Religiöse Sprache trifft auf Lebenswelt (oder auch nicht)

Ich habe gerade einen Artikel von Patrizia Erben-Grütz gelesen, der bei feinschwarz erschienen ist. Die Autorin beschäftigt sich mit der zunehmenden Diskrepanz zwischen Alltagssprache einerseits und religiöser Sprache andererseits. Sie untersucht das an Hand der Schulsituation im östlichen Deutschland, wo es religiöse Sprache im Alltag kaum mehr gibt.

Ich erlebe diese Diskrepanz auch bei uns in Bayern. Auch bei Erwachsenen und Senioren. Die kirchliche Sprache, zumal in den Gottesdiensten, erscheint mir sehr oft abgehoben von der Lebenswirklichkeit der Menschen. Ich stelle mir da drei Fragen:

  1. Merken die sprechenden Seelsorger das überhaupt?
  2. Haben die Seelsorgenden eine Ahnung vom Leben der Menschen in ihren Gemeinden (und das sind mehr als die Kirchenbesucher)?
  3. Machen sich die Seelsorgenden die Mühe (und das ist es auch), theologische Sprache zu übersetzen?

Gerade bei den Gottesdiensten in der Weihnachtszeit haben viele von „Gnade“, von „Heil“, von „Erlösung“ etc. geredet. Was bedeutet das für Menschen im 21. Jahrhundert? Etwa für Sozialhilfeempfänger, für Suchtkranke, für Rentnerinnen in der Altersarmut, für Vereinsamte und Verlassene etc. ?

Ich fürchte eine zunehmende Entfremdung von Lebenswelt und Kirchenwelt. Ich fürchte, dass die Rede von Gott nicht mehr verstanden wird. Dass sie damit ihre lebensförderliche Dynamik einbüßt.

In meinen „kleinen Gottesdiensten“ auf dieser Homepage versuche ich eine Alternative. Ich versuche den Brückenschlag zwischen Leben und Glauben. Ob der gelingt? Ich bin für Rückmeldungen (auch und gerade kritische) dankbar.

Wer den Beitrag von Patrizia Erben-Grütz lesen will, findet ihn unter folgendem Link:

https://www.feinschwarz.net/koennen-sie-das-auch-fuer-uns-normale-sagen-religioese-sprachlosigkeit-und-schulpastoral/

Leave a Comment

Filed under Allgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert