Weihnachten jenseits aller Romantik

Bei der Weihnachtsgeschichte handelt es sich nicht um eine Flüchtlingsgeschichte. Josef und Maria sind (noch) nicht auf der Flucht. Sie befolgen vielmehr übergenau, vielleicht sogar unkritisch (?) die Vorgaben des Staates. Hätte Maria als Hochschwangere wirklich mitgehen müssen?

Josef und Maria stoßen in Bethlehem aber auch auf einen Staat, der nicht in der Lage ist, vorhersehbare Wanderbewegungen zu organisieren. Da wird alles der Privatinitiative überlassen. Es sind auch keine hartherzigen Wirte, sondern überforderte und überlastete.

Bethlehem ist nicht nur der Ort der Überlastung, sondern auch der Ort für Kreativität. Wenn es kein Hotelbett gibt und kein Krankenzimmer, dann eben einen Stall. Das spricht für die Fürsorge und Bedürfnislosigkeit des Josef. (Aber damit will ich bitte nicht rechtfertigen, wenn/ dass heutige Menschen menschenunwürdig untergebracht werden!!!)

Josef war Zimmermann, mithin Handwerker mit eigener Werkstatt. Das spricht nicht gerade für die so oft besungene und bedichtete Armut. Dieses Motiv dient aber der Identifizierung der Armen späterer Zeiten mit der heiligen Familie.

Es geht in der Weihnachtsgeschichte weniger um eine soziale Fragestellung, viel mehr um eine theologische. In Jesus kommt Gott zu den Menschen, im göttlichen Kinde Jesus kann uns das göttliche Kind in uns selbst begegnen. Und das ist unabhängig vom sozialen Status, von Reichtum, von Herkunft, von Leistung. Die Krippe und wohl auch die Romantisierungen früherer Zeiten zwingen dazu, Schichten abzutragen, um die Bedeutung für heute zu entdecken.

 

 

 

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