HALT FINDEN – jetzt im Kino in Mühldorf

 Unsere Ausstellung „HALT FINDEN – wenn das Leben einen Riss bekommt“ ist jetzt im Kino in Mühldorf zu sehen.

Die Ausstellung thematisiert Lebenssituationen, die sich niemand wünscht, die aber dennoch häufig vorkommen. Vor allem zeigt sie Bewältigungsstrategien auf, wie Menschen mit Tod oder Gewalt, mit Pflege von Menschen mit Demenz oder Behinderung, mit der  Scheidung der Eltern, mit psychischer Erkrankung oder Migration zurecht kommen.

Diese Ausstellung ist sicher ein gewisses Kontrastprogramm zu den Kinofilmen, nicht Fiktion, sondern Realität. Aber gerade hier im Kino wollen wir Menschen erreichen, die sonst wenig Anlass haben, über diese Themen nachzudenken. Wir wollen mit dieser Ausstellung solche Lebensrealitäten aus dem Bereich des Tabus herausholen (beispielhaft für viele andere); wir wollen Bewusstsein schaffen dafür , dass menschliches Leben nie glatt verläuft, sondern Risse aufweist; wir wollen vor allem zeigen, dass man mit solchen (und anderen) Rissen leben kann. So verstehen wir (Krankenhaus-, Behinderten- und Seniorenseelsorge zusammen mit dem Katholischen Kreisbildungswerk Mühldorf) die Bilder als Ermutigung zum Leben.

Wer ein Gespräch sucht, kann dies bei einem von uns Seelsorgern gerne in Anspruch nehmen.

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„Zusammen ist man weniger allein“ Viertes Treffen im PV Flossing

Wenn Menschen ihren Partner/ ihre Partnerin verlieren, braucht es als erstes eine Phase der Trauer und des Abschieds. Nach einiger Zeit hat man sich jedoch auf das Leben allein eingestellt, bewältigt den Alltag, hat sich in die neuen Aufgaben hineingefunden. Dann kommt jedoch der Wunsch auf, dem Leben wieder schöne Seiten abzugewinnen, der Wunsch nach Kontakt, nach gemeinsamem Erleben mit anderen. An dieser Stelle setzt mein Angebot „Zusammen ist man weniger allein“ an.

Wir treffen uns jetzt im Pfarrverband Flossing bereits zum 4. Mal und verbringen zwei nette Stunden mit Ratschen, aber auch mit einer jeweils kurzen Besinnung über das, was unser Leben so ausmacht. Außerdem – und das ist ein ebenso wichtiger Punkt – überlegen wir, ob und ggf. was einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer miteinander in der Zeit bis zum nächsten Treffen unternehmen könnten: mal sich zum Kaffeetrinken verabreden oder zum Essengehen oder auch mal sich gegenseitig besuchen.

Das nächste Zusammensein ist am 23. Januar 2019 von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr im Grünbacher Hof. Ich bitte zur besseren Planung um eine Anmeldung bis zum 16. Januar unter meiner Telefonnummer 0170 220 78 05 oder über Mail.

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Fachtagung: Begegnungsstätten im Alter

Das Bayerische Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales lädt zu einer Fachtagung ein, die sich mit Begegnungsstätten im Alter beschäftigt. In der Einladung heißt es:

Einladung zum Fachtag
Begegnungsstätten für ältere Menschen in Bayern – lebendig, engagiert, zukunftsorientiert
Termin: 21. Januar 2019
Veranstaltungsort: Caritas Pirckheimer Haus, Nürnberg
Gerade im Alter gewinnt das Thema Einsamkeit und soziale Isolation an Bedeutung. Begegnungsstätten können ein wichtiger Baustein sein, um Menschen über verwandtschaftliche und nachbarschaftliche Verhältnisse hinaus einen Ort für Kontakte und Geselligkeit zu geben. Sie ermöglichen das Erleben von Gemeinschaft, stellen eine Keimzelle für Selbsthilfe und Teilhabe dar und bieten Möglichkeiten für Engagement. Sie sind aber auch Anlaufstellen für alle Fragen rund ums Älterwerden und tragen so zu einem selbstbestimmten Leben im Alter bei.
Wir möchten mit diesem Fachtag die Möglichkeiten und Bandbreite von Erfahrungen und Konzepten in Begegnungsstätten aufzeigen und Ihnen eine Plattform für Vernetzung und Austausch bieten.
Eingeladen zum Fachtag sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehrenamtlich Engagierte aus bayerischen Begegnungsstätten für ältere Menschen oder Mehrgenerationenhäusern, die sich mit Programmen und Angeboten auch an Seniorinnen und Senioren richten.

Anmeldung bitte bis 14. Januar 2019 bei:

Ministerialrätin Maria Weigand
Leiterin des Referats III 2
Seniorenpolitik, Seniorenarbeit
Tel.: 089 1261-1209
Fax: 089 1261- 2077

Referat_Seniorenpolitik@stmas.bayern.de

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Wunsch für das Jahr 2019

In einem Gedicht von Sigrid Lichtenberger unter dem Titel „Toleranz“* habe ich folgende Zeilen gefunden:

und wenn wir uns schon nicht freuen können an Vielfalt

gib uns Liebe

den anderen zu ertragen

denn ich bin auch anders

jeder ist anders

als die anderen

Bei diesen Zeilen ist mir eingefallen, dass das hebräische Wort für „anders“ „qadosch“ heißt, was wir für gewöhnlich mit „heilig“ übersetzen. Danach wäre der Andere „heilig“. Was macht es uns so schwer, den anderen als „heilig“ zu behandeln? Ich denke dabei noch nicht enimal an die Menschen, die so ganz anders sind wegen ihrer Herkunft oder ihrer Kultur. Ich denke auch an die Menschen ganz in der Nähe, unsere Nächsten, die auch „anders“ sind. Es ist schwer, das  „andere“ wertzuschätzen und nicht als In-Frage-Stellung des Eigenen zu sehen.

Umgekehrt: wie schwer und bitter kann es sein, wenn man immer den Vorstellungen der anderen entsprechen muss oder entsprechen will! Wenn man sich nicht zugesteht, „anders“ zu sein, „besonders“ (um eine dritte Bedeutung von „qadosch“ zu nennen), „heilig“.

So wünsche ich den Mut, das Eigene zu leben und das Andere leben zu lassen. Dann kann das Jahr 2019 wirklich das werden, was ich auch wünsche:

Ein

gesegnetes

Jahr!

 

 

*Lichtenberger, Sigrid, Als sei mein Zweifel ein Weg, Göttingen, Zürich 1995, S. 81

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Die Menschen in Bayern werden älter: zur Demografieentwicklung in Bayern

Das Landesamt für Statistik hat eine Prognose veröffentlicht über die Entwicklung der Bevölkerung in Bayern.

Danach wird es in 20 Jahren ca. 3,7 % mehr Menschen im Freistaat geben als 2017. Sie werden allerdings hauptsächlich um den Großraum München herum leben, in Nord- und Ostbayern wird die Zahl dagegen stagnieren oder sogar abnehmen. Der Grund für die Zunahme liegt in der Zuwanderung und nicht in einem Geburtenüberschuss. In den letzten Jahren kam ein Großteil der Neubürger aus dem EU-Ausland und trug so zum wachsenden Wohlstand und zur Sicherung der sozialen Systeme bei.

Das Durchschnittsalter steigt in den kommenden 20 Jahren von heute knapp 44 Jahren auf 46 Jahre. Das klingt erstmal nicht so viel. Weitere Zahlen verdeutlichen aber die Entwicklung: Die Generation 65+ wird von 2,63 Millionen auf 3,59 Millionen anwachsen. Derzeit sind 20,3 % älter als 65 Jahre, in 20 Jahren werden es dann 26,6 % sein. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Erwerbsfähigen. So kommen heute auf 100 erwerbsfähige Menschen 33 Rentner, in 20 Jahren werden es knapp 49 sein. Das ist der bayernweite Durchschnitt. Wie gesagt: im Großraum München schaut das vielleicht noch einigermaßen rosig aus, im ländlichen Raum zum Teil sehr viel düsterer. Für den Landkreis Mühldorf ist ein geringes Wachstum von 2,5 – 7,5 % prognostiziert. Übrigens: die Prognosen, die wir vor 10 Jahren beim Seniorenpolitischen Gesamtkonzept im Landkreis Mühldorf erhoben haben, erweisen sich als erstaunlich präzise!

Die Entwicklung lässt sich also absehen.  Aber was bedeutet das für unsere Zukunft?

Werden wir es in diesen 20 Jahren schaffen, unsere Dörfer, Gemeinden und Städte so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen Älterer entsprechen, die oft gar nicht so viel anders sind als die Jüngerer: abgesenkte Randsteine und längere Grünphasen bei den Fußgängerampeln kommen nicht nur Rollatorfahrern zu Gute, sondern auch Kinderwägen und Kindern. Ebenso ist es bei Innenstädten mit geringerem Autoverkehr, aber mehr ÖPNV. Menschen aller Altersgruppen schätzen dezentrale, wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten oder medizinische Versorgung und auch niederschwellige Möglichkeiten der Begegnung, sei es am Spielplatz oder bei einer (überdachten) Bank zum Ratschen.

Was macht eigentlich unsere Orte zu lebenswerten Orten? Wie wollen wir – etwa meine Generation so um die 60 – in 20 Jahren leben? Und wie die nachfolgenden Jahrgänge? Was brauchen wir an Infrastruktur – und auf was können wir eher verzichten?

Über solche Fragen wünsche ich mir eine sehr lebhafte, mutige, auch mal unkonventionelle Diskussion in den Gemeinderäten, in den Pfarrgemeinderäten, bei den Seniorenbeauftragten etc., bei dem auch mal „heilige Kühe“ auf den Prüfstand gestellt werden können zum Wohlbefinden aller.

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Weihnachtswunsch

„Meistens wird Gott ganz leise Mensch: wenn Menschen zu Menschen werden.“

Diesen Spruch von Andrea Schwarz habe ich auf einer Weihnachtskarte bekommen. Er öffnet die Augen für das Unspektakuläre, das dennoch aus dem Alltäglichen herausragt. Weil sich eben darin etwas Göttliches zeigt.

So wünsche ich Ihnen den geschärften Sinn für das Widerfahrnis des Göttlichen in Ihrem Leben. Ich wünsche Ihnen diesen Augenblick, in dem Gott zur Welt, in Ihre Welt kommt. Ich wünsche Ihnen die Erfahrung, dass der Glanz von Weihnachten immer wieder in Ihrem Leben aufstrahlt und dass so das kommende Jahr 2019 für Sie ein von Gott gesegnetes Jahr wird. Für dieses Jahr wünsche ich Ihnen immer wieder Begegnungen, in denen sich die Menschen als menschlich erweisen in Freude und Leid, in Kummer und in der Heiterkeit.

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Gedanken zum Weihnachtsfest 2018

Ich habe in den letzten Tagen zwei sehr bemerkenswerte Aussagen über „Weihnachten heute“ gelesen, die recht gegensätzlich sind. Heribert Prantl spricht von einem Familienfest im Biedermeier-Stil mit viel Sehnsucht nach Großfamilie und Harmonie, das zumindest in der Sehnsucht vieler beheimatet ist. Auf der anderen Seite steht die Aussage einer verwitweten Frau, die an Weihnachten lieber für sich allein ist, weil da die Trauer über den Tod des Mannes am meisten spürbar ist und sie ihre Großfamilie nicht mit ihrer Trauer belasten möchte.

Weihnachten also ein Fest zwischen Sehnsucht und Realität. In beidem spiegelt sich die biblische Überlieferung wieder (wobei weder Lukas noch Matthäus Augenzeugen waren und es sich somit nicht um historische Fakten handelt, sondern um theologische Aussagen).

Matthäus (Kap 1 und 2) stellt Jesus als den Nachkommen Davids dar, mithin als Königssohn in aller Herrlichkeit. In das Haus des Josef in Bethlehem kommen Sterndeuter aus dem Osten zu Besuch und huldigen ihm mit ihren Geschenken von Gold, Weihrauch und Myrrhe. Als Nachkomme in der Königsdynastie ist Jesus auch von Verfolgung und Tod bedroht und muss nach Ägypten ins Exil fliehen.

Lukas (Kap 2) betont die Armseligkeit der Geburt in einem Stall, weil für die aus Nazareth Dahergereisten kein Platz in der Herberge war. Hier kommen nicht „Könige“, sondern Hirten, die damals am Rande der Gesellschaft lebten. So wird deutlich, dass Jesus von Anfang an sich mit den Außenseitern verbunden fühlte, dass ihnen die Botschaft vom Heil Gottes gilt.

In der Volksfrömmigkeit haben wir diese beiden sehr unterschiedlichen neutestamentlichen Stränge zusammengeflochten. Damit ermöglichen wir uns das Bild einer heilen, intakten Welt voller Glanz und Gloria und Heimeligkeit und zugleich die Identifikation mit den Hirten in ihrer Armseligkeit, die – äußerlich gesehen – früher durchaus gegeben war, heute vielleicht mehr innerlich.

Schwierig wird es immer dann, wenn diese Vorstellung auf die Wirklichkeit trifft: auf die heute von Verfolgung Bedrohten, auf die Menschen am Rand unserer heutigen Gesellschaft, auf die „Mühseligen und Beladenen“, auf die, welche keine intakte Familie aufweisen. Schwierig wird es für die, welche diesen Gegensatz nicht verdrängen, sondern wahrnehmen und sich zu Herzen gehen lassen. Schwierig ist es für die, welche eine Sehnsucht im Herzen haben nach einem Leben, das von Fülle gekennzeichnet ist (auch ein Jesus-Wort) und gleichzeitig spüren, wie weit ihr eigenes Leben davon entfernt ist.

Was also sollen wir tun? Diese Frage stellen die Menschen im 3. Kapitel  des Lukasevangelium dem Johannes. Eine Predigt, die ich neulich gehört habe, hat mir gezeigt, dass die Antworten des Johannes gar nicht so schwer sind: es sind ganz naheliegende, einfache Dinge, auf die Johannes verweist. Eigentlich sind es Selbstverständlichkeiten. Aber auch daran können wir uns orientieren und auf die heutigen, auf unsere Verhältnisse umlegen.

 

 

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Dank, Wünsche und Ausblick

Die Seniorenbeauftragten in den Kommunen und den Pfarreien des Landkreises Mühldorf haben sich im vergehenden Jahr 2018 vielfältig engagiert. Manche in der Betreuung einzelner Senioren, andere in der Gestaltung einer ansprechenden Freizeitmöglichkeit (Seniorenclubs, Fitnesspark, gemeinsame Mahlzeiten etc), wieder andere in der Beratung über Hilfsmöglichkeiten etc.

Unsere beiden Informationsabende haben neben neuen Ideen auch sehr viel und fruchtbaren Austausch mit sich gebracht. Allerdings – das wäre mein Wunsch für das kommende Jahr – wäre es schön, wenn noch mehr Seniorenbeauftragte unser Angebot wahrnehmen. Denn diese Abende leben ja geradezu davon, sich gegenseitig von den Erfahrungen zu erzählen und sich weiterzuhelfen. Damit mögliche Terminkollisionen vermieden werden können, haben wir schon beim letzten Mal einen nächsten Termin ausgemacht: Es ist Montag, der 20. Mai 2019 um 19.30 Uhr in Ampfing. Eine Einladung ergeht natürlich extra.

Ich möchte an dieser Stelle ein herzliches „Danke!“ sagen an alle Seniorenbeauftragten, die mit hoher Sensibilität die Lebenswelt der Senioren wahrnehmen und angenehmer gestalten wollen. Ich denke, es lohnt sich unter zweierlei Hinsicht: 1) die Senioren werden ja immer mehr und möchten am Leben der Gemeinde teilnehmen. Schön, wenn die Gemeinde dafür die Möglichkeiten bietet. 2) Es lohnt sich auch für die Seniorenbeauftragten selbst, denn auch sie werden früher oder später in den Genuss ihres eigenen Engagements kommen.

„Danke“ sage ich auch allen, die die Seniorenbeauftragten unterstützen mit Wort und Tat, indem sie sie einladen (etwa in den Seniorenclub oder zum Bericht in den Gremien) oder indem sie sie freistellen (etwa die Parter/innen).

„Danke“ sage ich auch den Kommunen und den Pfarreien, die diese wichtige Aufgabe entdeckt haben und nach all ihren Möglichkeiten fördern.

Allen wünsche ich eine frohe Weihnachtszeit und ein gesegnetes Jahr 2019!

 

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Warnung vor Betrug an der Haustüre

In der letzten Zeit häufen sich wieder Meldungen, nach denen vor allem Senioren um viel Geld und ihre Wertsachen gebracht werden. Manchmal kündigen sich die Verbrecher telefonisch an und geben sich als Polizisten aus. Sie „informieren“ darüber, dass Einbrecher unterwegs seien und es auch auf den Besitz der Angerufenen abgesehen hätten. „Die Polizei“ – in Wirklichkeit die Betrüger – würden die Wertgegenstände sichern, wenn sie in einem Beutel an der Wohnungstür hängen. Oder jemand würde vorbeikommen und das abholen.

Eine andere Masche ist, dass sich der Anrufer als (entfernter) Verwandter – etwa die Tochter eines Cousins – ausgeben. Sie erwecken das Vertrauen des Angerufenen, um dann mit einer finanziellen Notlage herauszurücken, die der Angerufene mindestens lindern könne. Natürlich sieht man von diesem Geld nichts mehr – und vom „entfernten Verwandten“ auch nicht.

Wenn Sie Anrufe bekommen oder gar Hausbesuch, den Sie nicht einschätzen können: Beenden Sie den Kontakt! Legen Sie auf oder schließen Sie die Tür! Lassen Sie niemanden an der offenen Tür, während Sie in der Wohnung etwas nachschauen oder holen.

Das Polizeipräsidium Oberbayern hat übrigens eine Broschüre herausgebracht, in der die 10 gängigsten Tricks vorgestellt werden. Diese Broschüre gibt es bei jeder Polizeidienststelle oder unter folgendem Link:

https://www.polizei.bayern.de/oberbayern/schuetzenvorbeugen/index.html/261791

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Gedanken zum 4. Advent 2018

Für die diesjährige Adventszeit orientiere ich mich an den alttestamentlichen Lesungen im Lesejahr C der katholischen Kirche und mache mir Gedanken zu einem Themawort dieser Schriftstellen.

Die alttestamentliche Lesung des 4. Adventssonntages kommt aus dem Buch Micha. Da heißt es im Kapitel 5, 3b: „Sie werden in Sicherheit leben.“

Micha lebt und wirkt wohl um das Jahr 700 v. Chr. Es ist für Israel eine Zeit der Bedrohung durch die Assyrer. Das Buch Micha hat wohl (wie viele andere biblische Bücher auch) spätere Bearbeitungen erfahren, die nach dem Untergang Jerusalems datieren, d.h. nach 587 v. Chr. Auch die Erweiterung schaut also auf eine Zeit voller Unsicherheit, Bedrohung, Zerstörung sowie auf die Vertreibung in das Exil nach Babylon.  So ist das Prophetenbuch geprägt von ängstlicher Drohung gegen die Großmächte ringsum wie auch gegen die herrschende Schicht in Juda selbst mit ihrem ungerechten und nur dem eigenen Vorteil verpflichteten Handeln.

Das Buch enthält aber auch Verheißungen des Heiles an das eigene Volk Israel. Die bekannteste steht in Micha 5 – unsere heutige Lesung. Vielleicht sehen die Bearbeiter der jüngsten Schicht schon, wie sich das Heil ankündigt in Gestalt des persischen Großkönigs Kyros, der die Verbannung aufhebt und die Heimkehr ermöglicht. Wir Christen haben natürlich einen anderen im Sinn, der das Heil und den Frieden bringt: Jesus.

Aber die Umstände, die das Volk damals erlebt hat, die kennen wir heute auch – wenn auch nicht am eigenen Leib (zumindest nicht wir Jüngere): Bedrohung, Zerstörung, Vertreibung, Flucht. Von Sicherheit und Frieden in vielen Ländern keine Spur. Was fangen wir also mit der Verheißung des Micha an?

Wo gibt es Sicherheit für die von Gewalt, von Krieg, von Unterdrückung, von wirtschaftlicher und rechtlicher Ausbeutung bedrohten Menschen? Können wir unser Erfahrungswissen einbringen, um allen Menschen in unserem Land (denen, deren Vorfahren schon vor langer Zeit und auch denen, die grade erst hier angekommen sind) ein Leben in Sicherheit und Frieden zu ermöglichen? Sie werden in Sicherheit leben – und er wird ihr Friede sein.

Ich merke wieder mal, wie aktuell doch die uralten Texte sind, weil sie immer noch heutige Situationen treffen.

Persönlicher Impuls für Sie: Was bedeuten „Sicherheit“ und „Friede“ für Sie?

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