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Impuls zum Palmsonntag 2019

Bedeutung

Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem. Er wird auf dem Weg dorthin als „König“ erkannt und gefeiert. Rein äußerlich betrachtet ist das wohl der Höhepunkt im Leben des Jesus von Nazareth, Zimmerersohn aus einfachsten Verhältnissen. Jesus scheint das auch zu genießen. In Jerusalem geht er dann in den Tempel und schaut sich alles an.

Menschen sehnen sich nach Bedeutung. Das muss nicht unbedingt die ganz große Bedeutung sein wie sie z. B. Politiker oder Stars genießen. Manchmal reicht schon die „kleine“ lokale Bühne und für ganz viele ist es völlig ausreichend, wenn sie im Kreis ihrer Familie und ihrer Freunde wichtig sind. Selbst in den Menschen, die für niemanden wichtig zu sein scheinen (oder die as zumindest von sich meinen), regt sich doch die Sehnsucht danach.

Immer wieder sagen Menschen, dass sie es gern haben, wenn sich jemand an sie erinnert. Noch zu Lebzeiten, aber auch nach ihrem Tod. In Erinnerung bleiben soll vor allem das „Positive“, die Freundlichkeit, die Hilfsbereitschaft, der Humor, die Leistung, die Fürsorge etc. Dann natürlich auch das eigene Wesen, die Persönlichkeit, das ganze Leben. Besonders jedoch die Beziehung, zu der die Menschen zueinander stehen. „Das ist meine Freundin!“ – „Das war mein Vater!“ – „Das haben wir miteinander erlebt!“

Von jemandem zu hören: „Du bist mir wichtig!“ erfüllt jeden mit Freude und Stolz. Ich hoffe sehr, dass jeder Mensch diesen Satz irgendwann einmal hört. Gleichzeitig weiß ich, dass es Menschen gibt, die einen derartigen Satz nie (auch nicht von ihren Eltern) zu hören bekommen haben. Das ist eine unglaublich traurige Last, die ein ganzes Leben lang drückt.

Impuls: Wer hat für Sie Bedeutung? Haben Sie ihr/ ihm das schon mal gesagt? Vielleicht ist es (wieder mal) an der Zeit, das zu sagen?

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Informationsabend für Seniorenbeauftragte

Alfons Wastlhuber von der Freiwilligenagentur Ehrensache e. V. und ich laden wieder ein zu einem nächsten Informationsabend für die Seniorenbeauftragten der Kommunen und der Pfarreien. Dieser Abend findet statt am

Montag, den 20. Mai 2019 von 19:30 – 21:30 Uhr im Pfarrheim in Ampfing.

Wir haben wieder viele Anregungen zusammengetragen, die die Kooperation von pfarreilichen und kommunalen Seniorenbeauftragten erleichtern können und auch neue Ideen für das Engagement für die Senioren vor Ort. Eine schriftliche Einladung mit der Tagesordnung gibt es zeitnah.

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5. Impuls zur Fastenzeit 2019

Lebenssinn

Menschen suchen nach Sinn und Bedeutung für ihr Leben. Manche finden ihn in der Familie, andere in der Arbeit, wieder andere in einem Hobby oder einem ehrenamtlichen Engagement.

Sie haben das Gefühl: „Dafür lohnt es sich, zu leben. Das verdient meinen ganzen/ einen hohen Einsatz.“

Es geschieht jedoch, dass durch irgendein Ereignis dieser Lebenssinn in Frage gestellt wird. Manchmal sogar komplett zerstört wird. Das kann eine Krankheit sein oder ein Unfall; das kann eine Enttäuschung sein oder ein Verlust; das kann dadurch sein, dass bisherige Strategien nicht mehr funktionieren. Das wirft manchmal viele Werte durcheinander. Bisher Unwichtiges wird wichtig und umgekehrt. Schwerpunkte müssen neu gesetzt werden, Vertrautes muss aufgegeben werden, das Neue liegt erstmal nur als weißer Fleck in der Lebenslandkarte vor. Ein mühevoller Prozess kommt in Gang.

In der Bibel entdecke ich immer wieder ähnliche Lebensphasen von Lebenskrisen, von Veränderungen, von Neuausrichtungen. Mir fallen Moses ein und die Propheten, mir fällt das Volk Israel in der Verbannung ein, ich denke an die Jünger von Jesus. Gerade die letzte Personengruppe (Frauen und Männer) hatten sich wohl sehr daran gewöhnt, hinter und mit Jesus zu herzugehen. Nach dem Gründonnerstag müssen sie (wieder) einen eignen Weg finden. Der führt zunächst in die Vereinzelung und in den Rückzug. Wir erfahren nichts, was die Freunde Jesu von Gründonnerstag bis zum Ostertag gemacht haben und wo sie sich aufgehalten haben. Erst vom Ostertag erfahren wir, dass sie zusammen waren, eingeschlossen in einem Raum. Dieser Zusammenschluss ist dann auch der erste Schritt heraus aus der karfreitäglichen Sinnkrise. Es dauert aber immer noch, bis sie einen positiven Lebenssinn entdecken. Das geschieht erst an Pfingsten.

Darin spiegelt sich m.E. wider, was auch Menschen heutiger Tage erleben: die Isolation, aus der ein vertrauter Kontakt heraushilft und dass es dauert, bis eine neue Lebensperspektive gefunden ist. Wir dürfen also Geduld haben und Vertrauen, dass auch wir aus einer Lebenskirse wieder ins Leben mit Sinn und Bedeutung finden.

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Wir geben Gottes Schwung weiter – Bericht von meinen Workshops „Neongrün statt beige“

Am vergangenen Samstag hat der Katholikenrat sein 50-jähriges Bestehen mit einem ganzen Tag voller Workshops gefeiert. Umrahmt wurde das ganze Programm von einer Andacht bzw. einem Gottesdienst mit Kardinal Marx.

 

Ich selber habe auch einen Workshop angeboten unter dem Titel Neongrün statt beige. Ich habe zu Anfang eine differenzierte Sicht auf das Alter erläutert und darauf hingewiesen, dass sich bereits sehr viele Senioren ehrenamtlich betätigen. Außerdem gibt es darüber hinaus eine ganze Menge, die dazu bereit sind. In der Altersgruppe der über 75-Jährigen sind es noch 11,5 %. Wir haben dann überlegt, welche Rahmenbedingungen sie brauchen, damit sie sich auch tatsächlich engagieren – und was sie tun könnten

Sowohl am Vormittag wie auch am Nachmittag kamen viele Ideen zusammen. Etwa können Handwerker sich zu einer „Mobilen Werkstatt“ zusammenschließen für kleinere handwerkliche Hilfestellungen. Jemand berichtete, dass Senioren bei Beerdigungen mitgehen, zu denen keine Angehörigen kommen. Natürlich stehen Besuchsdienste jedweder Art hoch im Kurs oder auch ein schulisches Engagement als Lesepaten oder Schulpaten für schwächere Schüler. Auch Familien freuen sich manchmal über eine „Leihoma“. Besonders schön fand ich die Idee eines „Urlaubs ohne Koffer“: Senioren erleben einen Tag voller Reiseberichte in Bild und Ton, mit Verpflegung und der Möglichkeit zum Ausruhen in einem schön gestalteten Urlaubsambiente! Ich selber habe mein Projekt „offenes Ohr – offenes Herz“ vorgestellt und das Projekt „Zusammen ist man weniger allein“ für Verwitwete.

Die Rahmenbedingungen, die Senioren benötigen, schaffen einen geeigneten Raum für die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrungen der Senioren. Projektbezogene Arbeit mit einem festen Anfang und Ende sind günstiger als ein unbegrenztes Engagement. Untertags sind Senioren eher bereit als spät am Abend. Man muss auch mal „Nein“ sagen können. Senioren schätzen es, wenn sie eine passende Infrastruktur vorfinden: dass sie sich nicht um die Räume kümmern müssen; dass sie sich nicht um die Organisation kümmern müssen; dass man mit ihnen redet und ihnen Vertrauen entgegenbringt.

Spannend fand ich die Frage, wie man die zum Ehrenamt Bereiten findet. Das setzt voraus, dass man die Senioren und ihre Fähigkeiten kennt. Das setzt auch voraus, dass man weiß, wo es Bedarf für diese Fertigkeiten gibt. Hilfreich ist also ein „Vernetzer“, der Angebot und Nachfrage zusammenbringt.

Es war für mich unter dem Strich eine sehr gelungene Veranstaltung. Ich habe total engagierte Frauen und Männer getroffen mit vielen Ideen und noch mehr Erfahrung, mit großer Leidenschaft und Kreativität, die sich nicht durch Hindernisse davon abhalten lassen, etwas Neues auszuprobieren. Dazu möchte ich immer wieder Mut machen.

 

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4. Impuls zur Fastenzeit 2019

Isolation/ Einsamkeit

Das Thema der Einsamkeit ist im Laufe der letzten Jahre stärker in den Blick geraten. Noch vor etwa fünf Jahren war es schwer, diese Problematik anzusprechen. Als ich mal über die Einsamkeit der Seelsorger, vor allem der Priester sinniert habe, bekam ich zu hören: „Die Priester sind doch nicht einsam, die haben doch viele Kontakte.“ Welch ein Irrtum: viele Kontakte gleichzusetzen mit den Herzenskontakten in Gegenseitigkeit, von denen Menschen leben! Man kann auch in der Menge einsam sein oder in einer Ehe oder …

Das ist eben das Phänomen der Einsamkeit: dass sie sich versteckt, dass sie unbemerkt bleibt, dass sie im Verborgenen lebt. Nur manchmal blitzt sie auf – wie etwa bei dem Mann, der jeden Tag drei Tomaten kauft und eigentlich das kleine Gespräch an der Kasse sucht. Das war dann übrigens der Ausgangspunkt für mein Projekt „Offenes Ohr – offenes Herz“ (nachzulesen in einigen Beiträgen dieser Homepage). Seit etwa 1 ½ Jahren habe ich dort im Cafe Gespräche mit Menschen, die Kontakt brauchen zum Ratschen, zum Trauern, zum Nachdenken über ihr Leben oder ihren Glauben.

Menschen, die isoliert leben oder sich isoliert fühlen, schaffen es manchmal nicht, den Schritt auf andere zuzugehen. So sind sie auf die Initiative von anderen angewiesen. Manchmal ist schon ein Lächeln oder ein „Guten Morgen“ ein Türöffner (vor allem wenn es immer wieder kommt). Mir begegnet die Einsamkeit von Verwitweten, die den Rückzug von Nachbarn und sogar Freunden beklagen. Wenn Menschen alt und gebrechlich werden, wenn die Einschränkungen in der Mobilität zunehmen, wenn körperliche Beschwerden zunehmen, dann ist vielleicht das Wartezimmer des Arztes der einzige Ort, wo sie unter Menschen sind.

In unserem Quartier gibt es wenige Möglichkeiten, wo sich Menschen einfach so mal treffen können: eine Parkbank etwa, z. B. im Friedhof (auch so eine Begegnungsstätte für Einsame). Da gäbe es also noch Spielraum nach oben. Und sonst?

Vielleicht ist es mal eine Übung in der Fastenzeit, die Augen, die Ohren und das Herz aufzumachen für die versteckte Einsamkeit in der eigenen Umgebung.

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3. Impuls zur Fastenzeit 2019

Gebrechlichkeit

„Gebrechlichkeit“ ist ein altes, aus der Mode gekommenes Wort. Es ist keines der Worte, die man gerne verwendet – schon gar nicht für sich selbst. Es ist gleichwohl eine Erscheinung, die viele, vor allem ältere, Menschen trifft. Es beschreibt das allmähliche Nachlassen der Kräfte, den fortschreitenden Abbau körperlicher Fähigkeiten, das Zunehmen von Beschwerden und Krankheiten. Also klassisch defizitorientiert. Und völlig inkompatibel mit unserem Lifestyle. Deshalb ist Gebrechlichkeit auch schambesetzt und wird weitgehend tabuisiert. Wie schwer tut man sich also, die eigene Gebrechlichkeit anzunehmen oder gar zu zeigen. Das fängt bei Kleinigkeiten an: dem Hörgerät. Schlimmer ist, wenn man auf einen Hacklstecken oder Rollator angewiesen ist. Schlimmer unter zweierlei Hinsicht: einmal, weil man diese Not hat und zum zweiten, weil man sie öffentlich dokumentieren muss (wenn man sich nicht gänzlich zurückzieht in die Einsamkeit).

Ich will und kann nichts beschönigen. Das Nachlassen der Kräfte und die Zunahme der Hilfsbedürftigkeit sind schlimm und ein massiver Einschnitt ins bisherige selbstbestimmte Leben. Aber wir können wenigstens gesellschaftlich und kirchlich gesehen die zweite Stigmatisierung erleichtern, nämlich dass man sich schämen muss, wenn man nicht mehr so kann. Ich habe mich immer sehr gefreut, wenn ich in meiner früheren Gemeinde erst einen, dann zwei, schließlich drei Rollatoren vor der Kirche gesehen habe. Sie waren ein Zeichen, dass die Besitzer zu uns als Gemeinde dazugehören. Oder wenn Menschen mit einer Einschränkung ehrenamtlich oder auch hauptamtlich tätig sind und ihre Behinderung nicht verstecken. Es braucht solche Zeichen, weil sie eine Ermutigung darstellen für die Menschen mit ähnlichem Schicksal. Wir brauchen diese Zeichen auch für die „Gesunden und Fitten“, denen es vielleicht mal ähnlich gehen wird. Wir brauchen diese Zeichen als Gemeinde, weil dadurch sichtbar wird, dass Leben lebbar ist auch wenn es ein gebrochenes, mit Einschränkungen behaftetes Leben ist.

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„Einsam? Zweisam? Gemeinsam!“ – Wettbewerb der bagso und des Seniorenministeriums

Heute und morgen findet in Berlin ein Fachkongress statt, der sich mit dem Thema der Einsamkeit von Senioren beschäftigt. Dabei stellen sich Initiativen vor, die sich dafür engagieren, der Einsamkeit von Senioren zu begegnen. Auch ich habe mich an diesem Wettbewerb mit dem Projekt „Zusammen ist man weniger allein“ (siehe Bild nebenan) beteiligt. Bei meinem Projekt  sind ja Verwitwete angesprochen, die sich zusammentun, um der Einsamkeit in ihrer Lebenslage zu entkommen.

In der Pressemitteilung der bagso heißt es:
In ihrer Rede zur Eröffnung des Fachkongresses unterstrich Bundesseniorenministerin Dr. Franziska Giffeydie wachsende Bedeutung des Phänomens: „Wir wollen uns um die Menschen kümmern, die einsam sind oder von Einsamkeit bedroht sind. Jede und jeder einzelne kann das im eigenen Lebensumfeld tun: in der Nachbarschaft und sogar in der eigenen Familie. Einsamkeit vorzubeugen, ist aber auch eine Aufgabe der Gesellschaft. Es ist nicht gut, wenn es dem Zufall überlassen bleibt, ob sich jemand kümmert. Wir brauchen gute Ideen und Angebote, die funktionieren und wirken“, sagte die Bundesseniorenministerin.

„Schicksalsschläge wie Tod, Erkrankung, aber auch Armut steigern das Risiko sozialer Isolation und Vereinsamung bei älteren Menschen. Weil Einsamkeit viele Gesichter und viele Gründe hat, gibt es nicht eine Lösung, sondern viele. Wie vielfältig das Engagement, die Ideen und die Lösungswege sind, beweist unser Wettbewerb. Dass wir dieses Engagement sichtbar machen und würdigen, zeigt: Wir kümmern uns um die Kümmerer. Sie sind Impulsgeber und Vorbild für andere. Ihr Engagement macht unsere Gesellschaft besser. Im Kleinen wie im Großen.“

Der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering betonte: „Ich bin beeindruckt von der Vielfältigkeit des Engagements und der Ideen, sei es in der Stadt oder auf dem Land, im Wohnviertel oder mit mobilen Angeboten. Bei allem spürt man, mit wieviel Herzblut und Kompetenz sich die Projekte und Initiativen – insbesondere auch im ehrenamtlichen Bereich – für Ältere engagieren.“

Den Wettbewerb führte das Bundesseniorenministerium gemeinsam mit der BAGSO durch. Es gab insgesamt 601 Bewerbungen in fünf Kategorien. Eine sechsköpfige Jury aus Kommunen, Wissenschaft und Politik wählte die 15 Sieger in einer gemeinsamen Sitzung aus.

Alle Informationen zum Wettbewerb und zu den Preisträgern finden Interessierte unter www.bmfsfj.bund.de sowie www.bagso.de

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Fragen – Fragen – Fragen: ein religiöser Vormittag

Alle Menschen ab der Lebensmitte lade ich ein zu einem religiösen Vormittag im Kloster Zangberg. Ich habe ihn unter den Titel gestellt: „Fragen – Fragen – Fragen“.

An diesem Vormittag soll Raum sein für alles, was Sie bewegt, was Sie wissen wollen, wo Sie  niemanden fragen wollten (weil es vielleicht zu unbedeutend scheint). Das können Fragen aus der Bibel sein, Fragen zur Kirche, zum Kirchenjahr und seinen Bräuchen etc. Es können Wissensfragen sein und auch ganz persönliche Unsicherheiten und Zweifel. Ich werde vielleicht nicht alles beantworten können (denn ich bin ja nicht allwissend), aber zumindest werden wir das versuchen. Es ist also auch für mich ein Stück gespannte Erwartung dabei, was wir im gemeinsamen Gespräch herausfinden werden.

Dieser Vormittag findet statt am kommenden Mittwoch, den 20. März 2019 von 9 – 11 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig, Unkosten fallen keine an.

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2. Impuls zur Fastenzeit 2019

Krisen

In jedem menschlichen Leben gibt es kleinere und größere Krisen. Sie stellen das bisherige Leben mindestens in Frage. Manchmal werfen sie aber auch das ganze Leben über den Haufen, sodass ein einfaches „weiter so!“ mit einigen wenigen Veränderungen nicht möglich ist. Es gibt viele Auslöser für Krisen: der Verlust eines Menschen oder von Besitz, der Verlust von Lebensträumen oder einer Lebensperspektive, eine Krankheit oder dass bestimmte Verhaltensweisen nicht mehr funktionieren. Manchmal sind es auch Ereignisse, die von außen auf einen treffen: ein Unfall, Gewalterfahrungen, eine Nachricht …

Immer wieder werden solche Krisen auch zum Stoff für Literatur, seien es die griechischen Dramen, seien es biblische Geschichten oder auch in der modernen zeitgenössischen Literatur. Auch die Märchen erzählen immer wieder von Krisen und ihrer Bewältigung, etwa wenn Menschen ihre Identität finden im Durchleben und Durchleiden einer Krise. Sie zeigen auf, was schon im Wort „Krise“ steckt, das aus dem Griechischen kommt: es ist eine Phase, an der sich scheidet und entscheidet, wie das Leben in Zukunft gehen kann.

Allerdings gelingt eine Krisenbewältigung nur unter Risiko: das bisher Gültige muss aufgegeben  und Neues entwickelt werden. Ob es funktionieren wird, bleibt erstmal offen. So ist Mut erforderlich und auch Zuversicht. Auch Ausdauer und Hartnäckigkeit sind gefordert. Natürlich auch eine Antwort auf die Fragen: „Wie will ich in Zukunft leben? Was soll in Zukunft ein größeres Gewicht bekommen? Was wird zu einem zentralen Wert in meinem Leben werden?“

Die erste Lesung des kommenden Sonntags deutet eine solch existenzielle Krise an (Gen 15). Das zu erkennen, ist ein wenig schwer, weil der Text sehr verdichtet ist. Abram hatte alles Gewohnte verlassen: seine Heimat, seinen von den Vätern übernommenen „Kinder“glauben, auch die bisherigen Verheißungen sind nicht eingetroffen. Das Bild dafür ist die Dunkelheit und die Angst, die Abram befallen. So ist auch bei heutigen Menschen in der Krise die Sicht auf das Leben dunkel und voller Angst. Bei Abram gehen dieses Dunkel und die Angst auch nicht sehr schnell weg. Erst spät werden seine Lebensträume wahr. Er braucht Ausdauer, Zuversicht, Mut und Hartnäckigkeit, bis aus „Abram“ der uns bekannte „Abraham“ wird. Aber gerade damit kann er Mut machen, weiterzugehen in der Krise, bis es am Ende doch eine Lösung gibt.

 

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„Wenn die Seele krank ist – Psychotherapie im höheren Alter“: eine Broschüre der bagso

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen bagso gibt eine Broschüre in  aktualisierter Fassung heraus. Unter dem Titel „Wenn die Seele krank ist – Psychotherapie im  höheren Alter“ möchte sie Mut machen, sich auch noch im fortgeschrittenen Alter eine Therapie zu gönnen, wenn es schwer zu lösende Fragen gibt und gleichzeitig den Wunsch, besser damit leben zu können. Denn immerhin leiden etwa ein Viertel der über 60-Jährigen unter seelischen Problemen. Obwohl die Älteren in ihrem Leben schon viele Strategien entwickelt haben, um mit schweren Lebenssituationen fertig zu werden, wie Frau Prof. Lehr betont, ist manchmal auch professionelle Hilfe notwendig. Auf ihrer Homepage schreibt die bagso:

Es ist ein auch heute noch weit verbreitetes Vorurteil, dass Psychotherapie bei älteren Menschen nicht sinnvoll ist, da sie keine Aussicht auf Erfolg hat. Dabei ist erwiesen, dass sie sehr gute Erfolge erzielt und erheblich zur Verbesserung der Lebensqualität beiträgt.

Die 52-seitige Broschüre, die zusammen mit der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung erarbeitet wurde und 2018 in einer aktualisierten 4. Auflage erschienen ist, beschreibt die häufigsten psychischen Erkrankungen und gibt einen Einblick in therapeutische Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere für ältere Menschen. Sie ist gedacht als Ratgeber für Ältere, aber auch für Angehörige und Hausärzte.

Die Broschüre kann auch in größerer Stückzahl kostenfrei bestellt werden unter www.bagso.de

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