Gedanken über das Lachen

Gestern war ich wieder wie jeden Donnerstag von 10 bis 11 im Globus zu meiner offenen Sprechstunde. Plötzlich kam eine Frau zu mir, die ich immer nur mit grimmigem Blick gesehen habe. Sie meinte: „Da müssen Sie sich sicher viel Schmarrn anhören.“ – „Nein, einen Schmarrn haben mir die Menschen noch nie erzählt. Aber viel von ihrem Leben.“

Es gab ein kurzes Gespräch mit dieser Frau und am Ende hat sie – gelacht! Ihr Gesicht hat jede Härte verloren und ist ganz weich geworden. Das hat mich sehr gefreut, zumal am „unsinnigen Donnerstag“.

Im Nachgang hat mich das noch beschäftigt, wie sehr ein Lachen einen Menschen verändern kann – und sei es auch nur für einen kurzen Augenblick. Viele Menschen lachen wenig, sie haben wohl auch wenig Anlass dazu. Zu sehr verschließen die Sorgen und Nöte des Alltags den Blick und das Herz.

Dabei gäbe es so viel: ein kleines Gespräch eben, ein Lächeln im Vorübergehen, die Freude eines Kindes, ein Blumenstrauß (nicht nur am Valentinstag), eine sanfte Berührung, ein Flachwitz, ….

Lachen und Humor sind wichtig für eine gute Gesundheit. Ein Lächeln schafft Begegnung, gemeinsames Lachen erzeugt ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Manches Gesicht zeugt mit den Lachfalten von einer optimistischen Lebenseinstellung – trotz aller schweren Erfahrungen. Diese Lebensfreude kann sich übertragen auf andere. Selbst eine Demenz bietet Anlass zu Freude und Heiterkeit.

Wir haben noch ein paar Tage Fasching. Eine Zeit, das Lachen, die Lebensfreude bewusst zu entdecken und auszuprobieren. Und wenn’s bloß alleine vor dem Spiegel ist beim Grimassen schneiden.

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