Monthly Archives: April 2026

Ein Beitrag zum Thema „Gerechtigkeit“

Gestern wurde von der ARD eine Umfrage veröffentlicht , die Infratest dimap zum Thema „Gerechtigkeit“ erstellt hat. Aus all den Zahlen und Aspekten möchte ich ein Schaubild herausgreifen:

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Quelle: Infratest dimap im Auftrag der ARD

So sehr ich die Leistungsgerechtigkeit auch verstehe, sehe ich doch unsere Gesellschaft in der Verantwortung für die Schwachen. Die haben nämlich auf Grund ihrer Bildung, der finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern, der eingeschränkten Förderung (etwa durch Nachhilfe) von Anfang an schlechtere Karten. Sie können niemals zu gut oder besser Verdienenden werden. Ein früherer Nachbar, der sich mit Armut beschäftigt hat, hat mal gesagt: „Armut vererbt sich.“

Als Theologe sehe ich den Begriff der „Gerechtigkeit“ auch auf dem Hintergrund des Ersten Testaments. Da meint der Begriff zweierlei: erstens die gute Beziehung Gottes zu den Menschen und umgekehrt. Zweitens (und das ist mir in unserem Zusammenhang wichtig) bedeutet „Gerechtigkeit“, dass jeder Mensch so viel zum Leben hat, wie er zu einem Leben in Würde braucht.

Dieser biblische Ansatz liegt für mich nahe an der Bedarfsgerechtigkeit der Umfrage. Die Starken und Vermögenden haben eine (ethische) Verpflichtung den Schwachen und Unvermögenden gegenüber. Besonders auch unter dem Aspekt, dass sie (die Vermögenden) das ja auch nicht nur aus eigener Kraft geschafft haben – sondern auf Grund günstigerer Rahmenbedingungen vom Elternhaus und von Kindheit an bis heute.

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Einmal auftanken bitte

Die Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner bietet zusammen mit der Caritas Mühldorf, namentlich Frau Maria Fischer, einen Nachmittag für pflegende Angehörige an. Der Erfahrungsaustausch zeigt den Teilnehmer*innen, dass sie mit ihren Belastungen nicht alleine sind und dass es ungeahnte Lösungsstrategien gibt.

Dieser Nachmittag findet am kommenden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr im Caritaszentrum statt. Eine Anmeldung wird erbeten, die Telefonnummer finden Sie auf dem Flyer unten.

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Österliche Tänze

Die katholische Seniorenseelsorgerin Marianne Kaltner und die evangelische Pfarrerin Anita Leonhardt laden wieder einmal zu einem ökumenischen Tanz ein. Diesmal kommt die Osterfreude tänzerisch zum Ausdruck.

Die Veranstaltung findet am kommenden Dienstag, den 28. April von 18 bis 19:30 Uhr in der Erlöserkirche in Mühldorf statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

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Flyer von Anita Leonhardt und Marianne Kaltner

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Eine Geschichte von Freude und Glück

Menschen erleben in ihrem Leben nicht nur Schönes und Freudevolles. Es gibt – zumal in einem langen Leben – auch manches Schwere und Bedrückende. Etwa eine Krankheit oder eine Enttäuschung oder einen Verlust.

Ich denke an eine Frau, die schon lange verstorben ist und die ich in den letzen Jahren ihres Lebens immer wieder besucht habe. Die Maria war bettlägerig und konnte nicht mehr aufstehen. In den vielen gemeinsamen Stunden hat sie mir aus ihrem Leben erzählt, von harter Arbeit und Not, von der Sorge um ihre Kinder, vom Tod ihres Mannes etc. Sie hat in all dem niemals traurig oder niedergeschlagen gewirkt. Selbst die eigene Erkrankung hat sie klaglos hingenommen. Im Gegenteil – sie konnte dem sogar etwas Positives abgewinnen. Sie sagte: „Jetzt bin ich das große Ohr. Wenn die Kinder von der Schule heimkommen, dann erzählen sie mir von ihren Erlebnissen. Dazu haben die Eltern meistens keine Zeit.“

Viele Senior*innen haben beeindruckende Geschichten zu erzählen. Von Schwierigkeiten und deren Überwindung; von Freuden und von Leistungen; von Enttäuschung und neuen Hoffnungen. Aber es gibt dazu wenige Gelegenheiten.

Ein Seniorenkreis könnte eine solche Gelegenheit bieten, etwa unter dem Titel: „eine Geschichte von Freude und Glück“ Man könnte kleine Zweiergespräche anregen oder auch (je nach Größe) auch in der ganzen Gruppe. Wenn eine*r das erzählen beginnt, erzählen andere sicher auch aus ihren Erinnerungen. Und wenn es Freudegeschichten gibt, erfährt man sicher auch von Herausforderungen, die bestanden sind.

Das ist dann nicht nur beeindruckend, sondern löst wiederum Freude aus und macht anderen Mut.

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Bücherflohmarkt der Caritas Mühldorf

Am Freitag, den 24. April 2026 veranstaltet die Caritas Mühldorf einen Bücherflohmarkt. Von 14 bis 17 Uhr kann man in aller Ruhe im Café Ratatouille nach Krimis, Romanen u.ä. stöbern. Gleichzeitig bieten die Praktikantinnen eine Bastelaktion für Kinder an. Ab 17 Uhr besteht die Möglichkeit, an einer Führung durch die Tagespflege teilzunehmen. Außerdem werden Kaffee und Kuchen angeboten sowie Handwerkliches und Künstlerisches.

Der Erlös dieses Nachmittags geht an die Aktion Not.Groschen.

Hier das Plakat der Caritas Mühldorf:

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Impuls zur Osterwoche

Die Fastenzeit, die sich dem Ende neigt, war eine Zeit, in der wir uns der göttlichen Gegenwart in unserem Leben mehr bewusst werden wollten.
Ist Ihnen das gelungen? Wenn auch vielleicht „nur“ in der Form einer Sehnsucht, einer Ahnung? (Ich setze das „nur“ in Anführungszeichen, weil es wenig scheint – und doch so viel ist.) Was haben Sie entdeckt?

Ostern ist meistens ein Fest, das wir mit Licht, mit Freude, mit Herrlichkeit verbinden.
Aber auch an Ostern begegnet uns das Leben in einer größeren Bandbreite. Wir erfahren in den Evangelien von Schuld, von Trauer, von Verzweiflung, von Sinnlosigkeit. Wir lesen von Jüngern, die sich eingesperrt haben vor lauter Angst. Die Emmausjünger laufen weg von Jerusalem, laufen weg von dem Gekreuzigten, der ihre Hoffnung so sehr enttäuscht hatte. Alles Männer!
Und dann gibt es da die Frauen. Sie sind es, die das Leiden des Freundes bis zum Tod begleiten, die unter dem Kreuz stehen und jetzt das Grab besuchen, weil sie sich Jesus verbunden fühlen über den Tod hinaus. Sie sind auch diejenigen, die eine Ahnung haben davon, wo Jesus zu finden ist: an dem Ort, wo das Leben sein Ende findet. Vielleicht (aber das ist jetzt Spekulation meinerseits) sind sie auch angetrieben von einer Ahnung, dass auch dort, wo das Leben am Ende ist, Gott zu finden sein müsste. Alle vier Evangelien verbinden den Besuch der Frauen am Grab mit dem Wort „suchen“. Für mich am sichtbarsten, am spürbarsten in Maria von Magdala, die vom Engel gefragt wird: „Wen suchst du?“ (Joh 20, 15).
Und die Frauen werden nicht enttäuscht. Sie sind auch die ersten, die den Auferstandenen sehen – in allen Evangelien außer bei Lukas (da sind es die Emausjünger). Erst später kommen die Männer dazu, am prominentesten ist Thomas, der sogar seine Finger in die Wunden Jesu legen darf.
Manchmal geschieht es auch heute: dass wir die Wunden eines Menschen anschauen dürfen – seien es körperliche oder auch seelische oder soziale Wunden. Jede/r von uns spürt es selber, dass das nichts Gewöhnliches ist. Wunden zeigt man/ frau nur Menschen, denen man/ frau viel Vertrauen entgegenbringt. Oder die schon lange sehr vertraut sind.
Wenn so etwas geschieht, dass Wunden gezeigt werden, zeigt sich Göttliches. Das ist dann eine sehr spezielle, sehr besondere Atmosphäre. Es wird ganz ruhig und still – im Innen wie im Außen. Ergriffenheit macht sich breit. Innigkeit.
Bei Menschen, die in ihrem Leben Schlimmes erlebt hatten und dennoch zu einer inneren Lebenszufriedenheit finden, die versöhnt sind mit ihrem Leben: bei diesen Menschen strahlt auch so etwas Göttliches auf. Durch sie bekommen wir eine Ahnung, dass sich „Auferstehung“ auch heute ereignet. Das macht mir Hoffnung für mein eigenes Leben, die eigenen Wunden.
So wünsche ich Ihnen allen an diesem Osterfest, dass Sie ergriffen werden von der Auferstehung Jesu. Ich wünsche Ihnen allen ein Osterfest voller Zuversicht, voller Hoffnung, voll mit göttlichem Segen.

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