1. Impuls zur Fastenzeit 2020

Für die Impulse zur Fastenzeit 2020 nehme ich die alttestamentlichen Lesungen des diesjährigen Lesejahres A her.

Am Aschermittwoch ist der Prophet Joel dran. Er lebte wohl im 4. Jhd. vor Christus. Im 1. Kapitel berichtet er von einer Heuschreckenplage, die es aktuell grade auch in Afrika gibt – und wer die Bilder im Fernsehen gesehen hat, kann sich die Dramatik auch damals gut vorstellen. (zum Vergrößern einfach auf das Bild links klicken)

Das 2. Kapitel, dem die Lesung entnommen ist, schildert die Klage des Volkes über das Unheil. Das Fasten verbindet sich hier mit der Klage über das, was das Leben bedroht oder gar zerstört. Am Ende stehen das Erbarmen und die Leidenschaft Gottes und das Ende der Not als Verheißung.

Mich bewegt gerade in unseren Zeiten so vieles, worüber zu klagen ist: Krankheiten (Corona und viele andere, die weniger im Bewusstsein sind); Naturkatastrophen (Waldbrände, Überschwemmungen, Heuschrecken); Ungerechtigkeiten (die Schere zwischen Armen und Reichen geht immer weiter auseinander); politische Entwicklungen, die autoritäre und faschistische Bewegungen nach oben bringen; die gewalttätige Sprache, die zu gewalttätigen Handlungen führt; Gewalt als staatliches Mittel, um Bürgerbewegungen zu unterdrücken; innerkirchliche Reformblindheit und Machtverliebtheit etc.

Vielleicht ist da die Klage, zu der Joel seine Zeitgenossen aufgerufen hat, der Weg, aus dem Gefühl der Ohnmacht und der Hilflosigkeit herauszukommen. Und vielleicht erwächst ja aus der Klage auch genügend Kraft, um dann aktiv zu werden gegenüber den Missständen der kleinen und der großen Welt.

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