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Die Ausbildung der Pflegeberufe

In der vergangenen Woche hat der Gesetzgeber die Ausbildung der Pflegeberufe verändert und die „generalistische Ausbildung“ eingeführt. Dies bedeutet, dass künftig alle Pflegeberufe vom Kindergarten bis zu den Senioren zwei Jahre gemeinsam geschult werde. Erst im dritten Jahr gibt es dann die Möglichkeit der Spezialisierung. Dazu Lutz Stroppe, Staatssekretär im Gesundheitsministerium:

Alle Auszubildenden erhalten zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung. Wer die generalistische Ausbildung fortsetzt, kann in allen Bereichen der Pflege eingesetzt werden und erhält den Berufsabschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“. Der Berufsanschluss wird europaweit anerkannt. Für das dritte Ausbildungsjahr ist für Auszubildende mit Vertiefungsbereich in der Pflege alter Menschen oder von Kindern und Jugendlichen ein Wahlrecht vorgesehen. Sie können für das letzte Ausbildungsdrittel eine Spezialisierung in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege mit gesondertem Berufsabschluss wählen. Niemand geht so für die Ausbildung im Pflegebereich verloren.

Durch zahlreiche Verbesserungen sollen gerade junge Menschen für die Ausbildung im Pflegeberuf begeistert werden: es muss kein Schulgeld mehr bezahlt werden und eine angemessene Ausbildungsvergütung wird im Gesetz festgeschrieben. Durch Modernisierung der Ausbildungsinhalte, eine bessere Ausstattung der Pflegeschulen und mehr Praxisanleitung im Betrieb gewinnt die Ausbildung an Attraktivität.

Ich hoffe sehr, dass nicht nur die Ausbildungsvergütung verbessert wird, sondern auch der Verdienst danach. Dann würden nämlich vielleicht auch mehr Männer in der Pflege tätig werden und nicht nur Frauen (wie es in einer anderen Pressemitteilung des Ministeriums heißt) – und der Beruf würde die Wertschätzung erfahren, die er auch verdient.

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„Zusammen ist man weniger allein“

„Zusammen ist man weniger allein“ – das haben 18 Frauen und Männer am vergangenen Montag deutlich erfahren. Sie waren auf Einladung von Dekanatsaltenseelsorger Michael Tress in das Stift Neumarkt-St. Veit gekommen, weil sie dem Alleinsein nach dem Tod des Ehepartners entgehen wollten.

Schon gleich zu Beginn kamen lebhafte Gespräche auf, die bei Kaffee und Kuchen noch vertieft wurden. Immer wieder erzählte man vom Tod der Partnerin oder des Partners und der bedrückenden Zeit danach, als Bekannte und Nachbarn den Kontakt scheuten,  der doch so hilfreich gewesen wäre. Tatsächlich geholfen haben die Familie und enge Freunde sowohl im Reden wie auch mit ganz praktischen Hilfen im Handwerklichen wie im Haushaltstechnischen. Mancher Teilnehmer entdeckte in dieser Zeit auch neue Fähigkeiten oder lange ungenutzte Talente wieder. Auf die Frage von Michael Tress: „Was möchten Sie mit anderen zusammen tun?“ sagte eine Teilnehmerin: „Für mich ist es am wichtigsten, dass ich mal mit jemandem reden kann. Ich bin daheim immer so allein.“

Dieser Wunsch wurde von vielen als dringlichstes Anliegen unterstützt. Aber auch ein gemeinsamer Spaziergang oder miteinander mal zum Essen zu gehen oder in einen Biergarten wurden vorgeschlagen. Am Ende sagten die Teilnehmer: „Das war ein schöner Nachmittag, den wollen wir im Herbst wiederholen!“

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Veranstaltung „Langlebige – Gesundheit und Teilhabe einer Bevölkerungsgruppe mit Zukunft“

Bei der Präsentation einer Studie der Charité unter dem Titel: „Langlebige – Gesundheit und Teilhabe einer Bevölkerungsgruppe mit Zukunft“ betonte Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium in ihrem Grußwort:

„Hochaltrige sind eine in Forschung und Öffentlichkeit bislang nicht ausreichend beachtete Bevölkerungsgruppe. Dabei ist die Gruppe der über Hundertjährigen die am schnellsten wachsende Altersgruppe in Deutschland.

Der Trend zum immer längeren Leben ist ungebrochen, ein Ende gegenwärtig nicht absehbar. Der 100. Geburtstag kommt immer häufiger vor und ist ein viel bewundertes Jubiläum. Die steigende Zahl Hundertjähriger macht auf beeindruckende Weise sichtbar, dass die Lebenserwartung weiter steigt. Erfreulich dabei ist, dass die meisten Menschen aufgrund der immer besseren Lebensbedingungen relativ gesund älter werden und der Pflegebedarf erst im hohen Alter deutlich ansteigt.

Die entscheidende Frage aus Sicht der Politik ist: „Wie gelingt es, älteren Menschen – auch bei Unterstützungsbedarf – ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben bis ins höchste Alter zu ermöglichen?“

Vor Ort muss Politik für ältere Menschen greifen; dort muss unsere Gesellschaft altersgerecht werden. Denn auch hochaltrige Menschen wollen so lange wie möglich selbstbestimmt leben. Sie wollen mitbestimmen und mitgestalten. Teilhabe und Zugehörigkeit sind unverzichtbar für ein menschen-würdiges Leben. Deshalb ist es unser Ziel, die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass ältere Menschen in der Mitte der Gesellschaft bleiben können.“

(zitiert nach der Pressemitteilung des bmfsfj)

Leider habe ich die Studie selber nicht gefunden. Aber nachdem es auch noch bei Hochbetagten das Bedürfnis nach Teilhabe und Zugehörigkeit gibt, müssen wir Formen entwickeln, die das ermöglichen. Es wird wohl mehr darauf ankommen, das im häuslichen Rahmen geschehen zu lassen (etwa weil die Mobilität eingeschränkt ist oder Abendtermine zu spät sind.) Vielleicht braucht es da Vermittler, die beim Besuch daheim die Erfahrungen, Vorstellungen und Wünsche der Hochaltrigen mitgeteilt bekommen und dann in Gremien, Vereine, Kirchen transportieren. Oder die über eine Telefon- bzw. Internetschaltung von zu Hause aus an den Sitzungen teilnehmen können. Oder, oder, oder …  Der Kreativität steht da ein breites Feld offen.

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Wahlprüfsteine der bagso

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen bagso e.V. hat zur Bundestagswahl 2017 sog. „Wahlprüfsteine“ veröffentlicht. Darin werden verschiedene Themenbereiche und Fragen aufgeworfen, die für eine zukunftsgerichtete Seniorenarbeit wichtig sind. Aufgegliedert sind die Wahlprüfsteine in folgende Fragenkomplexe:

  1. Stellenwert und Struktur der Seniorenpolitik
  2. Alterssicherung
  3. Freiwilliges Engagement und Partizipation
  4. Gesundheit und Pflege
  5. Wohnen, Wohnumfeld und Mobilität
  6. Verbraucherschutz und -information in einer immer stärker digitalisierten Welt

Mit den darin angesprochenen Fragen sollen die sich zur Wahl  bewerbenden Kandidaten konfrontiert werden. So könnten die für Senioren wichtigen Themen eine größere Verbreitung und Aufmerksamkeit bekommen.

Wer die Wahlprüfsteine lesen will, findet sie auf der Seite der bagso (www.bagso.de) unter http://www.bagso.de/fileadmin/Aktuell/Publikationen/2017/BAGSO_Wahlpruefsteine_2017.pdf

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Zusammen ist man weniger allein

Immer wieder sagen Menschen, die verwitwet sind, wie sehr sie ihren Partner oder ihre Partnerin vermissen. Man spürt es, wenn es vielleicht „nur“ darum geht. einen Nagel in die Wand zu schlagen. Manchmal wünscht man sich jemanden zu einem kleinen Ratsch, mal geht es darum , den Sonntagnachmittag nicht allein verbringen zu müssen.

Allerdings fällt es schwer, die geeigneten Menschen dafür zu finden – auch wenn es mehrere gibt mit dem gleichen Wunsch. So habe ich ein neues Projekt entwickelt:

Zusammen ist man weniger allein.

 

Ich lade alle Verwitweten, die im Jahr 2015 oder 2016 im Pfarrverband Neumarkt-St.Veit ihre Partnerin oder ihren Partner verloren haben, zu Kaffee und Kuchen ein (natürlich für die Teilnehmer kostenlos). In diesem gemütlichen Rahmen wollen wir erkunden, was es an Wünschen gibt und auch, ob sich nicht zwei oder mehr Menschen den gleichen Wunsch miteinander erfüllen können.

Dieser Nachmittag findet statt am Montag, den 3. Juli 2017 um 14.30 Uhr im Erkerzimmer des Stifts Neumarkt-St. Veit.

Damit ich beser planen kann, bitte ich um eine Anmeldung bis zum 26. Juni 2017.

Unterstützt wird dieses Projekt übrigens vom Pfarrverband Neumarkt-St. Veit, dem Seniorenheim Stift Neumarkt-St. Veit und der Seniorenseelsorge im Erzbischöflichen Ordinariat München.

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Informationsabend für Seniorenbeauftragte im Landkreis und Dekanat Mühldorf

Alfons Wastlhuber von der „Freiwilligenagentur Ehrensache e.V.“ und ich laden die Seniorenbeauftragten der Pfarreien des Dekanates und der Kommunen im Landkreis Mühldorf zum nächsten InformatiEonsabend ein. Er findet statt am Donnerstag, den 6. Juli von 19.30 bis 21.30 Uhr im Pfarrheim in Ampfing.

Wir stellen die neue Wohnraumberatung des Landratsamtes vor und beschäftigen uns mit dem Sozialraum für Senioren. Hier wird es eine sicher lebhafte Diskussion und verschiedene Anregungen geben.

Die Seniorenbeuaftragten werden um ihre Anmeldung gebeten.

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„Entängstigt Euch!“ Ein Vortrag von Paul Zulehner

Am kommenden Wochenende ist Prof. em. Dr. Dr. Paul Zulehner zu Gast im Landkreis Mühldorf. Der  Pastoraltheologe hält einen Vortrag zum Thema „Entängstigt Euch! – Die Flüchtlinge und das christliche Abendland“.

Das Katholische Kreisbildungswerk als Veranstalter schreibt dazu in der Einladung: „Angst haben wir alle. Diese Angst wird zudem kulturell und politisch verstärkt. Das behindert uns bei der Reifung zu liebenden Menschen und bei der Verwirklichung einer solidarischen und daher friedensbringenden Politik. Daher ist heute eine Kernfrage: Gibt es Wege aus der Angst in Richtung Vertrauen? Und was können wir Christen dazu beitragen?“

Der Vortrag findet am kommenden Freitag, den 16. Juni 2017 um 20.00 Uhr im Pfarrheim in Ampfing statt, der Eintritt kostet 9,00 €, Karten gibt es beim KBW.

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ARD-Themenwoche 2017: Woran glaubst Du?

In der Woche vom 11. bis zum 17. Juni 2017 findet die diesjährige ARD-Themenwoche statt. Sie steht unter dem Motto: Woran glaubst Du? Es gibt eine ganze Woche lang sehr unterschiedliche Formate, die sich mit den verschiedensten Erscheinungsformen von Glaube und Religion beschäftigen. Einen Überblick über das gesamte Programm finden Sie unter: http://programm.ard.de/TV/Themenwoche-2017/Programmkalender

Ich möchte jedoch speziell auf folgende Sendungen hinweisen (das ist natürlich eine ganz persönliche Auswahl):

Mittwoch, 14. 6. um 20:15 Uhr auf „Das Erste“ der Film: „Atempause“. Er zeigt an Hand einer christlichen und einer muslimischen Familie die Fragen nach Leben, Sterben und dem Gott im Leiden.

Donnerstag, 15. 6. um 20:15 Uhr auf „tagesschau 24“. In der Sendung „Land ohne Glauben?“ wird der Frage nachgegangen, was passiert, wenn die Kirchen als Vermittler von Werten ausfallen.

Freitag, 16. 6. um 21:15 Uhr ebenfalls auf „tagesschau 24“: In der Reihe „Was glaubt Deutschland“ geht es heute um den Themenkreis: Gewalt, Frieden und die Rolle der Religionen dabei.

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Pflegebegleitung: Stellungnahme der bagso

Die bagso (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisatoren) hat folgende Stellungnahme zur Pflegebegleitung veröffentlicht:

Patientenbegleitung fördert Zufriedenheit und senkt Kosten
Bei der Fachtagung „Patienten stärken und begleiten“ fordern Expertinnen und Experten den Ausbau der Patientenbegleitung und ihre Anerkennung als Regelleistungen der Krankenkassen und Krankenhäuser.
Ältere alleinstehende Patienten, chronisch Kranke oder Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen, die eine langfristige Behandlung benötigen, sind oft überfordert. Sie scheitern an den Barrieren des Gesundheitssystems und benötigen dringend Beratung und Begleitung. „Was diesen Menschen fehlt, ist ein fester Ansprechpartner, der ihre Behandlung federführend organisiert. Hier setzt unser Lotsenmodell an.“ sagte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.
Vertreter von Krankenkassen, Unternehmen, Patientenorganisationen, Krankenhäusern und Verbänden kamen zusammen, um über die Patientenbegleitung im deutschen Gesundheitssystem zu sprechen, eine Betreuungsform, die einen immer höheren Stellenwert in der Versorgung von Patientinnen und Patienten einnimmt – gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel. Einige Ansätze setzen vornehmlich auf das ehrenamtliche Engagement, andere fordern eine bessere Verankerung der Patientenbegleitung als Angebot der Krankenkassen. Eine hohe Patientenzufriedenheit durch eine gute Versorgung in der Region und – langfristig betrachtet – Kostensenkungen bestärken die Bosch BKK, ihre Patienten vor Ort zu begleiten – auch wenn anfängliche Investitionen erforderlich sind.
Die Experten sind sich einig: “In vielen Regionen Deutschlands gibt es bereits gute Ansätze. Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen. Neue bundes- und landesweite Strukturen müssen geschaffen werden, um diese weiterzuentwickeln und zu etablieren“ fordert Prof. Dr. Elisabeth Bubolz-Lutz, Mitinitiatorin des Netzwerkes Patientenbegleitung NRW und Autorin eines Handbuches zum Aufbau von Initiativen zur Begleitung alleinstehender Älterer in Übergangssituationen.
Die 90 Teilnehmenden der BAGSO-Fachtagung diskutierten zudem über “Niedrigschwellige Gesundheitsinformationen“, „Kommunikation zwischen Arzt und Patient“ sowie „Patienten in stationären Einrichtungen“.

 

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Gedanken zum Pfingstfest 2017

In der Lesung am Vorabend des Pfingstfestes hören wir den Propheten Joel. Er lebt wohl im 4. Jahrhundert vor Christus zu einer Zeit, die von Heuschreckenplage und Dürre sowie kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt ist.

In der Lesung spricht Gott den Menschen den Heiligen Geist zu:

„Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen.“

Im Angesicht der von Joel beschriebenen Lebensverhältnisse frage ich mich, wovon „die Alten“ wohl träumen.

Sind diese Träume zukunftsgerichtet oder mehr vom Erlebten und Erlittenen geprägt. Sind es Albträume, in denen das Leid immer wiederkehrt oder sind es Träume von einer besseren Welt ohne Hunger, Angst und Krieg, sondern mit Sicherheit, Frieden, Vertrauen?

Sind die Träume der Senioren vielleicht sogar schon ein Vorgriff auf eine Wirklichkeit, die sich erst noch allmählich abzeichnet? Träume von einer gerechteren, solidarischen und auf Umweltbewahrung angelegten Welt haben mehr Gewicht auf dem Hintergrund einer Erfahrung von der Gewalt des Stärkeren, von Zerstörung, Übervorteilung und Ungerechtigkeit. Haben die Senioren vielleicht sogar auf Grund ihrer Lebenserfahrung ein feineres Gespür für das Aufleuchten von Göttlichem?

Das wäre dann ein Einwirken des Heiligen Geistes, wie er uns in Taufe und Firmung zugesagt ist. Das Pfingstfest ruft uns diese göttliche Gabe, die wir schon erhalten haben, in Erinnerung.

 

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