Corona-Impfungen weltweit

Bei uns in Deutschland sind mittlerweile die Impfungen gegen Corona angelaufen. Auch wenn es bisher nur wenige Menschen sind (in Bayern noch nicht mal 1%), haben wir doch die Perspektive, dass in diesem jahr jeder, der das möchte, auch die Möglichkeit dazu hat. Anders schaut es in anderen Ländern und Kontinenten aus. Hier gibt es kaum oder gar keine Impfmöglichkeiten. Gerade in Brasilien etwa, wo „unser“ Impfstoff massenweise getestet wurde, fehlen flächendeckende Impfungen (auch wenn das andere, politische Gründe hat). Ähnlich trübe sieht es in vielen anderen, vor allem ärmeren Ländern aus, da aus wirtschaftlichen Gründen. Es ist unsere Illusion – zu glauben, dass wir auf der sicheren Seite sind, wenn es nicht weltweit Impfmöglichkeiten gibt. Vielmehr befürchte ich, dass durch die Globalisierung der Wirtschaft auch diese globale Pandemie wieder zu uns zurückkehrt (auch wenn wir meinen, wir hätten sie „besiegt“).

Die Malteser haben jetzt auf diesen Misstand hingewiesen und auch auf den Zusammenhang mit dem Hunger. Zugleich erwähnen sie eine international tätige Organisation, die genau die internationale Verteilung des Impfstoffes zu Preisen, die auch die ärmeren Staaten im Blick haben, gewährleisten will. Die Malteser schreiben in ihrer Pressemitteilung:

Während in Ländern wie Deutschland, Großbritannien und den USA bereits seit Ende Dezember mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen wurde, ist die Mehrheit der Bevölkerung im globalen Süden von einem Impfstart weit entfernt. Es fehlen vor allem die finanziellen Mittel für arme Länder. Die Zahl der Hungernden nimmt aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie weltweit stark zu.

Gemeinsam mit internationalen Hilfsorganisationen, Regierungen und Pharmaunternehmen hat die WHO mit der Organisation COVAX zwar die Grundlage dafür gelegt, Impfstoffe weltweit gerecht zu verteilen. „Das Problem ist aber, dass dieses Programm unterfinanziert ist. Die Bundesregierung und die EU haben zwar bereits Geld zur Verfügung gestellt, doch es reicht bei weitem noch nicht aus, um die Menschen in Ländern wie im Südsudan und der DR Kongo an den Impfstoffen teilhaben zu lassen. Gleichzeitig sind aber gerade diese Menschen besonders hart von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Dies liegt vor allem an den Einschränkungen und den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie“, sagt Annette Wächter-Schneider, Programmdirektorin von Malteser International.

Wer das selbst nachlesen möchte, findet das (und vieles mehr) unter folgendem Link: https://www.malteser.de/newsdetails/news/millionen-menschen-hungern-wegen-covid-19.html

Das ist in meinen Augen ja das Besondere am Corona-Virus:

  • dass es uns geradezu zwingt, nicht mehr nur an uns selber zu denken, sondern über den eigenen Gartenzaun hinweg. Das gilt sowohl innerhalb unserer Gesellschaft wie auch weltweit.
  • Dass es uns nichts nützt, wenn wir uns selbst „retten“ und nicht auch die anderen.
  • Dass wir auf die Schwächeren und Schwächsten schauen müssen, die Vulnerablen nud Verletzlichen.
  • Dass wir auf die Zusammenhänge schauen müssen und die Verflechtungen und dass wir sehen lernen, wie verbunden wir alle miteinander sind – sei es in der Nähe oder in der Ferne. So wird auch der Ferne (alttestamentlich: der Fremdling) zum Nächsten, dem unsere „Liebe“ sprich: soziale Verantwortung zu gelten hat..

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