Gedanken zur Fastenzeit 2021 – Lachen und Lebensfreude

Fastenzeit und – Lachen? Geht das überhaupt?

Jesus sagt (Mt 6, 16f): „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht! …. Salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht.“ In Lk 7, 33f wird Jesus als „Fresser und Säufer und Freund der Zöllner und Sünder“ diffamiert. Jesus sieht also keinen Anlass, auf Lebensgenuss und Lebensfreude zu verzichten. Für Jesus ist Genuss und Lebensfreude sogar Ausdruck seiner guten Gottesbeziehung und seiner guten Menschenbeziehung.

Im 17. Jahrhundert, mitten im Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, dichtete Johann Georg Neumark das Lied: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Und darin in der 2. Strophe die Zeile: „…wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.“ Und gleich darauf, zu Beginn der 3. Strophe: „Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt…“

Unsere „Fastenzeit“ dauert nun schon ein Jahr. Das Coronavirus zwingt uns manchen Verzicht auf: Essengehen, Theater- und Kinobesuch, Schulbesuch, Gottesdienste, Kontakte zu Freunden und Familienmitgliedern etc.

In der Faschingswoche habe ich von einem Seniorenheim gehört, das entsprechend dekoriert hatte. Dann haben Bewohner die Dekoration heruntergerissen mit dem Satz: „Wir haben gerade nichts zu lachen.“ Das stimmt – und stimmt mich doch traurig. Müsste man nicht jede noch so kleine Gelegenheit nützen, sich wieder einmal aufheitern zu lassen? Gerade weil alles sonst so verzweiflungsvoll ist.

So erinnere ich mich an meine frühere Nachbarin Anneliese, die in ihrem Krebsleiden sich immer wieder selbst einen Witz erzählt hat und gelacht hat. „Dann geht´s mir wieder etwas besser“, hat sie gesagt.

Im Krankenhaus, vor allem bei Kindern und bei Schwerstkranken, treten manchmal Krankenhausclowns auf. Sie wissen um das Schicksal der Patient*innen und bringen gerade so auch Lichtblicke ins Krankenzimmer. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Lachen und der Humor heilsame Kräfte haben. Vielleicht/ bestimmt nicht im dauerhaften Sinn, aber für den Moment.

Lachen ist etwas Göttliches. Ist eine Gabe Gottes, eine Geistesgabe.

Lachen ist etwas Menschliches, das uns von Tieren unterscheidet.

Lachen wird mal auf uns zukommen, denn in den Seligpreisungen (in der Lukasfassung) heißt es: „Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.“

Worauf wir also niemals verzichten können und dürfen, ist das Lachen, der Humor, die Heiterkeit – gerade in den schweren und schwersten Zeiten und auch in der Fastenzeit!

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