesmodellprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ wurden bzw. werden in dem Zeitraum 2012 bis 2018 insgesamt 500 Hilfenetzwerke für jeweils zwei Jahre gefördert. Ziel ist eine möglichst flächendeckende Verbreitung von Unterstützungsmöglichkeiten in ganz Deutschland. Wichtige Kooperationspartner sind Kommunen, Vereine, Unternehmen, Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden, Krankenhäuser, Sozialstationen und Pflegestützpunkte, Mehrgenerationenhäuser, Seniorenbüros, Arztpraxen und Selbsthilfeorganisationen.

Die neue Netzwerkstelle trägt mit ihren Angeboten für lokale Hilfenetzwerke dazu bei, die Nachhaltigkeit des Bundesmodellprogramms „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ sicherzustellen.


Das Projekt wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.


Kontakt

Netzwerkstelle „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Stefanie Adler, Silke Leicht
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
Thomas-Mann-Str. 2-4
53111 Bonn
Tel.: +49 228 / 24 99 93 – 33 oder – 25
Fax: +49 228 / 24 99 93 – 20
E-Mail: stefanie.adler@bagso.de; silke.leicht@bagso.de

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ARD-Themenabend: Sterbehilfe

Das Erste zeigt heute Abend um 20:15 Uhr den Film: „Die letzte Reise“. Darin wird der Wunsch einer alten Frau thematisiert, aus Angst vor einer drohenden Pflegebedürftigkeit zu sterben. Auch die unterschiedlichen Reaktionen der Töchter werden angesprochen.

Im Anschluss an den Film folgt noch die Reportage: „Frau S. will sterben.“

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IKS-Kurs für Angehörige von Demenzerkrankten

Marianne Kaltner, Seniorenseelsorgerin im Mühldorfer Caritas-Hl.Geist-Spital, und ich bieten wieder einen sog. IKS-Kurs an. IKS ist eine Abkürzung und steht für informativ – kommunikativ- spirituell. Die Angehörigen bekommen also Informationen zum Thema „Demenz“, wir unterhalten uns darüber, wie diese Krankheit verläuft, welche Belastungen sie für die Angehörigen bringt und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Schwerpunkt und Alleinstellungsmerkmal dieses Kurses ist jedoch die spirituelle Seite: Wie wirkt sich der Glaube als Ressource bei der Bewältigung der Belastungen aus? Und umgekehrt: wie wirken sich die Belastungen auf den Glauben aus? Im letzten Kurs haben wir gehört, dass der Glaube sehr in Frage gestellt werden kann, aber auch, wie sehr er halfen kann.

Wer in dieser Kurszeit den demenzkranken Angehörigen betreut wissen will, kann ihn in das Seniorenheim mitbringen. Das sagen Sie bitte bei der Anmeldung zum Kurs. Eine Alternative ist die Mühldorfer Caritas Sozialstation; die braucht aber einen längeren Vorlauf, weswegen Sie das sehr schnell in die Wege leiten sollten. Manche haben aber eh eine häusliche Betreuung.

Der fünfteilige Kurs findet immer mittwochs von 14.30 bis 16.30 Uhr im Caritas-Hl.Geist-Spital statt und beginnt am 18. Oktober. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich bis zum 9. Oktober bei mir (Tel: 0170 220 78 05). Der Kurs ist übrigens kostenlos.

Flyer IKS-Kurs Mühldorf Oktober-November2017_MK

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Pflege als Wahlkampfthema

Erst in der jüngsten Zeit ist das Thema „Pflege“ im Wahlkampf aufgetaucht. Offensichtlich brauchte es dazu den Weckruf eines jungen Pflegers, damit die Belastungen sowohl der professionellen wie auch der ehrenamtlichen (meist familiären, davon meist Frauen) Pfleger/innen in den Blick rückt. Und wieder gibt es viele Versprechungen von allen Seiten. Ob davon nach der Wahl was übrigbleibt?

Vieles lässt sich ja gar nicht schnell umsetzen. Die Ausbildung der Altenpflegerinnen dauert drei Jahre. Wenn wir also jetzt anfangen, haben wir erst in drei Jahren was davon. Das heißt also: JETZT ANFANGEN! Das Gehalt zu erhöhen, ist sicher richtig und notwendig – vor allem, damit man (Mann? – Ja, wir brauchen auch mehr Männer in der Pflege!) davon auch eine Familie ernähren kann. Das aber ist Sache der Einrichtungen und der Pflegekassen. Kurzfristiger – und auch nach der letzten Reform immer noch notwendig – ist die finanzielle Unterstützung der daheim pflegenden Angehörigen. Hier greifen dann zusätzlich Modelle, die eine berufliche Auszeit zu Gunsten der Pflege vorsehen. Auch die Anerkennung für die spätere Rente ist so eine Form der Unterstützung.

An der Art, wie wir mit den Menschen in schwierigen Lebenssituationen umgehen, zeigt sich die Qualität unserer Gesellschaft. In Japan war gestern der „Tag der Ehrung des Alters“. Bei uns gibt es in manchen Gemeinden eine „Altenehrung“. Schön wäre, wenn beides nicht nur einmal im Jahr stattfände. Schön wäre es, wenn sich die Ehrung nicht nur auf die „Alten“ bezöge. Schön wäre es, wenn die „Ehrung“ der Menschen eine Haltung würde, die alle umfasst und sich dann dauerhaft in hilfreichen Maßnahmen niederschlägt.

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Woche der Demenz: „Die Vielfalt im Blick“

Unter dem Motto „Demenz. Die Vielfalt im Blick“ findet vom 18. bis 24. September deutschlandweit zum dritten Mal die Woche der Demenz statt. Rund 1,6 Millionen Menschen sind heute in Deutschland an Demenz erkrankt. Jährlich erkranken 300.000 Menschen neu. Um das Bewusstsein der Mitmenschen vor Ort für die Bedürfnisse von Demenzkranken zu stärken, mehr Verständnis für Menschen mit Demenz zu erreichen sowie betroffene Familien zu unterstützen, hat die Bundesregierung 2012 die „Allianz für Menschen mit Demenz“ ins Leben gerufen. Die Umsetzung der Maßnahmen, zu denen sich die Allianz in der Agenda „Gemeinsam für Menschen mit Demenz“ 2014 verpflichtet hat, endet planmäßig im September 2018. Sie ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Nationalen Demenzstrategie in Deutschland.

Die Bundesregierung hat Verbesserungen für Menschen mit Demenz in dieser Legislaturperiode zu einem Schwerpunkt gemacht: Durch die Pflegereform wurden die Leistungen für Pflegebedürftige um insgesamt 5 Milliarden Euro zusätzlich pro Jahr ausgeweitet. Menschen mit Demenz erhalten dadurch erstmals einen gleichberechtigten Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung. Bereits seit dem 1. Januar 2015 können Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz bei der Pflege Hilfe durch Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege, den Wohngruppenzuschlag und die Anschubfinanzierung für Wohngruppen in Anspruch nehmen. Muss die Wohnung an die Bedürfnisse eines Pflegebedürftigen angepasst werden, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten in Höhe von bis zu 4.000 Euro. Zudem erhalten Pflegebedürftige, etwa für Hilfen im Haushalt, zusätzlich zum Pflegegeld oder zur Pflegesachleistung einen Betrag von 125 Euro im Monat.

Auch pflegende Angehörige werden durch die Pflegereform entlastet und haben nun erstmals einen eigenen Beratungsanspruch. Wenn pflegende Angehörige krank sind, selbst einmal eine Pause brauchen oder in den Urlaub fahren wollen, kann über die sogenannte Verhinderungspflege für die Dauer von bis zu 6 Wochen eine Vertretung für die Pflege in Anspruch genommen werden. Und wenn Beschäftigte kurzfristig ihre Arbeit unterbrechen müssen, zum Beispiel um zügig eine Pflegeeinrichtung für einen Angehörigen zu finden, gewährt die Pflegeversicherung für bis zu zehn Arbeitstage eine Lohnersatzzahlung. Darüber hinaus wurde die soziale Absicherung von pflegenden Angehörigen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung verbessert. Dadurch wurden für pflegende Angehörige die Beiträge zur Rentenversicherung aus der Pflegeversicherung auf insgesamt 1,4 Milliarden Euro erhöht.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.bmfsfj.de

www.wegweiser-demenz.de

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Informationsabend für Seniorenbeauftragte

Der nächste Informationsabend für die Seniorenbeauftragten der Pfarreien und der Kommunen im Landkreis Mühldorf findet am Montag, den 16. Oktober 2017 von 19.30 bis 21.30 Uhr in Ampfing im Pfarrzentrum (Margarethenstüberl) statt. Die Einladung mit der Tagesordnung ergeht rechtzeitig.

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„Eine Aufgabe, die sich lohnt“ – Besuche bei Älteren und Kranken

Bereits zum neunten Mal bieten Martin Kuhn, Klinikseelsorger am Mühldorfer Krankenhaus, und ich einen kostenlosen Kurs für einen ehrenamtlichen Besuchsdienst an. Er findet immer montags von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr im Kreiskrankenhaus in Mühldorf statt. Beginn ist am 25. September, anmelden kann man sich noch in dieser Woche bei mir (0170 220 78 05) oder bei Martin Kuhn unter 08631/ 613-4774.

Wir haben dabei ein recht umfassendes, vielfältiges Programm. So denken wir über das Leben in Alter und in der Krankheit nach, sprechen über Kommunikationsmöglichkeiten und -schwierigkeiten, vermitteln erste Kenntnisse über die Demenzerkrankungen. Natürlich ist auch das Sterben und der Tod ein zentrales Thema und – weil wir das ja als katholische Seelsorger anbieten – auch der Glaube und die Spiritualität. Als wesentliches Element unseres Kurses erleben wir immer wieder die Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auch deren manchmal sehr unterschiedliche Sichtweisen. So legen wir großen Wert auf ein erfahrungsbezogenes Lernen und den Austausch.

Bei unseren halbjährlichen Nachtreffen erfahren wir dann, wie sehr unser Kurs den Besuchern hilft, sich auf die Bedürfnisse der Besuchten einzustellen. Die natürlich auch auftretenden Defizite und Schwierigkeiten lassen uns manches vertiefen und so gelingt es doch recht häufig, dass die Besucher als Fazit sagen: „Das ist wirklich eine Aufgabe, die sich für mich und auch für die Besuchten lohnt.“

Flyer EA Kurs 2017

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13. Woche des Bürgerschaftlichen Engagements

Zur Zeit ist die „13. Woche des Bürgerschaftlichen Engagements“. Mit dieser Woche wird das Augenmerk auf die vielen Menschen gelenkt, die sich in unserem Land in vielfältiger Weise ehrenamtlich betätigen. Auch die ganz kleinen Dienste zu Gunsten anderer rücken dabei in den Blick. Ich denke da z. B. an die vielen Seniorenclubleiterinnen und -leiter. In unserem Dekanat Mühldorf sind es etwa 80 Personen, dazu noch unzählige, die sich im Hintergrund als Helfer um das leibliche Wohl im Seniorenclub kümmern. Ich denke an die Menschen, die sich in einem Besuchsdienst um alte und kranke Menschen kümmern. In unserem Landkreis Mühldorf sind das mehr als 60. Ich denke an die vielen, die sich als Lesepaten für Kinder (und nicht nur für die Flüchtlingskinder) zur Verfügung stellen. Oder bei der Tafel, oder in den Pfarrgemeinden, den Hilfsorganisationen und den Vereinen etc.

Viele hängen ihre Aufgabe gar nicht an die große Glocke. Vieles geschieht vielleicht sogar, ohne dass die oder der Betreffende das als „bürgerschaftliches Engagement“ bezeichnen würde, sondern eher als selbstverständliche familiäre oder nachbarschaftliche Hilfe. Und dennoch sind sie für unser Gemeinwohl unverzichtbar. Dabei spielt es eine geringe Rolle, ob es sich bei den Engagierten um Junge oder Senioren handelt, um Frauen oder Männer, um Einheimische oder Zugezogene oder Geflohene. Das Ehrenamt verbindet sie alle, das Ehrenamt schafft Gemeinsamkeit, Zusammengehörigkeit und eine gemeinsame Geschichte.

Der Dank, der den Ehrenamtlichen gebührt und der ihnen wieder ausgesprochen wird, muss freilich – gerade von uns Hauptamtlichen, Professionellen – unterfüttert werden mit aktiver Unterstützung, Qualifizierung, Begleitung, Fürsorge, damit es nicht bei schönen Reden bleibt, sondern jeder mit Freude und Engagement die Aufgabe übernimmt, die ihm Sinn und Erfüllung gibt, die sich auch für ihn lohnt.

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