Urlaub

Ich bin jetzt bis Anfang September im Urlaub. In dieser Zeit erscheinen keine neuen Beiträge mehr. Aber vielleicht „stöbern“ Sie mal in den bisherigen?

Nach meinem Urlaub geht es dann wieder hier weiter. Bis dahin wünsche ich allen Leser*innen eine gesunde Zeit, viel Lebenskraft und Lebenslust und in allem Gottes Segen.

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Das Leben der Senior*innen in der Coronazeit

Was könnte ein/e Seniorenbeauftragte/r in dieser Zeit für und mit den Senior*innen tun?

Seit Anfang März 2020 gibt es bei uns die vielfältigen Beschränkungen. „Social distancing“ – die soziale Distanz also – war angesagt. Dabei ging es doch eigentlich „nur“ um eine körperliche Distanz! Aber viele – und nicht nur Senior*innen – haben sich lange daran gehalten.

Ich selber habe mich nicht an die soziale Distanz gehalten. Ich habe viel telefoniert. Ich habe viele Mails geschrieben. Mit der Familie habe ich geskypt. Ich habe jedoch niemanden besucht. Meine Termine habe ich abgesagt – oder sie wurden von anderen abgesagt. Erst seit etwa einem Monat gehen Wiedersehen von Angesicht zu Angesicht. Ich spüre dabei, wie wichtig ein solcher Kontakt ist. Ich habe auch gemerkt, wie über-lebens-notwendig die Telefonate waren. Es gab viel Redebedarf. Und es gibt ihn immer noch.

Was könnte in dieser Zeit die Aufgabe eines kommunalen oder pfarreilichen Seniorenbeauftragten sein? Vielleicht nicht viel anders als meiner. Kontakthalten zu den Senior*innen vor Ort (die die Seniorenbeauftragten sicher besser kennen als ich). Sie werden auf große Dankbarkeit stoßen und viele Geschichten. Persönliche Geschichten, Geschichten des Ortes. Geschichten von Herausforderungen und von der Bewältigung dieser Herausforderungen. Geschichten von Gelassenheit, aber auch von Besorgnis und Angst. Isolationsgeschichten und Vernetzungsgeschichten.

Seniorenbeauftragte waren (und sind vielleicht immer noch) selbst Vernetzer: mit Hilfebedarf und mit Hilfsangeboten. Denn die gab und gibt es auch, manchmal initiiert von Seniorenbeauftragten. In den Gesprächen mit den älteren Menschen taucht dann vielleicht auch ein Bedarf auf, den man sonst leicht übersehen kann. Wo braucht es einen Fahrdienst, etwa zum Arzt? Wo braucht es ein häufigeres Gartenzaungespräch? Wo braucht es eine kleine handwerkliche Hilfestellung? Wo braucht es vielleicht einen Pflegedienst oder einen Besuchsdienst?

Seniorenbeauftragte lernen so auch die Potenziale in ihrem Ort kennen. Senioren können sich gegenseitig anrufen, sie brauchen dazu manchmal nur einen kleinen Anstoß. Senioren können schreiben – Karten, Briefe – und brauchen dazu nur einen kleinen Anstoß. Senioren können einander das Grab gießen, Senioren können einander an das Trinken erinnern oder sich zu einem „fernmündlichen Kaffeekranzerl“ verabreden. Der Anstoß, die Idee könnte von den Seniorenbeauftragten kommen.

Vielleicht gibt es im Ort auch Musiker, die an einem zentralen Platz, in einem Park, vor dem Rathaus oder der Kirche ein Open-Air-Konzert geben und die Senioren können gefahrlos, weil mit Abstand, zuhören.

Gefragt ist also der Mut und die Kreativität der Seniorenbeauftragten, die möglichen Spielräume zu sehen und zu füllen mit Leben – zu Gunsten der Senioren ihres Ortes.

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Ältere Menschen und Digitalisierung – der Achte Altenbericht

Heute hat die Bundesregierung den 8. Altenbericht unter dem Titel „Ältere Menschen und Digitalisierung“ veröffentlicht. Darin werden sowohl die technische wie auch die soziale Seite der Digitalisierung beleuchtet und auch einige ethische Fragen diskutiert.

Grundlegend – so wird betont – ist ein kompetenzorientiertes Menschenbild. Damit wird unterstrichen, dass Senior*innen fähig und willens sind, sich in die für sie oft noch fremde Welt des Internet einzuarbeiten, entsprechende Unterstützung vorausgesetzt. Allerdings beschreibt der Altenbericht auch, dass es Menschen mit niedrigem oder mittlerem Bildungsstand schwerer haben als die mit hohem; dass Männer mehr zur Digitalisierung neigen als Frauen und dass (vor allem ältere) Migrant*innen seltener Zugang finden.

Danach werden verschiedene Themenbereiche untersucht mit den Chancen, den Risiken und auch den (technischen) Voraussetzungen. Dazu gehören etwa die Bereiche „Wohnen“, „Gesundheit“, „soziale Integration“, „Mobilität“. Hier kann die Digitalisierung helfen, sehr viel länger ein selbstbestimmtes Leben zu führen, etwa mit Gesundheits- bzw. Fitness-Apps oder in der Unterstützung der Haushaltsführung. Auch für Angehörige ist der Einsatz digitaler Medien entlastend – etwa in der Kommunikation über große Distanzen hinweg. Ziel der Digitalisierung muss es freilich sein – so der Altenbericht – „die Partizipation und die Teilhabe auch außerhalb des digitalen Raums zu stärken“ (S. 32)

Als ethische Fragestellung formuliert der Altenbericht die Spannung zwischen Ermächtigung und Demütigung sowie die Befürchtung, dass die Digitalisierung u. U. ein defizitorientiertes Altersbild produziert.

Am Ende gibt es 12 Empfehlungen. Darin enthalten ist die Forderung, die technischen Voraussetzungen zu erfüllen, dass alle Zugang haben zu einem leistungsfähigen Internet (auch durch ein Förderprogramm zur Anschaffung von PC für einkommensschwache Menschen). Eine andere Empfehlung sieht die Chance, das Internet generationenverbindend zu nutzen. Schließlich wird die Einführung eines Monitoring „Digitalisierung und ältere Menschen“ gefordert, an dem auch die Senior*innen selbst beteiligt sein sollten.

Wer den Altenbericht lesen möchte, findet ihn unter folgendem Link: https://www.bmfsfj.de/blob/159456/3dab099fb5eb39d9fba72f6810676387/achter-altersbericht-kurzfassung-data.pdf

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Online-Angebot der AOK für pflegende Angehörige

Die AOK hat ein neues Online-Angebot in ihrem Programm. Es ist sehr detailliert und bietet für viele verschiedene Problemfelder Ideen und Handlungsvorschläge. Dabei geht es zum einen um sehr allgemeine Hinweise, zum anderen aber auch um ganz spezielle Themen wie das Autofahren, um Suchterkrankungen, um den Umgang mit Gefühlen (etwa Scham). Auch sehr konkrete Tips gibt es dort zu finden wie etwa Vollmachten oder die Vereinbarkeit von Pflege und Berufstätigkeit. Ganz wichtig scheint mir der Punkt zu sein, wie Pflegende gut mit sich selbst umgehen können. Das ist nämlich meist die letzte Person, an die eine pflegende Angehörige denkt.

Im Folgenden zitiere ich die Mitteilung im Newsletter der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V.:

Ein neues Online-Angebot für pflegende Angehörige hat die AOK auf den Weg gebracht. Der „Familiencoach Pflege” vermittelt mit anschaulichen und praxisnahen Informationen, interaktiven Übungen, Videos und Audiodateien, wie Angehörige besser mit seelischen Belastungen umgehen können. Ein Fokus liegt auf schwierigen Pflegesituationen, wie der Betreuung von Menschen mit Demenz oder der Begleitung von Sterbenden. Wichtiger Schwerpunkt ist zudem die Bedeutung des Umgangs mit Freunden und Bekannten, um sich nicht selbst zu isolieren. Mit einer Vorauswahl können die Inhalte für den eigenen Bedarf ausgewählt werden. Die DAlzG hat beratend an der Entwicklung des Online-Coaches mitgewirkt. Das Angebot steht allen Interessierten kostenlos und anonym zur Verfügung unter:

http://pflege.aok.de

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Einbeziehung von Senioren in Corona-Konzepte

Alte Menschen zählen in der Corona-Pandemie immer zu den sog. „Hochrisikogruppen“. Das stimmt – jedoch nur unter dem Aspekt der schweren Krankheitsverläufe. Hier spielen halt schon Vorerkrankungen oder eine insgesamt schlechtere Konstitution eine Rolle. Im Sinne der häufigeren Übertragung ist die „Hochrisikogruppe“ eher bei den Jüngeren zu suchen, die mobil sind, die Urlaub machen, die beruflich unterwegs sind. Hier ist das Risiko einer Ansteckung sehr viel höher als bei den Senior*innen, die sich ja meist an die Kontaktbeschränkungen halten. Gleichwohl leiden die Älteren unter den schwierigeren Bedingungen. Manche vereinsamen, andere erleben in ihrem körperlichen und/ oder geistigen Zustand weitere Rückschritte, wieder andere geraten ganz aus dem Blickfeld ihrer Umgebung und damit auch der sozialen Sicherungssysteme.

Jetzt hat sich der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. zu Wort gemeldet, der eine Einbeziehung von Experten in der Pflege und in der Lebenswelt der Senioren bei der Erstellung von Konzepten einfordert. Hier im Anschluss die Pressemitteilung:

Wissen, über wen und worüber man redet – DEVAP fordert Pflegeexperten in den Krisenstäben

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) beobachtet seit Beginn der Corona Pandemie eine Diskussion um das Thema älter werdender Menschen, die er für nicht immer zielführend erachtet. Vor Ort wurde in kommunalen Krisenstäben der Umgang mit der Pandemie besprochen, beleuchtet und regional spezifische Regelungen gefunden. Was weitestgehend einheitlich im gesamten Bundesgebiet blieb: Menschen ab sechzig werden Covid-bedingt pauschal als (Hoch)Risikogruppe eingestuft. Dies widerspricht dem vor der Pandemie gesellschaftlich etablierten differenzierten Altersbild massiv. „Zu Beginn der Pandemie wurden bundesweit kommunale Krisenstäbe gebildet, in denen Expertinnen und Experten sitzen und neben vielem auch darüber befinden, was gut und was schlecht für ältere und alte Menschen bei der Lebensführung in Covid 19 Zeiten ist“, bemerkt Dr. Bodo de Vries, Vorsitzender des DEVAP. „Zwar sind Experten aus vielen unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens an den Tischen dieser Krisenstäbe, jedoch fehlt uns die flächendeckende Einbeziehung von Pflegeexperten und Stimmen aus der Seniorenarbeit.“ „Es bedarf einer differenzierten Betrachtungsweise“, so Dr. de Vries weiter. „Es müssen Expertinnen und Experten in diese Debatte einbezogen werden, die wissen, über wen und über welche Herausforderungen hier gesprochen wird. Beschäftigte ab sechzig und multimorbide 80jährige Pflegebedürftige in stationären Pflegeeinrichtungen können und dürfen nicht gleichermaßen als Risikogruppe betrachtet werden. Wir fordern daher, dass die Rechte auf Teilhabe, auf Selbstbestimmung und Mitverantwortung alter Menschen in den veränderten politischen Diskurs der aktuellen Situation bundesweit einbezogen werden.“

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Wie Senior*innen Kontakt halten können

In den vergangenen Monaten haben sich die Senior*innen sehr an die Beschränkungen des „social distancing“ gehalten. Allerdings sind vielen die Kontakte abgegangen, die Entbehrungen waren groß. Andere haben Wege gesucht – natürlich über das Telefon oder Briefe oder Mails.

Eine schöne Idee kommt aus der Abteilung Seniorenpastoral der Erzdiözese München-Freising. Das „fernmündliche Kaffeekranzerl“.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist 11.-Treffen-1-768x1024.jpgDa verabredet man sich zu einem Telefonat, etwa am Nachmittag. Man deckt sich selber den Tisch schön mit Kaffe-/ Teetasse, vielleicht einem Stück Kuchen. Man stellt Blümchen auf den Tisch, zündet eine Kerze an. Man macht halt genau das, was man tut, wenn tatsächlich Besuch kommt.

Adelheid Widmann, die Leiterin der Seniorenpastoral, gibt noch folgende Tips:

  • Lächeln Sie ins Telefon. denn das wirkt, auch ohne dass man es sieht – und zwar bei beiden Gesprächsteilnehmern.
  • Sprechen Sie laut und deutlich, das erleichtert das Hören.
  • Haben Sie keine Scheu vor Pausen.
  • Überlegen Sie vorher, worüber Sie sprechen möchten. Vielleicht über das, was Ihnen Freude macht – vielleicht über einen schönen Urlaub – vielleicht über etwas, das Ihnen gut gelungen ist … Besonders schön finde ich die Anregung, über das zu reden, was Sie zum Schmunzeln bringt.

Manche Senior*innen unterhalten sich auch darüber, was für sie „Glück“ bedeutet. Oder „Hoffnung“. Oder „Freundschaft“. Den Themen sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, da darf man kreativ sein. Es gibt jedenfalls unter Garantie schöne und interessante Gespräche.

Und am Ende verabreden Sie sich zum nächsten „fernmündlichen Kaffeekranzerl“.

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Positionspapier zum präventiven Hausbesuch

Schon vor einigen Jahren habe ich von einer niederländischen Initiative unter dem Namen „Küchentischgespräche“ erfahren. Da gehen kommunale Sozialarbeiter in die Familien (an den Küchentisch) und machen sich vor Ort und im Gespräch mit den Senioren ein Bild über den passenden Hilfebedarf. Das schien mir sehr hilfreich zu sein, da es auf Initiative der Kommune geschah und so auch Menschen erreicht wurden, die niemals in ein Amt gehen würden und so ohne die not-wendende Unterstützung bleiben.

Damals musste ich mich belehren lassen, dass so etwas bei uns mit unseren Strukturen nicht geht. Umso mehr freut es mich, dass ich jetzt auf eine Initiative des „Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege“ gestoßen wurde. Im bagso-Newsletter heißt es dazu:

Der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) fordert, den präventiven Hausbesuch in den kommunalen Hilfestrukturen zu verankern. Die derzeit erkennbaren Folgen der Covid-19-Pandemie für alte und alleinlebende Menschen machten die Notwendigkeit deutlich, niedrigschwellige Hilfeangebote gesetzlich zu etablieren, sagte der Vorstandsvorsitzende des DEVAP, Dr. Bodo de Vries. In seinem Positionspapier spricht sich der DEVAP dafür aus, die kommunale Verantwortung für die Altenhilfe- und Pflegeinfrastruktur zu erweitern und diese zur Pflichtaufgabe zu machen.
Zum Positionspapier | Zurück

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Treppenlifte – eine Umfrage der Verbraucherzentrale

Im neuesten bagso-Newsletter wird auf eine Umfrage der Verbraucherzentrale in NRW hingewiesen. Sie untersucht die Qualität von Treppenliftfirmen. Auf ihrer Homepage schreibt die Verbraucherzentrale:

Stufen und Treppen stellen für Menschen, die auf Gehhilfen oder einen Rollstuhl angewiesen sind, oft unüberwindbare Hindernisse dar. Nur ein Bruchteil an Wohnungen ist angemessen auf diese Hürden eingerichtet. Ein Treppenlift befördert Menschen mit starken Gehbehinderungen sicher in die gewünschte Etage. Die barrierefreie Technik hat jedoch auch ihren Preis – und ihre Tücken:

Untergeschobene Verträge, Verweigerung des Verbraucher-Widerrufsrechtes, Planungsfehler beim Einbau, Sicherheitsmängel sowie schludrige Wartung und nachlässiger Service – so lauten die eigentlichen Barrieren, die Kunden häufig erst aus dem Weg räumen müssen, bevor sie problemlos auf einem Treppenlift Platz nehmen können.

Im weiteren Verlauf finden sich auch sehr lesenswerte Hinweise und Tips, worauf man beim Kauf und auch schon in der Planung achten sollte. Im Newsletter der bagso gibt es den Link dazu mit folgendem Text:

Die Verbraucherzentrale NRW führt eine Online-Umfrage zum Thema Treppenlifte durch. Verbraucherinnen und Verbraucher berichten immer wieder von schlechten Erfahrungen bei der Anschaffung von Treppenliften. Deshalb möchte die Verbraucherzentrale einen Überblick über Vertriebsmethoden und Verbraucherfallen gewinnen. Ziel ist der bessere Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern durch das Aufdecken von Vertriebsmaschen. Die Befragung läuft bis zum 30. September 2020. Die Verbraucherzentrale stellt schon jetzt eine Übersicht zum Kauf von Treppenliften auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Zur Umfrage

Zur Übersicht vor dem Kauf

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Zusammen ist man weniger allein (in der Coronazeit)

Gestern haben sich erstmals nach dem Ausbruch von Corona die Verwitweten des Pfarrverbands Flossing getroffen. Es war natürlich eine kleinere Gruppe und natürlich haben wir auch das Hygienekonzept befolgt mit Abstand halten, keine „normale“ Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, mit anschließender Desinfektion.

Wichtiger als Kaffee und Kuchen war jedoch das Zusammensein. Auch wenn niemand direkt von einer Coronaerkrankung betroffen war, waren die Einschränkungen doch spürbar. Am meisten vermisst wurde der Kontakt zur Familie, der Kontakt zu Freunden, auch der Kontakt untereinander als Gruppe. Vermisst wurde auch die Berührung, die Umarmung mit den ganz guten Freunden.

Manche haben als einzelne miteinander telefoniert, in jüngster Zeit hat man sich auch wieder gesehen. Das hat geholfen.

Geholfen hat auch, dass man jetzt Zeit hatte für Dinge, die schon lange liegen geblieben waren. Geholfen haben kleine Geschenke vor der Haustür. Geholfen haben kleine Ausflüge.

Als wichtigste Perspektive erschien uns, dass wir im Kontakt bleiben – auch in der Hoffnung, dass wir uns alle im Herbst wiedersehen können.

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Lebenserwartungen in Deutschland

Im Deutschen Ärzteblatt wurde eine Studie veröffentlicht, die sich mit der Lebenserwartung in Deutschland beschäftigt. Die Soziologen und Demografen Roland Rau und Carl Schmertmann haben herausgefunden, dass es in Deutschland große Unterschiede gibt. Die höchste Lebenserwartung haben Frauen im Landkreis Starnberg, die geringste im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt (Frauen) bzw. Bremerhaven (Männer). Der Unterschied beträgt jeweils etwa vier Jahre.

Die Gründe sind vor allem in der wirtschaftlichen Situation zu finden. Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Kinderarmut z. B. führen zu einer Lebenshaltung, die von Aussichtslosigkeit geprägt ist. Dies führt zu Folgeschäden: schlechtere Ernährung, schlechteres Gesundheitsbewusstsein, schlechtere Gesundheitsvorsorge.

Wenn ich mir die Karten so anschaue, finde ich ein Gefälle von Nord-Ost nach Süd-West (grob gesagt). Die Autoren betonen, dass es kein Ost-West- und auch kein Stadt-Land-Unterschied ist. Man müsse alles sehr viel kleinräumiger betrachten.

Ich zitiere die Schlußfolgerung der Autoren: Wir finden keine durchgängigen Stadt-Land-Unterschiede bei der Lebenserwartung. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Maßnahmen, die die Lebensstandards für ärmere Teile der Bevölkerung verbessern, am ehesten dazu geeignet sind, die existierenden Unterschiede in der Lebenserwartung zu reduzieren.

Grade was die Kinderarmut angeht (das war heute ein anderer Bericht in der Zeitung, der mich sehr erschreckt hat), zeigt sich, dass sich solche Entwicklungen verstetigen bis mindestens in die nächste Generation hinein. Hier spielt natürlich auch die Bildung mit herein und die eingeschränkte gesellschaftliche Teilhabe. Für mich bedeutet das, dass wir jetzt schon etwas tun müssen und auch können, um künftige Lebensqualität für alle (oder zumindest für sehr viel mehr Menschen) zu verbessern.

Wer den Bericht selber lesen möchte, findet ihn unter folgendem Link:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/214715/Lebenserwartung-auf-Kreisebene-in-Deutschland

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