Bayerische Demenzwoche 2021

Ab dem 17. September findet die zweite Bayerische Demenzwoche statt. Wieder einmal rückt diese Krankheit in den Blickpunkt – und das ist gut so. Es sind in Deutschland etwa 1,6 Mio Menschen daran erkrankt; bis 2030 wird sich ihre Zahl fast verdoppeln.

Aber zu jeder/m an Demenz Erkrankten gehören auch noch Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn, Kolleg*innen…. Auch sie sind – wenn auch „nur“ mittelbar -betroffen. Aber sie tragen eine große Last, oftmals über lange Zeit, mit hohem Aufwand, viel Liebe und bis an die Grenze der Belastbarkeit (und darüber hinaus)!

Da ist Information und Entlastung notwendig. Und beides ist möglich. Etwa mit dem Blick auf meine Hilfenetzwerkliste. Oder bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (der Link ist in der Hilfenetzwerkliste zu finden oder rechts bei den Links).

Jedenfalls habe ich hohen Respekt vor allen Pflegenden und ihrem Engagement!

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Angebote zur Unterstützung im Alltag

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat einen Leitfaden veröffentlicht, der Unterstützung für Angehörige von Dementzerkrankten bietet. Die DAlzG schreibt:

Leitfaden: Aufbau von Unterstützungsangeboten im Alltag für Menschen mit Demenz und Angehörige
 
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft – Selbsthilfe Demenz (DAlzG) hat die Broschüre „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ veröffentlicht. Sie beschreibt, wie sich Unterstützungsangebote aufbauen und etablieren lassen für Menschen mit Demenz und deren pflegende Angehörige. Die Broschüre informiert über Voraussetzungen, Qualitätskriterien und Finanzierungsmöglichkeiten. An der Entwicklung waren Expertinnen und Experten aus Alzheimer Gesellschaften in verschiedenen Bundesländern beteiligt. Sie ist kostenlos erhältlich im DAlzG-Online-Shop.
Zur Bestellung | Zurüc

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Lebenserwartung im Alter

Heute habe ich eine Meldung gelesen, nach der die Menschen in einer Forsa-Umfrage ihre Lebenserwartung schätzen sollten. Im Schnitt lagen sie gute vier Jahre unter dem statistischen Mittelwert von etwa 87 Jahren. Der ist natürlich abhängig vom Geburtsjahr (später Geborene werden älter) und vom Geschlecht (Frauen werden im Schnitt älter als Männer).

Das bedeutet, dass man eine Lebenszeit vor sich hat, die – statistisch gesehen – doch um einiges länger dauern kann. (Das hat übrigens auch erhebliche Auswirkungen auf unser Rentensystem.) Wichtiger als die Jahre scheint mir zu sein, wie man sie gestaltet und gestalten kann. Aktiv und engagiert oder eingeschränkt durch körperliche und/ oder geistige Begrenzungen. Das eine liegt im Bereich der persönlichen Vorlieben, beim anderen braucht es Unterstützung durch die Familie (hier sind es v. a. die Frauen), Nachbarn, Gemeinden und Profis.

Hier die nötigen Rahmenbedingungen zu verbessern, wird eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre sein.

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WHO zur Demenz

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat auf ihrer Homepage https://www.who.int/news/item/02-09-2021-world-failing-to-address-dementia-challenge einen leider nicht auf Deutsch, sondern nur u.a. auf Englisch verfassten Bericht zur Demenz veröffentlicht. Danach wird die Anzahl der Menschen mit dieser Erkrankung von derzeit 55 Millionen auf 78 Millionen im Jahr 2030 steigen. Bessere Lebensbedingungen gibt es in den Ländern, die (wie Deutschland) über eine nationale Demenzstrategie verfügen. Das sind die meisten europäischen Länder, es sind vor allem die reicheren Länder.

Prophylaktisch wirken eine gute Schulausbildung, eine gesunde Ernährung, ausreichende soziale Kontakte. Die Entwicklung von Medikamenten scheint eher zu stagnieren.

Für uns bedeutet dieser Bericht eine Bestätigung, aber sicher auch eine Ermutigung, auf lokaler Ebene die Sorge für die Demenzerkrankten zu intensivieren. Denn die Demenz nimmt den Kranken nicht die Würde wie der Bericht betont.

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Senioren und die Hitze

Bei uns ist es gerade sehr warm. Das macht vielen Menschen zu schaffen – und nicht nur der Natur mit Hitzewellen und Waldbrandgefahr. Vor allem ältere Menschen müssen da vorsorgen. Wichtig ist es, viel zu trinken. (Das ist generell wichtig, umso mehr jetzt!) Da braucht es auch immer wieder eine Erinnerung, sei es durch Angehörige, Nachbarn, Freunde, Pflegende oder auch durch akustische Signale wie etwa der Stundenschlag der Kirchturmuhr.

Hilfreich ist auch, für Kühlung in der Wohnung zu sorgen. Das geht ganz leicht, man kann einfach z. B. Vorhänge oder die Rollläden schließen.

Wichtig scheinen mir auch Ruhephasen etwa in der Zeit der Mittagshitze zu sein. Oder auch die Ernährung umzustellen auf leichte Kost.

Vielleicht kennen Sie jemanden, für die/ den diese Tipps hilfreich sind? Vielleicht haben Sie auch noch andere Ideen?

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Wahlprüfsteine der bagso

Die „Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen“ bagso hat auf ihrer Homepage sog. Wahlprüfsteine veröffentlicht. Sie thematisieren verschiedene Lebensbereiche von Senioren, etwa Pflege, Rente, gesellschaftliche Teilhabe, Digitalisierung u. ä. Zu jedem Themenkomplex konnten die politischen Parteien ihre Vorstellungen darlegen. So können sich die Bürger*innen informieren und überlegen, welche Partei ihren Wünschen am ehesten entspricht.

Man findet die Wahlprüfsteine unter folgendem Link:

https://www.bagso.de/wahlpruefsteine-2021/

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Mariä Himmelfahrt

Am 15. August ist das Fest Mariä Himmelfahrt, das im Katholizismus verstanden wird als Bestätigung der herausragenden Rolle Mariens im Heilsgeschehen Gottes. Sie wurde als erste mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen.

Dieses Fest stellt uns heute allerdings vor Herausforderungen. Wir haben heute ein anderes Verständnis von „Leib“ und „Seele“ als die Menschen der Antike. Unser Weltbild ist anders als damals. Die damaligen mythologischen Vorstellungen sind uns fremd.

Was also feiern wir?

Die „Seele“ ist im Ersten Testament die erste Gabe Gottes, die aus dem Tonklumpen ein lebendiges Wesen macht. Der „Atem Gottes“ verbindet uns untrennbar mit Gott. Wenn wir sterben, bleibt die Verbindung zu Gott erhalten – auch ohne Haut und Knochen.

Der „Leib“ bezeichnet unsere Individualität, unsere Unverwechselbarkeit. Ein schöner Gedanke, dass auch die erhalten bleibt, wenn auch gewandelt durch die barmherzige Liebe Gottes.

Also ist das Fest Mariä Himmelfahrt ein Perspektivfest für uns. Das je eigene urtümliche Wesen kommt bei Gott zum Vorschein und zur Geltung. Losgelöst von aller schicksalhaften Prägung, befreit von allem Versagen und Misslingen, gereinigt von allem Schütt, der sich im Laufe eines Lebens angesammelt haben mag.

Und das Beste: wir brauchen es uns nicht mühsam verdienen (das könnten wir auch gar nicht), sondern Gott ist es, der aktiv wird.

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25. Juli – Tag der Großeltern und alten Menschen

Papst Franziskus hat den letzten Sonntag im Juli – in diesem Jahr der 25. Juli – zum Tag der Großeltern und der alten Menschen ausgerufen.

Im letzten, von Corona geprägten Jahr wurden die Senior*innen oft unter dem Aspekt der Vulnerabilität und der Schutzbedürftigkeit gesehen. Das hatte auch seine Berechtigung, beschreibt jedoch nur die eine Seite der Wirklichkeit. Senior*innen konnten umgekehrt auch den Jüngeren Mut, Hoffnung und Gelassenheit vermitteln mit dem Blick auf das, was sie schon in ihrem Leben bestanden hatten.

Man habe sich in der Pandemie daran gewöhnt, allein zu leben, sich nicht zu umarmen, gar andere als Bedrohung für die eigene Gesundheit zu sehen. Jetzt aber, so die Vision des Mehrgenerationen-Tages, holen junge Menschen alte Menschen aus Isolation und Einsamkeit, Alte geben Jungen nach Monaten des Online-Lebens wieder Orientierung und Mut. Wie das konkret geschehen soll und kann, ist dann Sache der Diözesen, Gemeinden, Familien und Nachbarschaften. – so die katholische Nachrichtenagentur kna.

Dieser Gedenktag könnte also die Potenziale, den Erfahrungsschatz, die Bedeutung der Senior*innen für die gesamte Gesellschaft in den Blick rücken – und zwar sowohl als Akteure wie auch als Adressaten des gesellschaftlichen Lebens und des Zusammenhalts.

Nochmals die kna:

Einen Hinweis gibt das poetisch formulierte Motto: „Möge jeder Großvater, jede Großmutter, jeder ältere Mensch – vor allem jene unter uns, die besonders einsam sind – den Besuch eines Engels erhalten!“ Insofern wäre der Aktionstag für Großeltern und andere alte Menschen ein Tag der offenen Türen. (kna)

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Sucht im Alter

Mich beschäftigt das Thema „Sucht im Alter“, seitdem ich vor 13 Jahren Seniorenseelsorger geworden bin. Damals war ich auch noch in einer Fachklinik für alkoholkranke und medikamentenabhängige Männer beschäftigt. Für meine Abschlussarbeit als Seniorenseelsorger gab es damals nur eine einzige deutschsprachige Veröffentlichung zu diesem Thema. Das hat sich seither doch gewandelt, das Thema „Sucht im Alter“ ist (etwas) mehr in den Blickwinkel gerückt. Immer noch aber ist es beschämt und beschämend, wird verdrängt und verschwiegen und damit auch nicht behandelt – obwohl alle Beteiligten damit umgehen (müssen).

Jetzt hat die BAGSO eine recht gute Handreichung herausgebracht mit Handlungsempfehlungen. Der Gewinn dieser Broschüre liegt darin, Informationsmaterial anzugeben zu den verschiedensten Suchterkrankungen und den Gewinn der Abstinenz aufzuzeigen. Dem dienen auch die vielfältigen Anregungen zu unterschiedlichsten Aktivitäten. Diese richten sich in erster Linie an Multiplikatoren wie etwa Akteure in der Altenhilfe, Seniorenheime, Seniorenbeauftragte etc.

Die BAGSO schreibt in ihrer Pressemitteilung:

Suchtvorbeugung im Alter: Neuer Handlungsleitfaden für Fachkräfte aus Suchthilfe und Seniorenarbeit
 
Sucht im Alter sollte kein Tabuthema sein. Denn gerade für ältere Menschen sind Suchtkrankheiten ein großes Risiko. Die Landesfachstelle Prävention der Suchtkooperation NRW hat einen Leitfaden herausgegeben, der Multiplikatoren aus den Bereichen Altenhilfe und Seniorenarbeit sowie Fachkräfte aus der Suchtvorbeugung für das Thema sensibilisieren will. Der Leitfaden nennt Zahlen und Fakten und zeigt Lösungen auf. Er soll auch dazu beitragen, dass Seniorenarbeit und Suchthilfe künftig enger zusammenarbeiten und einander besser unterstützen.
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Arbeit im Rentenalter

Vor einigen Tagen ging eine Meldung durch die Presse, nach der etwa eine Million Menschen im Rentenalter arbeiten. Davon waren gut 200 000 sozialversicherungspflichtig und etwa 830 000 geringfügig beschäftigt, z. B. in Minijobs.

Fast 600 000 waren älter als 70 Jahre, 220 000 waren älter als 75 und 72 000 sogar älter als 80 Jahre. Die meisten arbeiteten in einem Büro oder als Putzkraft oder als Fahrer*innen.

Als Gründe für die Beschäftigung werden finanzielle Not, aber auch der Wunsch nach Weiterbeschäftigung sowohl vom Arbeitnehmer her als auch das Interesse des Arbeitgebers an der Expertise der Senior*innen genannt.

Dieser Befund hat für mich zwei wichtige Aspekte:

  1. Dass Menschen eine Rente haben, die zum Lebensunterhalt nicht ausreicht, ist in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland unerträglich. Und ich befürchte noch Schlimmeres, wenn sich die Entwicklungen in Cornoazeiten (einige wenige wurden unglaublich reich, viele andere haben ihren Job verloren und verarmen) fortsetzen und verstetigen.
  2. Senior*innen können und wollen auch im Alter noch arbeiten. Ihre Erfahrung in Beruf und Leben ist gefragt. Sie brauchen vielleicht andere Arbeitsbedingungen (Teilzeit, längere oder häufigere Pausen), dann wollen und können sie noch eine gute Zeit weiterarbeiten. Darauf hat ja auch die Studie des Bundeswirtschaftsministeriums vor ein paar Wochen hingewiesen (siehe mein damaliger Beitrag „Rente mit 68“ vom 11. Juni 2021).

Wir werden also sicher nicht darum herumkommen, das Thema „Altersarbeit“ und die Koppelung des Renteneintrittsalters an die veränderte Lebenserwartung und Demografie in der nächsten Legislaturperiode in Angriff zu nehmen. Da wünsche ich mir sehr viel Nüchternheit und Mut auf allen Seiten.

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