Monthly Archives: Juli 2024

Nachlassende Gespräche unter Senioren

Ich habe neulich einen Bericht gelesen, wonach sich Ehepaare im höheren Lebensalter immer weniger unterhalten. Einer der Gründe war, dass man nach dem Eintritt in die Rente weitgehend daheim sei und deshalb die Anregungen von außen unterbleiben. Vieles (alles?) werde gemeinsam unternommen und erlebt, es bleibe wenig bis nichts, was man der/m anderen als Neuigkeit mitteilen kann. Selbst bei Telefonaten werde der Lautsprecher angestellt, damit die/ der andere mithören kann. So entwickle sich langsam, aber stetig eine zunehmende Sprachlosigkeit.

Mich hat dieser Bericht erschreckt. Zumal er sich durchaus mit eigenen Erfahrungen deckt. Ich sehe relativ häufig Ehepaare gemeinsam, sie gehen miteinander zum Einkaufen, sie sitzen miteinander im Cafe, sie gehen miteinander spazieren, sie sehen miteinander fern etc. So schön dieses „Miteinander“ ist, es gibt dadurch aber wenig, was einer alleine erlebt und dem anderen erzählen könnte.

Auch „innere“ Themen sind oft schwierig. Man/frau hat schon so vieles geteilt, man/ frau kennt sich in- und auswendig. Manche Themen sind auch belastet durch die gemeinsame Biografie und werden so „um des lieben Friedens willen“ vermieden. Dieser „Friede“ ist wichtig – ähnelt aber doch wohl manchmal eher einer „Friedhofsruhe“.

So gibt es auch die Einsamkeit in einer Beziehung. Es gibt zwar etwas zu tun, es gibt viel Organisatoriches, manchmal auch die Familie mit Kindern und Enkeln. Aber das innere Zusammensein wird nicht mehr spürbar. Erst heute bin ich in einem Gespräch auf diese Erfahrung gekommen.

Was tun? Worin besteht eine Abhilfe? Ich meine, es ist wichtig, dass jede/r auch etwas alleine macht, nur für sich. Dadurch kann es wieder neuen Gesprächsstoff geben, der das Gefühl der Verbundenheit erhöhen kann. Auch die Freude, die man in dieser Aktivität erfährt und die einem gut tut, kann in die Beziehung eingebracht werden. Dabei spielt es wohl keine Rolle, was man da macht, ob es der Besuch eines Seniorenkreises ist oder ein Kurs bei der Volkshochschule oder das Fitness-studio oder …

Das, was auf den ersten Blick wie „Trennung“ aussieht, kann zum Impuls für ein Mehr an Gemeinsamkeit werden. Diese Gemeinsamkeit ist für beide Teile wichtig, macht das Leben freudig und lebenswerter, macht die Menschen zufriedener.

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Was war ein „Bader“?

Ein Nachmittag im Seniorenkreis 🌀 Zangberg

Wissen Sie, was ein Bader für ein Aufgabengebiet hatte? Es war immerhin eine dreijährige Berufsausbildung nötig. Damit hat der Bader das ursprünglich Anrüchige verloren und wurde gerade für einfache Leute mit ihren Gesundheitsproblemen zum wichtigen Ansprechpartner. Dieser Beruf ist allerdings (und zwar noch gar nicht so lange) ausgestorben. Anders gesagt: der Professionalisierung zum Opfer gefallen – zum Wohle der Patienten. Aber früher war er lebensnotwendig.

Wer es genauer erfahren will, ist herzlich eingeladen zum Seniorenkreis 🌀 Zangberg. Dort hält Leonhard Biermaier einen sicher sehr unterhaltsamen und kurzweiligen Vortrag. Und zwar am kommenden Mittwoch um 14:30 Uhr im Nebenraum der Mehrzweckhalle.

Das Leitungsteam bietet in Zangberg einen Fahrdienst an. Auch Senioren (Frauen und Männer), die nicht dem Seniorenkreis angehören, sind herzlich willkommen!

Hier der Flyer des Seniorenkreises

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