Mir ist heute eine Broschüre über den Schreibtisch geflattert mit verschiedenen Angeboten für Seniorenfreizeit oder auch Besinnungstage im Kloster. Das bieten etwa das Kloster Zangberg oder auch das Franziskushaus in Altötting an. Vielleicht ist das ja eine Anregung, wenn Sie einem etwas schenken wollen, der eh schon alles hat. Hier könnte sie/ er etwas für sich und seine Seele tun. Manches ist auch für Gehbehinderte geeignet, weil es eine entsprechende Begleitung gibt. Über das Internet finden Sie sicher das passende Angebot.
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Kristina Schröder beruft Sachverständigenkommission zum Siebten Altenbericht der Bundesregierung
Das Bundesfamilienministerium gibt auf seiner home-page bekannt:
Am 26. November hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zehn Expertinnen und Experten zum Mitglied der Siebten Altenberichtskommission der Bundesregierung berufen. Der Auftrag an die Sachverständigenkommission steht unter der Überschrift: „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune – Aufbau und Sicherung zukunftsfähiger Gemeinschaften“.
Ich sehe, dass sich unser letztes Treffen der Seniorenbeauftragten wohl schon mit denselben Fragen beschäftigt hat. Der 7. Altenbericht soll erst 2015 erscheinen – bis dahin könnten wir schon einges auf den Weg gebracht haben. Jedenfalls sind wir dicht dran an den Fragen und Perspektiven unserer älter werdenden Bevölkerung. Das empfinde ich so auch als Ansporn und Auftrag, hier beim nächsten Treffen im Frühjahr 2013 weiter zu überlegen.
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Bekanntes und Unbekanntes vom Hl. Nikolaus (Bericht vom Dekanatseinkehrvormittag)
Heute morgen haben wir uns Gedanken zum Hl. Nikolaus gemacht.
Einige Geschichten hat jeder gekannt: etwa die von den Jungfrauen mit den drei Goldkugeln oder die Geschichte vom Kornwunder. Andere waren unbekannt: Dass Nikolaus einen Seesturm zum Stillstand bringt, dass Nikolaus Menschen vor der Hinrichtung bewahrt oder auch dass er einen toten Jungen auferweckt. Auch wie er den Kirchenschatz einsetzt, um eine Getreidelieferung bei den Piraten auszulösen.
Wir haben die Charaktereigenschaften des Nikolaus ergründet: seinen Mut und seine Konfliktbereitschaft, sein Verhandlungsgeschick und seine Diplomatie, seinen guten Blick für die Not der Menschen und seine Engagement, seine Verantwortungsbereitschaft und seine Liebe zu den Menschen. In allem haben wir die fürsorglichen Seiten Gottes erkannt – und wir haben gemerkt, dass auch wir über diese oder ähnliche Eigenschaften verfügen, die wir zum Wohl anderer einsetzen. Schließlich haben wir auch Parallelen zu Geschichten des Neuen Testaments entdeckt: die Stillung des Seesturms durch Jesus, die Brotvermehrung, die Hochzeit zu Kanaa.
Natürlich haben wir auch über den Krampus gesprochen, diese mythische Gestalt, die das Böse, Rächende, Gewalttätige, Aggressive verkörpert. Er darf sichtbar sein und wird nicht verdrängt, er ist aber dem Nikolaus untergeordnet als Knecht (damit „gezähmt“), er wird vom Nikolaus in die Schranken verwiesen (so schützt Nikolaus die Kinder). Auch darin spürten wir die Güte und die Liebe Gottes zu den Menschen. So wird uns der Hl. Nikolaus zum Vorbild, unsere eigene Welt aus dem Vertrauen auf Gott heraus zu gestalten und unsere Talente für andere einzusetzen.
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Die Entwicklung der Pflege im Landkreis Mühldorf (nach dem Bericht der Bertelsmannstiftung)
Der Bericht der Bertelsmannstiftung untersucht, wie sich die Pflegesituation in der BRD, in den Ländern und in den Landkreisen bis zum Jahr 2030 entwickeln wird. Grundgelegt werden dabei drei Szenarien:
1) Es verändert sich gar nichts außer den demografischen Entwicklungen, d. h. der zunehmend alternden Bevölkerung.
2) Die Bereitschaft und die Möglichkeit der Pflege durch Angehörige sinkt (etwa durch deren Berufstätigkeit oder örtlichen Entfernung). Diese Entwicklung zeichnet sich schon in den letzten Jahren immer mehr ab, sodass dies wohl die realistischste Annahme ist.
3) Die häusliche Pflege wird gestärkt, was aber wohl eher ein Wunschdenken ist.
Daraus ergibt sich eine Erhöhung der Angehörigenpflege von 740 / 490 / 950 Pflegebedürftige, im ambulanten Bereich gibt es 440 / 760 / 970 Pflegebedürftige und im stationären Bereich 820 / 760 / 80 Pflegebedürftige (jeweils nach den drei Szenarien geordnet).
Daraus ergibt sich ein erhöhter Bedarf bzw. eine Versorgungslücke von 10 / 10 / 20 Pflegekräften im ambulanten und 30 / 30 / 10 Pflegekräften im stationären Bereich. Die Zahlen wirken wohl erst einmal gering. Zu beachten ist dabei aber, das es sich um sogenannte „Vollzeitäquivalente“ handelt. Das sind auf volle Stellen hochgerechnete Bedarfe. In Wirklichkeit sind aber viele Pflegekräfte nur ein Teilzeit angestellt, sodass mehr Menschen als Pflegekräfte gewonnen werden müssen, um den Bedarf auszugleichen.
Insgesamt – so meine eigene Einschätzung – wird es wohl in Zukunft verstärkt darauf ankommen, die Fürsorge für die Pflegebedürftigen als eine Aufgabe für die Gemeinde (kommunal und auch kirchlich) zu begreifen. Hier kann uns auf den Dörfern noch das seit Jahrhunderten gewachsene Bewusstsein einer Dorfgemeinschaft helfen, in den Städten wird das sehr viel schwerer sein. Kleinere, überschaubare Strukturen sind sicher hilfreich – etwa in den Seniorenclubs, in der Gottesdienstgemeinde, im Besuchsdienst, bei Vereinen. Hier fällt vielleicht zuerst auf, wenn jemand nicht mehr kommt. Auch die Versorgung im Alltag wird sicher eine eher nachbarschaftliche Aufgabe werden, wo einer den anderen unterstützt und so die Möglichkeit aufrecht erhält, daheim leben zu können. Professionelle Helfer erleichtern die Realisierung dieses Wunsches (die Liste mit dem Hilfenetzwerk kann bei mir angefordert werden), für die Angehörigen bleibt noch genügend selbst zu tun. Allerdings können und müssen wir sofort damit anfangen, solche kleinteiligen Strukturen auch unter dem Aspekt der späteren Hilfe zu betrachten und in dieser ihrer Bedeutung wertzuschätzen. Auch neue Ideen (etwa die Telefonkette, die schon mancherorts praktiziert wird) ist eine solche Hilfe.
Ich möchte gerne mein Augenmerk in Zukunft stark auf diesen Bereich legen, auch das begreife ich als Teil meiner Seelsorge.
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Pflegebericht der Bertelsmannstiftung
Gestern wurde der aktuelle Bericht der Bertelsmannstiftung vorgestellt. Er stellt dar, wie in Zukunft die Versorgung der Pflegebedürftigen in den Heimen mit Pflegepersonal aussehen wird. Schon jetzt ist absehbar, dass es hier eine wachsende Lücke geben wird.
Mein erster Gedanke dazu: Das bedeutet, dass die Pflege zunehmend daheim geleistet werden muss. Weil aber auch daheim die Familienangehörigen aus verschiedensten Gründen nicht mehr so zur Verfügung stehen können, wird dies zunehmend eine Aufgabe für die Gemeinden (die kirchlichen wie auch die politischen) werden. Auf diesem Hintergrund bekommt unser letztes Treffen der Seniorenbeauftragten noch einmal mehr Bedeutung.
Noch habe ich den Bericht nicht selbst gelesen. Er ist auf der Seite der Bertelsmannstiftung unter http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-74F77F40-7D21BCAD/bst/hs.xsl/nachrichten_114244.htm zu finden. Wenn ich ihn gelesen habe, gebe ich hier eine kurze Zusammenfassung.
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4. Besuchsdienstkurs beendet
Bereits zum vierten Mal hat das Katholische Kreisbildungswerk einen Kurs angeboten, bei dem die Teilnehmer für den Besuchsdienst im Krankenhaus bzw. Altenheim geschult wurden. Die Leitung des Kurses lag wieder bei Martin Kuhn, Seelsorger im Kreiskrankenhaus und im Caritas – Hl. Geist-Spital und bei Michael Tress, Seelsorger für die Senioren imDekanat Mühldorf. Zwölf Frauen haben sich an sieben sehr intensiven Nachmittagen mit Themen wie Krankheit, Demenz, Alter, Tod und Spiritualität auseinandergesetzt. Manches sehr Persönliche ist dabei aufgebrochen und konnte im vertrauensvollen Umgang angeschaut werden. Einer der Referenten, Hubert Gallenberger, Klinikseelsorger in Trostberg, hatte gemeint, dass die eigene Persönlichkeit ja das Wesentliche ist, das die Besucher ihren Besuchten mitbringen können – neben der Zeit, dem offenen Ohr, der treuen Beständigkeit, wie Gabi Dorn vom Seniorenzentrum Sonnengarten ausführte. Sabine Brantner vom Anna-Hospiz-Verein machte auf die Wertschätzung aufmerksam, die gerade für an Demenz Erkrankte wichtig ist, vermittelt auch über Blick- und Körperkontakt.
Der Dienst der Besucher ist ein Angebot aus dem christlichen Glauben heraus und hilft gerade den Menschen, die in ihrer schweren Lebenssituation wenig oder gar keinen Besuch erhalten. Sie sind sehr darauf angewiesen, nicht vergessen, sondern begleitet zu werden, sich aussprechen zu können, Nähe und Zuwendung zu erfahren. Der Besuchsdienst ist auch ein Dienst an der Gesellschaft, wie eine Teilnehmerin formulierte, denn die Achtsamkeit für das eingeschränkte Leben macht unsere Welt menschlicher. Und immer wieder berichten Besucher, wie viel Dankbarkeit, Freude und Erwartung ihnen für ihren wertvollen Dienst vom Besuchten zurückkommt.
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Seniorenbeauftragte im Landkreis Mühldorf
Am vergangenen Dienstag haben sich die Seniorenbeauftragten der Pfarreien und der Kommunen – nun schon zum vierten Mal – in Mühldorf getroffen. Thema des Abends war, wie eine Gemeinde mit Menschen umgehen kann, die an Demenz erkrankt sind. Dazu begrüßten wir neben Frau Pfeilstetter vom Landratsamt Mühldorf vor allem auch den Geschäftsführer der Caritas Mühldorf, Herbert Späth und die Einsatzleiterinnen der Demenzbegleiter der Caritas, Frau Hahn und Frau Sieber.
Am Anfang gaben uns die Demenzbegleiterinnen in einem kurzen Überblick grundlegende Informationen über die Demenzerkrankung. Mit dem höheren Alter und mit der wachsenden Bevölkerungsschicht der Senioren wird auch die Anzahl der an Demenz Erkrankten rapide zunehmen. Anfangs können sie freilich noch gut zu Hause leben und dort von den Familienangehörigen versorgt werden, bevor die Belastung dann doch zu groß wird und professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden muss und darf. In zwei kurzen Filmen wurden die Probleme und auch die Auffälligkeiten der betroffenen Personen anschaulich dargestellt: kleinere und größere Schwierigkeiten, sich zeitlich oder räumlich zu orientieren, sich Dinge merken zu können, sich sprachlich verständlich auszudrücken. Dann auch ein sozialer Rückzug, man geht nicht mehr zu Treffen und Veranstaltungen, auch der Kirchenbesuch kann zurückgehen.
Im anschließenden Gespräch haben wir mögliche Hilfestellungen entwickelt. Dabei war die Sachinformation und das Wissen der erste wichtige Schritt, um befremdendes Verhalten einordnen zu können. Dann auch natürlich die Achtsamkeit für die Menschen im Dorf und in der Stadt (wo es naturgemäß schwieriger ist), besonders auch darauf, wenn Menschen nicht mehr auftauchen. Schließlich auch die Kenntnis, wo professionelle Hilfe, etwa bei der Caritas oder im Landratsamt (Frau Pfeilstetter, Herr Burger) möglich ist. (Eine Liste mit dem Hilfenetzwerk gibt es u.a. bei mir). Schließlich schien es uns eine sehr grundlegende Notwendigkeit zu sein, immer wieder über diese Krankheit zu sprechen und dass es sehr verantwortungsvoll ist, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hier wollen und können die Seniorenbeauftragten durch Information etwa in den gemeindlichen Mitteilungsblättern oder in der Sitzung ihrer Gremien viel Wertvolles leisten.
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ARD-Themenwoche: Hinweis für Freitag
Am Freitag zeigt das hr-fernsehen um 9.30 – 10.00 Uhr in der Reihe „Gott und die Welt“ den Film: „Der letzte Akt“. Hier Infos von der ARD:
Ein Koffer und zwei blaue Müllsäcke sind von Ingrid T. geblieben. Matthias Weichold hat sie neben einen kleinen Gartentisch gestellt. Der Berufsbetreuer sortiert jene Dinge, die aus mehr als achtzig Jahren Menschenleben übrig geblieben sind: Noch brauchbare Kleidungsstücke gibt er für bedürftige Bewohner zurück ins Heim, Seifenschale und Kulturbeutel wandern in den Müll. Ingrid T. hatte keine Angehörigen mehr, sie war am Lebensende einsam wie die meisten Menschen, die Weichold betreut.
Die Dokumentation zeigt, wie der Betreuer mit seinen Klienten die letzten Dinge regelt: die eigene Beerdigung, eine Patientenverfügung oder das Erbe, das mal eine Stiftung wird.
Ebenfalls am Freitag zeigt das Bayerische Fernsehen von 17.00 – 17.30 Uhr die Dokumentation: Das letzte Geleit. Die ARD schreibt dazu:
Wie steht es in Bayern um die Zeremonien des „letzten Geleits“? Und wie war es früher? Die Rituale des Todes haben den Hinterbliebenen zu allen Zeiten Trost und Halt gegeben. Doch die Sterbebräuche haben sich verändert, wurden aufgeweicht oder sind heute ganz verschwunden. In alter Zeit war der Tod im Alltagsbild präsent – wenn ein Familienmitglied starb, gehörte das zur Normalität, so wie Geburt oder Hochzeit. Da hat man den Großvater aufgebahrt, später begleitete die Dorfgemeinschaft den Verstorbenen zur letzten Ruhestätte. Heute ist der Gedanke an die eigene Vergänglichkeit das größte Tabuthema unserer Zeit.
So zeigt der Film, wie man früher Abschied genommen hat und wie es sich heute verhält. Lebendiges Sterbebrauchtum finden wir in der Kunstschmiede der Brüder Bergmeister und Larasser, die Grabkreuze herstellen. Rudi Wolfbeisser kleidet Särge aus, zwei Bestattungsmeisterinnen zeigen ihren „Verabschiedungsraum“, der heute die heimische Stube ersetzt, in der man die Toten früher aufbahrte. Deren Vater hat zudem ein Grabkammersystem für „sauberes Verwesen“ erfunden.
Auch das Thema „letzte Ruhestätte“ bietet vom Gestern bis ins Heute eine große Bandbreite: vom schaurigen Gebeinhaus in Greding bis zur Naturbestattungen im „Friedwald“. Eine Skurrilität in Sachen katholische Gedächtniskultur sind bizarre Betrachtungssärglein aus dem 17. Jahrhundert mit verwesenden Skeletten als „Meditationsobjekte“. Musiker Christoph Well (ehemals „Biermösl Blosn“) spielt auf Beerdigungen im heimischen Dorf, wo der Abschied nach einem Jahrhunderte altem Ritual stattfindet. Die Auffassung von Endlichkeit und die Zeremonien des Todes verändern sich. Ein Film über Tradition und Wandel im Umgang mit dem Sterben.
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ARD-Themenwoche: Hinweis für Donnerstag
Am Donnerstag läuft um 10.50 in rbb eine Reportage über Sterbebegleiter. Hier noch Infos von der ARD:
Die 39-jährige Petra Runggaldier und der 57-jährige Rechtsanwalt Günter Hädinger haben sich entschieden, an einem Kurs für ehrenamtliche Mitarbeit im Hospiz Schöneberg-Steglitz teilzunehmen. Die Reportage beobachtet die beiden Sterbebegleiter beim Beginn ihrer ehrenamtlichen Arbeit und bei der Begleitung der ihnen anvertrauten Menschen.
Sie haben ein großes Herz und ein ausgeprägtes soziales Gewissen – die vielen Brandenburgerinnen und Berliner, die sich freiwillig für ein Ehrenamt engagieren. Zwei von ihnen sind die 39-jährige Petra Runggaldier und der 57-jährige Rechtsanwalt Günter Hädinger.
Günter Hädinger musste sich durch den frühen Unfalltod seines Vaters sehr persönlich mit dem Thema Sterben auseinandersetzen – diese Erfahrung hat ihn geprägt. Er dachte viel darüber nach, wie es ist, wenn der Lebensplan durch Krisen ins Wanken kommt – wenn man daran zweifelt, ob man auf dem richtigen Weg ist. Petra Runggaldier verlor eine enge Freundin und bewarb sich deshalb für das außergewöhnliche Amt.
Die Reportage beobachtet die beiden Sterbebegleiter beim Beginn ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Hospiz. Wie verarbeiten sie die Begegnung mit dem Tod? Verändern sie sich durch die Erlebnisse? Bereuen sie ihre Entscheidung manchmal? Der Film erzählt von den ersten Kontakten und der Sterbebegleitung der ihnen anvertrauten Menschen.
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ARD-Themenwoche: Hinweis für Mittwoch
Am Mittwoch, den 21. XI. 2012 zeigt das Erste um 20.15 Uhr den Spielfilm:
BLAUBEERBLAU
Als Fritjof Huber, der in einem Münchner Architekturbüro arbeitet, für ein Aufmaß in ein Sterbehospiz geschickt wird, schlottern ihm die Knie. Er hat Angst vor der Begegnung mit Menschen, die kurz vor dem Tod stehen. Dabei hat Fritjof selbst noch nicht richtig angefangen zu leben. Zu seiner Freundin steht er nicht und seine Wäsche sowie die kleinen Alltagssorgen trägt er immer noch zu seinen Eltern. Im Hospiz begegnet Fritjof Hannes, einem ehemaligen Mitschüler, der Pankreaskrebs im Endstadium hat. Hannes war zu Schulzeiten der „tolle Typ“, der Fritjof nie war.
Zu allem Überfluss läuft ihm Hannes‘ Schwester Sabine im Hospiz über den Weg, in die er damals richtig verknallt war. Dass das Leben ein Geschenk ist, das man mit beiden Händen greifen kann, lernt Fritjof auch von Frau Fahrenholtz, einer anderen Hospizbewohnerin, die ihren selbstgemachten Blaubeerwein und das Geheimnis um die besten Blaubeeren hütet, nach dem Motto: „Ihr Nachgeborenen macht euch gefälligst selbst auf die Socken!“ Als Hannes und Frau Fahrenholtz sterben, wirft Fritjof seine ängstliche Halbherzigkeit über Bord und nimmt zum ersten Mal beglückt sein Leben in die Hand.
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