Neue Seite: Hilfsangebote des Landratsamtes

Ich habe eine neue Seite eingerichtet, auf der ich mit Genehmigung des Landratsamtes die dort von der Fachstelle für Senioren zusammengestellten Hilfsangebote veröffentliche. Herzlichen Dank an Sigrid Auer von der Fachstelle!

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Gemeinsam statt einsam – eine Broschüre der bagso

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (bagso) hatte vor cica 1 1/2 Jahren einen Wettbewerb ausgeschrieben für Projekte, die der Einsamkeit von Senioren etwas entgegensetzen wollten. Auch ich hatte daran mit dem Projekt „Zusammen ist man weniger allein“ für Verwitwete teilgenommen. Jetzt ist ein Themenhft erschienen, in dem verschiedene Initiativen vorgestellt werden. Die bagso schreibt dazu:

Das Themenheft „Gemeinsam statt einsam“ stellt über 50 Initiativen und Projekte vor, die sich gegen soziale Isolation und für die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen engagieren. Sie bilden eine kleine Auswahl aus den rund 600 Projekten, die sich beim BAGSO-Wettbewerb „Einsam? Zweisam? Gemeinsam!“ beworben haben. Ob Besuchsdienste, Mittagstische, Nachbarschaftshilfen, gemeinsame Unternehmungen oder digitale Angebote – die Beispiele machen Mut, sich in diesem Themenfeld zu engagieren und ähnliche Initiativen vor Ort aufzubauen.

 

Auch wenn vielleicht vieles im Moment nicht möglich ist, kommt doch sicher wieder eine Zeit für Gemeinsamkeiten. Ähnliche Initiativen gibt es ja auch in unserer Gegend. Vielleicht finden Sie im Internet ein Angebot in Ihrer Nähe? Oder Sie bekommen – weil Sie eben nichts finden – Lust, eine solche Aktion zu starten mit ein paar Gleichgesinnten? Dann bietet das Themenheft gute Anregungen.

Das Themenheft finden Sie unter: http://www.bagso.de/publikationen 

 

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Gebet am Sonntag Abend

Gestern Abend waren die Menschen aufgerufen, um 21 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen und für die Menschen zu beten, die von der Coronakrankheit direkt oder indirekt betroffen sind. Die Kirchenglocken sollten auch läuten, aber die habe ich vermisst. Vermutlich lag das daran, dass die Meldung am Wochenende kam, wo die Pfarrbüros geschlossen sind.

Aber vielleicht hat gerade auch die Stille dazu beigetragen, sich gedanklich mit vielen Menschen zu verbinden. Mir selber sind da nicht nur die Corona-Erkrankten durch den Kopf/ das Herz gegangen, sondern auch ihre Angehörigen und diejenigen, die die Kranken pflegen und behandeln.

Dann ist mir aufgefallen, das die Coronaerkrankungen den Blick verstellen für so viele andere Notsituationen, die es bei uns und weltweit gibt. Wie ist das mit den Obdachlosen bei uns? Wie mit denen, die unter häuslicher Gewalt leiden? Was machen Kinder, die es schon in der Schule schwer haben und jetzt zu Hause lernen müssen, manche auch ohne technisches Equipment? Wie geht jetzt die Betreuung und Begleitung derer, die eine Demenzerkrankung haben? Wo finden die, die wenig Kontakte haben, die Möglichkeiten zum Ratschen? Und so weiter und so weiter. Da hat sicher jede*r meiner Leser*innen eigene Personengruppen vor Augen.

Die konkreten Hilfsmöglichkeiten sind sicher sehr eingeschränkt. Gerade darum aber war es für mich wichtig, das zu tun, was wir immer tun können, auch in der größten Rat- und Hilflosigkeit: beten.

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Warnung vor Betrügern

Es gibt doch keine Krise, die nicht unredlich ausgenützt wird!

Mich hat eine Nachricht erschreckt (wenn auch nicht überrascht), dass Menschen versuchen, aus der Krise Kapital zu schlagen, indem sie andere übers Ohr hauen:

  • Sie läuten an den Türen, besonders von Senior*innen, und geben sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes aus. Natürlich ohne einen entsprechenden Ausweis (manchmal ganz ohne, manchmal mit einem falschen). Sie sagen, sie würden eine Speichelprobe nehmen und so den Bewohner auf das Corona-Virus testen. Wenn sie dann in der Wohnung sind, sammeln sie unbemerkt Wertgegenstände oder Geld ein.
  • Andere verändern den bekannten „Enkeltrick“. Sie geben sich als Enkelkinder aus und behaupten, durch die Coronakrankheit in eine wirtschaftliche Krise geraten zu sein. Die „Oma“/ der „Opa“ könnte da helfen.
  • Wieder andere bieten Hilfen an, etwa beim Einkaufen und nutzen das zu ihrem Betrug.

Bitte seien Sie vorsichtig und misstrauisch, wenn Ihnen so etwas passiert – oder wenn Sie merken, dass sich so etwas in Ihrer Nachbarschaft abspielt. Lassen Sie sich immer einen Ausweis vorlegen und schauen Sie ihn genau an. Prinzipiell gilt, dass keine Gesundheitsprüfung zu Hause vorgenommen wird. Dafür sind die Gesundheitsämter zuständig. Wenden Sie sich bei Hilfestellungen immer an offizielle Stellen (etwa Nachbarschaftshilfen). Die vermitteln seriöse Hilfeleistungen.

Wenn es zu spät ist und Sie bereits betrogen worden sind: wenden Sie sich bitte an die Polizei und melden Sie den Vorfall. Damit könnten evtl. auch andere Menschen geschützt werden.

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Spaziergang durch Mühldorf

Wenn ich in den letzten Tagen durch Mühldorf gegangen bin, war ich ganz betroffen von der Ruhe in der Stadt oder auch in den Einkaufszentren. So wenige Menschen waren unterwegs. So viele Stühle in den Cafes waren leer. So wenige Parkplätze waren belegt. So wenig Verkehr auch auf den Straßen.

Offensichtlich haben viele Menschen das Gebot der Stunde beachtet und sind daheim geblieben. Auch ich war nur unterwegs, um das Nötigste zu tun: Briefmarken kaufen, Lebensmittel kaufen, in die Apotheke gehen …

Was machen die Menschen daheim? Haben sie das Gefühl, eingesperrt zu sein? Tun sie es aus Einsicht oder Zwang? So viele Isolierte, so viel Alleinsein (ja – auch in einer Beziehung kann man allein sein). Gibt es dieses Drinnensein auch im Inneren eines Menschen? Ist das schon eine „Innerlichkeit“?

Viel wird davon gesprochen, dass das die Chance sei. Aber was findet sich da „im Inneren“? Leere oder Fülle? Frohmachendes oder Ängstigendes? Erinnerungen und Erfahrungen?

Vielleicht etwas, das man mitteilen möchte. Mit wem? Wir Seelsorger stehen da zur Verfügung. Sie finden unsere Telefonnummern bei den Pfarreien – meine ist 0170 220 78 05. Sie dürfen uns/ mich ansprechen.

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Leib- und Seelsorge im Zeichen des Corona-Virus

In dieser Woche hat sich meine Arbeitsweise komplett umgestellt. Bisher lag einer meiner Schwerpunkte in der Begegnung mit den Menschen von Angesicht zu Angesicht („face- to-face“). Das ist jetzt so kaum noch möglich.  Stattdessen gibt es viele Telefonate und Mails. Das hat eine ganz andere Qualität. Noch mehr Hinhören ist erforderlich, wenn die anderen Sinnesorgane sozusagen ausgeschaltet sind.

Auch bei meiner Globus-Sprechstunde hat sich was verändert. „Mein“ Platz schaut jetzt so aus: Also nichts mehr mit „Offenes Ohr – offenes Herz“ (zumindest nicht am Donnerstag von 10 – 11 Uhr in der Cafeteria im Globus). Ich bedauere das sehr, weil es doch immer wieder schöne und schwierige, alltägliche und außergewöhnliche, allgemeine und sehr persönliche Gespräche gab.

Auch meine besinnlichen Vormittage und Glaubensgespräche in den Pfarreien und in zwei Seniorenheimen wurden abgesagt. So habe ich jetzt wieder viel Zeit. Das ist ein Reichtum, den ich gerne den Menschen zur Verfügung stelle, wenn sie ein Anliegen haben oder auch nur ratschen wollen, um so das Alleinsein zu durchbrechen. Also keine Scheu, sondern anrufen oder mailen. Die Kontaktdaten gibt es im Impressum.

Ich bekomme auch viele Hilfsmöglichkeiten mit. Die schießen jetzt wie Pilze aus dem Boden. Viel nachbarschaftliche Hilfe, viel Hilfe über die Generationen hinweg – sei es beim Einkaufen, sei es bei Fahrten, sei es einfach durch die Frage nach dem Wohlbefinden. Leibsorge sozusagen. Es scheint sich – gerade wegen der Eindämmung der Kontakte – ein größerer Zusammenhalt, ein intensiveres Bewusstsein von Zusammengehörigkeit zu entwickeln. Das sind Hoffnungszeichen!

Die Kirchen entdecken neue Formen des Zusammenwirkens. Sowohl in der praktischen Hilfe wie auch im spirituellen Bereich. Es gibt Seelsorger, die wie ich ihren Dienst ans Telefon verlegt haben, eine andere Art von „Telefonseelsorge“. Es gibt Kolleg*innen, die Gottesdienste entwickeln, die etwa im Seniorenheim im Zimmer gefeiert werden können. Es gibt ab diesem Wochenende auf der Seite des Erzbistums das Format „Leben (dr)innen neu entdecken“ mit einem Impuls zur jeweiligen Tagesliturgie. Es gibt tägliche Gottesdienste, die um 17:30 Uhr (sonntags um 10.00 Uhr) übertragen werden – zu finden auf http://www.erzbistum-muenchen.de.

Alles in allem also in dieser Krankheitskrise auch viele Initiativen. Ich erkenne darin ein Wirken des Heiligen Geistes, eine Initiative Gottes durch viele Menschen. Auch durch nichtkirchliche, auch durch Menschen, die sich selber als „nicht religiös“ bezeichnen. Das ist aber in dieser Frage auch ziemlich nebensächlich, es kommt hier auf den guten Willen und das Wirken an.

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5. Impuls zur Fastenzeit 2020

Für die Impulse zur Fastenzeit 2020 nehme ich die alttestamentlichen Lesungen des diesjährigen Lesejahres A her. Vielleicht ist das ein kleiner Ersatz für die wegen des Corona-virus ausfallenden Gottesdienste.

Die Lesung (1 Sam 16, 1b.6-7.10-13b) regt sehr zum Nachdenken an.

Der erste Halbvers des 16. Kapitels ist in der heutigen Lesung weggelassen worden. Vielleicht weil er zu anstößig ist? Da heißt es nämlich, dass Gott den Saul „verworfen“ habe. Unmittelbar vorher heißt es im 15. Kapitel, dass Saul umgekehrt Gott verworfen habe, d.h. er hat sich gegen Gott verhalten.

Da bereut Gott, den Saul zum König gemacht zu haben (1 Sam 15,11). Und das heißt auch: Gott macht Fehler!

Ich stolpere über das Wort „verworfen“. Im Hebräischen heißt es: jemanden als unwürdig ansehen; etwas widerrufen. Saul widerruft sein Bekenntnis zu Gott und Gott widerruft das Königtum Sauls. Denn der hatte sich ein Denkmal setzen lassen für seine ruhmreichen Taten. Vielleicht ein Menetekel für alle, die sich was auf „ihre“ Taten einbilden, etwa wenn manche Politiker sagen: „Ich habe das und das gemacht!“ (und nicht der Stadtrat, der Landtag, der Bundestag etc.).

Gott „verwirft“ auch alle sieben Brüder Davids, d.h. in seinen Augen sind sie nicht für das Königsamt geeignet.

Nur der Jüngste, der Schafhirte, ist der Geeignete.

 

  • Wer eine Herde zusammenhalten kann, kann wohl auch ein Volk zusammenhalten.
  • Nur wer Bodenhaftung hat, ist für Führungsaufgaben geeignet. (Die Bodenhaftung ist ausgedrückt in seiner rotbraunen Haarfarbe, die im Hebräischen das Wort für „Erde = adamah“ enthält. Unsere Übersetzung sagt wenig glücklich und eher unserem „Schönheitsideal“ verpflichtet, er sei „blond“.)
  • Nur wer ein Herz hat, ist für eine Leitungsfunktion geeignet. Das hebräische Wort „leb“ umfasst emotionale, verstandesmäßige, moralische und spirituelle Qualitäten.

So wird unser heutiger Text auch zur Herrschaftskritik, zur Kritik an heutigen Herrschern, die eher spalten als zusammenhalten, die sich für die Größten halten, die kein „Herz“ für die Menschen dieser Welt (und nicht nur ihres Landes oder ihrer Klientel) haben.

 

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Die Tafel in Zeiten von Corona

Ich bin grade auf ein Problem aufmerksam gemacht worden, an das ich selber überhaupt nicht gedacht hatte: die Empfänger der Tafeln.

In den Medien und in der Politik wird im Moment viel darüber geredet, wie man die Wirtschaft stabilisieren kann und das Zusammenbrechen vieler Betriebe mit ihren Beschäftgiten verhindern kann. Das ist sicher wichtig und notwendig.

Darüber vergessen (oder zumindest stark in den Hintergrund getreten) sind die Menschen, die jetzt schon wenig zum leben haben. HartzIV-Empfänger können keine Vorräte anlegen, da reicht das Geld nicht aus und einen „Vorschuss“ bekommen sie nicht. Diejenigen, die zur Tafel gehen, sind ebenfalls finanziell klamm dran. Außerdem zählen zu dieser Personengruppe viele Ältere – also die Risikogruppe, die eigentlich zu Hause bleiben sollte, um sich nicht zu infizieren; vor allem, wenn ihr Gesundheitszustand sowieso schon angegriffen ist und das Immunsystem instabil. Aber bei der Ausgabe bei der Tafel wären sie dann doch dicht zusammen.

Ein zweites Problem tut sich auf: Auch auf der Seite der Helfer gibt es oft viele Ältere. Auch die sollen sich nicht einer Ansteckungsgefahr aussetzen. Oder das Virus weitergeben (und nicht nur die Lebensmittel).

Die Tafeln werden vielleicht schließen müssen zum Schutz aller Beteiligten. Aber was geschieht dann?

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Spirituelle Angebote des Erzbistums München

Das Erzbistum München und Freising bietet in diesen Zeiten ohne öffentliche Gottesdienste Anregungen zum eigenen Nachdenken. Ich zitiere die Pressemitteilung des Erzbischöfl. Ordinariates:

Mit dem Angebot „Leben (dr)innen neu entdecken“ laden Seelsorger des Erzbistums täglich ein, auch in der Krise geistlich in Verbindung zu bleiben. Ausgehend von einer persönlichen Erfahrung oder Begegnung in Kombination mit biblischen Texten geben sie auf der Internetseite des Erzbistums den Nutzern ab Sonntag, 22. März, täglich geistliche Impulse mit auf den Weg.
Die Telefonseelsorge (0800/111 0 222) und die Krisen- und Lebensberatung Münchner Insel http://www.muenchner-insel.de bieten weiterhin Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten an. Wer persönliche Beratung wünscht, kann sich weiterhin telefonisch, per Mail oder Chat an die Telefonseelsorge (Mail- oder Chat-Kontakt über http://www.telefonseelsorge.de) wenden oder bei der Münchner Insel (089/220041) anrufen.
Welche Fragen viele Menschen derzeit bewegen und wie sich diese beantworten lassen, stellen Mitarbeitende der Telefonseelsorge künftig regelmäßig auf den Social-Media-Kanälen des Erzbistums vor.
Auch ich bin natürlich erreichbar – sei es telefonisch unter 0170 220 78 05 oder per Mail unter mtress@eomuc.de

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Gebet in Zeiten der Corona-erkrankungen

Ich habe ein Gebet übermittelt bekommen, das ich hier weitergebe als Anregung für eigenes Beten:

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.

Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.

Bitte tröste jene, die jetzt trauern.

Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.

Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.

Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.

Wir beten für alle, die in Panik sind und für alle, die von Angst überwältigt sind um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.

Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.

Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.

Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.

Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.

Dass Du allein ewig bist.

Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.

Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.

Wir vertrauen Dir. Danke!

von Johannes Hartl

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