Kleine Gottesdienste

Gottesdienst zum 2. Sonntag im Jahreskreis am 18. Januar 2026

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen

Lied: GL 140 Kommt herbei

Einleitende Gedanken:

Die heutigen Lesungen knüpfen an die vom Fest der Taufe des Herrn an. Wir beginnen mit ihnen die Normalität des Kirchenjahres und sind doch gleichzeitig mit hineinverwoben in die Heilsgeschichte Gottes mit uns Menschen.

Bringen wir all unser Bemühen, all unser Misslingen, all unser Gelingen zu unserem Gott.

Kyrie:

Herr Jesus Christus, du kommst von Gott, deinem und unserem Vater, in unsere Welt. Herr, erbarme dich unser!

Du bist das heilige und heilsame Wort für uns, das uns immer wieder aufrichtet. Christus, erbarme dich unser!

Du bist es, der uns ermutigt, uns immer wieder an dir auszurichten. Herr, erbarme dich unser!

Tagesgebet

Gott, dein Wort stellt die Verbindung her zwischen dir und uns. Es bringt eine neue Perspektive in unsere Welt, in unser persönliches Leben. Es richtet uns auf und hilft uns zu einem gelingenden Leben. Öffne unser Herz für deine frohe Botschaft. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren lieben Freund und Bruder. Amen

Einleitung zur 1. Lesung: Jes 49, 3.5–6

Am letzten Sonntag haben wir das erste Gottesknechtslied gelesen. Heute kommt nun ein Ausschnitt (leider nur ein Ausschnitt, den ganzen Text Jes 49, 1-9 zu lesen lohnt sich!) des zweiten Lieds. Schon hier (im ausgelassenen Vers 4) klingt ein vergebliches Bemühen an. Mit dieser Auslassung in der heutigen Lesung wird die Bestärkung durch Gott ein wenig verdunkelt.

Der Herr sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht geformt hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammelt werde. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht der Nationen; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Einleitung zur 2. Lesung: 1 Kor 1, 1–3

Wir haben Hemmungen, uns als „heilig“ zu bezeichnen. Viel zu hohe Anforderungen an unseren Lebenswandel. Diesen Ansprüchen, die das Wort „heilig“ suggerieren, können wir nicht genügen. Paulus aber bezeichnet all die als Heilige, die mit dem einen Heiligen – Gott – in Verbindung sind. Und dazu zählen wir trotz aller Schwächen doch auch.

Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu, und der Bruder Sósthenes an die Kirche Gottes, die in Korínth ist – die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen —, mit allen, die den Namen unseres Herrn Jesus Christus überall anrufen, bei ihnen und bei uns. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!

Einleitung zum Evangelium: Joh 1, 29–34

Beim letzten Gottesdienst zum Fest der Taufe des Herrn haben wir die Fassung des Matthäusevangeliums gehört. Heute nun also Johannes, der ganz anders erzählt, nämlich aus der Perspektive des Johannes.

In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird.

Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes.

Gedanken:

Nach dem Johannesevangelium tauft Johannes der Täufer Jesus nicht. Der Täufer antwortet auf die Frage, ob er selber der Christus ist oder Elija oder „der Prophet“, dass er es nicht ist. Johannes macht nicht mehr aus sich als er ist. Danach (unser heutiges Evangelium) gibt er Zeugnis ab für Jesus. Seine eigene Taufpraxis dient nach diesem Evangelium nur dazu, Jesus bekannt zu machen.

Im Johannesevangelium hat der Täufer immer eine nachrangige Bedeutung. Darin spiegelt sich wohl auch eine Auseinandersetzung zwischen Johannesnachfolgern und Jesusgemeinde wider.

Jesus ist der Bedeutendere. Das zeigt sich auch in den Titeln. Die Verfasser dieses Evangeliums betiteln Jesus als „Messias/ Christus“, als „Sohn Gottes“ als „König“. Am Ende steht auch dieser Königstitel am Kreuz. Die letzte Titulierung in diesem Evangelium kommt von Thomas: „Mein Herr und mein Gott.“

In solchen Hoheitstiteln wird die Größe Jesu betont. Die Verfasser des Evangeliums zeigen Jesus oft in einer lehrenden Position, im Gespräch mit anderen, beim Erzählen von Gleichnissen, in Streitgesprächen.

Gleichzeitig aber rücken sie Jesus weg, ihn von seiner menschlichen Seite zu erfahren. Seine Zugewandtheit zu den Menschen etwa in Heilungen oder in der Sündenvergebung.

In unserem heutigen Evangelium klingt das noch ganz anders. Da heißt es:

Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!

„Lamm“ ist kein Hoheitstitel. Es verweist auf die Opferlämmer, die am Pascha geschlachtet werden. Das Paschafest ist auch der Todestag Jesu nach Johannes.

Jesus räumt die Sünde (Singular!) aus der Welt. Da geht es nicht um die einzelne Sünde einzelner Menschen, sondern um die Sünde als Grundübel.

Wir leben immer noch in dieser fehlerhaften Welt voller Gewalt, voller Ungerechtigkeit, voller Hass, voller Misstrauen, voller …

Die Sünde als Grundbedingung menschlichen Lebens ist immer noch wirksam.

Hat also das Lamm Gottes, Jesus, die Sünde gar nicht hinweggenommen?

In unserem Erleben sicher nicht. Aber Jesus hat mit seinem Wirken auch gezeigt, dass es möglich ist, die Folgen von Sünde – nämlich Vereinzelung, Ausgrenzung, Hass etc. – zu überwinden. Dass es möglich ist, Menschen zu heilen – körperlich und seelisch und geistig. Dass es möglich ist, sich für eine Welt zu engagieren, die allen ein Leben in Würde zuspricht. Dass es möglich ist, Gottes Vorstellung von einem Leben in Fülle schon in dieser Welt umzusetzen.

Bestimmt nur teilweise. Bestimmt nur begrenzt. Bestimmt nur am eigenen Ort. Aber immerhin.

Lied: GL 470 Wenn das Brot, das wir teilen

Fürbitten:

Jesus Christus, Lamm Gottes, das alles beseitigt, was den Menschen das Leben schwer macht. Wir bitten dich:

  • Schenke denen Vergebung und Versöhnung, die an einer Schuld schwer zu tragen haben. Christus, höre uns – Christus, erhöre uns!
  • Lass alle, die unter den Prägungen ihres Lebens leiden, Wege finden, sich mit ihrem Leben auszusöhnen. Christus, höre uns – Christus, erhöre uns!
  • Sei denen, die auf der Suche sind nach einem sinnerfüllten Leben, ein treuer und fürsorglicher Wegbegleiter. Christus, höre uns – Christus, erhöre uns!
  • Lass die Friedlosen und auch die, die unter Gewalt zu leiden haben, einen Ort der Sicherheit und der Geborgenheit finden. Christus, höre uns – Christus, erhöre uns!
  • Heile die Kranken – und wenn eine Gesundung nicht möglich ist, gib ihnen viel Lebenskraft und Lebensmut. Christus, höre uns – Christus, erhöre uns!
  •  Gib denen, die ohne Obdach sind oder auf der Flucht oder die vertrieben wurden, eine Bleibe, die zu ihrem Zuhause und zu ihrer Heimat werden kann. Christus, höre uns – Christus, erhöre uns!
  • Begleite die Sterbenden auf ihrem Weg zu dir mit deiner Herzenswärme und Freundlichkeit. Christus, höre uns – Christus, erhöre uns!

Jesus, du bist der Sohn Gottes. Du bist der Freund der Menschen. Höre auch unsere ganz persönlichen Bitten und achte auch auf das, was wir vor uns selbst verborgen halten. Darum bitten wir dich heute und an jedem Tag unseres Lebens. Amen

Andacht: (Katholisches Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz Nr. 805, gekürzt)

KV: Danket dem Herrn, denn er ist gut. Seine Gnade währt durch alle Zeit.

Er hat die Welt geschaffen – seine Huld währt ewig.

Die Erde und alles Leben – seine Huld währt ewig.

Den Menschen nach seinem Bild und Gleichnis – seine Huld währt ewig.

Er hat den Völkern das Heil bereitet – seine Huld währt ewig.

Er ist Mensch geworden in Jesus – seine Huld währt ewig.

Jesus hat das Reich des Vaters verkündet – seine Huld währt ewig.

Kranke geheilt und Sünder berufen – seine Huld währt ewig.

Er ist am Kreuz gestorben – seine Huld währt ewig.

Er ist auferstanden und wurde verherrlicht – seine Huld währt ewig.

Christus wird wiederkommen in Herrlichkeit – seine Huld währt ewig.

Er wird richten in Gerechtigkeit – seine Huld währt ewig.

Er wird alle Tränen trocknen – seine Huld währt ewig.

Er wird die Schöpfung vollenden – seine Huld währt ewig.

Gott wird alles in allem sein – seine Huld währt ewig.

KV: Danket dem Herrn, denn er ist gut. Seine Gnade währt durch alle Zeit.

Vaterunser

Gebet:

Guter Gott, du kannst alles überwinden, was das Leben der Menschen schwer macht und belastet. Du gibst auch uns Menschen die Fähigkeiten dazu. Hilf uns, dass wir unsere eigenen Kompetenzen nutzen, in unserem Lebensbereich deine Gegenwart sichtbar und spürbar werden zu lassen. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren Bruder und Herrn Amen

Segen:

Der Segen Gottes öffne unser Herz für seine Gegenwart. Der Segen Gottes stärke uns mit seiner Kraft und wirke in uns mit seiner Kreativität. Er begleite uns auf unseren Wegen und bei den Begegnungen der kommenden Woche.

So segne mich und alle Menschen dieser Welt der menschenfreundliche und gütige Gott – der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Quellen:

Gotteslob: Katholisches Gebet- und Gesangbuch; Ausgabe für die Erzdiözese München und Freising; Herausgegeben von den (Erz-)Bischöfen Deutschlands und Österreichs und dem Bischof von Bozen-Brixen.

Katholische Gesangbuch; Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz, herausgegeben im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz, 1998

Biblische Texte zitiert nach: https://schott.erzabtei-beuron.de

Oplus_131072

Gottesdienst zum Fest der Taufe des Herrn am 11. Januar 2026

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen

Lied: GL 148  Komm her, freu dich mit uns

Einleitende Gedanken:

Wir feiern heute das Fest der Taufe des Herrn.

Johannes spendet am Jordan die „Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden“ (Lk 3,3). Schon der Weg hinaus aus der Stadt Jerusalem bedeutet eine Abkehr von bisherigen Lebensgewohnheiten. Die verlangt Johannes nachdrücklich.

Auch Jesus geht hinaus. Obwohl er es doch eigentlich gar nicht nötig hätte. Aber diese Taufe markiert den Beginn seiner öffentlichen Wirksamkeit. So wird er den Menschen damals – und auch uns heute – bekannt.

Kyrie:

Herr Jesus Christus, Du bist Gottes Sohn und zeigst uns das Wesen des Vaters. Herr, erbarme dich!

Du bist ein Mensch wie wir alle. Christus, erbarme dich!

Du bist die menschgewordene Liebe Gottes. Herr, erbarme dich!

Tagesgebet

Gott, bei der Taufe im Jordan hast du Jesus als deinen geliebten Sohn geoffenbart. Lass auch uns, die wir Jesus nachfolgen wollen, aus der Fülle dieses Geistes leben und stärke uns durch dein wegweisendes Wort. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.

Einleitung zur 1. Lesung: Jes 42, 5a.1–4.6–7

Wir lesen heute das erste von vier Liedern vom Gottesknecht (Jes 42, 1-9). In ihm wird seine göttliche Bestimmung erkennbar. In den drei weiteren Liedern (49, 1-9c; 50, 4-9; 52, 13-53,12) erfahren wir, wie dieser Knecht Gottes immer mehr in die Krise gerät und scheitert. Aber noch in diesem Scheitern zeigt sich Gott als sein treuer Begleiter.

So spricht Gott, der Herr: Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht. Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen. Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht. Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf seine Weisung warten die Inseln. Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich schaffe und mache dich zum Bund mit dem Volk, zum Licht der Nationen, um blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.

Einleitung zur 2. Lesung: Apg 10, 34–38

Die zweite Lesung ist die Rede des Petrus an Kornelius. Er war römischer Hauptmann in der sog. „Italischen Kohorte“, die damals in Syrien stationiert war. Durch eine Vision wurde er auf Petrus aufmerksam und ließ ihn zu sich holen. Kornelius wurde der erste Heide, der auf Jesus Christus getauft wurde – und das bedeutete eine globale Öffnung des Christentums.

In jenen Tagen begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist. Er hat das Wort den Israeliten gesandt, indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus: Dieser ist der Herr aller. Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat: wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.

Einleitung zum Evangelium: Mt 3, 13–17

Das heutige Evangelium von der Taufe Jesu haben wir schon sehr oft gehört. Wir kennen es im Schlaf. Umso wichtiger erscheint es, es mal mit allen Sinnen zu lesen. Stellen Sie sich die Szene genau vor. Vielleicht ist dabei gut, die Augen zu schließen und die Bilder hochkommen zu lassen, bevor Sie dann den Text lesen.

In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.

Gedanken:

  • Was hatten Sie vorhin vor Ihrem inneren Auge? Haben Sie die Landschaft gesehen? Waren dort viele Menschen? Oder nur ein paar?
  • Johannes steht am/ im Jordan.
  • Jesus kommt langsam auf Johannes zu. Wie reagiert Johannes, als er Jesus sieht und erkennt? Welche Gefühle erkennen Sie bei Johannes – und welche bei Jesus?
  • Die beiden sind im Gespräch. Wie reagieren die umstehenden Menschen?
  • Dann tauft Johannes Jesus.
  • Was geschieht dann? Der Himmel öffnet sich. Wie stellen Sie sich das vor?
  • Jesus (und bei Matthäus nur er!) sieht den Geist Gottes als Taube.
  • „Er kommt auf ihn herab.“ Das ist eine theologische Aussage, die an Gen 1, 1-2, die Schöpfungsgeschichte, erinnert (Gottes Geist schwebte über dem Wasser).
  • Jesus wird mit dem Heiligen Geist begabt. Erst jetzt! Nicht schon von Geburt an.
  • Dann kommt eine Stimme. In Gen 1, 3 heißt es: „Und Gott sprach.“
  • Wer hört bei der Taufe Jesu diese Stimme?
  • Es sind die Menschen rundherum. Die Stimme sagt: „Dieser ist mein geliebter Sohn…“ und weist damit die Anwesenden auf die Bedeutung Jesu hin.

Heute sind das wir, die wir diese Worte lesen und hören.

In der ersten Lesung haben wir ähnliche Worte gelesen: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt.“ Das Schicksal des Gottesknechtes wird auch Jesus ereilen. Er wird eine gute Nachricht verkünden in Wort und Tat. Aber er wird ein Gezeichneter sein, am Ende ein Gescheiterter. Der aber von Gott niemals verlassen wird bis in die Erhöhung hinein.

Wir sind getauft auf die Nachfolge Jesu.

Wir haben in unserem Leben sicher so manchen Menschen eine gute Nachricht überbracht: in einem stärkenden Wort, in einer helfenden, heilenden Hand, in einem freundlichen Blick, in einem netten Lächeln, in so mancher liebevollen Geste….

Wir haben sicher auch die Erfahrung von Versagen und Scheitern gemacht. Von Ungenügen und von Machtlosigkeit und Hilflosigkeit.

Die Taufe aber sagt: Gott begleitet. Gott ist dabei bis zur Vollendung.

Darin kann eine Ermutigung liegen für das künftige Leben.

Lied: GL 423 Wer unterm Schutz

Fürbitten:

Herr Jesus Christus, der Geist Gottes ist auf dir. Diesen heiligen und heilenden Geist brauchen auch wir für unsere Welt. Wir bitten dich um deine Geisteskraft:

  • Gib denen, die nach Orientierung suchen für ihr Leben, immer eine neue Idee für eine lebenswerte Perspektive.
  • Gib denen, die ihr Zuhause verlassen, einen Ort, an dem sie sich neu beheimatet fühlen können: den jungen Erwachsenen, die von daheim ausziehen; den Obdachlosen, die ihre Wohnung verloren haben; den Heimatlosen auf der Flucht.
  • Lass die, die selten eine menschliche Stimme voller Freundlichkeit hören, Menschen finden, die ihre Sehnsucht stillen.
  •  Gib allen, deren Leben von der Erfahrung des Ungenügens und des Scheiterns durchzogen ist, immer wieder das Erleben von Erbarmen und Angenommensein.
  • Stärke die Suchtkranken und auch ihre Angehörigen und gib ihnen den Mut zur Wahrheit und darin den ersten Schritt zur Heilung.
  • Sei bei den Kranken und denen, deren Leben von Einschränkungen geprägt ist, und gib ihnen geduldige und fürsorgliche Menschen zur Seite.
  • Begleite die Sterbenden, lass sie ihr Leben versöhnt mit allem Schweren beenden und den Weg in deine bergenden Hände finden.

Jesus Christus, Du bist unsere Stütze und Hilfe in unserem Alltag. Du zeigst uns immer wieder, dass es sich lohnt, in deiner Nachfolge zu leben – allen Schwierigkeiten zum Trotz. Stärke uns mit deinem Heiligen Geist, darum bitten wir dich heute und an jedem Tag unseres Lebens. Amen

Andacht: (Katholisches Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz Nr. 35)

Du hast mich, Herr, zu dir gerufen und in der Taufe bekenn ich dich.

            Ich will dir folgen, will bei dir bleiben und will dir treu sein; gib du mir Kraft.

Wie du gestorben und erstanden, sterb und erstehe ich, Herr, mit dir.

            Ich will dir folgen, will bei dir bleiben und will dir treu sein; gib du mir Kraft.

Gib meinem Leben große Freude und Kraft, für andere da zu sein.

            Ich will dir folgen, will bei dir bleiben und will dir treu sein; gib du mir Kraft.

Wenn Angst und Zweifel in mir wachsen, dann schenke du mir neuen Mut.

            Ich will dir folgen, will bei dir bleiben und will dir treu sein; gib du mir Kraft.

Herr, sende mich wie deine Jünger und gehe du mir selbst voran.

            Ich will dir folgen, will bei dir bleiben und will dir treu sein; gib du mir Kraft.

Vaterunser

Lied: GL 424 Wer nur den lieben Gott lässt walten

Gebet:

Gott, wir sind auf deinen Namen getauft. Darin hast du uns zugesagt, immer bei uns zu sein. Deine Nähe brauchen wir auch, wenn wir unser Leben mit allen Höhen und Tiefen bestehen wollen. Begleite uns mit deinem Segen, der uns immer wieder ermutigt, der uns tröstet, der uns einen neuen Weg weist. Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren lieben Freund und Bruder. Amen.

Segen:

Der Segen Gottes möge auf dir ruhen und dich niemals verlassen.

Der Segen Gottes möge dir Licht sein in aller Dunkelheit des Lebens.

Der Segen Gottes möge dir Kraftquelle sein in aller Schwachheit.

So segne dich der gute Gott und schenke dir und allen Menschen sein Heil, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

___________________________________________________________________________

Gotteslob: Katholisches Gebet- und Gesangbuch; Ausgabe für die Erzdiözese München und Freising; Herausgegeben von den (Erz-)Bischöfen Deutschlands und Österreichs und dem Bischof von Bozen-Brixen.

Biblische Texte zitiert nach: https://schott.erzabtei-beuron.de

Katholisches Gesangbuch; Gesang- und Gebetbuch der deutschsprachigen Schweiz, herausgegeben im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz, Zug 1998

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert