„Ich habe nicht erkannt, dass ich Hilfe brauche“ – Fortbildungsnachmittag für Seniorenbeauftragte über pflegende Angehörige

Gestern waren die Seniorenbeauftragten des Landkreises Mühldorf zu einem Fortbildungsnachmittag eingeladen. Die Belastungen von pflegenden Angehörigen sowie die verschiedenen Entlastungsmöglichkeiten waren unser Thema.

Zunächst beschrieb eine Angehörige ihren Pflegealltag. Beeindruckend war vor allem, wie schwer sich diese Frau tat, die eigene Entlastungsbedürftigkeit zu erkennen und dann auch Hilfe zu suchen. Sie sagte: „Ich habe nicht erkannt, dass ich jetzt selber Hilfe brauche.“ Dies gelang letztlich nur durch Initiativen aus der Familie und auch von außen. Die Außenkontakte tun sich allerdings schwer, da sich die Pflegenden in ihrer Überlastung und auch aus Scham zurückziehen. Hier können die Seniorenbeauftragten sicher wertvolle Impulse setzen, wenn sie ähnliche Belastungen in ihrer Gemeinde wahrnehmen.

Frau Ehrmann und Frau Brunner

Frau Ehrmann und Frau Brunner

Anschließend stellte Frau Ehrmann von der Caritas Sozialstation das Angebot der Demenzbegleiter vor sowie die Fragen der Finanzierung über die Kranken- bzw. Pflegekassen. Informationen gibt es durch die Caritas, etwa bei einem Beratungsbesuch daheim. Frau Brunner vom Caritas-Hl.-Geist-Spital rundete den Nachmittag ab mit der Vorstellung von Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie dem Angebot im Seniorenheim. Ein wichtiger Aspekt war dabei, dass ein Umzug in ein Seniorenheim kein „Abschieben“ bedeutet (wie es oft leider bezeichnet wird), sondern dass sich durch den Aufenthalt im Heim die Beziehung zwischen Bewohner und Angehörigem spürbar entlasten kann.

Es war dies nach Rückmeldung der Teilnehmer eine gelungene, weil informative Veranstaltung durch die Freiwilligenagentur Ehrensache e.V. und der Seniorenseelsorge.

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