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Propheten

Eine kleine Einführung

In unserem heutigen Sprachgebrauch sind Propheten Menschen, die die Zukunft voraussagen können. Das entspricht aber nicht dem biblischen Verständnis.

Im Ersten Testament gibt es mehrere Bezeichnungen für das, was „Prophet“ meint: der Mann Gottes – der Seher – der Prophet.

Meistens ist von Männern die Rede (kein Wunder bei der von Männern dominierten Welt damals), es gibt aber auch Frauen mit prophetischer Begabung (z. B. Hulda).

Sie alle eint, dass sie im Auftrag Gottes auftreten und eine Botschaft Gottes weitersagen. Oft (aber nicht immer) wird es mit der „Botenformel“ eingeleitet: „Das Wort des Herrn erging an …“

Der Inhalt der Botschaft ist sehr unterschiedlich. Mal ist es ein Trost, mal ist es eine Zusage, dann auch wieder Kritik oder Drohung.

Trost und Zusage richten sich oft an sog. „kleine Leute“, etwa Witwen oder Kinderlose. Drohungen betreffen immer wieder (neben den Herrschenden) auch das ganze Volk.

Propheten stehen immer in einer kritischen Distanz zu den Herrschenden. Sie haben meist die gesellschaftlichen und die politischen Verhältnisse im Blick. Da sehen sie auch Entwicklungen kommen – etwa dass der persische König Kyrus stark wird und dadurch die babylonische Gefangenschaft zu Ende geht.

Sie erleben soziale Ungerechtigkeiten und erkennen die Schieflage, in die die Gesellschaft gerät. So treten vor allem die Propheten Amos, Micha, Sacharja etc. als Mahner auf.

Die Form ihrer Botschaft ist ebenfalls sehr vielfältig. Mal sind es einfache Worte, mal sind es Geschichten, mal sind es Visionen und Träume, mal sind es Trostworte und dann auch wieder „Weherufe“. Und dann gibt es auch noch Zeichenhandlungen wie etwa die Hochzeit mit einer Dirne, eine Namensgebung, die Verwendung von Symbolen wie etwa ein Holzscheit.

Der Gott, den alle diese Propheten verkünden, ist immer ein Gott, der am Leben der Menschen interessiert ist. So legt Gott durch die Propheten immer den Finger in die Wunde, wenn Leben in Fülle gefährdet oder bedroht ist; weist Wege aus einer Sackgasse heraus, in die die politischen Führer das Volk geführt haben; gibt eine Perspektive in aussichtslosen Situationen (etwa dem Exil); führt auch die Propheten selbst durch Scheitern und Versagen hindurch und lässt sie neue Gotteserfahrungen machen, lässt sich selbst neu und anders erfahren.

Propheten sind übrigens nicht mit Johannes dem Täufer (der oft als letzter Prophet bezeichnet wird) ausgestorben. In der Urkirche gab es neben vielen anderen Aufgaben und Diensten eben auch die Propheten (1 Kor 12).

Vielleicht auch heute? Immerhin heißt es in Apg 2, 17 als Zitat von Joel 3, 1-5: Eure Söhne und Eure Töchter werden prophetisch reden, eure jungen Männer werden Visionen haben und Eure Alten werden Träume haben.

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Nationale Demenzstrategie verabschiedet

Die Bundesregierung hat die neue „Nationale Demenzstrategie Bündnis für ein demenzfreundliches Deutschland“ verabschiedet. Damit werden verschiedene Projekte gefördert. In der Pressemitteilung heißt es dazu:

Deutschland altert und immer mehr Menschen erkranken an Demenz. Derzeit sind es 1,6 Millionen, 2050 könnte die Zahl bei 2,8 Millionen Menschen liegen. Darauf müssen wir Deutschland vorbereiten, das tun wir mit der Nationalen Demenzstrategie. Die Krankheit geht uns alle an. Darum haben wir in einem breiten Bündnis mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, den Ländern und Kommunen, den Verbänden des Gesundheitswesens und der Pflege, den Sozialversicherungsträgern, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft konkret erarbeitet, wie wir Deutschland demenzfreundlich machen. Der Dank gilt allen Beteiligten. Klar ist, dass diese Strategie nur zum Erfolg wird, wenn nun alle bei der Umsetzung mitziehen. Wir brauchen ein neues Bewusstsein in allen Bereichen des Lebens, soziale Unterstützungsnetzwerke vor Ort, gute medizinische Versorgung und erstklassige Forschung. Wenn alle ihren Beitrag leisten, dann werden wir die Strategie erfolgreich umsetzen.“

Die Strategie ist bundesweit ausgerichtet, partnerschaftlich verankert, verbindlich in ihren Zielen und langfristig angelegt. Es wurden 27 Ziele formuliert und insgesamt ca. 160 Maßnahmen vereinbart. Dazu gehören:

  • Vor-Ort-Netzwerke: In lokalen Netzwerken entstehen Angebote der Beratung und Unterstützung für Betroffene und Angehörige. Ziel ist es, bundesweit Netzwerke auf regionaler Ebene zu schaffen, u.a. durch die Förderung von „Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz“.
  • Netzwerke zur pflegerischen Versorgung: Zusätzlich wird der Ausbau regionaler (Demenz-) Netzwerke zur besseren Vernetzung der an der pflegerischen Versorgung beteiligten Akteure gesteigert und intensiviert. Die hierfür vorgesehenen Mittel aus der Pflegeversicherung sollen deutlich erhöht werden.
  • Mehr Aufmerksamkeit für Demenz: Um auf die Möglichkeiten aufmerksam zu machen, sich zum Thema Demenz einzubringen, soll eine bundesweite Kampagne aufklären und zum Engagement aufrufen. Zum Beispiel wird die Möglichkeit unterstützt, sich als „Demenz Partner“ schulen zu lassen oder in Vereinen und Unternehmen die Strukturen zu verbessern.
  • Begleitung und Beratung: Nach der Diagnose einer Demenzerkrankung sind die meisten Betroffenen überfordert. Professionelle und ehrenamtliche Unterstützungs- und Beratungsangebote werden daher – gerade für diese schwierige erste Phase – ausgebaut.
  • Netzwerke “Pflege und Beruf”: Angehörige von Demenzkranken stellt die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf vor besondere Herausforderungen. Deshalb sollen Unternehmen, Kommunen und pflegende Angehörige Strategien entwickeln und Netzwerke knüpfen. Zur Unterstützung richtet das BMFSFJ auf Bundesebene eine „Regiestelle“ ein.
  • Gesundheitsförderung für pflegende Angehörige: Demenz bringt pflegende Angehörige immer wieder an ihre Belastungsgrenzen. Gesundheits- und Präventionsprogramme für pflegende Angehörige sollen deshalb weiter etabliert und verbessert werden. Ein neues Förderprogramm wird geprüft.
  • Abgestimmte Abläufe in der Versorgung: Wenn jemand an Demenz erkrankt, müssen alle Versorgungs- und Unterstützungsbereiche ineinandergreifen. Ärzteschaft, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Beteiligte werden ihre Zusammenarbeit in einem „Versorgungspfad“ klarer beschreiben und das Schnittstellenmanagement optimieren.
  • Demenzsensible Krankenhäuser: Eine demenzsensible Gestaltung der Arbeitsprozesse und qualifiziertes Personal erleichtern unvermeidbare Krankenhausaufenthalte für demenzerkrankte Patientinnen und Patienten. Deren Bedürfnisse sollen bei der räumlichen Gestaltung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen einfließen.
  • Forschung zur Demenz: Forschung kann sowohl unser Verständnis für die Ursachen von demenziellen Erkrankungen, als auch die Behandlung und Versorgung verbessern. Deshalb wird die Vernetzung verschiedener Forschungsinstitutionen und –bereiche durch den Aufbau eines nationalen klinischen Demenzforschungsnetzwerks und eines Netzwerks zur Demenzversorgungsforschung gefördert und der Zugang zu Daten für Forschungszwecke erleichtert. Insbesondere sollen wissenschaftliche Erkenntnisse schneller und wirksamer zum Wohle der Betroffenen in die Praxis übertragen werden.

Hinzu kommt, dass mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs 2017 die Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung erheblich ausgeweitet worden sind; diese Leistungsverbesserungen kommen im Wesentlichen den demenzkranken Pflegebedürftigen zu Gute. Die Nationale Demenzstrategie in Gänze und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Geschäftsstelle im Deutschen Zentrum für Altersfragen: www.nationale-demenzstrategie.de

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Zur Häufigkeit von Demenzerkrankungen

Eine Information der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. hat ein neues Informationsblatt herausgegeben unter dem Titel „Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen“. Es gebe in Deutschland aktuell etwa 1, 6 Millionen Demenzerkrankte, davon etwa 2/3 Frauen und 1/3 Männer. Der Unterschied ist in der höheren Lebenserwartung der Frauen begründet, es könnte jedoch auch sein, dass die Frauen eine Demenz länger überleben als Männer. In Bayern leben etwa 226.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung, die meisten in der Altersgruppe der 80-84-Jährigen.

Das Risiko einer Demenzerkrankung kann man ein Stück weit selbst beeinflussen durch verbesserte Lebensbedingungen, gesündere Ernährung, sowie eine größere körperliche, soziale und geistige Aktivität. Auch die Gesundheitsvorsorge spielt eine wichtige Rolle. Zu den Risiken zählen etwa die Herz-Kreislauf-erkrankungen, Übergewicht oder Diabetes.

Wer sich selbst informieren will (auch das ein wichtiger Aspekt – sowohl für Betroffene wie auch für die Angehörigen), findet das Faltblatt, das auch eine Literaturliste enthält, unter folgendem Link:

https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/alz/pdf/factsheets/infoblatt1_haeufigkeit_demenzerkrankungen_dalzg.pdf

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Gedanken zum 13. Sonntag im Jahreskreis: „würdig“

Im Evangelium des kommenden Sonntags (Mt 10, 37-42) heißt es dreimal: „der ist meiner nicht würdig“. Das griechische Wort, das an dieser Stelle verwendet wird, bedeutet: wert, wertvoll, würdig. (Im Gegensatz dazu steht die Stelle mit dem römischen Hauptmann, der sagt: „Herr, ich bin nicht würdig…“. Da steht ein anderes griechisches Wort mit der Bedeutung: das passt jetzt nicht, das braucht es nicht …)

Bei Matthäus geht es ja immer ums Ganze. Es geht immer um Entscheidung, um Entschiedenheit. Deshalb verwendet er gerne Extreme: Himmel und Hölle, Tod und Leben … Die Entscheidung hier: familiäre Beziehungen contra Jesusnachfolge. Oder das eigene Leben im Sinne von Lebenskraft, emotionale Kraft, Geisteskraft.

Danach aber nimmt Jesus die großen Worte und die außerordentlichen Anforderungen wieder zurück. Auch dieses Motiv taucht öfter auf. Es genügt Weniges, um Leben, Himmelreich, Reich Gottes zu erhalten. Hier ist es lediglich ein Becher Wasser.

Was also macht den Menschen „würdig“? Es sind die kleinen Dinge. Es ist vor allem die Haltung dahinter: die Aufmerksamkeit für die Situation des anderen und für seine Bedürfnisse. Es sind „Selbstverständlichkeiten“, die vielleicht doch nicht so selbstverständlich sind: einem Hungrigen zu essen geben, einem Nackten ein Gewand, einen Kranken besuchen … In diesen und ähnlichen Alltäglichkeiten zeigen wir uns auf der Seite Jesu.

Die Corona-Pandemie hat viele solcher kleinen Alltäglichkeiten wieder ins Bewusstsein gehoben: die „systemrelevanten Berufe“ (von denen man schon nichts mehr hört), Helferkreise, nachbarschaftliche Hilfe, Rücksichtnahme, familiärer Zusammenhalt etc. Da werden Werte wie Zuverlässigkeit, Solidarität, Empathie, Verbundenheit, Hilfsbereitschaft sichtbar. Umgekehrt gerieten und geraten Menschen, die an ihren eigenen Vorteil denken (etwa wenn es ums Geld geht) sofort in die Kritik. Auch darin macht sich aktuell eine matthäische Spannbreite bemerkbar.

Und es stellt sich die Frage nach den wirklich lebenswichtigen Werten, die es wert sind, gelebt zu werden, die uns eine menschliche Würde geben.

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Das „Kalenderblatt“

Die Deutsche Alzheimergesellschaft hat im Zuge der Corona-Pandemie ein „Kalenderblatt“ für Angehörige von Demenzkranken eingerichtet. Es gibt dort Erfahrungsberichte und schöne Tips, die den Alltag bereichern und auch erleichtern können. Gerade die Erfahrungsberichte schaffen ja auch ein Gefühl von Verbundenheit und bestärken einander im Bewusstsein, dass man nicht allein ist mit seinem Schicksal.

Die Deutsche Alzheimergesellschaft schreibt dazu:

In unserem wöchentlich zweimal erscheinenden „Kalenderblatt“ stellen wir montags und donnerstags Erfahrungsberichte aus dem Alltag mit Demenz in Zeiten von Corona vor. Verschiedene Perspektiven sollen hier zu Wort kommen. Sie zeigen zum einen, welchen Fragen und Herausforderungen sich Angehörige stellen müssen und welche Sorgen sie gerade besonders bewegen. Zum anderen möchten wir mit den Berichten aber auch Mut machen, dass in dieser Zeit einiges möglich ist und viele Menschen mit dem gebotenen Abstand den Kontakt zueinander nicht verlieren müssen.

Und hier ist der Link: https://www.deutsche-alzheimer.de/ueber-uns/presse/aktuelles-zur-corona-krise/kalenderblatt-demenz-in-zeiten-von-corona.html

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Bagso-Podcast für Senior*innen

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen bagso e.V. hat einen eigenen Podcast entwickelt. Er will den Senior*innen Anregungen geben, wie sie diese Zeit besser überstehen können. Die aktuelle Folge befasst sich mit den Chancen, die in der Nutzung digitaler Medien liegt. Es gibt aber auch schon andere Themen: Fit bleiben zu Hause – Umgang mit Ängsten – Helfen und sich helfen lassen – etc.

In der Pressemitteilung der bagso heißt es:

Ältere Menschen sind von der Corona-Situation besonders betroffen. Auch nach ersten Lockerungen von Corona-Maßnahmen bleibt für viele Ältere der Alltag von Vorsicht geprägt, gewohnte Aktivitäten finden weiterhin nicht statt. Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen hat deshalb die Podcast-Reihe „Zusammenhalten in dieser Zeit“ gestartet, die sich vor allem an ältere Menschen richtet.

Bis Ende des Jahres behandelt der BAGSO-Podcast alle zwei Wochen ein Thema, das für ältere Menschen wichtig ist. Ob Fit bleiben zu Hause, der Umgang mit Ängsten und Sorgen oder Engagement in der Corona-Krise, die Hörstücke geben Tipps für den Alltag und berichten von guten und ermutigenden Beispielen. Die aktuelle Folge ist den Erfahrungen mit Computer, Smartphone und Tablet gewidmet: In der Corona-Krise helfen sie, den Kontakt zu anderen Menschen nicht zu verlieren und das Leben aktiv zu gestalten. Die Folge „Digital verbunden“ berichtet von Online-Stammtischen und Tanzkursen per Kurznachrichtendienst WhatsApp und gibt Tipps, wie der Einstieg gelingt. Der BAGSO-Podcast erscheint auf http://www.bagso.de/podcast, YouTube und vielen gängigen Podcast-Plattformen wie Spotify und Deezer. In der nächsten Folge „Richtig feiern“ geht es darum, wie Feste auch in der Corona-Zeit gelingen können und was bei der Planung zu beachten ist. Sie erscheint am 2. Juli 2020.

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„Fürchtet euch nicht!“

Dieses Wort „Fürchtet euch nicht!“ steht in der Bibel über 100 Mal. Damit ist es zu einem der großen Zentralworte geworden. Es ist häufig in Situationen von möglicher Bedrängnis und Bedrohung gesagt. Vor allem Jesus ruft seine Freundinnen und Freunde immer wieder zur Furchtlosigkeit auf. Fürchtet euch nicht vor den Menschen, fürchtet euch nicht vor ihren Reaktionen, fürchtet euch nicht vor Schwierigkeiten, fürchtet euch nicht vor einem Scheitern!

Fürchtet euch nicht! – das ist ein Wort auch für unsere (Corona-) Zeit. Es bedeutet nicht, sorglos zu sein. Es bedeutet nicht, alle Vorsichtsmaßnahmen zu vernachlässigen. Es bedeutet nicht, so zu tun als wenn nichts wäre.

Fürchtet euch nicht! Das meint: schaut euch die Situation genau an. Furcht ist ja ein eher gerichtetes Gefühl, man fürchtet sich vor etwas Bestimmtem (im Gegensatz zur ungerichteten Angst). Wir sollen also die mögliche Bedrohung in den Blick nehmen, analysieren. Daraus können dann Handlungsoptionen entstehen. Man kann eigene Ressourcen entdecken. Man kann sich Unterstützer suchen. Man kann Alternativen überlegen.

Fürchtet euch nicht! Auf welcher Grundlage könte das geschehen? Viele Senior*innen erzählen von ihrem Leben und was sie schon alles über-lebt haben. Sie strahlen eine gewisse Gelassenheit und Furchtlosigkeit aus. Auch wenn sie natürlich so weit wie möglich daheim bleiben. Aber das ist ja kein Widerspruch. Es ist ihnen ein Vertrauen zugewachsen, dass alles irgendwie gut ausgehen wird. Andere berichten von ihrem Glauben, der sie zuversichtlicher macht. Bei Gott ist alles – auch das Schwere und die Krise – gut aufgehoben. Wieder andere verweisen auf menschliche Unterstützer, auf die sie sich verlassen konnten und können: die Familie, Freunde, Nachbarn …

Das biblisch-jesuanisch-christliche „Fürchtet euch nicht!“ gerät so auch zum trotzenden Widerspruch gegen die Gegengeister in dieser Welt, die Ängste schüren und Sorglosigkeit verbreiten um des eigenen Vorteils willen.

Fürchtet Euch nicht! Nicht nur eine Aufforderung, sondern auch ein Hinweis, dass wir vertrauen können, dass wir Mut haben dürfen, dass wir Zuversicht haben dürfen. Und das kann natürlich auch ausstrahlen in unsere Welt.

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Tagespflege in Coronazeiten – Stellungnahme der Deutschen Alzheimergesellschaft e. V.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. beklagt die mangelnde Unterstützung der vielen Menschen, die sich zu Hause um einen Demenzerkrankten kümmern. Rund 2/3 der etwa 1,7 Millionen Demenzerkrankten werden von Angehörigen betreut – oft ohne dass sie die Unterstützung eines Pflegedienstes in Anspruch nehmen. Manche jedoch erfahren Entlastung durch eine Tagespflegeeinrichtung, bei der die Demenzerkrankten betreut und umsorgt werden. Dazu zählt nicht nur das Essen, sondern auch Ruhemöglichkeiten und ein Beschäftigungsprogramm.

Diese Möglichkeiten sind jetzt seit etwa einem Vierteljahr coronabedingt massiv eingeschränkt – zu Lasten der pflegenden Angehörigen, die jetzt selbst dafür sorgen müssen.

Die Alzheimergesellschaft schreibt in der Pressemitteilung:

Berlin, 17. Juni 2020. Mitte März 2020 wurden die Tagespflegeeinrichtungen in ganz Deutschland aufgrund der Corona-Epidemie geschlossen. Noch immer sind nur wenige Plätze für Pflegebedürftige verfügbar. Leistungen der Pflegeversicherung, die für dieses Angebot vorgesehen sind, werden nicht ausgezahlt und der Anspruch darauf verfällt monatlich. Das von den Pflegekassen so eingesparte Geld wird offensichtlich dafür eingesetzt, um die Einnahmeausfälle der Einrichtungen auszugleichen.

In Tagespflegeeinrichtungen werden pflegebedürftige Menschen ein- oder mehrmals pro Woche für jeweils rund acht Stunden betreut und aktiviert. Dieses Angebot soll die pflegenden Angehörigen entlasten, die in dieser Zeit entweder einer Berufstätigkeit nachgehen oder neue Kraft für die Pflege zu Hause tanken können. Ohne dieses Entlastungsangebot ist die häusliche Pflege in vielen Fällen gar nicht dauerhaft zu leisten. Von der Schließung der Einrichtungen wurden die Pflegenden von einem Tag auf den anderen überrascht und vor die Situation gestellt, nun die Versorgung alleine sicherstellen zu müssen. Für Berufstätige bedeutete dies oftmals, kurzfristig Urlaub nehmen oder sich krankschreiben lassen zu müssen.

Das Pflegeunterstützungsgeld, das für insgesamt zehn Tage zur Verfügung steht, ist die einzige Lohnersatzleistung, die berufstätige pflegende Angehörige in Anspruch nehmen können. Es wurde im Mai schließlich auf 20 Tage aufgestockt. Weitere Unterstützung von Seiten der Bundesregierung gibt es für die pflegenden Angehörigen nicht. Die Betroffenen haben oftmals nur die Möglichkeit, unbezahlten Urlaub zu nehmen oder eine private Pflegeperson zu organisieren. Beides ist eine Frage der Finanzierung. Doch die Leistung aus der Pflegeversicherung, die monatlich für die Nutzung der Tagespflege zur Verfügung steht, kann trotz der Corona-bedingten Schließung der Einrichtungen nicht für eine anderweitige Sicherstellung der Versorgung genutzt werden. Anders als bei Ausfall der Versorgung durch ambulante Pflegedienste, hat der Gesetzgeber hier keinerlei Flexibilisierung vorgesehen.

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Medikamente im Alter

Viele ältere Menschen sind auf immer mehr Medikamente angewiesen. Manchmal nehmen sie bis zu acht Medikamente gleichzeitig ein. So notwendig das auch sein mag, ist doch Vorsicht und Nachdenken geboten.

Jedes Medikament hat nicht nur Haupt-, sondern auch Neben- und Wechselwirkungen. Hier gilt es genau hinzuschauen (von Seiten des Arztes) und nachzufragen (von Seiten des Patienten). Wie wirkt das eine Medikament auf das andere? Manche Wirkungen verstärken sich, andere heben sich auf. Vor allem wenn man sie mit Alkohol zusammen nimmt, kann es zu fatalen Folgen kommen.

Besonders hinweisen möchte ich auf Medikamente, sich suchtkrank machen können. Dazu zählen Schlaf- und Beruhigungsmittel genauso wie Antidepressiva oder Aufputschmittel (die allerdings im Alter eine geringere Rolle spielen). Hier kann es zu massiven Gesundheitsrisiken wie etwa der Sturzgefahr, aber auch nachlassende Leistungsfähigkeit oder Körperhygiene kommen.

Die Deutsche Seniorenliga hat eine Broschüre in ihrem Angebot, das zwar wenig auf die Suchtgefahren aufmerksam macht, aber für einen ersten Überblick sehr gut geeignet ist. Sie finden diese Broschüre unter folgendem Link:

https://www.deutsche-seniorenliga.de/infomaterial.html

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Zur Gerechtigkeit Gottes

In der Lesung des kommenden Sonntag (Röm 5, 6-11) schreibt Paulus, dass wir gerettet sind, weil wir durch Jesus mit Gott versöhnt sind. Das findet nicht erst nach unserem jetzigen Leben statt, sondern bereits heute – hier und jetzt. Und zwar nicht deswegen, weil wir irgendwelche herausragenden Sachen gemacht haben, sondern „als wir noch Sünder waren“ (v8).

Für mich liegt darin eine große Entlastung. Wir müssen nicht (und können ja auch gar nicht) perfekt sein. Wir müssen uns noch nicht mal großartig anstrengen. Sondern wir leben bereits jetzt in der Güte und Barmherzigkeit Gottes und dürfen die auch genießen. Aus dem Bewusstsein heraus, dass wir jetzt schon erlöst sind, sind wir frei von allem Stress. Gott macht uns da (im Gegensatz zu manchen Menschen) keinen Druck. Und es stimmt ja auch: wir können uns das Himmelreich nicht verdienen. Es gibt ja immer etwas, was uns nicht so gelungen ist, wo wir hätten besser sein können, wo wir Fehler gemacht haben, manchmal sogar mit Absicht.

Die Erlösung ist eines der häufigsten Themen in meinen Glaubensgesprächen. In einem dieser Gespräche hat vor vielen Jahren mal ein Mann in einem Seniorenheim gesagt: „Gott gibt jedem das, was er am meisten braucht.“ Das ist bei vielen/ allen: Gnade, Gunst, Vergebung, Vollendung. Vielleicht auch Leidempfindlichkeit, Sensibilität für das, was man anderen angetan hat. Das wäre also keine „billige“ Gnade, eher ein schmerzhafter Prozess. Besonders dann, wenn es sich um schwerwiegende Taten handelt wie etwa Gewalt gegen andere.

Aber schon jetzt im Bewusstsein zu leben, dass wir durch Gott vollendet werden, könnte Freiheit schaffen, die man zum Lebensförderlichen für alle verwendet. Dann hätte man sich zwar nicht das Himmelreich verdient, aber jetzt schon ein kleines Stück „Himmel auf Erden“ geschaffen.

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